{"id":13128,"date":"2012-11-22T00:00:00","date_gmt":"2012-11-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13128\/schweizer-konzerne-versenken-gentech-deklaration\/"},"modified":"2019-05-30T11:55:32","modified_gmt":"2019-05-30T09:55:32","slug":"schweizer-konzerne-versenken-gentech-deklaration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13128\/schweizer-konzerne-versenken-gentech-deklaration\/","title":{"rendered":"Schweizer Konzerne versenken Gentech-Deklaration"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Agrochemie- und Nahrungsmittelindustrie, darunter Syngenta und Nestl\u00e9, hat in Kalifornien die Kennzeichnung von Gentech-Nahrung verhindert. Sie setzte im Abstimmungskampf 46 Millionen Dollar ein und fiel mit gef\u00e4lschten Prospekten sowie anderen nicht gerade zimperlichen Schummeleien auf.<\/b><\/p>\n<div>\n<p><em>von Claudio De Boni<\/em><\/p>\n<p>Die USA kennt als einzige Industrienation keine Gentechdeklaration und  das wird vorl\u00e4ufig auch so bleiben: Mit finanziell hohem und  wirtschaftsethisch bedenklichem Einsatz haben Multis wie Monsanto, Du  Pont, Pepsi, Kraft, Bayer, Dow, BASF, Syngenta, Coca Cola oder Nestl\u00e9  die kalifornische B\u00fcrgerinitiative versenkt, die den Golden State zum  ersten US-Bundesstaat gemacht h\u00e4tte, der <a title=\"Konzern-Demokratie made in Switzerland\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Magazin\/2012-Magazin\/Konzern-Demokratie-made-in-Switzerland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">gentechnisch ver\u00e4nderte Nahrungsmittel als solche kennzeichnet<\/a> .<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6bb50299-6bb50299-1211_rtr38v4t.jpg\" title=\"Initiative gescheitert - durch den massiven finanziellen Einsatz der globalen Gentechnikindustrie im Abstimmungskampf\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl04_Image1\" title=\"Initiative gescheitert - durch den massiven finanziellen Einsatz der globalen Gentechnikindustrie im Abstimmungskampf\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6bb50299-6bb50299-1211_rtr38v4t.jpg\" alt=\"Initiative gescheitert - durch den massiven finanziellen Einsatz der globalen Gentechnikindustrie im Abstimmungskampf\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Initiative gescheitert &#8211; durch den massiven finanziellen Einsatz der globalen Gentechnikindustrie im Abstimmungskampf<\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Stephen Lam \/ Reuters\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Mit rund 46 Millionen Dollar war das Abstimmungsbudget der Industrie etwa sechs mal h\u00f6her als jenes der Deklarationsbef\u00fcrworter, wo sich B\u00fcgerbewegungen, lokale Bauern und Bio-Produzenten organisiert hatten. Das finanziell hochaus \u00fcberlegene Nein-Komitee war zu mehr als 99 Prozent von Konzernen finanziert, im Gegensatz zum Ja-Komitee, das sein Budget zu einem Drittel von B\u00fcrgern gespendet bekam, der Rest kam aus der Biobranche. Der Food- und Pestizid-Industrie ist es damit gelungen, die Stimmung in der Bev\u00f6lkerung innert zwei Monaten zu kippen : Bef\u00fcrworteten laut Umfragen Anfang September noch <a title=\"Am 1. Oktober startete die Industrie ihre grossfl\u00e4chige TV-Gegenkampagne\" href=\"http:\/\/www.motherjones.com\/files\/images\/poll_copy_0.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">65 Prozent die Initiative, warfen schliesslich 63 Prozent\u00a0<\/a> ein \u00abNein\u00bb ein. Der Unterschied zwischen dem Ja und dem Nein-Lager betrug nach der Ausz\u00e4hlung 500\u201900 Stimmen.