{"id":12983,"date":"2013-01-07T00:00:00","date_gmt":"2013-01-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/12983\/das-kreuz-mit-der-walliser-energie\/"},"modified":"2019-05-30T11:50:44","modified_gmt":"2019-05-30T09:50:44","slug":"das-kreuz-mit-der-walliser-energie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/12983\/das-kreuz-mit-der-walliser-energie\/","title":{"rendered":"Das Kreuz mit der Walliser Energie"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein Drittel des Stromverbrauchs im Kanton Wallis k\u00f6nnte mit Solarenergie produziert werden. Doch der Walliser Energieminister und der gr\u00f6sste Oberwalliser Stromverteiler setzen die Priorit\u00e4ten anders, weil Wasserkraft mehr Wasserzins in die Kassen des Kantons und der Gemeinden sp\u00fclt.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"X-AutorTitel\"><em><strong>Von Kurt Marti<\/strong><\/em><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ac8b0592-ac8b0592-1301_energie_wallis_01.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ac8b0592-ac8b0592-1301_energie_wallis_01.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Ralph Deseni\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Auf der Sonnenterrasse hoch \u00fcber dem Rhonetal, etwas unterhalb der Riederalp, liegt der Weiler Oberried in der Gemeinde Bitsch. Hier scheint die Sonne auch dann ungetr\u00fcbt vom stahlblauen Himmel, wenn im Herbst und Winter das Mittelland wochenlang unter einer dicken Nebeldecke versinkt. Diesen Standortvorteil wollten Christian Fux und Paul Weber nutzen und investierten in eigene Solarstromanlagen. Doch sie machten die Rechnung ohne die Solarstrompolitik des Kantons, insbesondere ohne die des regionalen Elektrizit\u00e4tswerks Energie Brig Aletsch Goms (EnBAG).<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Die j\u00e4hrliche Sonneneinstrahlung im Wallis liegt 16 Prozent \u00fcber dem Mittel der anderen Kantone. In Zermatt ist die Solarstrahlung sogar 21 Prozent h\u00f6her als im Schweizer Durchschnitt. Diese Werte stehen im krassen Gegensatz zur bisherigen Solarstromernte im Wallis. Die aktuell installierte Leistung der Fotovoltaikanlagen betr\u00e4gt laut der Stiftung KEV (Kostendeckende Einspeiseverg\u00fctung) 2,5 MW. Das ergibt pro Kopf der Walliser Bev\u00f6lkerung mickrige 8 Watt. Zum Vergleich: Laut dem Solarstrom-Magazin \u00abPhoton\u00bb liegt dieser Wert im deutschen Bundesland Bayern bei 640 Watt, im gesamten Deutschland bei 300 Watt und in Italien bei 210\u00a0Watt. Der Wert f\u00fcr die ganze Schweiz liegt bei bescheidenen 26 Watt.<\/p>\n<p class=\"ZTLT2sp\">\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/23108650-23108650-1301_energie_wallis_02.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl04_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/23108650-23108650-1301_energie_wallis_02.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Bellwald, 19. Juni 2012: Jugendsolar von Greenpeace installiert mit Freiwilligen der Organisation Solaragenten Sonnenpanels auf Lawinenverbauungen.