{"id":12218,"date":"2020-08-12T00:00:00","date_gmt":"2020-08-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/12218\/haie-brauchen-schutz\/"},"modified":"2022-10-04T10:11:56","modified_gmt":"2022-10-04T08:11:56","slug":"haie-brauchen-schutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/12218\/haie-brauchen-schutz\/","title":{"rendered":"Haie brauchen Schutz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"is-style-accent-1\">Der Tag der Haie am 14. Juli erinnert uns daran, dass viele Haiarten vom Aussterben bedroht sind. Dies hat fatale Auswirkungen, denn Haie spielen im \u00d6kosystem Meer eine Schl\u00fcsselrolle. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/69909\/100-millionen-tote-haie-es-geht-nicht-nur-um-haifischflossensuppe\/\" data-type=\"post\" data-id=\"69909\" target=\"_blank\">Wenn Haie in der Nahrungskette verschwinden, <\/a>ger\u00e4t das nat\u00fcrliche Gleichgewicht ins Wanken. Darum brauchen sie globale Schutzgebiete. Unterzeichne unsere <a href=\"#petition\" data-type=\"internal\" data-id=\"#petition\">Petition<\/a> zum Schutz der Weltmeere! <\/p>\n\n<p><b>Schon seit ca. 400 Millionen Jahren schwimmen sie durch die Weltmeere &#8211; lange bevor die ersten Saurier aus dem Ei schl\u00fcpften. Sie z\u00e4hlen zu den \u00e4ltesten heute lebenden Wirbeltieren: viele der eleganten J\u00e4ger existieren beinahe unver\u00e4ndert seit \u00fcber 60 Millionen Jahren.<\/b><\/p>\n\n<p>Gestalt, Sinnesorgane und Anpassungsf\u00e4higkeit machen Haie so erfolgreich, dass sie bis heute in grosser Artenzahl existieren: Wissenschaftler unterscheiden zur Zeit ca. 500 Arten, vom ca. 20 Zentimeter kleinen \u00abZwerglaternenhai\u00bb (<em>Etmopterus perryi<\/em>) bis zum etwa 14 Meter langen Walhai (<em>Rhincodon typus<\/em>) \u2013 dem gr\u00f6ssten Fisch \u00fcberhaupt. Lebensweise, Nahrung und Verhalten variieren stark: so filtrieren beispielsweise Walhai und Riesenhai Plankton aus dem Wasser.<\/p>\n\n<p>Haie haben sich an nahezu jeden Meereslebensraum angepasst \u2013 von den sehr kalten polaren Gew\u00e4ssern \u00fcber gem\u00e4ssigte Breiten bis in die Tropen. Auch S\u00fcsswasserbereiche haben sie erobert: der Bullenhai (Carcharhinus leucas) wagt sich, vom salzigen Meerwasser weit entfernt, in Fl\u00fcsse vor. Der bis zwei Meter lange Gangeshai (<em>Glyphis gangeticus<\/em>) lebt und geb\u00e4rt seinen Nachwuchs wahrscheinlich im S\u00fcsswasser. W\u00e4hrend viele Haiarten sowohl in K\u00fcstenn\u00e4he als auch auf hoher See leben, oft aber nicht tiefer als 300 Meter tauchen, ist z.B. der Pazifische Schlafhai (<em>Somniosus pacificus<\/em>) in ca. 1\u2019000 Metern Tiefe zu Hause. Sogar in der Ostsee wurden mindestens 18 Hai-Arten als vor\u00fcbergehende \u00abBesucher\u00bb nachgewiesen, die meisten im Skagerrak und Kattegat.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">An der Spitze der Nahrungskette<\/h2>\n\n<p>In den Meeres\u00f6kosystemen spielen viele Haie eine Schl\u00fcsselrolle. Die Beutegreifer stehen oben im Nahrungsnetz und bilden das Meeres-Pendant zu Wolf, B\u00e4r, Tiger oder Adler.<\/p>\n\n<p>Da sich die Meeres-\u00d6kosysteme \u00fcber viele Millionen Jahre als Ganzes entwickelt haben, kommt jeder Art eine wichtige Funktion zu. Wenn Beutegreifer wie Haie im Nahrungsnetz verschwinden, kann es zur starken Vermehrung der Beutetiere kommen \u2013 das nat\u00fcrlich entwickelte Gleichgewicht ger\u00e4t ins Wanken.