<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box small-box right\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/97aec174-97aec174-poll_copy_0.jpg\" title=\"Am 1. Oktober startete die Industrie ihre grossfl\u00e4chige TV-Gegenkampagne\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl06_Image1\" title=\"Am 1. Oktober startete die Industrie ihre grossfl\u00e4chige TV-Gegenkampagne\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/97aec174-97aec174-poll_copy_0.jpg\" alt=\"Am 1. Oktober startete die Industrie ihre grossfl\u00e4chige TV-Gegenkampagne\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Am 1. Oktober startete die Industrie ihre grossfl\u00e4chige TV-Gegenkampagne<\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 motherjones.com\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der Erfolg f\u00fcr diesen Meinungsumschwung war eine fl\u00e4chendeckende, teils verleumderische Kampagne der Industrie, die sich nicht als solche zu erkennen geben wollte. Die Multis versteckten sich stets hinter industrienahen Wissenschaftlern, setzten erfundene Experten ein und warben mit Institutionen, die nicht damit einverstanden waren oder die f\u00e4lschlicherweise suggerierten, Teile der Demokraten oder der Polizei zu sein. In einem Fall erwirkte die Stanford Universit\u00e4t, dass das Nein-Komitee die <a title=\"TV-Spot\" href=\"http:\/\/www.stanforddaily.com\/2012\/10\/17\/university-objects-to-no-on-37-ad-implying-stanford-endorsement\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ausstrahlung eines TV-Spot stoppen musste<\/a>, in dem sich ein Sprecher der Gentech-Lobby f\u00e4lschlicherweise als Stanford-Professor ausgab. Irref\u00fchrend war auch die Propaganda zahlreicher vom Nein-Komitee gesteuerter, irref\u00fchrender Publikationen und Vereine: Der \u00abCops Voting Guide\u00bb, die \u00abCoalition for Literacy\u00bb sowie die Gruppe \u00abCalifornians Vote Green\u00bb warben in <a title=\"Plakatkampagne\" href=\"http:\/\/www.carighttoknow.org\/foes_of_honest_labeling\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Plakatkampagnen und in breit gestreuten Mailings<\/a> f\u00fcr ein Nein. Alle diese Medien und Vereine repr\u00e4sentieren nicht einmal eine Minderheit dieser Gruppen, die sie zu vertreten vorgeben. Betreut mit der undurchsichtigen Kampagne war der Anwalt und PR-Profi <a title=\"Henry Miller\" href=\"http:\/\/www.carighttoknow.org\/who_do_you_trust_henry_miller\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Henry Miller<\/a>, er war einst die rechte Hand von Gouverneur Schwarzenegger und hat schon mehrere \u00e4hnlich dubiose politische Kampagnen f\u00fcr Tabak- und \u00d6lindustrie gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Die Industrie gab sich im Abstimmungskampf nicht zu erkennen<\/strong><\/p>\n<p>An sich w\u00e4re das Ungleichgewicht zwischen Industrie- und B\u00fcrger-Budgets f\u00fcr eine Demokratie schon eigenartig. Weiterhin erstaunt jedoch, dass selbst ausl\u00e4ndische Konzerne, die in Kalifornien millionenschwere Absatzm\u00e4rkte haben, eine solche L\u00fcgenkampagne unterst\u00fctzen und so \u00e4usserst fragw\u00fcrdig in den demokratischen Prozess am anderen Ende der Welt eingreifen. Die beiden Schweizer Konzerne Syngenta und Nestl\u00e9 haben sich bisher nicht zu ihrer 3,5-Millionen-Dollar-Unterst\u00fctzung ge\u00e4ussert, sie scheinen das Thema unter dem Deckel halten zu wollen. Syngenta will auch auf direkte Anfrage von Greenpeace nicht zu den genannten Vorw\u00fcrfen Stellung nehmen. Greenpeace Schweiz wollte von Syngenta wissen, wieso sie f\u00fcr eine solche Abstimmung so viel Geld einsetzen, und ob diese Methoden nicht gegen ihre eigenen CSR-Richtlinien verstossen. Syngenta-Sprecher Daniel Braxton schrieb zur\u00fcck: \u00abWir verzichten auf eine Beantwortung der gestellten Fragen\u00bb.<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box middle-box right\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5844d8b1-5844d8b1-1211_gp0x50.jpg\" title=\"Gentechnisch ver\u00e4ndert oder nicht? Die Amerikaner erfahren es nicht, auch dank der Lobby der schweizer Gentechnikkonzerne Nestl\u00e9 und Syngenta.\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl08_Image1\" title=\"Gentechnisch ver\u00e4ndert oder nicht? Die Amerikaner erfahren es nicht, auch dank der Lobby der schweizer Gentechnikkonzerne Nestl\u00e9 und Syngenta.