{"id":123254,"date":"2025-07-07T12:09:34","date_gmt":"2025-07-07T10:09:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=123254"},"modified":"2025-07-07T12:12:13","modified_gmt":"2025-07-07T10:12:13","slug":"ueber-10-solarstrom-%e2%98%80%ef%b8%8f-ein-historischer-moment-fuer-die-energiewende-%f0%9f%99%8c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/123254\/ueber-10-solarstrom-%e2%98%80%ef%b8%8f-ein-historischer-moment-fuer-die-energiewende-%f0%9f%99%8c\/","title":{"rendered":"\u00dcber 10% Solarstrom \u2600\ufe0f \u2013 Ein historischer Moment f\u00fcr die Energiewende \ud83d\ude4c"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute, am 7. Juli 2025, wurde die neue <a href=\"https:\/\/www.bfe.admin.ch\/bfe\/de\/home\/versorgung\/statistik-und-geodaten\/energiestatistiken\/gesamtenergiestatistik.html\">Gesamtenergiestatistik 2024 <\/a>ver\u00f6ffentlicht \u2013 und sie enth\u00e4lt eine Sensation: <strong>Zum ersten Mal stammt mehr als 10 Prozent des in der Schweiz produzierten Stroms aus Sonnenenergie<\/strong>. Was wie eine n\u00fcchterne Zahl daherkommt, ist in Wahrheit ein Wendepunkt f\u00fcr die Schweizer Energiezukunft \u2013 und ein deutliches Zeichen: <strong>Die Energiewende ist machbar.<\/strong><\/p>\n\n<p>Was heute fast selbstverst\u00e4ndlich klingt, war vor nicht allzu langer Zeit noch undenkbar. 2010 machten sich f\u00fchrende K\u00f6pfe der grossen Energieunternehmen \u00fcber die Solarenergie noch lustig. Wie die Folie von Atel (heute Alpiq) vom Jahr 2010 zeigt:<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh7-rt.googleusercontent.com\/docsz\/AD_4nXekDfqj9U1nF8faWxMFtfOPVR1uYnIqO_jdIq4tg08d3-UcigZWWk9fkSynysNSX53HYDJhzXwW0TAR9OxZVGvEzWr124GXFiQVwHahqmkDFLr8SLIUfG2W_p-aIaNa2qqW7eKvuw?key=9ajmDmkdLoNedQEafTEiNg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Quelle: \u00ab100 Prozent erneuerbar, Rudolf Rechsteiner, 2012\u00bb<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Diese Prognosen sahen die Zukunft von Erneuerbaren lediglich im Nachkommabereich und dienten einem Zweck: Sie sollten politische und wirtschaftliche Investitionen in dezentrale Energiequellen wie Photovoltaik kleinhalten \u2013 und gleichzeitig den Weg f\u00fcr neue Atomkraftwerke freihalten.<\/p>\n\n<p>Heute wissen wir: Die grossen Energiekonzerne lagen v\u00f6llig falsch. Nicht nur hat sich die Solartechnologie rasant entwickelt, auch die Gesellschaft hat sich gewandelt. B\u00fcrger:innen, Gemeinden, Genossenschaften und Pionier:innen in allen Landesteilen haben Solaranlagen gebaut \u2013 oft ohne F\u00f6rderung, aber mit umso mehr \u00dcberzeugung.<\/p>\n\n<p>Dass wir heute \u00fcber 10% Solarstrom erreichen, ist nicht der Verdienst der grossen Energiekonzerne \u2013 <strong>es ist ein Erfolg der Zivilgesellschaft<\/strong>.<\/p>\n\n<p>Dieser Meilenstein ist ein Beweis daf\u00fcr, dass dezentrale, erneuerbare Energien aus unserer Heimat keine Illusion sind, sondern Realit\u00e4t. Und: dass der systematische Ausbau von Solarenergie auch ohne neue Grossprojekte, Hochrisikotechnologien oder jahrzehntelange Planung m\u00f6glich ist \u2013 <strong>wenn man es will.<\/strong><\/p>\n\n<p>Doch der heutige Erfolg darf nicht zu Selbstzufriedenheit f\u00fchren. Denn w\u00e4hrend wir feiern, dass die Sonne jetzt \u00fcber 10% unseres Stroms liefert, wird im Hintergrund bereits das n\u00e4chste Narrativ aufgebaut: Die gleichen Kr\u00e4fte, die Solarenergie einst als unbedeutend abtaten, sprechen nun wieder von der <strong>\u00abNotwendigkeit neuer Atomkraftwerke<\/strong><strong>\u00bb<\/strong>. Dabei negieren sie nicht nur die weiterhin existierenden <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/122791\/5-gruende-warum-neue-akw-keinen-sinn-machen\/\">Risiken der Atomkraft<\/a>, sondern ignorieren, was die letzten 15 Jahre eindr\u00fccklich gezeigt haben: Die Energiewende gelingt nicht <strong>mit zentralisierten Grossprojekten<\/strong>, sondern durch <strong>breiten, dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien<\/strong> \u2013 vor allem von Solar- und Windkraft.<\/p>\n\n<p>Ein neues Atomkraftwerk w\u00fcrde fr\u00fchestens im Jahr 2050 Strom liefern, wie der neueste <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/123121\/atomkraft-schweizer-akademie-der-naturwissenschaften-stellt-zentrale-huerden-klar\/\">Grundlagenbericht der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT)<\/a> zeigt. Zudem bedeutet ein AKW-Neubau gigantische Kosten, unkalkulierbare Risiken und w\u00fcrde erneut wertvolle Zeit und Ressourcen binden. Zeit, die wir nicht haben \u2013 Ressourcen, die f\u00fcr die Energiewende dringend gebraucht werden.<\/p>\n\n<p><strong>Die Lehre aus 10% Solarstrom lautet:<\/strong> Vertraut nicht den leeren Versprechen der Atombef\u00fcrworter \u2013 vertraut auf das, was sich bew\u00e4hrt hat. Keine neuen AKW-Diskussionen. Stattdessen den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen, in Energieeffizienzmassnahmen investieren, Speicher bauen und Netze stabilisieren.<\/p>\n\n<p>Die Energiezukunft der Schweiz ist sonnig \u2013 wenn wir sie weiterhin gemeinsam ausbauen.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/85215\/zahlen-und-fakten-zur-photovoltaik\/\">Mehr \u00fcber Solarenergie<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum ersten Mal stammt mehr als 10 Prozent des in der Schweiz produzierten Stroms aus Sonnenenergie. Was wie eine n\u00fcchterne Zahl daherkommt, ist in Wahrheit ein Wendepunkt f\u00fcr die Schweizer Energiezukunft \u2013 und ein deutliches Zeichen: Die Energiewende ist machbar.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":123255,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42,50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-123254","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123254"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":123261,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123254\/revisions\/123261"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/123255"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=123254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=123254"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=123254"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=123254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}