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Langsame Fortpflanzung<\/h2>\n\n<p>W\u00e4hrend die Weibchen der meisten Fischarten Tausende von Eiern produzieren, die im Wasser befruchtet werden, vermehren sich Haie \u00e4hnlich wie S\u00e4ugetiere: sie werden erst mit zehn bis zw\u00f6lf Jahren oder deutlich sp\u00e4ter geschlechtsreif. Viele Arten haben nur alle zwei bis drei Jahre Nachkommen. Die Tragzeit dauert mit drei Monaten bis einem Jahr vergleichsweise lange. Mit je nach Art meist nur einem bis dreissig Jungtieren pro Wurf haben Haie ausserdem sehr wenige Nachkommen. Der in der Nordsee heimische und stark gef\u00e4hrdete Dornhai wird sogar erst mit 20-25 Jahren geschlechtsreif, seine Jungen kommen nach einer Tragezeit von fast zwei Jahren zur Welt. Die Weibchen z.B. des Katzenhais legen wenige befruchtete Eier im Wasser ab. Eine ledrige H\u00fclle sch\u00fctzt die Embryonen, die sich vom Eidotter ern\u00e4hren. Andere Haiarten bringen voll entwickelte Junge zur Welt, wie z.B. Weiss-, Blau-, Hammer-, und Tigerhai. Wie bei S\u00e4ugetieren verbindet eine Nabelschnur die Embryos mit der Mutter. Nach der Geburt sind sie jedoch sofort selbstst\u00e4ndig, die Mutter schwimmt davon. Nur f\u00fcnf Prozent der Haie geb\u00e4ren den Nachwuchs auf hoher See. Die meisten Haie sind auf intakte Lebensr\u00e4ume an den K\u00fcsten angewiesen, die als Geburts- und Kinderstuben dienen. Dies gilt genauso f\u00fcr das Mittelmeer wie f\u00fcr die Flachwasserzonen tropischer Mangrovenw\u00e4lder. Biologisch ungew\u00f6hnlich ist die in Aquarien bei manchen Haien beobachtete Geburt ohne vorherige Paarung (<em>Parthenogenese<\/em>).<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Sinneswunder<\/h2>\n\n<p>F\u00fcr Menschen ist es kaum vorstellbar, wie viele Sinneseindr\u00fccke gleichzeitig auf einen Hai einwirken und sein Verhalten beeinflussen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ba74ee62-ba74ee62-gp049d3.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption><strong>Deutlich Sichtbar bei diesem toten Blauhai: die Lorenzinischen Ampullen<\/strong>.<br>\u00a9 Greenpeace \/ Paul Hilton<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Unz\u00e4hlige Sinneszellen schicken Signale ans Gehirn, die von chemischen, optischen, akustischen, mechanischen und elektrischen Reizen ausgel\u00f6st werden. Ger\u00e4usche, wie sie vom Zappeln eines verwundeten Fisches ausgehen, k\u00f6nnen einen Hai auch aus grosser Entfernung anlocken. Das Geh\u00f6r von Haien ist auf deutlich niedrigere Frequenzen ausgerichtet, als das des Menschen. Wenn sich Haie einer Ger\u00e4uschquelle n\u00e4hern, nehmen sie zudem Geruchsstoffe auf, was ihnen die Orientierung erleichtert. Mit Hilfe von Riechgruben an der Schnauze sp\u00fcren sie chemische Substanzen, z.B. Fischblut, in extrem geringen Konzentrationen auf: Bestimmte Haiarten k\u00f6nnen solche Geruchsstoffe selbst in einer Verd\u00fcnnung von 1 zu 10 Milliarden riechen. Etwa zweidrittel des Hai-Gehirns ist auf Geruchswahrnehmung ausgerichtet.<\/p>\n\n<p>In unmittelbarer N\u00e4he nehmen Haie schwache elektrische Spannungsfelder wahr, die z.B. vom Herzschlag oder den Muskelkontraktionen einer m\u00f6glichen Beute stammen. Dieses empfindliche Sinnesorgan, die \u00abLorenzinischen Ampullen\u00bb besteht aus d\u00fcnnen, schleimgef\u00fcllten Kan\u00e4len, die \u00fcber Poren mit der Hautoberfl\u00e4che verbunden sind. Weitere Informationen gewinnt der Hai optisch, w\u00e4hrend er seine Beute umkreist und \u00fcber den Tastsinn, falls er sie mit der Schnauze ber\u00fchrt oder anst\u00f6sst.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00abKiller\u00bb-Image zu Unrecht<\/h2>\n\n<p>F\u00fcr viele Menschen ist ein Hai der Inbegriff des Schreckens, und das obwohl in Wahrheit nur \u00e4usserst wenige Menschen zu Opfern werden. Zwischen 50 und 80 Haiangriffe weltweit werden dem \u00ab<a href=\"http:\/\/www.sharkattackfile.