{"id":128724,"date":"2026-01-28T18:06:05","date_gmt":"2026-01-28T17:06:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=128724"},"modified":"2026-01-29T15:26:14","modified_gmt":"2026-01-29T14:26:14","slug":"nuklear-aktivistinnen-gosgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/128724\/nuklear-aktivistinnen-gosgen\/","title":{"rendered":"Nukleare Sicherheit: Greenpeace-Aktivist:innen weisen auf die seit Jahrzehnten bestehende Gefahr durch das AKW G\u00f6sgen hin"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Greenpeace-Aktivist:innen haben am Mittwochabend einen Film und Botschaften auf den K\u00fchlturm des abgeschalteten Atomkraftwerks G\u00f6sgen im Kanton Solothurn projiziert. Sie prangern die jahrzehntelange Verschleierung der Sicherheitsl\u00fccke im Speisewassersystem des AKW an und die damit verbundene Gefahr f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Wegen des Sicherheitsproblems produziert das AKW seit acht Monaten keinen Strom mehr.<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00abSicherheitsl\u00fccke seit 30 Jahren bekannt. Was wird noch versteckt?\u00bb, \u00abAtomkraft? Nie wieder!\u00bb \u2013 so lauten einige der Botschaften, die Greenpeace-Aktivist:innen auf den K\u00fchlturm des AKW G\u00f6sgen projiziert haben. Ausserdem nutzten sie den K\u00fchlturm als Leinwand f\u00fcr einen Film \u00fcber das Polittheater der Atomlobby und ihrer Verb\u00fcndeten.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abIm AKW G\u00f6sgen besteht seit der Inbetriebnahme 1979 eine gravierende Sicherheitsl\u00fccke\u00bb, sagt Lukas B\u00fchler, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz. \u00abSeit drei Jahrzehnten ist dieses Sicherheitsproblem der AKW-Betreiberin und der Aufsichtsbeh\u00f6rde bekannt. Dennoch werden die Arbeiten zur Behebung erst jetzt durchgef\u00fchrt. Es fragt sich, wie viele weitere versteckte Sicherheitsrisiken es in diesem Reaktor oder in den anderen Reaktoren in der Schweiz noch gibt?\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<p>Das AKW soll in etwa einem Monat wieder ans Netz gehen. Doch es bleiben viele Fragen unbeantwortet:<\/p>\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Warum durfte das AKW G\u00f6sgen bis Mai 2025 weiterlaufen, obwohl die Betreiberin nach der <a href=\"https:\/\/ensi.admin.ch\/de\/2025\/09\/12\/beherrschung-von-bruechen-im-speisewassersystem-des-kkw-goesgen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Meldung der Sicherheitsl\u00fccke im M\u00e4rz 2025<\/a> den Reaktor sofort h\u00e4tte abschalten m\u00fcssen, wie es die Kernenergieverordnung vorschreibt?&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Warum wurden \u2013 obwohl der Mangel seit M\u00e4rz bekannt war \u2013 bis Ende Juni keine Informationen \u00fcber die Art des Problems ver\u00f6ffentlicht?&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Warum dauerte es fast zwei Monate, bis bekannt wurde, wie lange das AKW stillgelegt wird \u2013 und fast drei Monate, bis die genaue Ursache daf\u00fcr bekannt war?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer kommt f\u00fcr den finanziellen Schaden auf? Allein der Produktionsausfall kostet rund eine halbe Milliarde Franken. Hinzu kommen Reparaturkosten im zweistelligen Millionenbereich. Daf\u00fcr geradestehen muss die Eigent\u00fcmerschaft \u2013 Axpo, Alpiq, CKW sowie die beiden st\u00e4dtischen Elektrizit\u00e4tswerke EWZ (Z\u00fcrich) und EWB (Bern), die sich alle grossmehrheitlich im \u00f6ffentlichen Besitz befinden. Es bleibt offen, ob nicht letztendlich die Bev\u00f6lkerung die Rechnung in Form h\u00f6herer Strompreise wird bezahlen m\u00fcssen.<\/li>\n<\/ol>\n\n<p>\u00abG\u00f6sgen zeigt, wie unzuverl\u00e4ssig die Atomenergie ist und welchen Gefahren wir seit Jahrzehnten ausgesetzt sind\u00bb, sagt Greenpeace-Experte Lukas B\u00fchler. \u00abTrotz achtmonatiger Stilllegung blieben die Kerzen im Schrank. Das verdanken wir dem Aufschwung der erneuerbaren Energien, allen voran der Solarenergie. Das ist der Weg, den wir einschlagen m\u00fcssen.