{"id":12251,"date":"2013-08-08T00:00:00","date_gmt":"2013-08-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/12251\/serie-oeko-krieger-teil-4-6\/"},"modified":"2019-05-30T11:27:14","modified_gmt":"2019-05-30T09:27:14","slug":"serie-oeko-krieger-teil-4-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/12251\/serie-oeko-krieger-teil-4-6\/","title":{"rendered":"Serie: \u00d6ko-Krieger (Teil 4\/6)"},"content":{"rendered":"<p><b>Kreative Aktivisten wissen, wie sich die \u00d6ffentlichkeit sensibilisieren l\u00e4sst. Die Amerikanerin Whitney Black verbl\u00fcfft mit skurrilen \u00dcberlebenskugeln; die Australierin Allana Beltran protestiert in Tasmanien gegen Abholzungen, indem sie sich als Mahnengel auf ein 45\u00a0Meter hohes Ger\u00fcst schnallen l\u00e4sst; die Franz\u00f6sin C\u00e9cile Lecomte steigt in Frankfurt auf Hochh\u00e4user und tanzt so \u00abdem Kapitalismus auf der Nase herum\u00bb. Die Gruppe 350.org schliesslich macht mit spektakul\u00e4ren Events auf die zunehmende Klimaerw\u00e4rmung aufmerksam. Die Geschichten dieser Bewegten sind spannendste Adventure-Literatur.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"p1\"><strong><em>Von David Torcasso\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel ist zuerst erschienen im Greenpeace Magazin 2\/2013.<\/em><\/p>\n<p><a title=\"Artikel als PDF downloaden\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/1307_EccowarriorsD-4.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&gt;Artikel im lesefreundlichen Magazinformat als PDF downloaden (450KB)<\/a><\/p>\n<hr>\n<p><span class=\"s2\">\u00a0<\/span><strong>Aktionsk\u00fcnstlerin C\u00e9cile Lecomte, 32, L\u00fcneburg, DE<\/strong><\/p>\n<h2>Ein \u00abEichh\u00f6rnchen\u00bb tanzt den M\u00e4chtigen\u00a0auf der Nase herum<\/h2>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>Die Umweltaktivistin C\u00e9cile Lecomte steigt Wolkenkratzer hoch und bringt Atomm\u00fclltransporte zum Stillstand. Die franz\u00f6sische Ex-Meisterin im Sportklettern setzt sich mit Leib und Seele f\u00fcr politischen Widerstand ein.<\/em><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f7faacd0-f7faacd0-1307_cecile_lecomte.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl04_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f7faacd0-f7faacd0-1307_cecile_lecomte.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            C\u00e9cile lecomte kopf\u00fcber in ihrem Bauwaggon: \u00abIch m\u00f6chte die Menschen wachr\u00fctteln.\u00bb<br \/>\u00a9 Inga Laas\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><em>Von David Torcasso \u2014<\/em> Dutzende von Polizisten sind ratlos. Sie hatten die Strecke nach Rotterdam mit einem Helikopter abgesucht. Der W\u00e4rmemonitor ortete nur eine Person \u2013 keine Gefahr! Jetzt steht der Zug mit dem radioaktiven Material trotzdem still. In zehn Metern H\u00f6he h\u00e4ngt eine Frau an Seilen vor der Lokomotive: C\u00e9cile Lecomte. Die Beamten haben keine Kletterausr\u00fcstung. Erst nach sechs Stunden schaffen sie es, Lecomte herunterzuholen. Die spektakul\u00e4re Aktion ging 2008 durch die Medien und machte die Umweltaktivistin bekannt.<\/p>\n<p>\u00abIch verbinde mit Klettern Spass, Freiheit und Politik\u00bb, sagt C\u00e9cile Lecomte, die von ihren Freunden \u00abEichh\u00f6rnchen\u00bb genannt wird. Das Thema Atomkraft interessiert die geb\u00fcrtige Franz\u00f6sin, seit sie in Deutschland ein Erasmus-Jahr absolvierte. Damals studierte sie Betriebswirtschaftslehre. \u00abIch begriff, dass es in der Welt nur noch um Wachstum geht. Dabei muss die Wirtschaft dringend schrumpfen, sonst fahren wir uns gegen die Wand.