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">International Shark Attack File<\/a>\u00bb dem globalen Sammelregister, pro Jahr gemeldet. Nur 5 bis 15 davon enden t\u00f6dlich. So tragisch dies im Einzelfall ist, sollte man die Relation aber immer im Auge behalten: Millionen Menschen baden und tauchen t\u00e4glich im Meer \u2013 Angesichts dieser Menge, ist das Risiko von einem Hai verletzt oder get\u00f6tet zu werden, enorm gering. Die Chancen vom Blitz getroffen zu werden oder von einer herbafallenden Kokossnuss (150 Tote pro Jahr) erschlagen zu werden, sind deutlich h\u00f6her. Von Killer-Kokosn\u00fcssen w\u00fcrde aber dennoch nie jemand sprechen.<\/p>\n\n<p>Laut Unfallberichten sind ohnehin nur 44 der ca. 500 Hai-Arten als gelegentliche Angreifer bekannt. Dazu geh\u00f6ren der Weisse Hai, der Bullenhai und der Tigerhai sowie verschiedene Arten von Riffhaien. Der Weisse Hai, der im gleichnamigen Film als mordende Fressmadschine inszeniert wird, geht unter nat\u00fcrlichen Bedingungen nur alle ein bis zwei Monate auf Jagd.<\/p>\n\n<p>Die ber\u00fcchtigten Gruselbilder in Film und Fernsehen werden erst durch gezielte Provokation mit blutigen K\u00f6dern insenziert. Mittlerweile gibt es ganz andere Begegnungen: erfahrene Haiforscher tauchen ohne K\u00e4fig-Schutz im freien Wasser friedlich mit mehreren Weissen Haien.<\/p>\n\n<p>Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Mensch nicht zum Beutespektrum von Haien geh\u00f6rt. Die bevorzugte, nat\u00fcrliche Beute sind je nach Haiart, haupts\u00e4chlich Robben und Fische, aber auch Oktopusse, Schilkr\u00f6ten und Krebs oder Plankton. Zu ungl\u00fccklichen ausgehenden Interaktionen kann es kommen, wenn wir Menschen in das Territorium von Haien eindringen oder wenn Blut von harpunierten Fischen im Wasser verteilt ist. Auch das mangelnde Nahrungsangebot durch die industrielle \u00dcberfischung der Meere kann dazu f\u00fchren, dass sich Haie auf Nahrungssuche n\u00e4her an Str\u00e4nde oder Flussm\u00fcndungen wagen. Unf\u00e4lle mit Tauchern oder Surfern passieren also meist aufgrund ungl\u00fccklicher Umst\u00e4nde und nicht weil die Haie den Menschen als Beute sehen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Haie sind Opfer des Menschen<\/h2>\n\n<p>Der Mensch dagegen jagt Haie in einer Gr\u00f6ssenordnung, die viele Haiarten an den Rand der Ausrottung treibt. \u00dcber 70 Haiarten stehen bereits auf der internationalen Roten Liste der IUCN (www.redlist.org).<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/06a02c02-06a02c02-gp1x3.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption><strong>Schillerlocke resp. Dornhai<\/strong><br>\u00a9 Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung sterben j\u00e4hrlich mindestens 26 bis 73 Millionen Haie durch die Fischerei. Andere Experten sch\u00e4tzen die Zahl noch h\u00f6her. Massenhaft werden Haie allein durch die industrielle Langleinenfischerei auf Tunfisch und Schwertfisch z.B. von der spanischen und portugisischen Fischereiflotte get\u00f6tet. Spanien geh\u00f6rt zu den drei gr\u00f6ssten Haifang-Nationen weltweit. Haiprodukte verstecken sich auch hinter Phantasie-Bezeichnungen, so dass die Verbraucher h\u00e4ufig nicht wissen, was sie wirklich kaufen. Eine beliebte Delikatesse sind \u00abSchillerlocken\u00bb die ger\u00e4ucherten Bauchlappen des gef\u00e4hrdeten Dornhais, der in der Nordsee und im Nordost-Atlantik l\u00e4ngst v\u00f6llig \u00fcberfischt ist. Sein R\u00fcckenfilet bieten die Fischh\u00e4ndler als \u00abSee-Aal\u00bb an. Heringshai-Steak (Lamna nasus) l\u00e4uft auch unter \u00abKalbsfisch\u00bb, \u00abSeest\u00f6r\u00bb oder \u00abKarbonadenfisch\u00bb.