{"id":13113,"date":"2012-11-22T00:00:00","date_gmt":"2012-11-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13113\/denn-sie-wissen-nicht-was-sie-glauben-sollen\/"},"modified":"2019-05-30T11:55:07","modified_gmt":"2019-05-30T09:55:07","slug":"denn-sie-wissen-nicht-was-sie-glauben-sollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13113\/denn-sie-wissen-nicht-was-sie-glauben-sollen\/","title":{"rendered":"Denn sie wissen nicht, was sie glauben sollen"},"content":{"rendered":"<p><b>Im Oktober war Florian Kasser gemeinsam mit einer Greenpeace-Expertengruppe f\u00fcr Strahlenschutz im Distrikt Fukushima unterwegs, um unabh\u00e4ngige Messungen vorzunehmen. Das Fazit des Schweizer Atomexperten: Die japanische Regierung informiert nach wie vor schlecht \u00fcber das Strahlenrisiko und setzt bei der Dekontaminierung die falschen Akzente. Die Bev\u00f6lkerung ist verunsichert. Aber die Katastrophe hat auch neue Formen des Engagements hervor gebracht.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Fukushima City. Ein Auto f\u00e4hrt vor. Eine Familie mit vier Kindern steigt aus. Gleich neben dem Auto, in der N\u00e4he einer Wasserrinne, beginnen die Kinder zu spielen. Genau da, wo Mitglieder des Strahlenschutz-Teams kurz zuvor massiv erh\u00f6hte Werte gemessen haben. Noch Wochen sp\u00e4ter, zur\u00fcck bei Greenpeace Schweiz, ist Florian Kasser schockiert von dieser Szene, die sinnbildlich steht f\u00fcr die Situation in den durch die Atomkatastrophe von Fukushima betroffenen Gebieten. \u201eDie Menschen wissen zu wenig \u00fcber die tats\u00e4chliche Strahlenbelastung und kennen die elementarsten Verhaltensregeln nicht, um sich zu sch\u00fctzen\u201c, emp\u00f6rt sich der Atom-Experte. \u201eMit dem Wasser werden radioaktive Partikel transportiert, die sich dort sammeln, wo das Wasser abfliesst. Kein Ort f\u00fcr Kinderspiele!\u201c<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box small-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/06dfb22a-06dfb22a-gp04anq_press.jpg\" title=\"Strahlenmessung am Spielplatz.\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"Strahlenmessung am Spielplatz.\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/06dfb22a-06dfb22a-gp04anq_press.jpg\" alt=\"Strahlenmessung am Spielplatz.\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Freitag, 23. November 2012<\/span><br \/>\n        <strong>Strahlenmessung am Spielplatz.<\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Im Oktober war Florian Kasser mit der internationalen Strahlenschutz-Gruppe von Greenpeace in Fukushima City und weiteren radioaktiv belasteten und teilweise evakuierten Gebieten unterwegs. Ihre Mission: Radioaktivit\u00e4tsmessungen vornehmen und Orte identifizieren, wo die Verstrahlung besonders gross ist \u2013 so genannte Hot Spots. Ihr Fazit: Die Regierung beruhigt die Bev\u00f6lkerung mit tiefen Werten von offiziellen Mess-Stationen, die an dekontaminierten Standorten in der Stadt aufgestellt worden sind. Aber nur zwanzig Schritte davon entfernt steigt die Radioaktivit\u00e4t \u2013 und die Verunsicherung der Menschen, die nicht wissen, wem sie vertrauen und was sie glauben sollen. \u201eDas Reaktionsspektrum reicht von Resignation bis Eigeninitiative\u201c, schildert Florian Kasser seine Eindr\u00fccke, die er aus zahlreichen Gespr\u00e4chen gewonnen hat.<\/p>\n<p><strong>Neue Sympathien f\u00fcr Greenpeace in der japanischen Bev\u00f6lkerung<\/strong><\/p>\n<p>Die schleichende radioaktive Verseuchung ist vielerorts Tabu. Man sieht, riecht und h\u00f6rt sie nicht. Und so fliesst das Leben zumindest \u00e4usserlich wahrnehmbar ruhig weiter. F\u00fcr Kasser ist die japanische (Des-)Informationspolitik verantwortungslos: \u201eEs braucht breite Aufkl\u00e4rungskampagnen und dabei ein verst\u00e4rktes Augenmerk auf die Risikogruppen: Kinder, Schwangere, Bauern, G\u00e4rtner, Reinigungspersonal.