\u00bb<\/p>\n<p>Anstatt Worte l\u00e4sst Lecomte Taten sprechen: \u00abMit dem, was ich am besten kann \u2013 klettern.\u00bb Monatelang wohnt sie in Baumkronen, um gegen Flugl\u00e4rm zu demonstrieren, legt sich in eine Baggerschaufel beim Protest gegen Stuttgart 21, verhindert mit Abseilaktionen Naziaufm\u00e4rsche und Castor-Transporte oder ist beim Besteigen eines Wolkenkratzers in Frankfurt \u00abdem Kapitalismus auf der Nase herumgetanzt\u00bb, wie sie sagt. Diese Arbeit sei nicht einfach \u2013 doch sie macht weiter. \u00abDie Menschen kritisieren andauernd die Gesellschaft, tun aber nichts f\u00fcr ihre Verbesserung.\u00bb Dabei k\u00f6nne sich jeder mit seinen ganz speziellen F\u00e4higkeiten f\u00fcr die Umwelt einsetzen.\u00a0<\/p>\n<p>Ihr Kampf f\u00fcr die Umwelt ist oft belastend: C\u00e9cile Lecomte verbrachte \u00abbestimmt schon \u00fcber hundert Stunden\u00bb im Gef\u00e4ngnis. Wegen ihrer \u00abSt\u00f6raktionen\u00bb wird sie von der Polizei \u00fcberwacht und steht praktisch jede Woche vor Gericht. Auf eine Karriere als Lehrerin hat sie verzichtet. Ihr Engagement wurde vom Schulvorstand nicht geduldet: Eines Tages stand die Polizei im Lehrerzimmer.<\/p>\n<p>Den politischen Widerstand lebt die \u00abAktionskletterk\u00fcnstlerin\u00bb mit medienwirksamen Inszenierungen. \u00abIch m\u00f6chte die Menschen wachr\u00fctteln. Die Medien sind ein Mittel zum Zweck.\u00bb Viele sch\u00e4tzen ihren unerm\u00fcdlichen Einsatz und helfen ehrenamtlich. \u00abFreiwillige verteidigen mich vor Gericht oder bringen mir Tee, wenn ich in einer Baumkrone sitze\u00bb, erz\u00e4hlt sie. Der Widerstand lebe davon, wie vielf\u00e4ltig sich Leute engagierten. \u00abKreativit\u00e4t ist eine gute Waffe!\u00bb<\/p>\n<p>C\u00e9cile Lecomte geht mit gutem Beispiel voran. Wenn sie nicht klettert, recherchiert sie AKW-Baupl\u00e4ne und Hochspannungsleitungen, macht Radiosendungen und \u00dcbersetzungen und h\u00e4lt Vortr\u00e4ge sowie Referate \u00fcber Atompolitik. Damit verdient sie einen Teil ihres Lebensunterhalts. Daneben erh\u00e4lt sie Zuwendungen von der Bewegungsstiftung in Verden, die soziale Projekte f\u00fcr \u00d6kologie und Menschenrechte f\u00f6rdert. Viel zum Leben braucht die Umweltaktivistin nicht. Sie wohnt in L\u00fcneburg in einem ausrangierten Bauwaggon. Oft geht sie \u00abcontainern\u00bb: Aus Protest gegen die Konsumgesellschaft sammelt sie abends vor den Superm\u00e4rkten weggeworfene Lebensmittel. Den Strom f\u00fcr ihren Laptop, auf dem sie gerade ein Buch \u00fcber ihre Aktivit\u00e4ten schreibt, speisen Solarpanels ein.<\/p>\n<p>Quellen: <a title=\"www.bewegungsstiftung.de\" href=\"http:\/\/www.bewegungsstiftung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.bewegungsstiftung.de<span style=\"color: #aaaaaa; font-family: Tahoma, 'MS Sans Serif', Arial, Geneva, Helvetica;\">\u00a0<\/span><\/a><\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"300\"><a class=\"act\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Magazin\/2013-Magazin\/oeko-krieger3\/\">Zur\u00fcck: \u00d6ko-Krieger 3<\/a><\/td>\n<td width=\"300\" style=\"text-align: right;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kreative Aktivisten wissen, wie sich die \u00d6ffentlichkeit sensibilisieren l\u00e4sst. 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