{"id":125847,"date":"2025-09-29T08:00:00","date_gmt":"2025-09-29T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=125847"},"modified":"2025-09-28T21:07:57","modified_gmt":"2025-09-28T19:07:57","slug":"gefluegelfleisch-wie-schweizer-haendler-brasilianische-waelder-auf-schweizer-tellern-riskieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/125847\/gefluegelfleisch-wie-schweizer-haendler-brasilianische-waelder-auf-schweizer-tellern-riskieren\/","title":{"rendered":"Gefl\u00fcgelfleisch: Wie Schweizer H\u00e4ndler brasilianische W\u00e4lder auf Schweizer Tellern riskieren"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Chicken Nuggets, Pouletschnitzel, Gefl\u00fcgelwurstwaren \u2013&nbsp;Schweizer H\u00e4ndler verkaufen brasilianisches Gefl\u00fcgelfleisch, das potenziell mit der Zerst\u00f6rung des Amazonas und des Cerrado zusammenh\u00e4ngt. Das zeigt Greenpeace Schweiz mit einer <\/strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/125771\/brasilianisches-gefluegel-abholzung\/\"><strong>neuen Untersuchung<\/strong><\/a><strong>. Um sicherzustellen, dass sie nicht zur Entwaldung wertvoller \u00d6kosysteme beitragen, m\u00fcssen die H\u00e4ndler sofort den Verkauf von brasilianischem H\u00fchner- und Trutenfleisch stoppen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Zwischen 2002 und 2023 wurden in Brasilien 43,5 Millionen Hektar Wald zerst\u00f6rt \u2013 mehr als zehn Mal die Fl\u00e4che der Schweiz. Einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes und des Cerrado ist der Sojaanbau, u.a. f\u00fcr die Gefl\u00fcgelf\u00fctterung.&nbsp;<\/p>\n\n<p>2024 stammten 42 Prozent des importierten Gefl\u00fcgels in der Schweiz aus Brasilien. Isst die Schweizer Bev\u00f6lkerung also H\u00fchner- und Trutenfleisch, f\u00fcr das brasilianischer Regenwald abgeholzt wurde? Um das herauszufinden, hat Greenpeace Schweiz eine Untersuchung in Auftrag gegeben.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Im Auftrag von Greenpeace Schweiz versuchte die Organisation AidEnvironment, die Herkunft von Gefl\u00fcgelprodukten im Schweizer Detail- und Grosshandel zur\u00fcckzuverfolgen. Ungef\u00e4hr 98 Prozent der brasilianischen Gefl\u00fcgelproduzenten verwenden das System der sogenannten \u00abvertikalen Integration\u00bb. Bei diesem Gesch\u00e4ftsmodell versorgen die Schlachtbetriebe die Gefl\u00fcgelz\u00fcchter mit allen \u00abBetriebsmitteln\u00bb: Tiere, Futtermittel, technische Unterst\u00fctzung, Transport, Schlachtung usw. Dieses Modell erleichtert auch die R\u00fcckverfolgbarkeit der Lieferanten. Trotzdem ist diese R\u00fcckverfolgbarkeit unzureichend, insbesondere im Fall von Soja.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"897\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/09\/23ab7e93-img_0164_mm_c-1-1024x897.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-125860\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/09\/23ab7e93-img_0164_mm_c-1-1024x897.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/09\/23ab7e93-img_0164_mm_c-1-300x263.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/09\/23ab7e93-img_0164_mm_c-1-768x673.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/09\/23ab7e93-img_0164_mm_c-1-388x340.jpg 388w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/09\/23ab7e93-img_0164_mm_c-1.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Chicken Nuggets aus brasilianischem Gefl\u00fcgelfleisch bei einem Schweizer Grossh\u00e4ndler\n<\/figcaption><figcaption><div class=\"credit icon-left\"> \u00a9 Marc Meier \/ Greenpeace<\/div><\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Die Fallstudien zeigen, dass die H\u00e4ndler nicht transparent \u00fcber die Herkunft der Produkte informieren. Die Etiketten lassen selten R\u00fcckschl\u00fcsse auf den brasilianischen Schlachthof oder die Herkunft des Sojas zu, das in die Gefl\u00fcgelzucht fliesst. Nur gewisse Tiefk\u00fchlprodukte bei Grossisten enthalten einen Code zur Identifikation des Schlachthofs.<\/p>\n\n<p>Die Untersuchung deckt einen sich wiederholenden Trend auf: Die Silos der Gefl\u00fcgelproduzenten stehen in der N\u00e4he von Sojaproduktionsbetrieben, die f\u00fcr illegale Abholzung verantwortlich sind. Die Fallstudien zeigen ein ausgewiesenes Risiko, dass H\u00fchner- und Trutenfleisch im Schweizer Detail- und Grosshandel \u00fcber das Futtermittel zur Zerst\u00f6rung des Amazonas und des Cerrado beitr\u00e4gt.