{"id":13068,"date":"2012-12-04T00:00:00","date_gmt":"2012-12-03T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13068\/die-rosa-brille-von-ensi-und-uvek\/"},"modified":"2019-05-30T11:53:22","modified_gmt":"2019-05-30T09:53:22","slug":"die-rosa-brille-von-ensi-und-uvek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13068\/die-rosa-brille-von-ensi-und-uvek\/","title":{"rendered":"Die rosa Brille von ENSI und UVEK"},"content":{"rendered":"<p><b>J\u00fcngst hat die Gutachterfirma Interface die Arbeitsweise des eidgen\u00f6ssischen Nuklearsicherheitsinspektorates (ENSI) und des eidgen\u00f6ssischen Departements f\u00fcr Umwelt (UVEK) kritisch unter die Lupe genommen. Diese meinen: alles in Butter. Ein Gastkommentar von Stefan F\u00fcglister, Atomexperte im Auftrag von Greenpeace.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>J\u00fcngst hat die Gutachterfirma Interface die Arbeitsweise des eidgen\u00f6ssischen Nuklearsicherheitsinspektorates (ENSI) und des eidgen\u00f6ssischen Departements f\u00fcr Umwelt (UVEK) kritisch unter die Lupe genommen. Diese meinen: alles in Butter. Ein Gastkommentar von Stefan F\u00fcglister, Atomexperte im Auftrag von Greenpeace.<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4376f281-4376f281-rosa_goesgen.jpg\" title=\"Das AKW G\u00f6sgen durch die rosa Brille.\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"Das AKW G\u00f6sgen durch die rosa Brille.\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4376f281-4376f281-rosa_goesgen.jpg\" alt=\"Das AKW G\u00f6sgen durch die rosa Brille.\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Das AKW G\u00f6sgen durch die rosa Brille.<\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Greenpeace\/Fojtu\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<br \/><\/strong><\/p>\n<p>Das ENSI ist unabh\u00e4ngig?! Die Arbeitsweise des UVEK \u00fcber jeden Zweifel erhaben?! Die betroffenen Institutionen interpretierten gestern den Bericht von Interface mit sehr viel Freiheit.<\/p>\n<p>Anlass zur Untersuchung hatten die (Filz-)Vorw\u00fcrfe der beiden kritischen Geologen Marcos Buser und Walter Wildi an die Adresse von Nagra, ENSI und Bundesamt f\u00fcr Energie gegeben. Es folgten Medienberichte zu einem Nagra-Papier, aus dem sich schliessen l\u00e4sst, dass die Suche nach einem Standort f\u00fcr das Atomm\u00fclllager nicht ergebnisoffen gef\u00fchrt wird. Damit wuchs das Fragezeichen ob der Arbeitsweise der fraglichen Beh\u00f6rden weiter.<\/p>\n<p>Vergleicht man nun das via Pressestellen kommunizierte Eigenlob von Uvek und ENSI mit den tats\u00e4chlichen Ergebnissen des Gutachtens, wird dem geneigten Leser mulmig: Da korrigiert die Nagra (als Entsorgungsbeauftragte der Atomkraft-Werke) nicht nur die Protokolle der Atomaufsicht ENSI. Sie korrigiert auch ENSI-Gutachten bevor diese ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Die N\u00e4he der Aufsicht zu den Betreibern \u2013 nicht nur in Atomm\u00fcllangelegenheiten, auch in Fragen der Sicherheit \u2013 wird nicht bestritten, aber verquererweise als St\u00e4rke ausgelegt. Der von Buser und Wildi ge\u00e4usserte Verdacht, dass gelegentlich die Betreiber die Aufsicht beeinflussen und \u00fcberwachen, ist massiv. Und ist doch berechtigt. Diese Menschen scheinen auf einem eigenen Planeten zu leben und allm\u00e4hlich den Sinn f\u00fcr realpolitische Prozesse zu verlieren. Anders ist diese Eigenlob-Hudelei nicht zu deuten. Kein Anzeichen von Einsicht\u00a0 oder wenigstens der gebotenen Vorsicht!<\/p>\n<p>Dagegen ist der Bericht der Firma Interface zu den Vorw\u00fcrfen gegen\u00fcber ENSI, Nagra, Bundesamt f\u00fcr Energie fundiert und sachlich. Die Gutachter nehmen auch zur so genannten Regulatory Capture Stellung. Der Begriff beschreibt den Zustand, wenn ein regulierter Akteur Entscheidungen des Regulators so beeinflussen kann, dass sie seinen Interessen dienen.<\/p>\n<p>Interface empfiehlt dazu: \u201eGem\u00e4ss heutigem Wissensstand empfehlen wir, zu pru\u0308fen, ob die nicht gekl\u00e4rten Aspekte einer breiteren Untersuchung unterzogen werden sollen. Der ENSI-Rat soll diese Frage mit der Gesch\u00e4ftsleitung einerseits und dem UVEK andererseits diskutieren\u201c. Von wegen alles in Butter.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcngst hat die Gutachterfirma Interface die Arbeitsweise des eidgen\u00f6ssischen Nuklearsicherheitsinspektorates (ENSI) und des eidgen\u00f6ssischen Departements f\u00fcr Umwelt (UVEK) kritisch unter die Lupe genommen. Diese meinen: alles in Butter. 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