\u00bb<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\"><strong>Die Situation in G\u00f6sgen<br><\/strong><br>Das AKW G\u00f6sgen steht seit Beginn der j\u00e4hrlichen Revision im Mai 2025 still. Die routinem\u00e4ssigen Wartungsarbeiten waren viele Monate im Voraus geplant. Nicht vorgesehen war jedoch, dass der Reaktor Ende Juni nicht wieder hochgefahren werden kann. \u00dcber Wochen informierten die Betreiberin, die Kernkraftwerk G\u00f6sgen-D\u00e4niken AG (KKG), und die Aufsichtsbeh\u00f6rde, das Eidgen\u00f6ssische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI), nur l\u00fcckenhaft \u00fcber die Gr\u00fcnde. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/124626\/was-ist-los-im-akw-goesgen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Erst Ende August<\/a> wurde bekannt, dass das AKW bis Februar 2026 abgeschaltet bleibt. Der Grund: Unged\u00e4mpfte R\u00fcckschlagklappen im sogenannten Speisewassersystem k\u00f6nnten im St\u00f6rfall zu einem Versagen der Reaktork\u00fchlung f\u00fchren. Die R\u00fcckschlagklappen m\u00fcssen ersetzt werden.&nbsp;<br><br><a href=\"https:\/\/ensi.admin.ch\/de\/2025\/09\/12\/beherrschung-von-bruechen-im-speisewassersystem-des-kkw-goesgen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mitte September 2025 informierte das ENSI<\/a> dar\u00fcber, dass die Sicherheitsl\u00fccke bereits 1998 identifiziert worden war. Die AKW-Betreiberin meldete die Schwachstelle erneut im M\u00e4rz 2025. Durch den Einsatz neuer Berechnungsmethoden konnte nachgewiesen werden, dass die Sicherheitsl\u00fccke m\u00f6glicherweise zu einem sogenannten Auslegungsst\u00f6rfall f\u00fchren k\u00f6nnte, der eine Freisetzung von Radioaktivit\u00e4t zur Folge h\u00e4tte. Die Sicherheitsm\u00e4ngel im Speisewassersystem <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/125804\/akw-goesgen-sicherheitsluecke-seit-30-jahren-bekannt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bestehen seit der Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 1979<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h2>\n\n<p><a href=\"https:\/\/media.greenpeace.org\/shoot\/27MZIFJRS2KMF\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fotos und Videos der Projektion<\/a><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Lukas B\u00fchler, Energieexperte, Greenpeace Schweiz, +41 76 406 70 23, <a href=\"mailto:lukas.buehler@greenpeace.org\">lukas.buehler@greenpeace.org<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Yvonne Anliker, Mediensprecherin, Greenpeace Schweiz, +41 79 306 53 42, <a href=\"mailto:yvonne.anliker@greenpeace.org\">yvonne.anliker@greenpeace.org<\/a> <\/li>\n\n\n\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace-Aktivist:innen haben am Mittwochabend einen Film und Botschaften auf den K\u00fchlturm des abgeschalteten Atomkraftwerks G\u00f6sgen projiziert. Sie prangern die jahrzehntelange Verschleierung der Sicherheitsl\u00fccke im Speisewassersystem des AKW an und die damit verbundene Gefahr f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Wegen des Sicherheitsproblems produziert das AKW seit acht Monaten keinen Strom mehr.<\/p>\n","protected":false},"author":37,"featured_media":128741,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[167],"tags":[42,50],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-128724","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-energy","tag-energie","tag-klima","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/37"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=128724"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128724\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128812,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128724\/revisions\/128812"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/128741"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128724"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=128724"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=128724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}