{"id":11965,"date":"2013-10-16T00:00:00","date_gmt":"2013-10-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/11965\/gesunde-und-vielfaeltige-ernaehrung-nicht-ohne-gesunde-bestaeubungsinsekten\/"},"modified":"2019-05-30T11:17:51","modified_gmt":"2019-05-30T09:17:51","slug":"gesunde-und-vielfaeltige-ernaehrung-nicht-ohne-gesunde-bestaeubungsinsekten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/11965\/gesunde-und-vielfaeltige-ernaehrung-nicht-ohne-gesunde-bestaeubungsinsekten\/","title":{"rendered":"Gesunde und vielf\u00e4ltige Ern\u00e4hrung: nicht ohne gesunde Best\u00e4ubungsinsekten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am heutigen Weltern\u00e4hrungstag erinnert die UN-Organisation f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (\u00ab<a href=\"http:\/\/www.fao.org\/home\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Food and Agriculture Organisation of the United Nations<\/a>\u00bb) daran, dass Mangel- und Unterern\u00e4hrung weiterhin Hunderte Millionen Menschen weltweit bedrohen. Ein Viertel der unter 5-j\u00e4hrigen Kinder leidet unter Entwicklungsst\u00f6rungen, etwa zwei Milliarden Menschen sind unzureichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.<\/strong><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<p><strong><img decoding=\"async\" title=\"\u00a9 Greenpeace\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/18cc3852-18cc3852-88942_143289.jpg\" alt=\"Market\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Es gibt mehr als nur einen Grund f\u00fcr diese anhaltende Problematik, und daher auch keine einfache L\u00f6sung f\u00fcr eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen der Menschheit. Die FAO stellt den heutigen Tag unter das \u00fcbergreifende Motto \u00abNachhaltige Ern\u00e4hrungssysteme f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit\u00bb bzw. \u00abHealthy food depends on healthy food systems\u00bb. Fundament f\u00fcr ein \u00abgesundes Ern\u00e4hrungssystem\u00bb ist zweifellos die nachhaltige landwirtschaftliche Produktion gesunder Lebensmittel f\u00fcr eine in Menge und Qualit\u00e4t ausgewogene Ern\u00e4hrung.<\/p>\n<p><strong>Nicht nachhaltige Landwirtschaft ist eine Gefahr<\/strong><\/p>\n<p>Lebensmittelsicherheit und Ern\u00e4hrung werden durch eine nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praxis bedroht. Die FAO sch\u00e4tzt, <strong>dass schon heute 60 % der \u00d6kosysteme weltweit degradiert sind<\/strong> oder nicht nachhaltig bewirtschaftet werden. Es geht dabei nicht mehr nur um die sehr empfindlichen B\u00f6den und \u00d6kosysteme in tropischen Regionen, sondern l\u00e4ngst auch die als stabiler angesehenen in den Industriel\u00e4ndern. Der ausschliessliche Fokus auf die Ertragsmaximierung hat in allen Klimazonen zu Bodendegradierung gef\u00fchrt. Der immer noch steigende und allzu selbstverst\u00e4ndliche Einsatz von Agrochemikalien gef\u00e4hrdet weiter Gew\u00e4sser und Umwelt. Tiere und Pflanzen werden von industrieller Landwirtschaft auf vielf\u00e4ltige Art und Weise bedroht. Dies ist weit mehr als ein Problem des Artenschutzes, sondern eines der Bedrohung unsch\u00e4tzbar wertvoller \u00ab\u00d6kosystemdienstleistungen\u00bb. Die Artenvielfalt (Biodiversit\u00e4t) in der Kulturlandschaft stabilisiert die Agrar\u00f6kosysteme und unterst\u00fctzt nat\u00fcrliche Regelungsfunktionen, welche essentiell sind f\u00fcr eine nachhaltige Produktion. \u00d6kosystemdienstleistungen sind somit unersetzlich f\u00fcr eine nachhaltige Landwirtschaft, die sich dadurch auszeichnet, langfristig ausreichend gesunde Lebensmittel zu erzeugen, und nicht auf kurzfristige Gewinnmaximierung abzielt.<\/p>\n<p><strong>Von unsch\u00e4tzbarem Wert: die Best\u00e4ubung durch Insekten<\/strong><\/p>\n<p>Eine der Leistungen eines Agrar\u00f6kosystems besteht in der Best\u00e4ubung zahlreicher Kulturpflanzen durch Insekten. Die landwirtschaftliche Produktion ist seit jeher auf Honigbienen und wildlebende Insekten angewiesen \u2013 allzu lange hat man diesen \u00abService\u00bb als selbstverst\u00e4ndlich hingenommen. Ohne Best\u00e4ubungsinsekten w\u00fcrde ein Drittel unserer Kulturpflanzen auf andere Weise best\u00e4ubt werden m\u00fcssen oder w\u00e4re von massiven Ernteausf\u00e4llen betroffen. Gesch\u00e4tzte 75% w\u00fcrden niedrigere Ertr\u00e4ge abwerfen. Der aktuellste Versuch einer Absch\u00e4tzung der wirtschaftlichen Bedeutung der von Insekten erbrachten Best\u00e4ubungsleistung lieferte eine Zahl von 265 Milliarden \u20ac j\u00e4hrlich (327 Milliarden CHF) und weltweit. Ein fiktiver Wert, denn durch Geld w\u00e4ren Insekten wohl kaum zu ersetzen \u2013 der wahre Wert der Best\u00e4ubung als eine der Schl\u00fcsselfunktionen in \u00d6kosystemen kann daher gar nicht hoch genug angesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>Das Versagen des aktuellen landwirtschaftlichen Modells<\/strong><\/p>\n<p>Insbesondere in Nordamerika und Europa, aber auch in anderen Teilen der Welt, nehmen die Populationen von Bienen und anderen Best\u00e4ubungsinsekten, kultivierten wie auch wildlebenden, ab. Einigerma\u00dfen belastbare Daten gibt es nur f\u00fcr Honigbienen, doch auch f\u00fcr wildlebende Insekten scheint der Trend klar. Imker in Europa berichteten in den vergangenen Jahren von V\u00f6lkerverlusten um die 20%.