<\/p>\n<p>\u00a9 Greenpeace \/ Nicolas Fojtu\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"ZTLT2sp\"><strong>Staatsrat Jean-Michel Cina wird mangelnder Effort vorgeworfen<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Im Jahr 2008 erteilte der damalige Walliser SP-Staatsrat Thomas Burgener dem Ingenieurb\u00fcro easi (Energie, Architektur, Sanierungen, Information) den Auftrag, einen \u00abMassnahmenplan Solar Wallis\u00bb zu erarbeiten. Im Sommer 2010 lag der Plan vor \u2013\u00a0mit erstaunlichen Resultaten: Wenn auf einem Drittel der Dachfl\u00e4chen im Wallis Fotovoltaikanlagen installiert werden, resultiert daraus eine Solarstromproduktion von rund 800 GWh. Das ist ein Drittel des Walliser Stromverbrauchs (ohne Industrie).<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Ein Jahr sp\u00e4ter \u2013 im Sommer 2011 \u2013 wollte das Wissenschaftsmagazin \u00abEinstein\u00bb des Schweizer Fernsehens wissen, was aus dem Massnahmenplan geworden ist. Dazu befragte die \u00abEinstein\u00bb-Redaktion den CVP-Staatsrat Jean-Michel Cina, der nach den Wahlen im Jahr 2009 das Energiedepartement \u00fcbernommen hatte. Cina machte keinen Hehl daraus, dass der Kanton Wallis die Priorit\u00e4t nicht bei der F\u00f6rderung des Solarstroms setzt, sondern beim Ausbau der Wasserkraft: \u00abMit der Wasserkraft, insbesondere den Kleinwasserkraftwerken, k\u00f6nnen wir schneller eine h\u00f6here Leistung erbringen als mit einer fl\u00e4chendeckenden Ausr\u00fcstung der D\u00e4cher mit Fotovoltaikanlagen.\u00bb In seinen Vortr\u00e4gen gibt Cina immer wieder das grosse Potenzial von Solarstrom zum Besten, um die Verantwortung gleich darauf elegant auf die Gemeinden, die Privateigent\u00fcmer und das Gewerbe abzuschieben.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Die Walliser Solarstudie schl\u00e4gt ein Paket von Massnahmen vor, die der Kanton ergreifen kann, um das Wallis zu einem Solarkanton zu machen: Erstens die Gr\u00fcndung einer \u00abTaskforce Solarenergie Wallis\u00bb mit Vertretern des Kantons, der Gemeinden und der Wirtschaftsf\u00f6rderung, zweitens eine \u00dcbergangsfinanzierung bis zur Auszahlung der KEV-Gelder und drittens die gesetzliche Verankerung der Solarstrategie. Hinzu kommen weitere Empfehlungen f\u00fcr Investitionsbeitr\u00e4ge, Steuererleichterung und zinsg\u00fcnstige Darlehen.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Auf Anfrage erkl\u00e4rt Natalie Theler, Mitarbeiterin der kantonalen Dienststelle f\u00fcr Energie und Wasserkraft, dass zwei Jahre nach der Publikation der Studie noch keine Taskforce, keine wirksamen gesetzlichen Massnahmen und keine \u00dcbergangsfinanzierung zur KEV existierten. Der Kanton Wallis beschr\u00e4nkt sich auf punktuelle Massnahmen wie die Ausbildung von Fachleuten, Steuerverg\u00fcnstigungen, Empfehlungen f\u00fcr die Gemeinden, Tools zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen und die Information der Solarfachleute. Laut Theler liegt es \u00abauch an den Elektrizit\u00e4tswerken und den beteiligten Aktion\u00e4rsgemeinden, ihre Verantwortung wahrzunehmen\u00bb. Und da sei \u00abviel am Laufen\u00bb. Deshalb stehe \u00abdie Aufstellung einer Taskforce zurzeit nicht im Vordergrund.\u00bb<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Ganz anders sieht das Heini Glauser vom B\u00fcro easi, der den Massnahmenplan im Auftrag des Kantons Wallis verfasst hat. Er ist entt\u00e4uscht \u00fcber den mangelnden Effort von Staatsrat Jean-Michel Cina und seinem Energiedepartement: \u00abVon den Massnahmen, welche die Solarstudie vorschl\u00e4gt, wurden fast keine umgesetzt. Der Kanton schiebt die Verantwortung auf die Gemeinden und die Elektrizit\u00e4tswerke ab. Das f\u00fchrt beispielsweise zu skandal\u00f6sen Ungleichheiten bei den R\u00fcckliefertarifen.