\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5844d8b1-5844d8b1-1211_gp0x50.jpg\" alt=\"Gentechnisch ver\u00e4ndert oder nicht? Die Amerikaner erfahren es nicht, auch dank der Lobby der schweizer Gentechnikkonzerne Nestl\u00e9 und Syngenta.\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Gentechnisch ver\u00e4ndert oder nicht? Die Amerikaner erfahren es nicht, auch dank der Lobby der schweizer Gentechnikkonzerne Nestl\u00e9 und Syngenta.<\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Martin Langer \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Nestl\u00e9 gab sich M\u00fche, eine etwas ausf\u00fchrlichere Antwort zu formulieren. Das mag daran liegen, dass die politische Einflussnahme in Kalifornien nicht so recht zu den erst k\u00fcrzlich gemachten Aussagen von Nestl\u00e9-Nachhaltigkeits-Chef Hans Joehr passt, der sich im \u00abFood Navigator\u00bb folgendermassen zitieren liess: \u00abWir haben eine sehr einfache Sicht, wenn es um gentechnisch ver\u00e4nderte Lebensmittel geht. Wir h\u00f6ren auf die Konsumenten. Wenn sie Gentechnik nicht in ihren Produkten wollen, tun wir auch keine rein\u00bb.<\/p>\n<p>Auf diese Divergenz angesprochen, antwortet die Pressestelle des Schweizer Food-Konzerns: \u00abNestl\u00e9 ist grunds\u00e4tzlich f\u00fcr den Zugang der Verbraucher zu Informationen \u00fcber die Herkunft von Produktzutaten, und wir ber\u00fccksichtigen die Vorlieben und Einstellungen der lokalen Konsumenten. Das heisst, Nestl\u00e9 verwendet nicht \u00fcberall auf der Welt genetisch modifizierte Organismen. Das vorgeschlagene Gesetz h\u00e4tte die Lebensmittelkosten der kalifornischen Verbraucher in die H\u00f6he getrieben, ohne ihnen einen tats\u00e4chlich sp\u00fcrbaren Gesundheits- oder Sicherheitsnutzen zu bringen.\u00bb<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich behauptete das Nein-Komitee, eine Deklaration w\u00fcrde die j\u00e4hrlichen Lebensmittelausgaben eines Haushaltes pro Jahr um 400 Dollar erh\u00f6hen. Dabei zitierten sie allerdings eine ohnehin umstrittene Studie falsch, die zum Schluss kam, dass die komplette Umstellung auf nicht genver\u00e4nderte Lebensmittel allenfalls diese Kosten verursachen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Der Widerstand wird in andere Staaten getragen<\/strong><\/p>\n<p>Kritisch betrachtet wird solche politische Einflussnahme auch von renommierten Wirtschaftsethikern. Guido Palazzo, Professor f\u00fcr Wirtschaftsethik an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Betriebswirtschaft und \u00d6konomie der Universit\u00e4t Lausanne sagt dazu: \u00abWiderspr\u00fcche zwischen der Nachhaltigkeitsstrategie und den Lobbyismus-Aktivit\u00e4ten \u00a0wecken Zweifel an der Glaubw\u00fcrdigkeit eines Unternehmens. Dort wo Unternehmen mit grossen Budgets und mangelhafter Transparenz aggressives Lobbying betreiben d\u00fcrfen, um ihre Interessen in politischen Entscheidungsprozessen durchzusetzen, verwandeln sich Demokratien in Oligarchien\u00bb.<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/7f7bb6c6-7f7bb6c6-1211_gp02dss.jpg\" title=\"Europa ja, USA nein? Was f\u00fcr Europa gilt, scheint f\u00fcr die USA keine G\u00fcltigkeit zu haben. Nestl\u00e9 arbeitet mit Doppelstandards f\u00fcr die beiden Kontinente. \"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl10_Image1\" title=\"Europa ja, USA nein? Was f\u00fcr Europa gilt, scheint f\u00fcr die USA keine G\u00fcltigkeit zu haben. Nestl\u00e9 arbeitet mit Doppelstandards f\u00fcr die beiden Kontinente. \" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/7f7bb6c6-7f7bb6c6-1211_gp02dss.jpg\" alt=\"Europa ja, USA nein? Was f\u00fcr Europa gilt, scheint f\u00fcr die USA keine G\u00fcltigkeit zu haben. Nestl\u00e9 arbeitet mit Doppelstandards f\u00fcr die beiden Kontinente. \" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Europa ja, USA nein? Was f\u00fcr Europa gilt, scheint f\u00fcr die USA keine G\u00fcltigkeit zu haben. Nestl\u00e9 arbeitet mit Doppelstandards f\u00fcr die beiden Kontinente. <\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Christian \u00c5slund\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Auch bei der Schweizerischen Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG) st\u00f6sst  das politische Engagement der Schweizer Konzerne auf wenig Gegenliebe:  \u00abEs ist bedauerlich, dass der Konsument in den USA weiterhin keine  Wahlfreiheit erh\u00e4lt, ob er sich gentechfrei ern\u00e4hren will oder nicht.  