{"id":11821,"date":"2013-11-09T00:00:00","date_gmt":"2013-11-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/11821\/solo-auf-ungewohnter-buehne\/"},"modified":"2019-05-30T11:13:56","modified_gmt":"2019-05-30T09:13:56","slug":"solo-auf-ungewohnter-buehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/11821\/solo-auf-ungewohnter-buehne\/","title":{"rendered":"Solo auf ungewohnter B\u00fchne"},"content":{"rendered":"<p><b>Vermutlich kennen alle St\u00e4dter den Gedanken: Die Habe packen, der urbanen Betonw\u00fcste und den \u00fcberf\u00fcllten Trams den R\u00fccken kehren und in der l\u00e4ndlichen Weite ein St\u00fcck verlorene Freiheit wiederfinden. Meist bleibt es bei der Utopie. Nicht f\u00fcr Nicole Klein: Nach 19 Jahren in Paris begann die T\u00e4nzerin vor vier Jahren ein neues Leben als Biob\u00e4uerin in den franz\u00f6sischen Voralpen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"XLT2sp\"><em><strong>Text und Bild von Samuel Schlaefli<\/strong><\/em><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\"><a class=\"pdf\" title=\"Artikel als PDF downloaden\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/SzenenwechselGP_3_13_D_Web_Einzelseiten-6.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&gt;Artikel im lesefreundlichen Magazinformat als PDF downloaden (1MB)<\/a><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/e09a5938-e09a5938-1311_szenenwechsel1.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl04_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/e09a5938-e09a5938-1311_szenenwechsel1.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Samuel Schlaefli\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Kurz vor 22 Uhr. Eine Bilderbuchnacht ist \u00fcber dem Vercors angebrochen, einem zerkl\u00fcfteten Bergmassiv s\u00fcdlich von Grenoble. Hier in St-Roman, am westlichen Ende des Vercors, steht Nicole Kleins Jurte. Wir sitzen in der Mitte auf Stoffballen und Matratzen um einen improvisierten Klubtisch: Nicoles Nachbarin Sandra, ihr Freund Florent, der soeben im Imkerumhang hereingeplatzt ist und ich. Derweil tischt Nicole K\u00f6stlichkeiten der fruchtbaren Umgebung auf: Feldsalat mit jungen Lindenbl\u00e4ttern vom benachbarten Moor, dekoriert mit leuchtend violetten Borretschbl\u00fcten. Dazu gibt es Bulgur, selbstgemachten B\u00e4rlauchpesto, Champignons, geraspelte Weissr\u00fcben, Brot und frischen Kuhmilchk\u00e4se aus dem Dorf. Wir essen, w\u00e4hrend Nicole, die kleine, gedrungene Frau mit frischem Teint, das Gesicht gesprenkelt mit blassen Laubflecken,\u00a0 von Zeit zu Zeit ein Holzscheit in den alten Emailofen schiebt. Es ist Anfang Mai und noch immer k\u00fchl. Als die Gl\u00fchbirne \u00fcber uns wegen eines Batterieproblems der Solaranlage kurz erlischt, leuchten die Sterne hell durch die transparente Folie im Dachspitz. Draussen das Quaken der Fr\u00f6sche vom Moor, das Rauschen der Dr\u00f4me und vereinzelt der schrille Schrei einer Nachtigall. \u00abEin unglaubliches Zuhause, bei dem der Unterschied zwischen draussen und drinnen fast aufgehoben ist\u00bb, hat Nicole ihr neues Heim vor unserem Treffen beschrieben.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\"><strong>Koller nach 32 Jahren Grossstadt<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Das war in Paris anders: Dort hatte sie sich zuletzt eine 50-Quadratmeter-Wohnung mit ihrem damaligen Partner und einem Freund geteilt. Das Einzige, was bis nach Mitternacht rauschte, war der Verkehr auf der viel befahrenen Strasse vor der Haust\u00fcr. Und wenn einmal n\u00e4chtlicher Gesang zu h\u00f6ren war, kam er von ein paar johlenden Betrunkenen auf dem Heimweg. Mit 13 war Nicole ihrer Mutter von Chicago, ihrem Geburtsort, nach Paris gefolgt. 