\u00bb Um solche Ungleichheiten zu vermeiden, h\u00e4tte der Kanton \u00abeine Mindestentsch\u00e4digung f\u00fcr Solarstrom von rund 25\u00a0Rp.\/kWh festsetzen und der kantonseigenen Walliser Elektrizit\u00e4tsgesellschaft (WEG) Auflagen zur F\u00f6rderung von Solarstrom machen m\u00fcssen.\u00bb Zudem kann laut Glauser eine wirksame Solarf\u00f6rderung ohne Taskforce nicht umgesetzt werden, weil der kantonalen Dienststelle f\u00fcr Energie dazu das n\u00f6tige Personal fehle.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Laut KEV-Statistik (Stand 1. Juli 2012) profitieren im Wallis 129 Solaranlagen mit einer Gesamtproduktion von 2,5 GWh von den KEV-F\u00f6rderbeitr\u00e4gen. Positive Entscheide erhielten 77 Solarproduzenten mit einer Gesamtproduktion von rund 2,2 GWh. Auf der Warteliste stehen 411 Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtproduktion von rund 15,2 GWh. W\u00e4hrend der Kanton Wallis die finanzielle F\u00f6rderung der Solaranlagen den Elektrizit\u00e4tswerken und privaten Investoren \u00fcberl\u00e4sst, \u00fcbernehmen andere Kantone die \u00dcbergangsfinanzierung bis zur Auszahlung der KEV-Beitr\u00e4ge. Der Kanton Waadt zum Beispiel springt mit 20 Millionen Franken in die Finanzierungsl\u00fccke.<\/p>\n<div id=\"greyleft\">\n<p style=\"font-style: normal; font-size: 12px; padding-left: 5px;\"><strong>EnBAG st\u00f6sst Solarproduzenten vor den Kopf<\/strong> <br \/>Letztes Jahr ging im EnBAG-Gebiet* eine Gruppe von Solaranlagen auf 18 privaten D\u00e4chern ans Netz. Die Solaranlagen erbringen zusammen eine Leistung von 860 kW und eine Stromproduktion von rund 1 GWh. Die Solarproduzenten wurden auf die KEV-Warteliste gesetzt und m\u00fcssen nun bis drei Jahre auf die KEV-Verg\u00fctung warten, die ab 1. Oktober 2012 im Schnitt 31 Rp.\/kWh betr\u00e4gt. F\u00fcr die \u00dcbergangsphase hatten die Solarproduzenten mit einem Tarif von 15 Rp.\/kWh gerechnet. \u00dcberraschend teilte die EnBAG den Solarproduzenten in einem Brief vom 6. April 2012 mit, dass f\u00fcr die Anlagen mit einer Leistung von mehr als 3 kW der R\u00fcckliefertarif von 15 Rp.\/kWh auf 5,35 Rp.\/kWh (Sommer-Niedertarif) bis 11,4 Rp.\/kWh (Winter-Hochtarif) abgesenkt werde, und zwar r\u00fcckwirkend auf den 1. April. *<a title=\"http:\/\/www.enbag.ch\/stromverteilnetz.php\" href=\"http:\/\/www.enbag.ch\/stromverteilnetz.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.enbag.ch\/<br \/>stromverteilnetz.php<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p class=\"XLT2sp\">Statt den Solarstrom zu f\u00f6rdern, sind die Elektrizit\u00e4tswerke aktiv bem\u00fcht, die letzten frei fliessenden B\u00e4che in Druckstollen zu legen \u2013 finanziert mit den \u00d6ko-Beitr\u00e4gen der KEV. Die KEV-Statistik liefert eindr\u00fcckliche Zahlen: Die Gesamtsumme der realisierten, der bewilligten und der geplanten Kleinwasserkraftwerke betr\u00e4gt 605 GWh (Stand 1. Juli 2012). Das ist doppelt so viel wie in Graub\u00fcnden und im Vergleich der Kantone einsame Spitze. Die Priorisierung der Wasserkraft hat finanzielle Gr\u00fcnde: Die Gemeinden und der Kanton profitieren von den Wasserzinsen der Kleinwasserkraftwerke. Und weil in den Verwaltungsr\u00e4ten der Elektrizit\u00e4tswerke im Normalfall der Gemeindepr\u00e4sident sitzt, ist die Rechnung bald gemacht.