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fehlendes Risikobewusstsein im Handel<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die Schweizer Detailh\u00e4ndler und Grossisten engagieren sich unterschiedlich stark gegen die Abholzung. Doch selbst diejenigen mit Richtlinien f\u00fcr \u00ababholzungsfreie\u00bb Lieferketten, stufen\u00a0 Gefl\u00fcgelfleisch nicht als \u00abRisikorohstoff\u00bb ein. Sie ignorieren damit den potenziellen Zusammenhang zwischen diesem Fleisch und der Abholzung im Herkunftsland der Tiere. Sie sind mitverantwortlich f\u00fcr die Zerst\u00f6rung des Amazonas-Regenwaldes und der brasilianischen Savanne. Und sie verwickeln die unwissenden Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz in diese Kette der Zerst\u00f6rung.<\/p>\n\n<p class=\"is-style-default\">Greenpeace Schweiz fordert die Schweizer Detail- und Grossh\u00e4ndler dazu auf, den Import von brasilianischem Gefl\u00fcgel zu stoppen, transparent \u00fcber ihre Strategien f\u00fcr den Import und die einheimische Produktion zu kommunizieren und insgesamt weniger Fleisch zu verkaufen. Ein Ausbau der einheimischen Gefl\u00fcgelproduktion l\u00f6st das Problem nicht: Bereits heute importiert die Schweiz rund 80 Prozent des Futters f\u00fcr die Gefl\u00fcgelzucht.&nbsp;<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"is-style-accent-1\"><strong>Brasilianisches Rindfleisch<br><\/strong>Auch brasilianisches Rindfleisch birgt ein grosses Entwaldungsrisiko. Letzte Woche <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/story\/78760\/jbs-beef-exports-illegal-cattle-indigenous-land\/\">deckte Greenpeace Brasilien auf<\/a>, dass Fleisch von Rindern, die illegal auf gesch\u00fctztem indigenem Land im Amazonas-Regenwald gez\u00fcchtet wurden, m\u00f6glicherweise auf Tellern weltweit gelandet ist. Dies nachdem es in die Lieferketten des brasilianischen Rindfleischgiganten JBS gelangte.<br><br>Im Oktober 2024 untersuchte Greenpeace Schweiz, ob Coop und Migros \u2013 trotz ihres Engagements gegen Entwaldung \u2013 brasilianisches Rindfleisch anbieten. Mit der <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/113115\/entwaldung-brasilianisches-fleisch-in-schweizer-supermaerkten\/\">Untersuchung<\/a> konnte Greenpeace Schweiz ein Produkt im Coop-Sortiment mit der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes in Verbindung bringen. Als Folge davon nahm Coop das entsprechende Produkt aus dem Sortiment.<\/p>\n<\/div>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mehr Informationen<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/125771\/brasilianisches-gefluegel-abholzung\/\">Bericht<\/a> \u00abGefl\u00fcgel-Import aus Brasilien in die Schweiz: Abh\u00e4ngigkeit auf Kosten der Umwelt\u00bb<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/09\/145d1b24-br-poultry-to-ch-market_final_august2025.pdf\">Technischer Bericht<\/a> von AidEnvironment \u00abSoy as poultry feed: A case study linking Swiss poultry imports to deforestation risk in Brazil\u00bb<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/09\/248e4599-key-facts_nuggetreport.pdf\">Key Facts zum Bericht<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/media.greenpeace.org\/Share\/1f42i6hil8lwjrvd6s8ccrt23khf7411\">Bildmaterial aus dem Amazonas-Regenwald und dem Cerrado<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/drive.google.com\/drive\/folders\/1grL7gsEf5gVA3ib3jtMv-VvliqHIDB72?usp=sharing\">Beispielbilder<\/a> f\u00fcr Produkte aus brasilianischem Gefl\u00fcgel (Copyright: Marc Meier \/ Greenpeace)<\/li>\n<\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chicken Nuggets, Pouletschnitzel, Gefl\u00fcgelwurstwaren \u2013\u00a0Schweizer H\u00e4ndler verkaufen brasilianisches Gefl\u00fcgelfleisch, das potenziell mit der Zerst\u00f6rung des Amazonas und des Cerrado zusammenh\u00e4ngt. <\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":125855,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[48],"tags":[33,40,217],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-125847","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zero-waste","tag-ernaehrung","tag-wald","tag-konsum","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125847","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=125847"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125847\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125941,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125847\/revisions\/125941"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/125855"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=125847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=125847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=125847"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=125847"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=125847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}