19 Jahre war das franz\u00f6sische Zentrum f\u00fcr Kommerz, Kunst und Politik ihr Zuhause. Ein Ort, an dem man einen Grossteil seines Tages im fahlen Kunstlicht von Metrosch\u00e4chten verbringt und wie ein dribbelnder Fussballer stets darauf bedacht ist, den Mitmenschen m\u00f6glichst elegant auszuweichen. Ein Ort auch, an dem den Menschen unsichtbare Scheuklappen wachsen, damit sie nicht vom unaufh\u00f6rlichen Strom der Eindr\u00fccke \u00fcberw\u00e4ltigt werden. Der Alltagswahn des Grossstadtlebens, der f\u00fcr die H\u00e4lfte der Menschheit zur Normalit\u00e4t geworden ist, hat Nicole fertig gemacht: \u00abIch habe die Gewalt der Stadt irgendwann nicht mehr ausgehalten. Damit meine ich nicht die Verbrecherstatistiken, sondern die zwischenmenschliche K\u00e4lte und die gegenseitige Ignoranz. In der Stadt rennt jeder irgendetwas hinterher. Aber was will man genau, was ist das Ziel?\u00bb<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Nicoles Interesse an biologisch produzierten Nahrungsmitteln erwachte in einem Bioladen in Montreuil in der Pariser Agglomeration. Dort arbeitete sie w\u00e4hrend ihres Tanzstudiums an der Ecole Nationale Sup\u00e9rieure des Beaux Arts de Cergy-Pontoise. Sp\u00e4ter machte sie sich als Teilzeit-B\u00fcroangestellte bei Greenpeace mit Themen wie Nahrungsmittelsouver\u00e4nit\u00e4t und gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen (GVO) vertraut. 2006 folgte sie ihrem damaligen Freund f\u00fcr ein Kunststipendium nach Benin und nahm jede Menge DVDs zu Umweltthemen mit. In missionarischem Eifer versuchte sie die Kleinbauern \u00fcber die Gefahren von GVO, Kunstd\u00fcngern, Pestiziden und der Abh\u00e4ngigkeit von global agierenden Agrochemiekonzernen aufzukl\u00e4ren. \u00abIch predigte eine biologische Landwirtschaft, von der ich keine Ahnung hatte\u00bb, gesteht sie heute. Doch Benin war ein Wendepunkt: \u00abIch realisierte pl\u00f6tzlich, wie stark ich mich im Alltag von meiner nat\u00fcrlichen Umwelt entfernt hatte und dass die Subsistenzlandwirtschaft \u2013 ein Leben mit und von der Natur \u2013 f\u00fcr die meisten Menschen dieser Erde Normalit\u00e4t ist. Mein urbaner Lebensstil war die Ausnahme, nicht ihrer.\u00bb Nicole wollte sich diesen Menschen fortan verbunden f\u00fchlen. Nicht in Afrika, wo sie komplett andere Voraussetzungen gehabt h\u00e4tte als alle anderen Kleinbauern, sondern bei sich zuhause in Frankreich.<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/aaff345d-aaff345d-1311_szenenwechsel2.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl06_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/aaff345d-aaff345d-1311_szenenwechsel2.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Kein \u00d6rtchen in Nicoles Jurte bleibt ungenutzt. Nur was wirklich n\u00f6tig ist, wird gehortet. Auf einen Computer mit Internetzugang m\u00f6chte die Biob\u00e4uerin aber trotzdem nicht verzichten. <br \/>\u00a9 Samuel Schlaefli\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Kleinb\u00e4uerlich-weltb\u00fcrgerlicher Hybrid<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Die Nacht in Nicoles Jurte war erholsam. Geschlafen haben wir auf den Matratzen, auf denen wir zuvor gegessen hatten. Geweckt hat uns das Kr\u00e4hen eines Hahns. Nicole holt aus dem rudiment\u00e4r gebauten H\u00fchnergehege neben der Jurte ein paar Eier, die wir