{"id":118827,"date":"2025-04-08T08:51:12","date_gmt":"2025-04-08T06:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=118827"},"modified":"2026-01-20T09:10:01","modified_gmt":"2026-01-20T08:10:01","slug":"giftgold-aus-dem-amazonas-fast-ein-viertel-landet-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/118827\/giftgold-aus-dem-amazonas-fast-ein-viertel-landet-in-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Giftgold aus dem Amazonas: Fast ein Viertel landet in der Schweiz"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Eine neue Studie von Greenpeace Brasilien zeigt: Der illegale Goldabbau im Amazonas hat stark zugenommen. Mit verheerenden Folgen f\u00fcr Mensch und Umwelt. Die Schweiz importiert nach Kanada am zweitmeisten Gold aus Brasilien. Die Zahlen aus Brasilien und der Schweiz stimmen jedoch nicht \u00fcberein. Deshalb braucht es rasch Massnahmen f\u00fcr l\u00fcckenlose Herkunftsnachweise. Die laufende Revision des Edelmetallkontrollgesetzes bietet die M\u00f6glichkeit dazu.<\/strong><br><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fl\u00e4che von 6000 Fussballfeldern zerst\u00f6rt<\/h2>\n\n<p>Im Amazonas zerst\u00f6rten 2023 und 2024 illegale Goldgr\u00e4ber auf indigenem Land 4219 Hektaren Regenwald. Das sind knapp 6000 Fussballfelder. Die Zahlen stammen aus der neuen Studie <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/04\/b09822c7-greenpeace_report_toxicgold_eng.pdf.pdf\">\u00abToxic Gold\u00bb<\/a> von Greenpeace Brasilien. Das Quecksilber, das die illegalen Goldgr\u00e4ber einsetzen, vergiftet den Wald, B\u00f6den und Fl\u00fcsse und sch\u00e4digt Menschen und Tiere.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Illegales Gold wird ohne Erlaubnis und ohne R\u00fccksicht auf Menschen und Umwelt abgebaut. Von 2018 bis 2022 nahm der illegale Abbau auf dem Gebiet der Indigenen im Amazonas um 265 Prozent zu. Die Regierung von Lula da Silva versuchte ab 2023 Gegensteuer zu geben. Doch das gelang nur bedingt. Je nach Region nahm der illegale Abbau sogar zu.<br><br><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/brasil\/blog\/porque-o-garimpo-ainda-continua-sendo-uma-ameaca-para-a-amazonia\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/brasil\/blog\/porque-o-garimpo-ainda-continua-sendo-uma-ameaca-para-a-amazonia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Neue Untersuchungen von Greenpeace Brasilien<\/a> zeigen, dass die Fl\u00e4che illegalen Bergbaus in den Schutzgebieten des Amazonas mittlerweile 99\u2019030 Hektaren betr\u00e4gt \u2013 fast das 2,4-Fache der Fl\u00e4che der Schweiz. Davon entfallen etwa ein Drittel auf indigenes Land und zwei Drittel auf Naturschutzgebiete.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Intransparenter Handel<\/h2>\n\n<p>Gold wird oft ohne Dokumente oder mit gef\u00e4lschten Herkunftsnachweisen verkauft, verarbeitet und exportiert. Kaum ist es \u00fcber eine Landesgrenze, wird es wieder exportiert, nochmals verarbeitet und weiter verkauft. Das heisst, ein grosser Teil des Goldhandels ist intransparent.<\/p>\n\n<p>Eine<a href=\"https:\/\/escolhas.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/EuropesRiskyGold.pdf\"> Studie <\/a>zeigt, dass 2023 rund 94 Prozent der Goldimporte aus Brasilien in die Europ\u00e4ische Union aus illegalen Quellen stammen, mit dem Amazonas als einem der Schwerpunkte. 2024 importierte die Schweiz aus dem Amazonas 4,5 Tonnen Gold. Das entspricht 23 Prozent \u2013 also fast ein Viertel \u2013 aller Goldexporte Brasiliens. Auffallend: 2022 \u00fcberstiegen die Schweizer Importe die brasilianischen Exportangaben um 67 Prozent, 2023 um 62 Prozent. Das entspricht 9,7 (2022) bzw. 8,7 (2023) Tonnen Gold, deren Herkunft unklar ist (s. Tabelle). Im vergangenen Jahr importierte die Schweiz Gold aus Brasilien im Wert von \u00fcber 948 Millionen Dollar.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"629\" height=\"747\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/04\/6ef5732f-bildschirmfoto-2025-04-08-um-08.32.10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-118831\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/04\/6ef5732f-bildschirmfoto-2025-04-08-um-08.32.10.png 629w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/04\/6ef5732f-bildschirmfoto-2025-04-08-um-08.32.10-253x300.png 253w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/04\/6ef5732f-bildschirmfoto-2025-04-08-um-08.32.10-286x340.png 286w\" sizes=\"auto, (max-width: 629px) 100vw, 629px\" \/><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gesetzgeber in der Schweiz gefordert<\/h2>\n\n<p>Greenpeace fordert, dass der Bundesrat strikte Anforderungen f\u00fcr den Herkunftsnachweis festlegt, so dass kein illegales Gold in die Schweiz gelangt. Woher kommt das Gold? Wie wurde es abgebaut? Wer hat es produziert? Das gilt f\u00fcr Wiederausfuhr- wie f\u00fcr F\u00f6rderl\u00e4nder und alle anderen L\u00e4nder, durch die das Gold transportiert wird.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Der Nationalrat hat Anfang M\u00e4rz im Rahmen der Totalrevision des Zollgesetzes der Revision des Edelmetallkontrollgesetzes zugestimmt. K\u00fcnftig m\u00fcssen sich Schweizer Goldraffinerien nach den OECD-Leitlinien f\u00fcr verantwortungsvolle Lieferketten und Abbaubedingungen richten. Das ist ein erster Schritt.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Jetzt muss auch der St\u00e4nderat der Edelmetallgesetz-Revision zustimmen, inklusive einer Verordnung mit strengen Auflagen und hohen Strafen. Es darf kein illegales Gold in die Schweiz gelangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Studie von Greenpeace Brasilien zeigt: Der illegale Goldabbau im Amazonas hat stark zugenommen. Mit verheerenden Folgen f\u00fcr Mensch und Umwelt. Die Schweiz importiert nach Kanada am zweitmeisten Gold aus Brasilien.<\/p>\n","protected":false},"author":89,"featured_media":118834,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[40],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-118827","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-wald","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/89"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118827"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128609,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118827\/revisions\/128609"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/118834"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=118827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=118827"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=118827"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=118827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}