\u201c<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box small-box right\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/73bb495d-73bb495d-gp04anz.jpg\" title=\"Die Radioaktivit\u00e4t ist unsichtbar aber \u00fcberall.\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl04_Image1\" title=\"Die Radioaktivit\u00e4t ist unsichtbar aber \u00fcberall.\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/73bb495d-73bb495d-gp04anz.jpg\" alt=\"Die Radioaktivit\u00e4t ist unsichtbar aber \u00fcberall.\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Freitag, 23. November 2012<\/span><br \/>\n        <strong>Die Radioaktivit\u00e4t ist unsichtbar aber \u00fcberall.<\/strong><\/p>\n<p>\n            Radiation Monitoring in Fukushima \u00a9 Jeremie Souteyrat \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>In evakuierten Regionen \u2013 ausserhalb von Fukushima City und n\u00e4her am Reaktor dran \u2013 hat das Strahlenschutz-Team von Greenpeace viele Dekontaminierungs-Arbeiten gesehen. Dabei wird verseuchte Erde abgetragen \u2013 in den h\u00fcgeligen und bewaldeten Landschaften eine wahre Sisyphos-Arbeit. Denn das Wasser bringt aus h\u00f6her gelegenen Regionen immer neue Radioaktivit\u00e4t. \u201eDie Anstrengungen zur Dekontaminierung m\u00fcssen auf dicht besiedelte Gebiete wie Fukushima City konzentriert werden, Da ist die Dringlichkeit und Wirksamkeit am gr\u00f6ssten\u201c, fordert Atomspezialist Florian Kasser.<\/p>\n<p>Bei seiner Arbeit auf den Strassen der Pr\u00e4fektur-Hauptstadt hat der \u00fcberzeugte Umweltsch\u00fctzer auch Positives erlebt. \u201eDie Menschen waren interessiert an dem, was wir tun, und sind dankbar f\u00fcr unser Engagement.\u201c Vor der Atomkatastrophe sah das anders aus. Mit der Meeresschutz-Kampagne genoss Greenpeace wenig Sympathien in der japanischen Bev\u00f6lkerung und wurde von Fischern sogar heftig bek\u00e4mpft. Das Schicksal will es, dass es heute gerade diese sind, die von Greenpace grosse Unterst\u00fctzung erfahren. Spezialisten testen den Fang auf Radioaktivit\u00e4t, um den Fischern zu helfen, ihre Existenzgrundlage zu sichern.<\/p>\n<p>Das Kerngesch\u00e4ft von Greenpeace, sich \u00f6ffentlich einzustehen f\u00fcr eine Sache \u2013 das war bislang mit der japanischen Volksseele schwer vereinbar. Als Kind der Katastrophe ist aber eine neue Protestbewegung geboren. Ihr zuzuschreiben ist es, dass noch immer jeden Freitag vor dem Regierungsgeb\u00e4ude in Tokyo demonstriert wird: gegen die Resignation, f\u00fcr ein Japan, das seine Bev\u00f6lkerung informiert und sch\u00fctzt, und f\u00fcr einen konsequenten Atomausstieg.<\/p>\n<h3>Ein Mann, eine Solaranlage<\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Einer, der seinen pers\u00f6nlichen Weg aus der Katastrophe sucht, ist Satoshi Nemoto. Der Bauer ist mit seinen Berufskollegen auch schon nach Tokyo gefahren, um zu protestieren. Unterst\u00fctzt von Greenpeace, f\u00fchrte ihn seine Reise im vergangenen Fr\u00fchling sogar bis in die Schweiz. Er kam, um zu berichten, was ein Atomreaktor anrichten kann. Nun hat Florian Kasser ihn auf seinem Bauernhof besucht, der ungef\u00e4hr 20 Minuten von Fukushima City entfernt liegt. Der Atom-Campaigner war tief beeindruckt, mit welcher inneren St\u00e4rke Nemoto der schwierigen Situation begegnet.