Die aggressive Nein-Kampagne arbeitete mit unlauteren Mitteln. Dass  diese von Schweizer Konzernen massgeblich unterst\u00fctzt wurde, ist ein  Armutszeugnis f\u00fcr das Demokratieverst\u00e4ndnis der beiden Schweizer Multis.  Nestl\u00e9 arbeitet mit Doppelstandards, was f\u00fcr Europa gilt scheint f\u00fcr  die USA keine G\u00fcltigkeit zu haben\u00bb sagt SAG-Gesch\u00e4ftsleiter Paul  Scherer.<\/p>\n<p>Mit Kalifornien geht der Anti-Gentech-Bewegung beim Kampf um eine Kennzeichnungspflicht ein wichtiger Bundesstaat verloren. W\u00e4re die Initiative angenommen worden, h\u00e4tte die Industrie vermutlich schon bald in anderen Staaten ebenfalls nachziehen m\u00fcssen. Immerhin ist die Niederlage knapp genug, dass sich die Gentech-Labeling-Bewegung trotzdem ermutigt f\u00fchlt. \u00c4hnliche Kennzeichnungsinitiativen sind in Washington, Oregon, Maine, New Mexico, Connecticut, Vermong und anderen Bundesstaaten in Vorbereitung. Das Ganze k\u00f6nnte auf Dauer teuer werden f\u00fcr die Industrie. Und vielleicht, nach den gewonnenen Wahlen, l\u00f6st nun endlich die Regierung Obama ihr Versprechen ein und engagiert sich tatkr\u00e4ftig und nicht bloss mit Lippenbekenntnissen f\u00fcr eine Gentech-Deklaration.<\/p>\n<p>Bis Politik und Industrie so weit sind, behelfen sich die US-Aktivistengruppen selbst: Auf der Website von <a title=\"label it yourself\" href=\"http:\/\/www.labelityourself.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Label It Yourself<\/a> stehen druckbereite Labels zum Download parat. So kann jeder Konsument Gentech-Food selbst kennzeichnen, wenn er ihn \u00fcberhaupt als solchen erkennen kann. Zu tun g\u00e4be es einiges: 90% der Mais- und Soja-Ernte in den USA kommt aus gentechnisch ver\u00e4ndertem Saatgut, vermutlich nahezu 80% aller in den USA verkauften Lebensmittel sind gentechnisch ver\u00e4ndert. In der Schweiz, wo Nestl\u00e9 und Syngenta ihren Hauptsitz haben, ist jegliche Aussaat von Gentech-Samen verboten. Das Gentech-Moratorium soll in der ab 26. November laufenden Wintersession des St\u00e4nderates bis 2017 verl\u00e4ngert werden. Wie viel Geld und andere Ressourcen Syngenta und Nestl\u00e9 in der Schweiz gegen ein Moratorium einsetzen, wollte keiner der beiden Multis sagen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"contentsmall\"><strong>Das sollte nach der Gesetzesinitiative gekennzeichnet werden:\u00a0 <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0Lebensmittel aus Gentech-Pflanzen, die unverarbeitet verkauft werden, erhalten die Kennzeichnung \u00abgentechnisch ver\u00e4ndert\u00bb<\/li>\n<li>Verarbeitete Lebensmittel mit Zutaten aus gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen erhalten die Kennzeichnung \u00abteilweise hergestellt mit\u00a0 Gentechnik\u00bb (Partially Produced with Genetic Engineering)<\/li>\n<li>solche Lebensmittel d\u00fcrfen nicht wie bisher \u00fcblich als \u00abAll Natural\u00bb oder mit \u00e4hnlichen Begriffen vermarktet werden<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"contentsmall\"><strong>Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Lebensmittel von Tieren, die gentechnisch ver\u00e4nderte Futtermittel enthalten haben<\/li>\n<li>Lebensmittel, bei denen der Hersteller ohne es zu wissen oder zuf\u00e4llig Gentech-Pflanzen verwendet hat<\/li>\n<li>Verarbeitete Lebensmittel, die bis zu zwei Zusatzstoffe oder Enzyme enthalten, die mit Gentech-Mikroorganismen hergestellt sind<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Agrochemie- und Nahrungsmittelindustrie, darunter Syngenta und Nestl\u00e9, hat in Kalifornien die Kennzeichnung von Gentech-Nahrung verhindert. 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