<\/p>\n<p class=\"ZTLT2sp\"><strong>R\u00fcckliefertarife der Elektrizit\u00e4tswerke sind sehr unterschiedlich<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Die Walliser Elektrizit\u00e4tsgesellschaft (WEG), die dem Kanton, den Gemeinden und den regionalen Stromverteilern geh\u00f6rt, befindet sich bez\u00fcglich der Solarstromf\u00f6rderung noch in der Phase der Analyse, heisst es im Jahresbericht 2011. Statt die Solaranlagen zu f\u00f6rdern, beteiligte sich die WEG mit 10 Prozent des Aktienkapitals am Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance, das 1,8 Milliarden Franken kostet.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Die R\u00fcckliefertarife der Elektrizit\u00e4tswerke im Wallis sind sehr unterschiedlich. Laut Nathalie Theler von der kantonalen Dienststelle f\u00fcr Energie bezahlen mehrere Stromverteiler im Unterwallis Tarife von 20 bis 30 Rp.\/kWh. Im Oberwallis hingegen zahlen die meisten Elektrizit\u00e4tswerke nur 15 Rp.\/kWh. Und auch dieser niedrige Tarif wird laut Recherchen des Magazins Greenpeace im Oberwallis noch unterboten. Die Energie Brig Aletsch Goms (EnBAG) etwa \u00fcberraschte die privaten Solarstromproduzenten im vergangenen April mit einer Tarifreduktion auf rund 8,5 Rp.\/kWh (siehe Kasten S. 55). Dabei hatten die Solarproduzenten f\u00fcr die \u00dcbergangsphase bis zur KEV-Verg\u00fctung mit einem Tarif von 15 Rp.\/kWh gerechnet. Laut Auskunft der Solarproduzenten wurde dieser Tarif m\u00fcndlich mit der EnBAG vereinbart. Auf dieser Basis gew\u00e4hrten die Banken auch ihre Hypotheken.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Als Begr\u00fcndung f\u00fcr die Tarifreduktion verwies die EnBAG auf die Empfehlungen des Bundesamtes f\u00fcr Energie (BFE) vom Februar 2010. Was die EnBAG jedoch als empfohlenen H\u00f6chstpreis ausgab, ist in der BFE-Empfehlung ein Mindestpreis. Das BFE h\u00e4lt in seinem Schreiben vom Februar 2010 ausdr\u00fccklich fest: \u00abH\u00f6here Verg\u00fctungen sind m\u00f6glich.\u00bb Urs Wolfer, Bereichsleiter Fotovoltaik beim BFE, sagt lakonisch: \u00abWenn man nichts machen will, erkl\u00e4rt man das Minimum zum Maximum.\u00bb<\/p>\n<p class=\"ZTLT2sp\"><strong><\/p>\n<div class=\"events-box middle-box right\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5361e0fb-5361e0fb-1301_energie_wallis_graph.jpg\" title=\"Viele Projekte, wenig Strom \"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl06_Image1\" title=\"Viele Projekte, wenig Strom \" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5361e0fb-5361e0fb-1301_energie_wallis_graph.jpg\" alt=\"Viele Projekte, wenig Strom \" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Viele Projekte, wenig Strom <\/strong><\/p>\n<p>\n            Budgetierte Stromproduktion pro Jahr der Solar- Wind-, Biomasse- und Klein-Wasserkraft- Projekte, die bis September 2012 ein Gesuch f\u00fcr die kostendeckende Einspeiseverg\u00fctung (KEV) einreichten. Alles gemessen in Millionen kWh.<\/p>\n<p>Lesebeispiel: W\u00fcrden alle Windkraftwerke in der Schweiz gebaut, f\u00fcr die ein KEV-Gesuch vorliegt, k\u00f6nnte die Schweiz pro Jahr 3,477 Milliarden kWh Windstrom erzeugen. Die KEV-berechtigten Windkraftwerke, die bis Ende 2010 realisiert wurden, produzieren aber erst 40 Millionen kWh pro Jahr.