<\/p>\n\n<p>Haie sind Opfer der modernen Fangmethoden mit immer gr\u00f6sseren Netzen und l\u00e4ngeren Fangleinen. Fr\u00fcher galten sie oft als \u00abunn\u00fctzer Beifang\u00bb der wieder \u00fcber Bord ging.<\/p>\n\n<p>Heute werden sie vor allem wegen des lukrativen Gesch\u00e4fts mit ihren Flossen gejagt, die haupts\u00e4chlich in Asien als \u00abDelikatesse\u00bb gelten. Dazu werden den, meist noch lebenden, Haien die Flossen abgeschnitten und die schwer verst\u00fcmmelten Tiere anschliessend \u00fcber Bord geworfen, wo sie dann langsam und qualvoll verenden. Haiflossensuppe gibt es aber auch in Europa, besonders in L\u00e4den mit asiatischen Lebensmitteln und China-Restaurants. Einen Geschmack erh\u00e4lt die knorpelige Haiflossensuppe allerdings nur durch die zugesetzten Gew\u00fcrze! Zudem enth\u00e4lt Haifleisch das gesundheitssch\u00e4dliche Methylquecksilber.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5ed6bb98-5ed6bb98-gp04cdb.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption><strong>Haiflossen auf einem Markt in Taiwan<\/strong>.<br>\u00a9 Greenpeace \/ Alex Hofford<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Durch die zunehmende Fischerei in bisher unber\u00fchrten Meeresregionen bis ca. 2\u2019000 Meter Tiefe, verenden unz\u00e4hlige Hoch- und Tiefseehaie als \u00abBeifang\u00bb \u00fcber deren Biologie noch wenig bekannt ist. Im Golf von Mexiko ist nach Untersuchungen der Bestand des ehemals weit verbreiteten Weissspitzen-Hochseehais (<em>Carchahinus longimanus<\/em>) durch die Fischerei um bis zu 99 % zur\u00fcck gegangen \u2013 dies kommt einem Verschwinden \u2013 bzw. nahezu einer Ausrottung \u2013 gleich ! Nach Meinung von Experten l\u00e4sst sich bei dieser Hochsee-Haiart der starke R\u00fcckgang auch auf andere Meeresgebiete \u00fcbertragen. Welche Konsequenzen im \u00d6kosystem dies haben wird, kann noch niemand absehen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schwindel mit \u00abGesundheitsprodukten\u00bb<\/h2>\n\n<p>Ein Grossabnehmer f\u00fcr Haiprodukte ist neben der Haiflossenindustrie auch die Pharma- und Kosmetikindustrie: Collagen, Zauberwort f\u00fcr viele \u00abSch\u00f6nheitscremes\u00bb, gewinnen Hersteller auch aus Knorpelskeletten unz\u00e4hliger Haie und Rochen. Die Leber, die bei Haien bis zu 20 Prozent des K\u00f6rpergewichts ausmachen kann, enth\u00e4lt ein Natur\u00f6l, Squalen genannt. Es wird unter anderem f\u00fcr Salben und Cremes verwendet.<\/p>\n\n<p>Angebliche \u00abAnti-Krebs-Pillen\u00bb aus getrocknetem Haiknorpel finden reissenden Absatz: Krebskranke in den USA und in Europa hoffen auf Hilfe durch diese vollkommen wirkungslosen Pr\u00e4parate. \u00abEbenso gut k\u00f6nnten Kurzsichtige versuchen, ihre Sehkraft durch den Verzehr von Adlerfelsich zu st\u00e4rken\u00bb, kommentiert Haiforscher und Biochemiker Carl Luer, der an einem Meeres-institut in Florida\/USA Haiknorpel untersucht hat.<\/p>\n\n<p>Einer der Hauptproduzenten von Haiknorpel in Costa Rica verarbeitet nach eigenen Angaben mehre hundert Tonnen Haie pro Monat. Der getrocknete Knorpel wird in die USA und nach Europa exportiert.<\/p>\n\n<p>Solche Spezialverarbeiter gibt es viele in Mittelamerika. Viele Haie werden gefangen, bevor sie geschlechtsreif sind. Dies f\u00fchrt zu einer stark dezimierten Zahl der ausgewachsenen, fortpflanzungsf\u00e4higen Tiere, so dass mangels Nachwuchs ein Zusammenbruch der Best\u00e4nde droht. Wissenschaftler warnen vor den Folgen f\u00fcr die sensiblen \u00d6kosysteme tropischer K\u00fcstenmeere \u2013 die auch die Fischer von Speisefischen zu sp\u00fcren bekommen werden.<\/p>\n\n<p>Die Fischereimethoden m\u00fcssen daher dringend so ver\u00e4ndert werden, dass die Hai-Best\u00e4nde nicht mehr gef\u00e4hrdet und f\u00fcr die Zukunft gesichert sind.