{"id":127559,"date":"2025-11-13T07:30:00","date_gmt":"2025-11-13T06:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=127559"},"modified":"2025-11-13T10:36:08","modified_gmt":"2025-11-13T09:36:08","slug":"bericht-zu-schweizer-reederei-msc-sicherheitsmaengel-umweltverstoesse-und-ablehnung-von-verantwortung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/127559\/bericht-zu-schweizer-reederei-msc-sicherheitsmaengel-umweltverstoesse-und-ablehnung-von-verantwortung\/","title":{"rendered":"Bericht zu Schweizer Reederei MSC: Sicherheitsm\u00e4ngel, Umweltverst\u00f6sse und Ablehnung von Verantwortung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Greenpeace S\u00fcdasien hat heute einen Bericht \u00fcber die Schweizer Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) ver\u00f6ffentlicht. Der Bericht enth\u00fcllt, wie der Einsatz alternder Schiffe, die Nutzung regulatorischer L\u00fccken und Billigflaggenpraktiken seitens MSC wiederholt zu M\u00e4ngeln bei der Umweltverantwortung in S\u00fcdasien gef\u00fchrt haben. Greenpeace fordert: MSC muss f\u00fcr den verursachten Schaden aufkommen.<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00ab<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/southasia\/publication\/19990\/below-deck-the-truth-beneath-what-you-sea-msc\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Below Deck: The Truth Beneath What You Sea<\/a>\u00bb heisst der neueste Bericht von Greenpeace S\u00fcdasien. Im Fokus steht die Schweizer Reederei MSC mit Hauptsitz in Genf. Der Bericht zeichnet nach, wie MSC zur weltweit gr\u00f6ssten Containerschiffbetreiberin wurde, indem das Unternehmen rasch expandierte und gleichzeitig alte, gebrauchte Schiffe unter Billigflaggen auf s\u00fcdasiatischen Routen einsetzte, um so Kosten zu senken und die Haftung bei Zwischenf\u00e4llen zu begrenzen.\u00a0<\/p>\n\n<p>Das Unternehmen beruft sich regelm\u00e4ssig auf internationale Konventionen, um Entsch\u00e4digungszahlungen bei Unf\u00e4llen weit unter den tats\u00e4chlichen Kosten der Sch\u00e4den zu begrenzen. Es nutzt bestimmte Eigentumsstrukturen, um die Haftung zu verschleiern. Und es z\u00f6gert substanzielle Massnahmen hinaus, bis es von Gerichten oder unter \u00f6ffentlichem Druck dazu gedr\u00e4ngt wird. J\u00fcngstes Beispiel ist der Schiffbruch des Containerschiffs ELSA 3.<\/p>\n\n<p>Der MSC-Frachter ELSA 3, ein unter liberianischer Flagge fahrendes Schiff mit bekannten Sicherheitsm\u00e4ngeln, sank im Mai 2025 vor der K\u00fcste von Kerala. Dadurch gelangten \u00d6l, Chemikalien und riesige Mengen an Plastikgranulat ins Meer, die das marine \u00d6kosystem und die Lebensgrundlage der K\u00fcstenbewohner:innen zerst\u00f6rten. Am 25. September erkannte das Oberste Gericht von Kerala das Ausmass der \u00f6kologischen und wirtschaftlichen Sch\u00e4den an und best\u00e4tigte die Festsetzung eines weiteren MSC-Schiffes, der MSC AKITETA II, bis zur Zahlung der Sicherheitskaution.<\/p>\n\n<p>Angesichts der in dem Bericht festgestellten systematischen L\u00fccken und der j\u00fcngsten Schiffskatastrophe der ELSA 3 fordert Greenpeace MSC auf, der Anordnung des Obersten Gerichts von Kerala nachzukommen und eine Entsch\u00e4digungssicherheitsleistung in der H\u00f6he von umgerechnet rund 138 Millionen US-Dollar zu zahlen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Ob MSC diese Entsch\u00e4digung tats\u00e4chlich zahlen wird, ist nach wie vor unklar. Das Unternehmen hat dies trotz zweimaliger Nachfrage von Greenpeace Schweiz beim Hauptsitz von MSC in Genf offen gelassen.