am Mittag essen werden. Sonst gibt der \u00abHof\u00bb noch nicht viel her. Hier in St-Roman bewirtschaftet Nicole lediglich eine kleine Baumschule mit Pfirsichen, Zwetschgen, Mispeln, Vogelbeeren und Quitten. Das reicht nicht weit. Obschon die Bodenluken ihrer Jurte mit Eingemachtem vom letzten Sommer gef\u00fcllt sind, braucht sie f\u00fcr den Speiseplan Waren etablierter Biobauern auf dem Markt. Sie h\u00e4tte sich an der gr\u00f6sseren Landparzelle ihrer Nachbarin Sandra beteiligen k\u00f6nnen. Doch Nicole hat sich in ein anderes St\u00fcck Land verguckt, in Tri\u00e8ves, wo ihr Freund zuhause ist und wohin sie ihre Jurte bald z\u00fcgeln wird. Sie will mir den neuen Standort und den dortigen Gemeinschaftsgarten sp\u00e4ter zeigen. Vorher wolle sie noch rasch ihre E-Mails checken. Surfen in der Jurte? Ja, ein Leben ohne Internet k\u00f6nne sie sich nur schwer vorstellen. Nicole bestellt \u00fcber Webshops, nimmt Anmeldungen f\u00fcr Tanzkurse entgegen und kommuniziert mit den Schwestern in den USA. Daf\u00fcr hat sie von Sandras Haus ein Kabel in die Jurte gezogen. Die Verbindung ist nicht schlecht. \u00abWeisst du, ich bin weder technikfeindlich noch will ich mich von der Welt abkoppeln.\u00bb Ihr Vater in Chicago frage manchmal, ob das hier \u00abso ein Neo-Hippie-Ding\u00bb sei. \u00abNein, ist es nicht!\u00bb In Nicoles Lebensentwurf sind Selbstversorgung, die Anpassung an die nat\u00fcrlichen Zyklen und die Entbehrung von h\u00e4uslichem Komfort kein Widerspruch zu Webshops und \u00abAround the world\u00bb-Flugtickets. Auf Flugreisen nach Kanada, Japan, USA und Indien will sie n\u00e4mlich auch k\u00fcnftig nicht verzichten. \u00abSo weit geht meine Moral nicht.\u00bb Prinzipien ja, aber nur solange die eigene Entfaltung nicht eingeschr\u00e4nkt wird. Sind die \u00abN\u00e9os\u00bb, wie die Neuank\u00f6mmlinge von den \u00abAutochtones\u00bb, den Einheimischen, hier genannt werden, vielleicht eine Art Hybrid aus kleinb\u00e4uerlicher Gen\u00fcgsamkeit und weltb\u00fcrgerlicher Lebensfreude? Die Radikalit\u00e4t und die Dogmen fr\u00fcherer Aussteigerbewegungen gehen ihnen jedenfalls ab. \u00abEigentlich bin ich Vegetarierin\u00bb, erkl\u00e4rt Nicole. \u00abDoch wenn sich jemand M\u00fche gibt und mir ein St\u00fcck Fleisch kocht, dann gewichte ich das h\u00f6her.\u00bb Zuerst das Miteinander, dann die Prinzipien.<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/9cf7180d-9cf7180d-1311_szenenwechsel3.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl08_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/9cf7180d-9cf7180d-1311_szenenwechsel3.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Pflanz- und Wohnplatz in idyllischer Abgeschiedenheit: Das Wissen \u00fcber die Flora und ihre kulinarische Verarbeitung hat sich Nicole in sieben Jahren erarbeitet.<\/p>\n<p>\u00a9 Samuel Schlaefli\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Nicole holt ihren alten Peugeot 306 und beklagt gleich die n\u00e4chste \u00f6kologische Inkonsequenz: \u00abIn Paris war ich die meiste Zeit mit dem Fahrrad unterwegs. Hier sitze ich dauernd im Auto.