{"id":12021,"date":"2013-10-11T00:00:00","date_gmt":"2013-10-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/12021\/sini-die-stille-heldin\/"},"modified":"2019-05-30T11:19:21","modified_gmt":"2019-05-30T09:19:21","slug":"sini-die-stille-heldin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/12021\/sini-die-stille-heldin\/","title":{"rendered":"Sini, die stille Heldin"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong><img decoding=\"async\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/fc399f61-fc399f61-88712_142942.jpg\" alt=\"\" width=\"600\"><\/strong><\/p>\n<p><strong>Meine Freundin Sini Saarela sitzt in Murmansk (Nordrussland) im Gef\u00e4ngnis.<\/strong> Mit weiteren 27 Greenpeace-Aktivisten und 2 Freelancer aus den verschiedensten L\u00e4ndern. Sie geh\u00f6ren zu den ersten Personen weltweit, denen \u00a0&#8211; aufgrund ihrer \u00dcberzeugung, dass es notwendig ist sich gegen den drohende Klimawandel einzusetzen &#8211; \u00a0langj\u00e4hrige Haftstrafen drohen. Sie und ihre Kollegen hatten friedlich gegen geplante \u00d6lbohrungen in der Arktis demonstriert. Sie tun damit etwas, dass Millionen Menschen unterst\u00fctzen: Sie setzen sich daf\u00fcr ein, dass fossile Brennstoffe nicht in unsere Atmosph\u00e4re gelangen.<\/p>\n<p><strong>Henry Thoreau, Mahatma Gandhi und Martin Luther King meinten einst: Es wird eine Zeit geben, in der Individuen die moralische Verpflichtung haben die Zivilgesellschaft anzuf\u00fchren. Ich glaube, jetzt da die Klima-Krise immer deutlicher wird, haben wir diesen Moment erreicht.<\/strong><\/p>\n<p>Lassen Sie uns die Fakten ansehen. Der russische \u00d6lgigant Gazprom ignoriert die Bedrohung unserer Welt durch die geplanten Bohrungen in der Arktis. Dies ist aber nur aufgrund der vorangegangenen Klimaver\u00e4nderungen dort \u00fcberhaupt m\u00f6glich. W\u00fcrde es zu einem \u00d6laustritt kommen, h\u00e4tte das aber drastische Folgen. Das Vorhaben Gazproms ist allerdings legal, w\u00e4hrend Sini in Murmansk im Gef\u00e4ngnis sitzt. Dieses Bild zeigt, was mit auf unserem Planeten gerade falsch l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Thoreau, der 1849 die Sklaverei-Debatte in den USA anf\u00fchrte, meinte, dass Individuen sich nicht von Regierungen und Gesetzen ihre \u00dcberzeugungen ausreden lassen d\u00fcrften. Gandhi motivierte Menschen sich einer friedlichen Bewegung gegen Ungerechtigkeiten anzuschliessen. Ziviler Ungehorsam bedeutet in diesem Zusammenhang keine Anarchie oder einen gesetzesfreien Raum. Auch friedlich Protestierende sind mit Gesetzen und mit den m\u00f6glichen Konsequenzen in Bezug auf ihr Handeln konfrontiert. Sie versuchen allerdings das Gerechtigkeitsverst\u00e4ndins der Menschen innerhalb von Gesellschaften zu ver\u00e4ndern und in weiterer Folge auch die dazugeh\u00f6renden Gesetze.<\/p>\n<p><strong>Proteste von Einzelnen haben oft Grosses bewirkt. Ohne den Mut von Rosa Parks, die sich weigerte die Rassentrennungsgesetze von Alabama zu akzeptieren und ihren Sitzplatz in einem \u00f6ffentlichen Bus nicht r\u00e4umte, w\u00e4re Barack Obama heute vielleicht nicht Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten. Er d\u00fcrfte vielleicht nicht einmal w\u00e4hlen.