\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"ZTLT2sp\"><strong>Paul Weber: \u00abMein Vertrauen in die EnBAG ist auf dem Nullpunkt\u00bb<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Bei betroffenen Fotovoltaikproduzenten weckte die Abschreckungspolitik der EnBAG harsche Kritik. F\u00fcr sie kam die Tarifreduktion der EnBAG wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Christian Fux, der in Oberried eine Solaranlage mit einer Jahresproduktion von rund 35\u2009000 kWh gebaut hat, f\u00fchlt sich von der EnBAG \u00abverarscht\u00bb. \u00abMehrere Anlagenbesitzer haben mir mitgeteilt, dass sie mit Kenntnis dieser Fakten keinesfalls eine Anlage gebaut h\u00e4tten.\u00bb Christian Fux \u00fcbt nebst Kritik an der pl\u00f6tzlichen Tarifabsenkung wie auch an der \u00abschwierigen Kommunikation\u00bb mit der EnBAG und \u00abdass im Bereich Fotovol-taik so gut wie kein Fachwissen vorhanden ist\u00bb.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Auch Paul Weber, der in Oberried eine 7-kW-Anlage gebaut hat, f\u00fchlt sich verschaukelt. In einem Brief an die EnBAG schreibt er: \u00abMein Vertrauen in die EnBAG ist auf dem Nullpunkt, und ich bin wohl nicht der Einzige. Wir alle in der Region haben darauf vertraut, dass die Aussage stimmt, es w\u00fcrden im \u00dcbergang zu den Beitr\u00e4gen der KEV 15 Rp.\/kWh entrichtet.\u00bb Damit habe die EnBAG erreicht, dass \u00abder Schwung bei den Privaten in der Region gebrochen ist\u00bb. Er sp\u00fcre seit einiger Zeit, \u00abdass das politische Lobbying der Elektrizit\u00e4tsindustrie dahin geht, dem Schweizer Volk zu beweisen, dass es nur eine L\u00f6sung gibt: die Atomenergie\u00bb.<\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Das Magazin Greenpeace hat den EnBAG-Direktor Paul Fux mit der Kritik der Solarstromproduzenten konfrontiert. Er war zu keiner Stellungnahme bereit und h\u00e4ngte den H\u00f6rer kurzerhand auf. Die Nerven bei der EnBAG liegen offenbar blank. Die Unzufriedenheit der Bev\u00f6lkerung mit dem regionalen Stromverteiler w\u00e4chst.<\/p>\n<p class=\"ZTLT2sp\"><strong>Urs Wolfer: \u00abWill die EnBAG \u00fcberhaupt Solarstrom f\u00f6rdern?\u00bb<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2sp\">Laut Urs Wolfer vom BFE ist die Absenkung der R\u00fcckliefertarife durch die EnBAG \u00abrechtlich in Ordnung\u00bb. Was die nachtr\u00e4gliche Absenkung der Tarife auf den 1. April 2012 betrifft, h\u00e4ngt dies laut Wolfer \u00abdavon ab, was im Tarifblatt der EnBAG steht. In der Regel steht dort, dass die Tarife jederzeit\u00a0 neuen Marktgegebenheiten angepasst werden k\u00f6nnen.\u00bb Neben der rechtlichen Seite gibt es jedoch auch einen moralischen Aspekt. Dazu h\u00e4lt Wolfer fest: \u00abDie Solarproduzenten haben auf die m\u00fcndliche Zusicherung von 15 Rp.\/kWh durch die EnBAG vertraut. Wenn nun die EnBAG diesen Tarif im Nachhinein pl\u00f6tzlich absenkt, ist das nicht die feine Art.\u00bb Laut Wolfer stellt sich deshalb die Frage: Will die EnBAG \u00fcberhaupt Solarstrom f\u00f6rdern?<\/p>\n<div id=\"greyleft\">\n<p style=\"font-style: normal; font-size: 12px; padding-left: 5px;\"><strong>Produktionspreise von Solarstrom<\/strong><br \/> Die Solaranlagen k\u00f6nnen bei den Produktionskosten mit neuen Kleinwasserkraftwerken ohne weiteres mithalten. Laut Berechnungen der Firma Solventure AG in Wettingen liegen die Produktionskosten einer Solaranlage im Wallis zwischen 15 und 37 Rp.