\u00bb Zum Col de Grimone auf 1318 Metern H\u00f6he windet sich eine Passstrasse durch steile, dicht bewaldete Schluchten. Aus historischen Felsengalerien \u00f6ffnen sich erhabene Blicke in die Sturzb\u00e4che am Fuss des Vercors-Massivs. Im Zweiten Weltkrieg waren die Felsen ein beliebtes Versteck der R\u00e9sistance beim Kampf gegen die deutsche Besatzung. Heute stehen zehn Prozent des Naturparks Vercors unter Schutz: Die 170 Quadratkilometer sind das gr\u00f6sste Naturschutzgebiet Frankreichs. Knapp vor der Passh\u00f6he h\u00e4lt Nicole abrupt. Auf einer Magerwiese hat sie Schl\u00fcsselblumen entdeckt. Aus ihnen wird sie zuhause eine \u00abinfusion\u00bb zubereiten, einen Kr\u00e4utertee gegen Erk\u00e4ltung. Auf der anderen Strassenseite stehen Hagebuttenstr\u00e4ucher. \u00abMeine Lieblingsbeere\u00bb, meint Nicole. Immer im Herbst kommt sie mit ihrem Freund zum Pfl\u00fccken. Die Butten verarbeiten sie sp\u00e4ter zu Glace. Das Wissen \u00fcber die Flora und ihre kulinarische Verarbeitung hat sie sich w\u00e4hrend der letzten sieben Jahre kontinuierlich erarbeitet. Nach ihrem Schl\u00fcsselerlebnis in Benin begann sie zu \u00abwwoofen\u00bb: mit Eins\u00e4tzen auf biologischen Landh\u00f6fen gegen Kost und Logis zu arbeiten. Sp\u00e4ter engagierte sie sich bei einem \u00abUrban Farming\u00bb-Projekt in Montreuil. Doch sosehr Nicole die immer zahlreicher werdenden \u00abUrban Farming\u00bb- und \u00abTransition Town\u00bb-Initiativen bis heute sch\u00e4tzt: Das Stadtg\u00e4rtnern geht ihr zu wenig weit. \u00abIch f\u00fchlte mich nach wie vor als Teil einer Minderheit in einem Meer von Andersartigen.\u00bb Schliesslich begann sie im St\u00e4dtchen Die, nicht weit von St-Roman und ihrer Jurte entfernt, eine einj\u00e4hrige Ausbildung in biologischem Gem\u00fcseanbau. Die ist ein kleines Bio-Mekka \u2013 nirgends sonst in Frankreich gibt es mehr Biobauern als in der Region Rh\u00f4ne-Alpes, zu der die beiden Departements Dr\u00f4me und Is\u00e8re geh\u00f6ren, welche das Vercors-Massiv umfassen. Heute produzieren in Dr\u00f4me \u00fcber zehn und in Is\u00e8re f\u00fcnf Prozent der Bauern biologisch. Der franz\u00f6sische Durchschnitt liegt bei 2,5 Prozent.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Nach dem \u00dcberqueren der Passh\u00f6he \u00f6ffnet sich eine weite und fruchtbare Hochebene. Gelb leuchtende Rapsfelder grenzen an wilde Graslandschaften, dazwischen verlieren sich schmale Waldb\u00e4nder entlang des Flusses Ebron und entlang\u00a0 den Rebbergen wird der Clairette herangezogen, ein prickelnder S\u00fcsswein, f\u00fcr den die Umgebung bekannt ist. \u00abDie Umwelt hier gibt mir Kraft, sie l\u00e4dt mich auf. Paris hingegen hat mich komplett ausgelaugt.\u00bb Oft habe sie sich ersch\u00f6pft und nutzlos gef\u00fchlt \u2013 selbst wenn sie an Wochenenden durch ganz Frankreich raste, um an Diskussionen zu Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t und an Antiglobalisierungsprotesten teilzunehmen. Zwar findet sie die zivilgesellschaftlichen Bewegungen nach wie vor inspirierend. \u00abAber hier kann ich viel mehr bewegen.\u00bb Mir kommt Mahatma Gandhi in den Sinn und sein Credo: \u00abSei du selbst die Ver\u00e4nderung, die du dir w\u00fcnschst f\u00fcr diese Welt.\u00bb\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/fb247aff-fb247aff-1311_szenenwechsel4.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl10_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/fb247aff-fb247aff-1311_szenenwechsel4.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Nicole im G\u00e4rtnerfieber zusammen mit ihren Freundinnen vom \u00abJardin du Margarou\u00bb. \u00abDie Umgebung hier gibt mir Kraft, sie l\u00e4dt mich auf. Paris hingegen hat mich komplett ausgelaugt.