<\/strong><\/p>\n<p>Nach jahrelangen Umweltkampagnen zum Thema Klimawandel, haben wir nun einen entscheidenden Moment erreicht. Die Gefahren des Klimawandels werden von den meisten Regierungen mittlerweile anerkannt. Sie handeln jedoch nicht. Der vor kurzem erschienene UN-Bericht zum Klimawandel zeichnet ein d\u00fcsteres Bild von der Zukunft auf die wir uns zubewegen. Falls wir den Trend nicht aufhalten. Eltern w\u00fcnschen sich diese Zukunft nicht f\u00fcr ihre Kinder und junge Menschen blicken pessimistisch in diese Richtung. Wir k\u00f6nnen es noch verhindern, aber wir m\u00fcssen jetzt handeln. Ein wenig sp\u00e4ter wird es schlicht zu sp\u00e4t sein.<\/p>\n<p><strong>In einem rationaleren Universum w\u00e4ren es nicht Sini und ihre Freunde, die sich gegen das F\u00f6rdern von \u00d6l in der Arktis einsetzen, sondern die Pr\u00e4sidenten und politischen Entscheidungstr\u00e4ger der USA, EU, China, etc.. Die Situation k\u00f6nnte jedoch nicht gegens\u00e4tzlicher sein.<\/strong><\/p>\n<p>Ich kenne Sini nun schon seit Jahren. Sie hat ein starkes moralisches Gewissen. Sie ist eine von diesen Personen, die nicht tatenlos zusehen k\u00f6nnen, wenn sie Ungerechtigkeiten sehen. W\u00e4hrend ich gut darin bin, mein Gewissen ruhig zu halten, weil es andere auch tun. Sini ist ausserdem eine der mutigsten Menschen, die ich kenne. Ihr waren die Risiken ihrer Handlung bewusst, auch wenn niemand diese Reaktionen wirklich erwartet h\u00e4tte. Ich denke nicht, dass ich den Mut h\u00e4tte mich zwei Mal mit Gazprom zu konfrontieren, so wie sie es getan hat. Das ist wahre \u00dcberzeugung. Ich bin stolz, dass ich Sini kenne!<\/p>\n<p><strong>Aktivismus irritiert viele Menschen. \u00a0Aber er ist ein notwendiger, wenn auch unangenehmer Weckruf f\u00fcr uns alle. Viele Menschen wollen sich dieser Herausforderung nicht stellen. Sie w\u00fcrden den Klimawandel lieber negieren. In L\u00e4ndern wie Finnland verstecken sich viele Personen hinter ihren Gesetzen. Aber kaum ein Politiker ist, was unser Klima betrifft, auf dem richtigen Weg: uns und unsere Kinder zu besch\u00fctzen. Diese Rolle haben Sini und mutige Menschen weltweit f\u00fcr uns \u00fcbernommen.<\/strong><\/p>\n<p>In Finnland haben viele ihrer Landsleute Sini stark kritisiert, manche soweit, dass sie ihr einige Zeit in einem russischen Gef\u00e4ngnis w\u00fcnschen. Ich kann mir vorstellen, welche Kommentare Menschen geh\u00f6rt haben m\u00fcssen als sie sich zum ersten Mal gegen die Sklaverei und Rassentrennung oder f\u00fcr das Wahlrecht von Frauen ausgesprochen haben. Die meisten Menschen, die sich f\u00fcr uns eingesetzt haben, wurden nicht gut behandelt. Wir wollen die Botschaft einfach nicht h\u00f6ren. Wenn ich nun die selbstgef\u00e4lligen, teils aggressiven Kommentare zu Neuigkeiten von Sini h\u00f6re, habe ich das Gef\u00fchl, dass wir Helden wie sie gar nicht verdienen. Wir haben es nicht verdient, dass diese Helden ein pers\u00f6nliches Risiko f\u00fcr uns und unser Klima auf sich nehmen. Aber Sini handelt trotzdem. Weil es das Richtige ist.<\/p>\n<p><strong>Tun auch Sie das Richtige und schreiben Sie eine <a title=\"protest email russland\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/30\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Email an die russische Botschaft<\/a>. Fordern Sie die Freilassung von Sini und ihren Freunden!<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Freundin Sini Saarela sitzt in Murmansk (Nordrussland) im Gef\u00e4ngnis. Mit weiteren 27 Greenpeace-Aktivisten und 2 Freelancer aus den verschiedensten L\u00e4ndern. 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