<\/p>\n\n<p>Bei Haien ist es wie bei Walen: sie zeigen den Zustand des \u00d6kosystems. Wenn die Haie verschwinden, werden auch viele andere Arten verschwinden \u2013 und die Lebensvielfalt der Meere wird weiter verarmen. Es liegt in der Hand der Menschen \u2013 auch in der Hand jedes Einzelnen von uns \u2013 dies zu verhindern.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gef\u00e4hrdung und internationaler Schutz<\/h2>\n\n<p>Die Hai-Spezialisten-Gruppe (<em>Shark specialist group SSG<\/em>) der&nbsp;<em>&lt;IUCN<\/em>&nbsp;f\u00fchrt zur Zeit \u00fcber 1\u2019000 Hai- und Rochenarten (mit Haien eng verwandt) als bedroht auf. Darunter sind z.B. folgende Haiarten:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dornhai (<em>Squalus acanthias<\/em>)<\/li><li>Walhai (<em>Rhincodon typus<\/em>)<\/li><li>Weisser Hai (<em>Carcharodon carcharias<\/em>)<\/li><li>Weissspitzen-Hochseehai (<em>Carcharhinus longimanus<\/em>)<\/li><li>Heringshai (<em>Lamna nasus<\/em>)<\/li><li>Riesenhai (<em>Cetorhinus maximus<\/em>)<\/li><li>Grossflossen- oder Sandbankhai (<em>Carcharhinus plumbeus<\/em>)<\/li><li>D\u00fcsterer Hai (<em>Carcharhinus obscurus<\/em>)<\/li><li>Bogenstirn-Hammerhai (<em>Sphyrna lewini)<\/em><\/li><li>Grosser Hammerhai (<em>Sphyrna mokarran<\/em>)<\/li><li>Glatter Hammerhai (<em>Sphyrna zygaena<\/em>)<\/li><\/ul>\n\n<p>Auf der Konferenz des&nbsp;<em>Washingtoner Artenschutzabkommens<\/em>&nbsp;(WA bzw. CITES) 2002 gab es Schutzantr\u00e4ge Anhang II f\u00fcr den Walhai den Riesenhai: beide wurden nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten angenommen \u2013 ein erster Erfolg. Auf der CITES-Konferenz 2004 wurde auch der Anhang-II-Antrag f\u00fcr den Weissen Hai best\u00e4tigt.<\/p>\n\n<p>Seit der CITES-Konferenz in Bangkok 2013 sind von den insgesamt 73 bedrohten Haiarten nun f\u00fcnf gesch\u00fctzt. Dabei handelt es sich um den Heringshai, den Weissspitzen-Hochseehai und drei Hammerhaiarten, die in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) aufgenommen wurden. Zwei Mantaarten d\u00fcrfen als Folge der Aufnahme in den Anhang II ebenfalls nur noch mit einer speziellen Fanglizenz gefischt werden. Diese neue Regelung tritt in 18 Monaten in Kraft und wird mit 1,2 Millionen Euro von der EU bezuschusst.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/453244b8-453244b8-gp028m2.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption><strong>Ein Walhai der als Beifang in einem Fischernetz<\/strong>.<br>\u00a9 Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Greenpeace&nbsp;fordert:<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Fischart, Fangmethode, Herkunftsland, Fanggebiet und R\u00fcckverfolgbarkeit m\u00fcssen bei allen Fischprodukten eindeutig gekennzeichnet sein.<\/li><li>Politik, Fischindustrie und Handel m\u00fcssen die industrielle Fischerei zu einer \u00f6kologisch vertr\u00e4glichen Fischerei ver\u00e4ndern, damit auch Haie durch die Fischerei nicht mehr gef\u00e4hrdet werden.<\/li><li>Den Verzicht auf Hai-Produkte, bis garantiert werden kann, dass dadurch keine Hai-Best\u00e4nde oder Hai-Arten bedroht werden.<\/li><li>Sofortiger Verzicht auf Produkte von gef\u00e4hrdeten Arten, wie z.B. Dornhai oder Heringshai.<\/li><\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das k\u00f6nnen Sie tun:<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kaufen Sie grunds\u00e4tzlich keine aus gef\u00e4hrdeten Tierarten hergestellten Produkte. Dazu geh\u00f6ren auch Hai-Produkte, wie z.B.\u00abSchillerlocken\u00bb, \u00abSeeaal\u00bb, \u00abK\u00f6nigsaal\u00bb, Haisteak und Haifischflossensuppe \u2013 ebenso Arzneimittel und Kosmetika, die Hai-Produkte enthalten, beispielsweise Hai-Leber\u00f6l.