\u00bb<br \/>\u00a9 Samuel Schlaefli\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Die N\u00e9os kommen, die Kinder der Autochtones gehen<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Wir fahren in Tr\u00e9minis ein, wo Nicoles Freund Sylvain lebt: ein kleines, verschlafenes Dorf mit mehr Bienenk\u00e4sten als Einwohnern. Die Luft ist getr\u00e4nkt von s\u00fcssem Nektar. Eine Epicerie markiert so etwas wie ein Zentrum, einen anderen Treffpunkt gibt es nicht. Viele D\u00f6rfer im Gebiet des Vercors sind nahezu leer. Die Jungen ziehen mangels Job- und Ausbildungsvielfalt in die Stadt \u2013 ein nationales Problem: Jedes Jahr gehen Frankreich 30\u2009000 Bauern verloren. Heute existieren offiziell noch 770\u2009000, sie machen rund drei Prozent der Bev\u00f6lkerung aus. Die Bauern werden auch immer \u00e4lter: Nur noch ein Drittel ist unter vierzig. Daf\u00fcr kommen jetzt die N\u00e9os, junge Menschen wie Nicole und Sylvain, die ihrer guten Ausbildung und den Entfaltungs- und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten der Grossstadt zum Trotz aufs Land ziehen. Zwei Drittel der 30 Teilnehmer in Nicoles Ausbildungskurs in Die kamen aus der Stadt und hatten keinen b\u00e4uerlichen Hintergrund. Wie viele N\u00e9os sich in den letzten Jahren in der Gegend um den Vercors niedergelassen haben, kann niemand genau sagen. Die Neulinge tauchen erst in den Statistiken auf, wenn sie \u00fcber 12 Hektaren verf\u00fcgen, also \u00fcber 120\u2009000 Quadratmeter Land, und damit als professionelle Bauern anerkannt werden.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\"><strong>Gesucht: Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr Minimaleinkommen<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Sylvain hat erst 120 Quadratmeter Land \u2013 hinter dem renovationsbed\u00fcrftigen Postgeb\u00e4ude von Tr\u00e9minis, wo er seit sieben Jahren lebt. Dort zieht er Salate, Radieschen, Brombeeren, Rhabarber, Zwiebeln, Kartoffeln und \u00c4pfel. Zusammen mit dem H\u00fchnergehege reiche das, um sich mit Gem\u00fcse, Fr\u00fcchten und Eiern zu versorgen, versichert er. Den restlichen Lebensunterhalt verdient Sylvain mit Bioglace. Mit einer staatlichen Anschubfinanzierung hat er sich daf\u00fcr in einer fr\u00fcheren \u00abMaison pour tous\u00bb eine kleine Produktionsst\u00e4tte eingerichtet. Sein Gesch\u00e4ftsmodell steht, das von Nicole hingegen ist noch immer schwammig. Sie hatte vor unserem Treffen von einem Waldgarten mit Beeren und Fr\u00fcchten geschrieben, die sie zu S\u00e4ften und Glace verarbeiten m\u00f6chte. Doch das passende Land fehlt. \u00abEin regelm\u00e4ssiges Einkommen w\u00e4re langsam wieder eine gute Sache\u00bb, sagt sie. Nach ihrer Flucht aus Paris hatte sie ein Jahr lang Anrecht auf Arbeitslosengeld. Ihr fr\u00fcherer Arbeitgeber unterst\u00fctzte sie w\u00e4hrend der Umschulung f\u00fcr ein weiteres Jahr. Derzeit lebt sie vom Ersparten und dem bisschen, was ihr Tanz- und Atemtechnik-Kurse von Zeit zu Zeit einbringen. \u00abMit 300 bis 400 Euro pro Monat geht das schon irgendwie.\u00bb Ihre aktuelle Gesch\u00e4ftsidee: eine Pilzzucht, deren Ertr\u00e4ge sie auf den lokalen M\u00e4rkten verkaufen will. Heute Morgen ist das Myzel daf\u00fcr bei Sylvain eingetroffen: die fadenf\u00f6rmigen Pilzzellen, die sie \u00fcber einen Webshop in den USA bestellt hat.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Der Staat investiert derzeit zwar viel Geld, um unter 40-J\u00e4hrige f\u00fcr den Beruf des Bauers und der B\u00e4uerin zu begeistern. Doch f\u00fcr Subventionen br\u00e4uchte Nicole zuerst einen ausformulierten Gesch\u00e4ftsplan und vor allem gen\u00fcgend Land. Letzteres macht ihr am meisten Sorgen, sei doch das Land hier genauso beschr\u00e4nkt und begehrt wie anderswo in Europa. \u00abDas ist eine Art geschlossenes, aristokratisches System.