{"id":127829,"date":"2025-12-01T06:31:47","date_gmt":"2025-12-01T05:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=127829"},"modified":"2025-12-01T06:31:56","modified_gmt":"2025-12-01T05:31:56","slug":"lagerung-von-atommuell-in-der-schweiz-keine-zuverlaessige-loesung-in-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/127829\/lagerung-von-atommuell-in-der-schweiz-keine-zuverlaessige-loesung-in-sicht\/","title":{"rendered":"Lagerung von Atomm\u00fcll in der Schweiz: Keine zuverl\u00e4ssige L\u00f6sung in Sicht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Weltweit gibt es nach wie vor keine langfristig sichere L\u00f6sung zur Lagerung von Atomm\u00fcll. Das zeigt <\/strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/127628\/rock-solid-die-ungeloeste-atommuellfrage\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>eine neue Studie<\/strong><\/a><strong> im Auftrag von Greenpeace Schweiz. Der Bericht veranschaulicht insbesondere die Risiken, die mit dem geplanten geologischen Tiefenlager in der Schweizer verbunden sind. Solange es keine sichere Lagerung von Atomm\u00fcll gibt, darf kein neues Atomkraftwerk gebaut werden.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n<p>Wohin mit dem hochradioaktiven Atomm\u00fcll, der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss? Diese Frage ist bislang unbeantwortet. Und zwar weltweit. Das zeigt der neue Bericht im Auftrag von Greenpeace Schweiz, f\u00fcr den \u00fcber 800 wissenschaftliche Publikationen mit Bezug zur geologischen Tiefenlagerung von Atomm\u00fcll analysiert wurden.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Der Bericht zweifelt die Sicherheit des geplanten Schweizer Tiefenlagers im Standortgebiet N\u00f6rdlich L\u00e4gern (Kantone Z\u00fcrich und Aargau) an. Die Nationale Genossenschaft f\u00fcr die Lagerung radioaktiver Abf\u00e4lle (Nagra) will den hochradioaktiven Abfall aus dem Betrieb von Atomkraftwerken in dickwandige Stahlbeh\u00e4lter verpackt in einer auf 900 m Tiefe liegenden Opalinustonschicht eingelagern.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neue Risiken identifiziert<\/strong><\/h2>\n\n<p>Zu den Risiken beim Schweizer Konzept geh\u00f6rt insbesondere die Korrosion der Stahlbeh\u00e4lter und der Abf\u00e4lle. Dabei entstehen Gase, die sowohl das F\u00fcllmaterial rund um die Beh\u00e4lter als auch das umgebende Gestein besch\u00e4digen. Radioaktivit\u00e4t kann dadurch schneller an die Oberfl\u00e4che gelangen. Chinesische Forscher sind zum f\u00fcr die Schweiz besorgniserregenden Schluss gekommen, dass Stahlbeh\u00e4lter f\u00fcr die geologische Tiefenlagerung nicht geeignet sind.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Stahlkorrosion ist nur eines der vielen Probleme beim geplanten Schweizer Tiefenlager. Es gibt eine ganze Reihe komplexer Prozesse, welche die Wissenschaft noch nicht vollst\u00e4ndig versteht. So ist zum Beispiel unklar, inwiefern das \u00abMehrbarrierenkonzept\u00bb tats\u00e4chlich funktioniert: In einem Tiefenlager sollen verschiedene Barrieren \u2013 Abfallbeh\u00e4lter, Verf\u00fcllmaterial und Wirtsgestein \u2013 verhindern, dass Radioaktivit\u00e4t austritt. Die Verwitterungsprozesse der einzelnen Barrieren k\u00f6nnen aber die anderen Barrieren schw\u00e4chen und so das \u00abMehrbarrierenkonzept\u00bb auf verschiedene Weise untergraben.<\/p>\n\n<p>Zudem setzt sich der radioaktive Zerfall des Atomm\u00fclls im Tiefenlager fort und erhitzt das umliegende Gestein. Diese W\u00e4rme kann seit langer Zeit ruhende Verwerfungen reaktivieren. Das w\u00fcrde zu Erdbeben f\u00fchren und die Sicherheit des Tiefenlagers massiv beeintr\u00e4chtigen. Die W\u00e4rme im Untergrund schw\u00e4cht \u00fcberdies die Barrierewirkung der Tonmineralien. Dar\u00fcber hinaus wird zunehmend anerkannt, dass die Rolle von unterirdischen Bakterien und Pilzen bei kritischen chemischen Reaktionen nur unvollst\u00e4ndig verstanden wird.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Jede Tonne Atomabfall z\u00e4hlt<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u00abAngesichts all dieser Probleme ist es beunruhigend, mit welcher Gewissheit atomfreundliche Expert:innen f\u00fcr die Sicherheit des Schweizer Tiefenlagers einstehen\u00bb, sagt Nathan Solothurnmann, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz. \u00abAuch der Bundesrat scheint der Bev\u00f6lkerung aus finanziellen und politischen Gr\u00fcnden so rasch wie m\u00f6glich ein endg\u00fcltiges Konzept vorlegen zu wollen. Mit anderen Worten: Er versucht, das Problem der Atomm\u00fcllentsorgung schnellstm\u00f6glich vom Tisch zu haben. Das ist gef\u00e4hrlich: Wir d\u00fcrfen keine \u00fcbereilten Entscheide treffen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Gem\u00e4ss Kernenergiegesetz ist die wissenschaftliche und technische Machbarkeit der Langzeitlagerung hochradioaktiver Abf\u00e4lle eine grundlegende Voraussetzung f\u00fcr den Betrieb von Schweizer Atomkraftwerken. \u00abUnser Bericht zeigt, dass diese Voraussetzung nach dem aktuellen Wissensstand nicht gegeben ist. Jede zus\u00e4tzliche Tonne Abfall erh\u00f6ht die Kosten und Risiken f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen. Daher ist es am sichersten, einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie sicherzustellen und den Bau neuer Reaktoren in unserem Land um jeden Preis zu vermeiden\u00bb, sagt Nathan Solothurnmann.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/127628\/rock-solid-die-ungeloeste-atommuellfrage\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rock Solid? Die ungel\u00f6ste Atomm\u00fcllfrage. Die Gefahren und Risiken der geologischen Tiefenlagerung von hochradioaktivem Abfall<\/a>. Greenpeace Schweiz, November 2025.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/127628\/rock-solid-die-ungeloeste-atommuellfrage\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abRock Solid? A scientific review of geological disposal of high-level radioactive waste\u00bb<\/a>, Studie in Auftrag von Greenpeace Schweiz, November 2025.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nathan Solothurnmann, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 76 514 90 48, <a href=\"mailto:nathan.solothurnmann@greenpeace.org\">nathan.solothurnmann@greenpeace.org<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweit gibt es nach wie vor keine langfristig sichere L\u00f6sung zur Lagerung von Atomm\u00fcll. 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