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zur Verantwortung ziehen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Der Bericht stellt ferner fest, dass MSC trotz seiner Verpflichtungen zu \u00abnachhaltigem Recycling\u00bb weiterhin systematisch alte Schiffe in s\u00fcdasiatischen Strandwerften entsorgt, insbesondere in Indien, aber auch in Bangladesch und Pakistan, wo die Bedingungen f\u00fcr Arbeiter:innen und Umwelt bekanntermassen gef\u00e4hrlich sind.<\/p>\n\n<p>K\u00fcrzlich k\u00fcndigte MSC \u00fcberdies Pl\u00e4ne an, zw\u00f6lf Schiffe unter indischer Flagge einzusetzen. <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/feed\/update\/urn:li:activity:7391074897818497027\/\">MSC-CEO S\u00f8ren Toft f\u00fchrte mit dem indischen Premierminister Narendra Modi Gespr\u00e4che<\/a> w\u00e4hrend der India Maritime Week 2025. Greenpeace fordert, dass eine solche Expansion mit der strikten Einhaltung von Umwelt- und Sicherheitsnormen einhergehen muss, insbesondere angesichts der j\u00fcngsten Vorf\u00e4lle von Fahrl\u00e4ssigkeit und \u00f6kologischen Sch\u00e4den durch MSC in s\u00fcdasiatischen Gew\u00e4ssern.<\/p>\n\n<p>\u00abDie Massnahmen, mit denen MSC sich seiner Verantwortung entzieht, sind nun offensichtlich. Das kann in unserem Land nicht so weitergehen\u00bb, sagte Amruta S.N., zust\u00e4ndig f\u00fcr die Klimakampagne bei Greenpeace Indien. \u00abDie Anordnung des Obersten Gerichtshofs von Kerala ist ein Meilenstein in Richtung Unternehmenshaftung.\u00bb<\/p>\n\n<p>Der Bericht verdeutlicht die globale Herausforderung f\u00fcr die Regierungen, da m\u00e4chtige Reedereien weiterhin die sozialen und \u00f6kologischen Kosten des Seehandels auf gef\u00e4hrdete K\u00fcstenregionen abw\u00e4lzen. Die ELSA-3-Katastrophe von 2025 k\u00f6nnte jedoch einen Wendepunkt markieren, wenn es gelingt, den Schweizer Schifffahrtsriesen MSC mit rechtlichen und zivilgesellschaftlichen Massnahmen zur Verantwortung zu ziehen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der vollst\u00e4ndige Bericht von Greenpeace S\u00fcdasien: \u00ab<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/southasia\/publication\/19990\/below-deck-the-truth-beneath-what-you-sea-msc\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Below Deck: The Truth Beneath What You Sea (Mediterranean Shipping Company \u2014 MSC)<\/a>\u00bb<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/drive.google.com\/drive\/folders\/1aDXPMH6jNCoXQaWiHm6Ljj6kCrF6A2br?usp=sharing\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bilder<\/a> der Protestaktion von Greenpeace-Freiwilligen in Genf<\/li>\n<\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>F\u00fcr Medienanfragen<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Amruta S.N., Klima-Campaignerin bei Greenpeace Indien, <a href=\"mailto:amruta.s.nair@greenpeace.org\">amruta.s.nair@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Nibedita Saha, Mediensprecherin, Greenpeace Indien, <a href=\"mailto:nibedita.saha@greenpeace.org\">nibedita.saha@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace S\u00fcdasien hat heute einen Bericht \u00fcber die Schweizer Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":127553,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[41],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-127559","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-meer","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127559"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127559\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127610,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127559\/revisions\/127610"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/127553"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127559"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=127559"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=127559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}