\u00bb Die Parzellen bleiben meist \u00fcber Generationen in den H\u00e4nden der urspr\u00fcnglichen Besitzerfamilien. Diese sind bei der Landvergabe \u00e4usserst vorsichtig, weil das franz\u00f6sische Gesetz einen guten P\u00e4chterschutz bietet. Ist ein Pachtvertrag erst einmal unterschrieben, kann er von den Verp\u00e4chtern w\u00e4hrend der regul\u00e4ren Laufzeit von neun Jahren nur noch in Ausnahmef\u00e4llen gek\u00fcndigt werden.\u00a0 Auch Nicole und Sylvain mit ihren drei Freundinnen und Freunden vom Gemeinschaftsgarten in Pr\u00e9bois verhandeln zurzeit mit Bauern und Landeigent\u00fcmern aus der Umgebung. Ihr Ziel: vier Hektaren. Das w\u00e4ren drei mehr, als sie aktuell besitzen, und w\u00fcrde vorerst zur Selbstversorgung und f\u00fcr ein ausreichendes Einkommen auf dem Markt reichen, glauben sie. In zwei Tagen werden sie sich zu weiteren Gespr\u00e4chen mit Landbesitzern treffen. Ob ich sie begleiten d\u00fcrfe, frage ich Nicole. \u00abNein, daf\u00fcr steht zu viel auf dem Spiel.\u00bb<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Die Autochtones stehen den Pl\u00e4nen der N\u00e9os skeptisch gegen\u00fcber. Sie wollen nicht \u00abso ein Hippie-Ding\u00bb und sich zuerst vergewissern, dass es die N\u00e9os ernst meinen mit dem Bauern. \u00abDie Jungen heute \u00e4ndern ihre Pl\u00e4ne ja andauernd\u00bb, musste sich Nicole von ihren Nachbarinnen mehr als einmal anh\u00f6ren. Sowieso entsprechen die Bauern nicht ganz dem Bild, das sich Nicole in Paris von ihnen gemacht hatte: Freiheitsliebend und revolution\u00e4r sollten sie sein. \u00abIn Wahrheit sind die meisten sehr konservativ und arrangieren sich mit den Vorgaben aus Paris\u00bb, sagt sie heute. So zum Beispiel bei der \u00abloi COV\u00bb, die Ende 2011 verabschiedet wurde: Sie beschr\u00e4nkt die Weizenaussaat auf 22 Sorten und wer eigene Samen aufbewahrt, wird zu Zahlungen an Saatguthersteller verpflichtet. \u00abDer Aufschrei der Bauern in Dr\u00f4me und Is\u00e8re blieb aus. Das finde ich be\u00e4ngstigend.\u00bb<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/90379670-90379670-1311_szenenwechsel5.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl12_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/90379670-90379670-1311_szenenwechsel5.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Traumhafter Blick ins Tal der Region Tri\u00e8ves und auf die franz\u00f6sischen Alpen: Hier baut Nicole ihre neue Existenz auf. Sie lebt von der Fruchtbarkeit des Bodens und im Einklang mit den nat\u00fcrlichen Zyklen.  <br \/>\u00a9 Samuel Schlaefli\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Zwischen Jardin du Margarou und Paris<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Von Tr\u00e9minis aus fahren wir weiter zum Gemeinschaftsgarten im nahen Pr\u00e9bois. Ein handgemaltes Schild bezeichnet die Abzweigung auf einen Landweg zum Jardin du Margarou, einem Grundst\u00fcck von 8000 Quadratmetern mit zwei grossen Treibh\u00e4usern und zwei \u00c4ckern. In den Treibh\u00e4usern wachsen Basilikum, \u00fcber 20 Sorten Tomaten, Spinat, Paprika, Salat und Melisse. Nicoles Kolleginnen Faith und Calou sind gerade dabei, die Setzlinge in einen Transporter zu verladen. Morgen werden sie auf einem Biomarkt im benachbarten Mens verkauft. Die \u00c4cker sind noch karg. Nicole hat im April einige Pfirsich- und Pflaumenb\u00e4ume gesetzt. Nun inspiziert sie Bl\u00e4tter und Knospen und spricht z\u00e4rtlich mit den jungen Gew\u00e4chsen, wie zuvor mit den Setzlingen auf Sylvains Fenstersims. Viele der B\u00e4ume sind krank, stellt sie fest: von einem Pilz befallen. Vielleicht eine schlechte Sorte, vielleicht liegt es auch einfach am lehmigen Boden. Der macht den G\u00e4rtnern Sorgen: Den Grunds\u00e4tzen der Agrar\u00f6kologie folgend, wollten sie ihn erst nicht pfl\u00fcgen, um die Bodenmikrobiologie zu erhalten. Doch das funktioniert hier nicht, hat die Natur sie gelehrt. Die Margarou-G\u00e4rtner mussten sich bei einem konventionellen Bauern einen Pflug borgen.