{"id":125804,"date":"2025-09-26T13:43:21","date_gmt":"2025-09-26T11:43:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=125804"},"modified":"2025-09-26T13:43:27","modified_gmt":"2025-09-26T11:43:27","slug":"akw-goesgen-sicherheitsluecke-seit-30-jahren-bekannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/125804\/akw-goesgen-sicherheitsluecke-seit-30-jahren-bekannt\/","title":{"rendered":"AKW G\u00f6sgen: Sicherheitsl\u00fccke seit 30 Jahren bekannt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein Sicherheitsrisiko im K\u00fchlkreislauf zwingt das Atomkraftwerk G\u00f6sgen zu einem l\u00e4ngeren Betriebsunterbruch. Aus neuen Informationen des ENSI geht hervor, dass der Mangel seit Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 1979 besteht. Das ist besorgniserregend und stellt einmal mehr die nukleare Sicherheit in der Schweiz in Frage.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Das Atomkraftwerk G\u00f6sgen f\u00e4llt bis Februar 2026 aus. Aus <a href=\"https:\/\/ensi.admin.ch\/de\/2025\/09\/12\/beherrschung-von-bruechen-im-speisewassersystem-des-kkw-goesgen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">einem Schreiben des Eidgen\u00f6ssischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI)<\/a> vom 12. September geht hervor, dass die Sicherheitsl\u00fccke, wegen der das AKW neun Monate lang ausf\u00e4llt, seit Inbetriebnahme der Anlage vor 46 Jahren besteht. Die Schwachstelle wurde in den 1990er-Jahren identifiziert, aber nicht behoben. Schon damals war bekannt, dass Reaktoren desselben Typs (Siemens Vor-Konvoi) in Deutschland in dieser Hinsicht besser konstruiert waren als G\u00f6sgen.<\/p>\n\n<p>Erneute Untersuchungen von diesem Jahr zeigen nun, dass die seit den 1990er-Jahren bekannte Sicherheitsl\u00fccke keine Lappalie ist. Das ENSI best\u00e4tigt, dass der Mangel zu einem sogenannten Auslegungsst\u00f6rfall f\u00fchren k\u00f6nnte. Was technisch klingt, ist gef\u00e4hrlich: Bei einem Auslegungsst\u00f6rfall wird Radioaktivit\u00e4t freigesetzt. Das Gesetz schreibt klar vor: Der Betrieb eines AKW ist verboten, sobald ein derartiges Risiko festgestellt worden ist.<\/p>\n\n<p>Es stellt sich die Frage nach der Verantwortung der AKW-Betreiberin, der Kernkraftwerk G\u00f6sgen-D\u00e4niken AG. Warum hat sie das AKW nicht sofort abgestellt, als die Sicherheitsl\u00fccke best\u00e4tigt wurde? Das ENSI gibt an, dass die AKW-Betreiberin die Schwachstelle bereits im M\u00e4rz dieses Jahres gemeldet hatte.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Kernenergieverordnung (KEV) verpflichtet einen Kraftwerksbetreiber, in einem solchen Fall den Betrieb der betroffenen Anlage sofort herunterzufahren. Doch die G\u00f6sgen-Betreiberin wartete bis zur j\u00e4hrlichen Revision, die f\u00fcr Mai 2025 geplant war.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abHat die Betreiberin von G\u00f6sgen unter wirtschaftlichem Druck seine gesetzlichen Verpflichtungen missachtet?\u00bb, fragt Florian Kasser, zust\u00e4ndig f\u00fcr Nuklearfragen bei Greenpeace Schweiz. Greenpeace fordert das ENSI auf, Transparenz herzustellen und die von der Betreiberin \u00fcbermittelten detaillierten Informationen zu ver\u00f6ffentlichen.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nukleare Sicherheit massiv in Frage gestellt<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die Situation in G\u00f6sgen zeigt, dass die nukleare Sicherheit nur f\u00fcr identifizierte Szenarien besteht. Es ist gut m\u00f6glich, dass \u00e4hnliche problematische Sicherheitsl\u00fccken seit Jahren oder gar Jahrzehnten bestehen und die Bev\u00f6lkerung somit einem potentiellen nuklearen Unfall ausgesetzt ist.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Kasser: \u00abGreenpeace ist erleichtert, dass die Schwachstelle in G\u00f6sgen entdeckt wurde, bevor sich ein schwerer Unfall ereignete. Wir fragen uns jedoch, wie viele M\u00e4ngel in den Schweizer AKW bisher unentdeckt geblieben sind.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Florian Kasser, zust\u00e4ndig f\u00fcr Nuklearfragen, Greenpeace Schweiz, +41 76 345 26 55, <a href=\"mailto:florian.kasser@greenpeace.org\">florian.kasser@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Sicherheitsrisiko im K\u00fchlkreislauf zwingt das Atomkraftwerk G\u00f6sgen zu einem l\u00e4ngeren Betriebsunterbruch. 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