<\/p>\n<p>Aus der kontaminierten Zone weg ziehen? Das war f\u00fcr den Familienvater nie ein Thema. Zu sehr f\u00fcrchtet er um die Gemeinschaft, wenn immer mehr Menschen gehen. Obwohl es auch f\u00fcr ihn gute Gr\u00fcnde g\u00e4be: Die gesundheitliche Belastung, die bedrohte Existenzgrundlage. 60 Prozent ihres Einkommens haben die Reis- und Gem\u00fcsebauern eingeb\u00fcsst. Die Marke \u201eFukushima\u201c l\u00e4sst sich nicht mehr verkaufen. Nur die regionale Bev\u00f6lkerung h\u00e4lt zu ihren Bauern. Als Pr\u00e4sident des lokalen Bauernverbandes sagt Satoshi Nemoto der Hoffnungslosigkeit den Kampf an und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Denn die Japanische Regierung \u00fcberl\u00e4sst die Bauern mehr oder weniger ihrem Schicksal. Einerseits ber\u00e4t Nemoto die Landwirte im Umgang mit Radioaktivit\u00e4t: Im Landwirtschaftszentrum von \u201eNomiren Fukushima\u201c bietet er Tests f\u00fcr Lebensmittel an. L\u00e4ngst nicht alle Ernten sind verseucht, da der Transfer von Radioaktivit\u00e4t in Pflanzen je nach Art ganz unterschiedlich ausf\u00e4llt. Es gibt Bauern, die zum Beispiel Reis fast radioaktivt\u00e4tsfrei produzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>In seiner pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugung best\u00e4rkt<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box small-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/24499277-24499277-gp115l.jpg\" title=\"Anti Atom Protest gabs nicht immer in Japan\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl06_Image1\" title=\"Anti Atom Protest gabs nicht immer in Japan\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/24499277-24499277-gp115l.jpg\" alt=\"Anti Atom Protest gabs nicht immer in Japan\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Freitag, 23. November 2012<\/span><br \/>\n        <strong>Anti Atom Protest gabs nicht immer in Japan<\/strong><\/p>\n<p>\n            Japanese &#171;No Nukes&#187; Public Protest \u00a9 Jeremy Sutton-Hibbert \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Andererseits unterst\u00fctzt Satoshi Nemoto seine Kollegen dabei, mithilfe von F\u00f6rdergeldern auf kontaminiertem Land Solaranlagen zu bauen, um sich mit der Produktion von Strom einen neuen Erwerbszweig zu erschliessen. Durch die Katastrophe beschleunigt, wurde in Japan im August diesen Jahres eine kostendeckende Einspeiseverg\u00fctung eingef\u00fchrt, die \u00e4hnlich wie das Schweizer Modell funktioniert. Bereits gibt es erste Umsetzungserfolge in der Bauerngemeinschaft von Nemoto. Aber auch Grosskonzerne wittern nun das lohnende Gesch\u00e4ft mit der Sonnenenergie. Das Hightech-Unternehmen Toshiba etwa plant in der evakuierten Zone eine gigantische Anlage. \u201eF\u00fcr Nemoto die falsche Entwicklung\u201c, erz\u00e4hlt Florian Kasser: \u201eEr ist \u00fcberzeugt, dass die Energieversorgung jetzt dezentralisiert werden muss und in die H\u00e4nde von Einzelnen statt von grossen Energieunternehmen geh\u00f6rt. Die Bev\u00f6lkerung muss die Energiewende mitgestalten.\u201c<\/p>\n<p>Ende Oktober ist der in Z\u00fcrich lebende Westschweizer von seiner Japan-Reise zur\u00fcckgekehrt. Was hat sich f\u00fcr ihn durch seine Eindr\u00fccke ver\u00e4ndert? \u201eIch habe ein viel differenziertes Bild \u00fcber die aktuelle Lage in Japan erhalten. Es gibt keine schnellen, einfachen L\u00f6sungen f\u00fcr die Menschen vor Ort. Vor allem aber bin ich in meiner pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugung best\u00e4rkt worden, dass wir uns grunds\u00e4tzlich und schnellstm\u00f6glich von der Atomenergie verabschieden m\u00fcssen. So etwas darf nie wieder passieren!