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Nicole gesellt sich zu ihren Freundinnen zum Schwatz vor dem alten Wohnwagen, der als Saatgutlager und als K\u00fcche zum Kaffeekochen dient. Die Atmosph\u00e4re ist freundschaftlich, entspannt und hemds\u00e4rmlig. Faith ist Engl\u00e4nderin, lebt aber schon seit vielen Jahren in den franz\u00f6sischen Voralpen. Ihre Arme sind kr\u00e4ftig und von der Sonne gegerbt. Sie steckt sich eine selbstgedrehte Zigarette in den Mund. Zwischen den Z\u00fcgen beisst sie in ein St\u00fcck Baguette, Schinken oder Schokolade. Zum ersten Mal habe ich das Gef\u00fchl, in Nicole die Pariserin zu erkennen. Ihr Faserpelz ist zwar verfleckt und die Schuhe sind zerschlissen, genauso wie bei den anderen. Aber ihre H\u00e4nde sind noch nicht so dunkel und schrundig wie die von Faith und Calou. Auch wirkt ihr Lachen weniger ausgelassen und unbek\u00fcmmert \u2013 als w\u00e4re sie nach wie vor ein wenig gefangen zwischen ihrer alten Identit\u00e4t als Pariser K\u00fcnstlerin und der neuen als Biolandwirtin. \u00abIch weiss, ich bin anders\u00bb, hat sie selbst gesagt. Die Vergangenheit l\u00e4sst sich nicht einfach absch\u00fctteln. Ihr Denken ist gepr\u00e4gt von Jahren der genauen Betrachtung und der Auseinandersetzung mit \u00c4sthetik. Dabei hat sie ein feines Gesp\u00fcr f\u00fcr das Transzendentale entwickelt, f\u00fcrs das, was hinter den Dingen steckt. Doch ihr Vorschlag, die kommende Ernte in ein Freilufttheater zu verpacken, wurde von den anderen abgeschmettert. Und manchmal vermisst Nicole das kulturelle Durcheinander von Paris. In den wenigen Bistros in Is\u00e8re trifft man selten auf einen Marokkaner, eine Filipina oder einen Musiker aus der C\u00f4te d\u2019Ivoire. Denkt sie manchmal an R\u00fcckkehr? \u00abNein, im Moment kann ich mir nichts anderes vorstellen. Aber nichts ist endg\u00fcltig.\u00bb<\/p>\n<hr>\n<p><strong>\u00abN\u00e9oruraux\u00bb vs. \u00abMetro, boulot, dodo\u00bb<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2spohneEinzug\">Im 1979 erschienenen Werk \u00abLe retour \u00e0 la nature: au fond de la for\u00eat\u00bb beschreiben die Soziologen Bertrand Hervieu und Dani\u00e8le Hervieu-Leger stadtm\u00fcde Junge auf der Suche nach neuen Formen der Arbeit, des Konsums, der Gemeinschaft und der Landwirtschaft. Solche \u00abN\u00e9oruraux\u00bb (abgek\u00fcrzt N\u00e9os) fanden sie vor allem in einst ertragreichen Landwirtschaftsregionen, nun entleert, wo kleine Steinruinen mit wenig Hektaren Land f\u00fcr unter 10\u2009000 Francs zu kaufen waren. Charakteristiken der N\u00e9os waren laut den Wissenschaftlern der Wille zur Isolierung und zur Abkehr von allen \u00abPervertierungen\u00bb der Grossstadt, die Sehnsucht nach einer intakten Natur und nach einem Leben in Einklang mit dieser und die R\u00fcckkehr ins Dorf, wo man sich kennt und Solidarit\u00e4t gelebt wird.