<\/li><li>Fragen Sie beim Handel nach, woher die Hai-Produkte kommen und warum diese angeboten werden.<\/li><\/ul>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tag der Haie<\/h2>\n\n<p>Der Tag der Haie am 14. Juli erinnert uns daran, dass viele Haiarten vom Aussterben bedroht sind. Dies hat fatale Auswirkungen, denn Haie spielen im \u00d6kosystem Meer eine Schl\u00fcsselrolle. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/69909\/100-millionen-tote-haie-es-geht-nicht-nur-um-haifischflossensuppe\/\" data-type=\"post\" data-id=\"69909\" target=\"_blank\">Wenn Haie in der Nahrungskette verschwinden, <\/a>ger\u00e4t das nat\u00fcrliche Gleichgewicht ins Wanken.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"einsetzen\">Setze dich mit Greenpeace f\u00fcr das Meer ein<\/h2>\n\n<div class=\"wp-block-columns has-3-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"666\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/06\/6d453612-gp1sv57n_medium_res_with_credit_line-1024x666.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-68487\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/06\/6d453612-gp1sv57n_medium_res_with_credit_line-1024x666.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/06\/6d453612-gp1sv57n_medium_res_with_credit_line-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/06\/6d453612-gp1sv57n_medium_res_with_credit_line-768x499.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/06\/6d453612-gp1sv57n_medium_res_with_credit_line-510x332.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/06\/6d453612-gp1sv57n_medium_res_with_credit_line.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr den Meeresschutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Du unterst\u00fctzt unsere aktuelle Meereskampagne und erh\u00f6hst den Druck auf die UNO-Abstimmung im Fr\u00fchling 2022 massgeblich. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n <lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/DsITQnR-L1Y\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"DsITQnR-L1Y\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gegen Umweltverbrechen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Du hilfst, Umweltverbrechen wie Tiefseeabbau auf Hoher See ans Tageslicht zu bringen und L\u00f6sungen f\u00fcr den Meeresschutz voranzutreiben.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image caption-style-medium caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"533\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/11\/507b9709-gp0sttr0r_web_size.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-38830\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/11\/507b9709-gp0sttr0r_web_size.jpg 800w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/11\/507b9709-gp0sttr0r_web_size-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/11\/507b9709-gp0sttr0r_web_size-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/11\/507b9709-gp0sttr0r_web_size-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong> Patenschaft<\/strong> <strong>\u00fcbernehmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbernimm eine <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/spenden\/patenschaft\/patenschaft-meer\/\">Greenpeace-Patenschaft f\u00fcr die Meere<\/a>. Der Jahresbeitrag wird zu 100 Prozent f\u00fcr die Finanzierung unserer Meeresschutzprojekte verwendet. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon seit ca. 400 Millionen Jahren schwimmen sie durch die Weltmeere &#8211; lange bevor die ersten Saurier aus dem Ei schl\u00fcpften. 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