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"\u00a9 Greenpeace\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/862f971b-862f971b-88943_143291.jpg\" alt=\"Dead bee\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr das als \u00abBienensterben\u00bb bekannt gewordene Ph\u00e4nomen gibt es mehr als nur eine Ursache. Klimawandel, Parasiten und Krankheiten sowie die Praktiken industrieller Landwirtschaft gef\u00e4hrden die Gesundheit der Insekten \u2013 jeder Faktor f\u00fcr sich, insbesondere aber alle zusammen in Kombinations- und Wechselwirkung. Eine ganz direkte Bedrohung stellt der Einsatz bienengef\u00e4hrdender Agrochemikalien, vor allem Insektiziden, dar \u2013 ein Risiko das sich dadurch auszeichnet, dass es effektiv und schnell eliminiert werden kann. Die EU hat dies mit einem\u00a0 befristeten Teilverbot besonders gef\u00e4hrlicher Insektizide getan. Es handelt sich dabei aber um wenig mehr als einen wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zu einem Verbot aller f\u00fcr Bienen gef\u00e4hrlicher Pestizide.<\/p>\n<p>Doch neben den Insektiziden ist es auch die g\u00e4ngige landwirtschaftliche Praxis, die den Insekten zusetzt. Lebensr\u00e4ume verschwinden, immer weniger Wildpflanzen wachsen in den ausger\u00e4umten Kulturlandschaften, der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wird immer mehr zu einem Standardinstrument im Ackerbau. Am Ende sind es ausgerechnet Insekten als die unersetzlichen Helfer in der Produktion von Lebensmitteln, die hungern m\u00fcssen. Das Sterben von Bienen und Wildinsekten ist ein untr\u00fcgliches Signal f\u00fcr das zunehmende Versagen der industriellen Landwirtschaft. Es ist h\u00f6chste Zeit destruktive Praktiken zu beenden und zu einer nachhaltigen, \u00f6kologischen Wirtschaftsweise zu wechseln.<\/p>\n<p><strong>Insektensterben gef\u00e4hrdet eine gesunde, vielf\u00e4ltige Ern\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n<p>Ausgerechnet die nahrhaftesten und interessantesten Kulturpflanzen, darunter das meiste Obst und Gem\u00fcse, w\u00e4ren von einem anhaltenden Sterben der Best\u00e4ubungsinsekten besonders stark betroffen. W\u00e4ren wir in unserer Ern\u00e4hrung ausschliesslich auf Pflanzen angewiesen, die nicht von der Best\u00e4ubung durch Insekten abh\u00e4ngen, w\u00fcrden uns fast nur noch Getreideprodukte bleiben. Dies w\u00e4re zwar kein Problem f\u00fcr eine ausreichende Versorgung mit Kalorien, aber wir w\u00fcrden Probleme bekommen gen\u00fcgend Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zu uns zu nehmen. Mangelern\u00e4hrung w\u00e4re die Folge.<\/p>\n<p>Es mag auf den ersten Blick ein wenig abwegig klingen, am Weltern\u00e4hrungstag \u00fcber die Best\u00e4ubung von Pflanzen durch Insekten zu sprechen. Doch ohne Best\u00e4ubungsinsekten l\u00e4sst sich das Ziel einer gesunden und vielf\u00e4ltigen Ern\u00e4hrung auf dem Weg zu einer Bek\u00e4mpfung des globalen Hungers sicher nicht bek\u00e4mpfen. Und so ist es durchaus m\u00f6glich, das Motto der FAO \u00abHealthy food depends on healthy food systems\u00bb um \u00ab\u2026depends on healthy insect pollinators\u00bb zu erweitern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bienenschutz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/a234974b-a234974b-88946_143303.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am heutigen Weltern\u00e4hrungstag erinnert die UN-Organisation f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (\u00abFood and Agriculture Organisation of the United Nations\u00bb) daran, dass Mangel- und Unterern\u00e4hrung weiterhin Hunderte Millionen Menschen weltweit bedrohen. Ein&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":11967,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-11965","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11965","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11965"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11965\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11965"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=11965"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=11965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}