<\/p>\n<p class=\"XLT2spohneEinzug\">Seither wird der Begriff \u00abN\u00e9oruraux\u00bb in Literatur und Alltag vielf\u00e4ltig verwendet. Einer Studie des Instituts Ipsos von 2003 zufolge sind 4,2 Prozent der franz\u00f6sischen Bev\u00f6lkerung \u00fcber 15\u00a0Jahren N\u00e9os, also rund zwei Millionen B\u00fcrger. Dazu z\u00e4hlen jedoch s\u00e4mtliche aufs Land Gezogenen aus St\u00e4dten und Agglomerationen, unabh\u00e4ngig von Beruf und Arbeitsort. Nur 14 Prozent dieser Gruppe interessieren sich noch f\u00fcr die Erneuerung und Entwicklung der l\u00e4ndlichen Umgebung. Solche N\u00e9os des 21. Jahrhunderts sind nicht mehr mit den politisierten und utopischen von Hervieu-Leger vergleichbar.<\/p>\n<hr>\n<blockquote>\n<p><strong><br \/>Ich habe vor, eine umweltfreundlichere Landwirtschaft zu f\u00f6rdern, die den Erwartungen der Gesellschaft besser entspricht.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"ZLohneEinzug\"><em>St\u00e9phane Le Foll, Franz\u00f6sischer Landwirtschaftsminister<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Kommentar Greenpeace<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">\u00abEinkaufen ist ein politischer Akt. Bei jedem Griff ins Lebensmittelgestell entscheiden wir, welche Landwirtschaft wir in Zukunft haben wollen. Es sind aber auch die politischen Rahmenbedingungen, die zulassen, ob Gem\u00fcse, Obst oder Getreide mit Umweltgiften angebaut werden d\u00fcrfen oder ob die Lebensmittelproduktion die nat\u00fcrliche Vielfalt auf den Ackerfl\u00e4chen respektiert und schont. Die Politik reagiert erst, wenn die Gesellschaft als ganze \u2013 also ich im Coop, du in der Migros und andere im Quartierladen \u2013 Lebensmittel aus biologischer Produktion nachfragen. Erst der Druck der Konsumenten sowie das Engagement von Umweltorganisationen und anderen Akteuren bringt die Entscheidungstr\u00e4ger zum Handeln.\u00bb<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\"><em>Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschaftscampaignerin, Greenpeace Schweiz<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Ausrichtung der Greenpeace Landwirtschaftskampage<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Greenpeace setzt sich weltweit f\u00fcr eine moderne, \u00f6kologische Landwirtschaft ein, die sich an den nat\u00fcrlichen Kreisl\u00e4ufen und Ressourcen ausrichtet und Lebensmittel ohne Gentechnik und Schadstoffe erzeugt.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Mehr Ertr\u00e4ge und die Rationalisierung der Produktionsabl\u00e4ufe waren bislang die zentralen Herausforderungen der Landwirtschaft weltweit. Doch heute wissen wir: Mit der industrialisierten Landwirtschaft sind durch den Einsatz von Kunstd\u00fcnger, Pestiziden, ineffizientem Wasserverbrauch und Gentech-Pflanzen viele Probleme f\u00fcr Mensch, Tier und Umwelt entstanden.<\/p>\n<p>Um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein, bedarf es eines radikalen und systematischen Wandels in der landwirtschaftlichen Forschung, Bildung und Praxis. Die Verf\u00fcgbarkeit von Lebensmitteln und deren Produktion vor Ort sind die besten Garanten f\u00fcr eine lokale Ern\u00e4hrungssicherheit, die auf kleinb\u00e4uerlichen Strukturen aufbaut. Die Multifunktionalit\u00e4t der Landwirtschaft mit ihren \u00f6kologischen und sozialen Leistungen muss weltweit anerkannt und gezielt gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermutlich kennen alle St\u00e4dter den Gedanken: Die Habe packen, der urbanen Betonw\u00fcste und den \u00fcberf\u00fcllten Trams den R\u00fccken kehren und in der l\u00e4ndlichen Weite ein St\u00fcck verlorene Freiheit wiederfinden. 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