\/kWh, je nachdem, wie gross die Anlage und wie hoch der Kapitalzinssatz ist. Bei einem Zinssatz von 2 Prozent und einer Amortisationsdauer von 25 Jahren produziert bereits eine kleinere Anlage (Fl\u00e4che 40 m2, Leistung 5 kW, Jahresproduktion 6000 kWh, Investition 22\u2009000 Fr.) f\u00fcr 22 Rp.\/kWh. F\u00fcr eine gr\u00f6ssere Anlage (Fl\u00e4che 160 m2, Leistung 20 kW, Jahresproduktion 26\u2009400 kWh, Investition 70\u2009000 Fr.) sinkt der Produktionspreis auf 16 Rp.\/kWh.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"XLT2sp\">Fakt ist: Der Kanton Wallis und die EnBAG legen ihre Priorit\u00e4t auf den Ausbau der Wasserkraft. Das neuste Projekt, das die EnBAG verfolgt, ist ein Wasserkraftwerk mitten im Unesco-Welterbe Jungfrau-Aletsch. Der Verwaltungsrat der EnBAG ist \u2013 neben f\u00fcnf Vertretern der Privataktion\u00e4re \u2013 ein Biotop der CVP und der Pr\u00e4sidenten der beteiligten Gemeinden. Im letzten Sommer gab der ehemalige CVP-St\u00e4nderat Rolf Escher das Pr\u00e4sidium nach 15-j\u00e4hriger Amtszeit an Renato Kronig weiter, einen Anwalt aus den Reihen der CVP, der auch im Verwaltungsrat der WEG Einsitz genommen hat. Im EnBAG-Verwaltungsrat sitzt auch die CVP-Nationalr\u00e4tin und Briger Stadtpr\u00e4sidentin Viola Amherd, der CVP-Gemeindepr\u00e4sident Manfred Holzer aus Naters, der CVP-Gemeindepr\u00e4sident Anton Karlen aus Bitsch und der CSP-Gemeindepr\u00e4sident Herbert Schmidhalter aus Ried-Brig. Sie alle haben am 16. M\u00e4rz 2012 unter dem VR-Pr\u00e4sidium von Rolf Escher die massive Absenkung der EnBAG-R\u00fcckliefertarife abgesegnet.<\/p>\n<p class=\"X-AutorTitel\">So sieht also der von CVP-Bundesr\u00e4tin Doris Leuthard und CVP-Pr\u00e4sident Christophe Darbellay gross ausgerufene Atomausstieg in den Stammlanden der CVP aus: CVP-Staatsrat Jean-Michel Cina setzt auf Kleinwasser- und Pumpspeicherkraftwerke. Gleichzeitig schiebt er die Solarstromf\u00f6rderung an die Gemeinden und die Stromverteiler ab, zum Beispiel an die EnBAG. Dort sitzen CVP-Nationalr\u00e4tin Viola Amherd und die CVP-Gemeindepr\u00e4sidenten der Region und schrecken initiative Solarstromproduzenten wie Christian Fux und Paul Weber mit Niedrigtarifen ab. Auf der Sonnenterrasse von Oberried ist die Energiewende noch nicht angekommen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Drittel des Stromverbrauchs im Kanton Wallis k\u00f6nnte mit Solarenergie produziert werden. Doch der Walliser Energieminister und der gr\u00f6sste Oberwalliser Stromverteiler setzen die Priorit\u00e4ten anders, weil Wasserkraft mehr Wasserzins in&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":12985,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-12983","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12983","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12983"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12983\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12985"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12983"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12983"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12983"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=12983"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=12983"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}