{"id":12493,"date":"2013-05-23T00:00:00","date_gmt":"2013-05-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/12493\/oelmultis-investieren-in-russisches-roulette-der-arktis\/"},"modified":"2019-05-30T11:36:26","modified_gmt":"2019-05-30T09:36:26","slug":"oelmultis-investieren-in-russisches-roulette-der-arktis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/12493\/oelmultis-investieren-in-russisches-roulette-der-arktis\/","title":{"rendered":"\u00d6lmultis investieren in \u00abrussisches Roulette\u00bb der Arktis"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/96808c7a-96808c7a-gp04ji3.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/96808c7a-96808c7a-gp04ji3.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Donnerstag, 23. Mai 2013<\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Christian \u00c5slund \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Um sich den Zugang zu \u00d6lreserven in der russischen Arktis zu sichern, gehen westliche \u00d6lmultis wie Shell, BP, Exxon Mobil und Statoil mit den staatsnahen russischen \u00d6l- und Gasbetrieben Rosneft und Gazprom diverse Partnerschaften ein. Die Deals versprechen beiden Seiten einiges: Die westlichen Firmen liefern Cash und Know-How, im Gegenzug wird ihnen der Zugang zu bisher unerschlossenen Quellen gesichert. Diese explosiven Deals wurden von den Organisationen Greenpeace, Platform und ShareAction untersucht und in dem Report \u00abRussian Roulette: International \u00a0oil company risk in the Russian Arctic\u00bb zusammengefasst.<\/p>\n<p>\u00abAktion\u00e4re sollten \u00e4usserst besorgt sein \u00fcber die enorme Anzahl Risiken, welche mit solchen Vorhaben verbunden sind\u00bb, sagt Charlie Kronick, Klima-Experte von Greenpeace. \u00abBohrungen in der Arktis sind technisch und \u00f6kologisch extrem schwierige Unterfangen. Wenn dies Firmen tun, welche ber\u00fcchtigt sind f\u00fcr ihren \u00e4usserst laschen Umgang mit \u00f6kologischen und sicherheitstechnischen Fragen und zudem \u00fcber keinerlei Offshore-Expertise verf\u00fcgen, werden solche Unterfangen zu einem russischen Roulette.\u00bb<br \/>Der Report streicht die f\u00fcnf gr\u00f6ssten Risiken heraus, welche mit einer solchen Zusammenarbeit einhergehen:<\/p>\n<h3>a) Fehlende Offshore-Erfahrung<\/h3>\n<p>Das Shell-Debakel hat eindr\u00fccklich gezeigt, dass nicht einmal die erfahrensten Operateure gen\u00fcgend Kapazit\u00e4ten haben, um den Herausforderungen im arktischen Ozean ad\u00e4quat zu begegnen. Diese Einsicht sollte bei Investoren alle Alarmglocken ringen lassen, denn Rosneft hat noch nie ein Offshore-Projekt hin zum Ausbeutungsstadium gebracht und Gazprom hat noch nicht mal verk\u00fcndet, wer aus der Chefetage ein allf\u00e4lliges Projekt f\u00fchren und somit die Verantwortung tragen w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>b) Erschreckende \u00f6kologische Bilanz<\/h3>\n<p>Rosneft ist unangefochtener Spitzenreiter als \u00f6kologischer Zerst\u00f6rer. Keine andere \u00d6lfirma verzeichnet ann\u00e4hernd so hohe Werte bei Pipeline-Lecks wie der russische Gigant. Alleine 2011 war Rosneft f\u00fcr 2727 Lecks (rund 75 Prozent der Gesamtlecks) in der gr\u00f6ssten russischen \u00d6lprovinz Yugra verantwortlich, hat gleichzeitig aber nur rund 25 Prozent des regionalen \u00d6ls gef\u00f6rdert. Gazprom seinerseits ist durch seine Tochtergesellschaft Gazprom Neft f\u00fcr Unt\u00e4tigkeiten bei ein paar \u00fcblen \u00d6llecks in Sibirien verantwortlich, welche zu verschiedenen Gerichtsverhandlungen f\u00fchrten.<\/p>\n<h3>c) Verletzung von Sicherheitsbestimmungen<\/h3>\n<p>Gazproms Sicherheitsbestimmungen werden sichtbar am unfassbaren Drama der Kolskaya-Plattform im Dezember 2011. W\u00e4hrend des Einsatzes sank die Plattform und f\u00fchrte zum Tod von 53 der 67 Personen umfassenden Crew. Vor dem Unfall wurde Gazprom vor Gericht gezogen, weil die Firma ohne Betriebserlaubnis gebohrt hatte. Gazprom liess sich vom Urteil nicht beirren und bohrte trotz beginnender Eisbildung weiter.<\/p>\n<h3>d) Mangel an Transparenz<\/h3>\n<p>Bei beiden Firmen lassen sich kaum brauchbare Informationen zu \u00f6kologischen und sicherheitstechnischen Regulierungen finden. Rosneft rapportiert nur die Anzahl der \u00d6llecks, jedoch nicht deren Umfang, w\u00e4hrend Gazprom nur die Menge angibt, jedoch alle Angaben bez\u00fcglich der Anzahl verschweigt. Shell und BP beispielsweise geben beide Indikatoren an.<br \/>Ebenfalls \u00e4hnlich Besorgnis erregend ist die Tatsache, dass beide Firmen praktisch keine Aktionspl\u00e4ne im Falle eines \u00d6llecks ver\u00f6ffentlichen..<\/p>\n<h3>e) Politische Risiken<\/h3>\n<p>Schliesslisch sind auch politische Risiken zu erwarten: Die nun geschlossenen Partnerschaften m\u00fcssen krisenresistent \u00fcber einen \u00e4usserst langen Zeitraum halten, da vor 2030 kaum gef\u00f6rdertes \u00d6l zu erwarten ist. Der Erfolg der Partnerschaften h\u00e4ngt deshalb einerseits davon ab, inwiefern diese ungleichen Partner \u00fcber Jahrzehnte eine gute Beziehung zu erhalten imstande sind als auch, wie stark regulatorisch der Kreml in den Energiesektor eingreifen wird. Dessen Eingriffe sind legend\u00e4r und verst\u00e4rken somit die Unsicherheiten, welche mit dem ge\u00e4usserten Plan, Gazprom und Rosneft zu privatisieren, verbunden sind.<\/p>\n<p>\u00d6lbohrungen in der Arktis sind zu riskant \u2013 nicht allein f\u00fcr die Umwelt und das Klima, sondern auch f\u00fcr Investoren. Hilf uns die Arktis vor industrieller Ausbeutung zu sch\u00fctzen und werde jetzt Arktissch\u00fctzerin oder Arktissch\u00fctzer.<\/p>\n<h3>Jetzt Arktissch\u00fctzerIn werden: <a title=\"savethearctic\" href=\"http:\/\/savethearctic.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SaveTheArctic.org<\/a><\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, 23. 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