{"id":12868,"date":"2013-02-20T00:00:00","date_gmt":"2013-02-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/12868\/atomindustrie-haftet-nicht-fuer-ihre-opfer\/"},"modified":"2019-05-30T11:47:06","modified_gmt":"2019-05-30T09:47:06","slug":"atomindustrie-haftet-nicht-fuer-ihre-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/12868\/atomindustrie-haftet-nicht-fuer-ihre-opfer\/","title":{"rendered":"Atomindustrie haftet nicht f\u00fcr ihre Opfer"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Haftungsrecht der Atomindustrie ist ungerecht. Das zeigt eine neue\u00a0Greenpeace-Studie, die die Situation in Fukushima analysiert.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<h2><strong>Das Haftungsrecht der Atomindustrie <\/strong><strong>ist ungerecht. Das zeigt eine neue\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/fileadmin\/gpd\/user_upload\/themen\/atomkraft\/20130218-Greenpeace-Report-Fukushima-Fallout.pdf\"><span lang=\"en\">Greenpeace-<\/span>Studie<\/a>, die die Situation in Fukushima analysiert.<\/strong><\/h2>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"image_float_left\"><a title=\"Bild in der Detailansicht \u00f6ffnen\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/atomkraft\/nachrichten\/artikel\/atomindustrie_haftet_nicht_fuer_ihre_opfer\/ansicht\/bild\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" title=\"Nach der Reaktorkatastrophe sind die B\u00f6den in der N\u00e4he Fukushimas f\u00fcr Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte, verseucht\" src=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/typo3temp\/GB\/c2203ea707.jpg\" alt=\"Nach der Reaktorkatastrophe sind die B\u00f6den in der N\u00e4he Fukushimas f\u00fcr Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte, verseucht\" longdesc=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/atomkraft\/nachrichten\/artikel\/atomindustrie_haftet_nicht_fuer_ihre_opfer\/ansicht\/bild\/\" width=\"320\" height=\"214\" border=\"0\"><\/a><\/div>\n<p><span>Was unterscheidet die Atomindustrie von anderen Industrien? Sie wird im Falle eines Unfalls nicht vollst\u00e4ndig zur Verantwortung gezogen. Deutlich zeigt das die Atomkatastrophe von Fukushima: Einige Menschen haben durch den Unfall alles verloren. Im besten Falle erhalten sie geringe Kompensationszahlungen, die gr\u00f6sstenteils steuerfinanziert sind.<\/span><\/p>\n<p>Durch das geltende Haftungsrecht sind die Hersteller der Reaktoren in Fukushima, darunter General Electric (GE), Toshiba und Hitachi bislang von jeglicher Verantwortung f\u00fcr die Katastrophe am 11. M\u00e4rz 2011 ausgenommen. Und das, obwohl es Hinweise gibt, dass die Reaktoren fehlerhaft waren und die Katastrophe dadurch verschlimmert wurde.<\/p>\n<p>Allein der Betreiber von Fukushima, Tepco, kann haftbar gemacht werden. Die Realit\u00e4t in Japan zeigt allerdings, dass das Schadensausmass einer Nuklearkatastrophe die finanziellen M\u00f6glichkeiten eines Konzerns schnell \u00fcbersteigt.<\/p>\n<p>&#171;Wir fordern, dass die Atomindustrie f\u00fcr ihre Katastrophen voll haftbar gemacht wird &#8211; sowohl die Kraftwerksbetreiber als auch die Hersteller und Zulieferer&#187;, sagt Tobias Riedl, Atomexperte von\u00a0<span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>. &#171;Es darf keine Obergrenzen f\u00fcr Sch\u00e4den geben und keine Verj\u00e4hrung. Und die Atomindustrie muss ausreichende R\u00fccklagen bilden.&#187;<\/p>\n<h3>Fukushima-Kosten bisher: 228 Milliarden Franken &#8211; getragen vom Steuerzahler<\/h3>\n<p>Das bisherige Schadensausmass mit gesch\u00e4tzten 228 Milliarden Franken h\u00e4tte zum Bankrott von Tepco gef\u00fchrt. Das Unternehmen wurde deshalb verstaatlicht. Da die Schadensbehebung sich noch \u00fcber Jahrzehnte hinziehen kann, wird der japanische Steuerzahler vermutlich auch in Zukunft die Sch\u00e4den bezahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nach dem internationalen Haftungsrecht m\u00fcssen die Betreiber von Atomkraftwerken maximal 430 Millionen bis 1,85 Milliarden Franken f\u00fcr Atomkatastrophen zahlen. Die Zulieferer zahlen gar nicht. Dieses Haftungsrecht ist einzigartig: die \u00d6lindustrie etwa haftet voll f\u00fcr ihre Katastrophen.<\/p>\n<p>Dabei hat die Reaktorkatastrophe in Fukushima eindr\u00fccklich vor Augen gef\u00fchrt, welche Risiken die Atomkraft birgt. 160 000 Menschen mussten evakuiert werden, zehntausende sind freiwillig gefl\u00fcchtet. Niemand von ihnen ist bis heute vollst\u00e4ndig f\u00fcr seinen Verlust von Haus und Besitz entsch\u00e4digt worden. Diejenigen, denen Zahlungen gew\u00e4hrt werden, k\u00f6nnen damit kaum das t\u00e4gliche \u00dcberleben bestreiten. Tobias Riedl sieht unbedingten Handlungsbedarf:<\/p>\n<p>&#171;Was sich in Japan abspielt, kann sich \u00fcberall auf der Welt wiederholen. Die Menschen tragen das finanzielle wie gesundheitliche Risiko einer atomaren Katastrophe, w\u00e4hrend die Atomindustrie den Profit einsackt. Dieses System muss dringend ge\u00e4ndert werden.&#187;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Haftungsrecht der Atomindustrie ist ungerecht. Das zeigt eine neue\u00a0Greenpeace-Studie, die die Situation in Fukushima analysiert. Das Haftungsrecht der Atomindustrie ist ungerecht. 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