\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnf Fragen an Florian Kasser<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box small-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4628cf52-4628cf52-mg_3409.jpg\" title=\"Florian Kasser, Atomcampaigner\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl08_Image1\" title=\"Florian Kasser, Atomcampaigner\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4628cf52-4628cf52-mg_3409.jpg\" alt=\"Florian Kasser, Atomcampaigner\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content hidden-paragraph\">\n        <span class=\"date\">Montag, 26. November 2012<\/span><br \/>\n        <strong>Florian Kasser, Atomcampaigner<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Du bist seit 2012 Mitglied des internationalen Strahlenschutz-Teams von Greenpeace. Was ist genau Eure Aufgabe?<\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p>Die Gruppe besteht aus Experten aus der ganzen Welt und kommt \u00fcberall zum Einsatz, wo es erh\u00f6hte Radioaktivit\u00e4t gibt: also nicht nur an Schaupl\u00e4tzen grosser Atomkatstrophen wie Fukushima oder Tschernobyl. Wir gehen f\u00fcr unsere unabh\u00e4ngigen Messungen auch in Uranabbau-Gebiete, an Orten mit Uranm\u00fcll-Problematik wie zum Beispiel der marode Wiederaufbereitungsanlage im russischen Majak.<\/p>\n<p><strong> 2. Hattest Du Angst, in die verstrahlten Gebiete von Fukushima zu reisen?<\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p>Ich habe mich entschieden, bei Greenpeace als Atomexperte zu arbeiten. Dazu geh\u00f6rt, nicht nur am Schreibtisch zu sitzen, sondern auch Orte des Geschehens zu besuchen. Die Strahlenschutz-Gruppe geht sehr sorgf\u00e4ltig und professionell vor. Ich habe mich gerade Mal eine Woche in verstrahlten Gebieten aufgehalten, in denen Menschen tagt\u00e4glich arbeiten, essen, leben. Nein, ich hatte keine Angst.<\/p>\n<p><strong> 3. Was passiert jetzt mit Euren Mess-Resultaten?<\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p>Wir haben sie am Ende unseres Aufenthalts in Tokyo an einer Pressekonferenz vorgestellt. Vergangene Woche hat die japanische Regierung zugegeben, dass fast 700 Mess-Stationen in Fukushima City im Vergleich zur Umgebung zu tiefe Werte anzeigen. Sie hat angek\u00fcndigt, diese zu \u00fcberpr\u00fcfen und neu zu positionieren. Ein toller Erfolg.<\/p>\n<p><strong> 4. Was ist Deine Einsch\u00e4tzung: wird es in Japan tats\u00e4chlich zum Atom-Ausstieg kommen?<\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p>Die Regierung sp\u00fcrt klar den Druck der Bev\u00f6lkerung und ist jetzt, vor den Wahlen, auf Ausstiegskurs. Gem\u00e4ss Kennern der politischen Szene ist es aber sehr gut m\u00f6glich, dass es nach den Wahlen zu einer Abschw\u00e4chung der atomkritischen Politik oder sogar zu einem Kurswechsel kommt.<\/p>\n<p><strong> 5. Du hast Dich auch mit Vertretern der japanischen Anti-AKW-Bewegung getroffen.<\/strong><\/p>\n<ol> <\/ol>\n<p>Ja. Sie sind sehr daran interessiert, wie wir in der Schweiz und Deutschland den Ausstieg anpacken wollen. Die japanische Regierung behauptet, sich von der Atomenergie zu verabschieden sei ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Dabei liegt der Atomanteil tiefer als in der Schweiz, n\u00e4mlich bei 30 Prozent. Momentan sind nur zwei Kraftwerke am Netz \u2013 und Japan hat Strom. Auch dank dem grossen Einsatz im Effizienzbereich, den die Bev\u00f6lkerung freiwillig leistet.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Oktober war Florian Kasser gemeinsam mit einer Greenpeace-Expertengruppe f\u00fcr Strahlenschutz im Distrikt Fukushima unterwegs, um unabh\u00e4ngige Messungen vorzunehmen. 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