{"id":12194,"date":"2013-08-19T00:00:00","date_gmt":"2013-08-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/12194\/was-war-die-ursache-des-bienensterbens-in-ungarn\/"},"modified":"2019-05-30T11:25:19","modified_gmt":"2019-05-30T09:25:19","slug":"was-war-die-ursache-des-bienensterbens-in-ungarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/12194\/was-war-die-ursache-des-bienensterbens-in-ungarn\/","title":{"rendered":"Was war die Ursache des Bienensterbens in Ungarn?"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/1351bfea-1351bfea-130819_handvoll_toter_bienen.jpg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/1351bfea-1351bfea-130819_handvoll_toter_bienen.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"events-content\"><span class=\"date\">Montag, 19. August 2013<\/span><br \/>\n\u00a9 Fred Dott \/ Greenpeace<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Am 6. Juli 2013 bekam Greenpeace Ungarn einen Anruf. Ein Imker berichtete von einem Massensterben seiner Bienen in einem Sonnenblumenfeld s\u00fcdlich des Balaton Sees. Obwohl er bereits in den vergangenen Jahren einige Verluste an Bienen beobachtet hatte, war es noch nie so schlimm gewesen. Als ich einen Tag sp\u00e4ter dort ankam, sah ich tausende toter oder sterbender Bienen auf dem Feld verteilt liegen (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PJ4os0WuFdE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Video dazu in englischer Sprache<\/a>). Viele der noch lebenden Bienen schienen ungew\u00f6hnlich aggressiv. Sowohl uns gegen\u00fcber als auch anderen Bienen gegen\u00fcber, die zum Stock zur\u00fcckkehrten. Dem Imker nach wurden auf diesem Feld mehrere Wochen keine Pestizide gespr\u00fcht. Dennoch war die Situation hier weit schlechter als auf anderen Felder in der Gegend.<\/p>\n<p>Ich sammelte sowohl Proben toter Bienen f\u00fcr die Analyse als auch einige Bl\u00fcten der Sonnenblumen. Wir benachrichtigten die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden \u00fcber den Vorfall. In der Vergangenheit waren die Beh\u00f6rden langsam und zur\u00fcckhaltend. Diesmal reagierten sie heftig \u2013 drei Beamte waren am n\u00e4chsten Morgen vor Ort bei den Bienenst\u00f6cken. Sie sammelten ihre eigenen Proben und deuteten an, dass der Vorfall auch aus ihrer Sicht wie eine Vergiftung auss\u00e4he, wenn auch die Quelle unbekannt sei.<\/p>\n<p>Wir schickten unsere Proben an das amtlich anerkannte Labor der ungarischen Beh\u00f6rde National Food Chain Safety Office. Ungef\u00e4hr eine Woche sp\u00e4ter hatten wir die Ergebnisse. Diese best\u00e4tigten, dass die Sonnenblumen nachweisbare Konzentrationen (durchschnittlich 0,0015 mg\/kg) an Thiametoxam enthielten. Von diesem Pestizid des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta ist bekannt, dass es giftig f\u00fcr Bienen ist. Aus Saatgut, welches mit solchen Pestiziden gebeizt wurde, entstehen Pflanzen, die in allen Pflanzenteilen niedrige aber wirksame Pestizidmengen enthalten. Auch geringe Konzentrationen von Thiametoxam k\u00f6nnen den Bienen Schaden zuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Trotz dieses Fundes bleibt die genaue Ursache f\u00fcr das massenhafte Bienensterben in diesem Fall unbekannt. Es war uns nicht m\u00f6glich, in den toten Bienen R\u00fcckst\u00e4nde von Thiametoxam oder anderen Pestiziden nachzuweisen. Das schliesst aber nicht aus, dass Pestizide daran beteiligt waren, das Verhalten der Bienen zu ver\u00e4ndern und ihre Gesundheit zu sch\u00e4digen. \u00dcberdies erfordert eine unbekannte Ursache dringend weitere amtliche Untersuchungen. Wir m\u00fcssen die Gr\u00fcnde f\u00fcr einen derartig katastrophalen Vorfall im Detail verstehen und Vorkehrungen treffen, um dem R\u00fcckgang der Bienen und anderen Insekten in ganz Europa entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Der Vorfall in Ungarn mag ein Einzelfall sein, der sehr leicht h\u00e4tte \u00fcbersehen werden k\u00f6nnen. Aber er ist symptomatisch f\u00fcr ein um sich greifendes Problem, welchem die Landwirtschaft und unsere \u00d6kosysteme begegnen. Wenn wir unsere Bienen verlieren, verlieren wir mehr als nur ein Glas Honig.<\/p>\n<p>Syngenta und sein Bienenkiller-Pestizid sind Teil des Problems Bienensterben. Langfristig gibt es nur eine L\u00f6sung: eine konsequente Umstellung von der aktuell chemiebasierten industriellen auf eine an \u00f6kologischen Prinzipien orientierten, chemiefreien Landwirtschaft, welche B\u00f6den, Luft, Gew\u00e4sser und Biodiversit\u00e4t sch\u00fctzt.<\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"300px\">\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"Marktstand mit Obst- und Gem\u00fcsesorten, die durch Best\u00e4ubung durch Bienen zur Verf\u00fcgung stehen.\" href=\"\/switzerland\/Global\/switzerland\/images\/2013\/Newsblog\/MitBiene_Neu-1024x682.jpeg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl04_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" title=\"Marktstand mit Obst- und Gem\u00fcsesorten, die durch Best\u00e4ubung durch Bienen zur Verf\u00fcgung stehen.\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/MitBiene_Neu-1024x682.jpg\" alt=\"Marktstand mit Obst- und Gem\u00fcsesorten, die durch Best\u00e4ubung durch Bienen zur Verf\u00fcgung stehen.\" \/><\/a>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"events-content\">\n<strong>Marktstand mit Obst- und Gem\u00fcsesorten, die durch Best\u00e4ubung durch Bienen zur Verf\u00fcgung stehen.<\/strong>\u00a9 Greenpeace<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/td>\n<td width=\"300px\">\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"So s\u00e4he ein Marktstand aus, wenn es keine Bienen mehr g\u00e4be\" href=\"\/switzerland\/Global\/switzerland\/images\/2013\/Newsblog\/Ohne_Bienen2-1024x652.jpeg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl06_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" title=\"So s\u00e4he ein Marktstand aus, wenn es keine Bienen mehr g\u00e4be\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Ohne_Bienen2-1024x652.jpg\" alt=\"So s\u00e4he ein Marktstand aus, wenn es keine Bienen mehr g\u00e4be\" \/><\/a>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"events-content\">\n<strong>So s\u00e4he ein Marktstand aus, wenn es keine Bienen mehr g\u00e4be<\/strong>\u00a9 Greenpeace<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Jeder und jede kann etwas f\u00fcr die Bienen tun. Wie, das erfahren Sie unter <a class=\"zoom\" href=\"http:\/\/bienenschutz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.bienenschutz.ch<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Montag, 19. August 2013 \u00a9 Fred Dott \/ Greenpeace Am 6. Juli 2013 bekam Greenpeace Ungarn einen Anruf. 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