{"id":121011,"date":"2025-06-18T13:51:12","date_gmt":"2025-06-18T11:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=121011"},"modified":"2025-06-18T13:51:17","modified_gmt":"2025-06-18T11:51:17","slug":"pestizid-bundesgericht-pfeift-zulassungsbehoerde-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/121011\/pestizid-bundesgericht-pfeift-zulassungsbehoerde-zurueck\/","title":{"rendered":"Pestizid: Bundesgericht pfeift Zulassungsbeh\u00f6rde zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Syngenta Agro AG wollte den Einsatz eines Pestizid mit dem Wirkstoff Tefluthrin auf neue Pflanzen ausdehnen. Damit w\u00e4re der Einsatz auf mehr Fl\u00e4chen m\u00f6glich geworden \u2013 mit entsprechend gr\u00f6sseren Gefahren f\u00fcr die Umwelt. Die Zulassungsbeh\u00f6rden stimmten der Erweiterung zu. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/06\/500dd1c7-bge-tefluthrin-2c_341_2023.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/06\/500dd1c7-bge-tefluthrin-2c_341_2023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Greenpeace wehrte sich dagegen bis vor Bundesgericht<\/a> \u2013 mit Erfolg.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Syngenta Agro AG* mit Sitz im aargauischen Stein verf\u00fcgt seit 2012 \u00fcber die Bewilligung, ein Pestizid mit dem Wirkstoff Tefluthrin zu verkaufen, beschr\u00e4nkt auf Futter- und Zuckerr\u00fcben.<\/p>\n\n<p>2020 bewilligten die Beh\u00f6rden die \u00abErweiterung des Einsatzbereichs\u00bb. Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Zulassung von Pestiziden ist seit 1. Januar 2022 das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV). Zuvor oblag diese Aufgabe dem Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft.<\/p>\n\n<p>Syngenta wollte das Pestizid neu auch als Beizmittel f\u00fcr Getreide, Mais und Chicor\u00e9e verkaufen. Das entspricht einer massiven Ausweitung auf mehr Ackerfl\u00e4chen und ist mit gr\u00f6sseren Gefahren f\u00fcr die Umwelt verbunden.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gefahren nicht ausreichend gepr\u00fcft<\/strong><\/h2>\n\n<p>Greenpeace Schweiz erhob gegen diesen Entscheid erfolglos Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darauf gelangte Greenpeace ans Bundesgericht. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/06\/500dd1c7-bge-tefluthrin-2c_341_2023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Das h\u00f6chste Schweizer Gericht hat diese Beschwerde nun gutgeheissen.<\/a> Die Beh\u00f6rden h\u00e4tten die Risiken ungen\u00fcgend abgekl\u00e4rt. Sie h\u00e4tten unter anderem die m\u00f6glichen Gefahren durch Tefluthrin auf Gew\u00e4sser und Insekten (N\u00fctzlinge) nicht ausreichend gepr\u00fcft.<\/p>\n\n<p>Mit diesem Entscheid verpasst das Bundesgericht der Zulassungsbeh\u00f6rde und Syngenta eine happige R\u00fcge. Die drei Richterinnen und zwei Richter fordern das BLV auf, den Wirkstoff einer detaillierten Risikopr\u00fcfung zu unterziehen, insbesondere was dessen Auswirkungen auf Gew\u00e4sser angeht.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Beh\u00f6rden sind keine Handlanger der Agrochemie<\/strong><\/h2>\n\n<p>Iris Menn, Greenpeace-Gesch\u00e4ftsleiterin, sagt: \u00abDas Bundesgericht hat sich f\u00fcr die Artenvielfalt entschieden. Die Zulassungsbeh\u00f6rden d\u00fcrfen nicht Handlager der Agrochemie spielen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Der h\u00f6chstrichterliche Entscheid zeigt zudem, wie wichtig die Verbandsbewerde f\u00fcr die Umwelt ist. Das Verbandsbeschwerderecht erlaubt es \u2013 wie im vorliegenden Fall \u2013, dass Umweltorganisationen gerichtlich \u00fcberpr\u00fcfen lassen k\u00f6nnen, ob Zulassungsbeh\u00f6rden geltendes Recht anwenden oder nicht.&nbsp;<\/p>\n\n<p>*Die Syngenta Agro AG mit Sitz in Stein am Rhein (AG) ist gem\u00e4ss eigenen Angaben zust\u00e4ndig f\u00fcr das Schweizer Gesch\u00e4ft mit Pestiziden und Saatgut. Sie geh\u00f6rt zum chinesischen Staatskonzern Sinochem.<\/p>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\"><strong>Steckbrief Verbandsbeschwerderecht<\/strong> <br>Mit dem Verbandsbeschwerderecht kann einzig erreicht werden, dass die geltenden Gesetze eingehalten werden. Eine Beschwerde bewirkt, dass ein Gericht besonders heikle Projekte mit Eingriffen in die Natur auf ihre Rechtm\u00e4ssigkeit pr\u00fcfen kann. Den Entscheid f\u00e4llt immer das Gericht. Weist es eine Beschwerde ab, m\u00fcssen die Verb\u00e4nde f\u00fcr die Verfahrenskosten aufkommen. Die vom Bundesrat bestimmten Organisationen m\u00fcssen \u00fcber den sorgf\u00e4ltigen Gebrauch des Beschwerderechts j\u00e4hrlich Rechenschaft ablegen. Das Verbandsbeschwerderecht besteht seit 1967 und wurde 2007 umfassend revidiert. 2008 hat es das Schweizer Volk mit 66 Prozent der Stimmen in allen Kantonen best\u00e4tigt. Dank dem Beschwerderecht gerettet wurden zum Beispiel: Aletschgebiet, Bolle di Magadino, Rebberge im Lavaux. Mehr: <a href=\"http:\/\/stimmedernatur.ch\">stimmedernatur.ch<\/a><\/p>\n\n<p><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontak<\/strong>t<\/h2>\n\n<p><strong>Roland Gysin<\/strong>, Medienstelle Greenpeace, <a href=\"mailto:roland.gysin@greenpeace.org\">roland.gysin@greenpeace.org<\/a>, 044 447 41 17<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Syngenta Agro AG wollte den Einsatz eines Pestizid mit dem Wirkstoff Tefluthrin auf neue Pflanzen ausdehnen. Die Zulassungsbeh\u00f6rden stimmten zu. 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