{"id":132701,"date":"2026-05-28T00:01:00","date_gmt":"2026-05-27T22:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=132701"},"modified":"2026-05-27T15:03:49","modified_gmt":"2026-05-27T13:03:49","slug":"schweizer-akw-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/132701\/schweizer-akw-russland\/","title":{"rendered":"Schweizer AKW: Die Abh\u00e4ngigkeit von Russland ist nach wie vor immens"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Auch vier Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine ist die Schweizer Atomindustrie bei der Versorgung mit Uranweiterhin von Russland abh\u00e4ngig. Der Energiekonzern Axpo will zwar russisches Uran durch solches aus Kasachstan ersetzen. Doch das reicht nicht aus, um die Verbindungen zu Russland zu kappen. Das zeigt <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/05\/20260528-Uran-fuer-die-Atomkraftwerke-der-Axpo_-Russlands-langer-Schatten-Volltext.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">eine Analyse<\/a> von Greenpeace Schweiz.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Axpo, der gr\u00f6sste Stromversorger der Schweiz, ist eine Partnerschaft mit Kazatomprom eingegangen. Kazatomprom ist das f\u00fchrende Unternehmen der Uranindustrie in Kasachstan. Ziel ist es, in der ganzen Uran-Lieferkette auf russische Lieferanten verzichten zu k\u00f6nnen. Die Axpo bezog bislang den Brennstoff f\u00fcr die beiden Reaktoren des AKW Beznau vollst\u00e4ndig und f\u00fcr das AKW Leibstadt zur H\u00e4lfte aus Russland.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Auch wenn sich das Herkunftsland f\u00fcr Uran ge\u00e4ndert hat, bleibt der russisch-staatliche Atomkonzern Rosatom f\u00fcr die Versorgung der Schweizer AKW unumg\u00e4nglich.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abDie Realit\u00e4t der Atomindustrie in der Schweiz ist: Trotz der Erkl\u00e4rungen der Axpo sind wir f\u00fcr das in unseren AKW verwendete Uran weiterhin von Russland abh\u00e4ngig\u00bb, sagt Florian Kasser, Experte f\u00fcr Nuklearfragen bei Greenpeace Schweiz. \u00abDie Atomkraftwerke Beznau und Leibstadt sind auch in den kommenden Jahren beim Transport und bei der Anreicherung ihres Brennstoffs auf Rosatom angewiesen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Zwei Hauptgr\u00fcnde erkl\u00e4ren, warum die Schweizer Atomindustrie weiterhin von Russland abh\u00e4ngig ist:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Grossteil des in Kasachstans Minen gef\u00f6rderten Urans gelangt \u00fcber eine Route, die durch Russland f\u00fchrt und von Rosatom kontrolliert wird, nach St. Petersburg an die Ostsee. Dort wird es auf russische Schiffe verladen und in die westlichen L\u00e4nder transportiert. Eine Alternativroute gibt es durchaus: die Transkaspische Internationale Transportroute (TITR). Diese weist jedoch logistische M\u00e4ngel auf und ist erheblichen geopolitischen Risiken ausgesetzt. Als Konsequenz wird das Uran aus Kasachstan mehrheitlich \u00fcber Russland transportiert. Das heisst: F\u00fcr Uran aus Kasachstan ist die Axpo auf Russland und russische Unternehmen angewiesen.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Uran ist ein Rohstoff, der sich im Handel und in der Bearbeitung einfach austauschen l\u00e4sst. In Konversions- oder Anreicherungsanlagen werden die Uranlieferungen gemischt und undifferenziert bearbeitet. Das macht eine l\u00fcckenlose R\u00fcckverfolgung unm\u00f6glich. Verschiedene Konversions- und Anreicherungsanlagen, die auf der Lieferantenliste der Axpo stehen, bearbeiten Uran, das von Rosatom geliefert wird. Kommt hinzu: Die grossen Mengen an Uran, die direkt aus Russland exportiert werden oder dessen Territorium durchqueren, machen dieses Land f\u00fcr die Atombranche unverzichtbar. Dies erkl\u00e4rt, warum seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine kein Land Sanktionen gegen Rosatom verh\u00e4ngt hat.&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n<p>\u00abDie Atomenergie treibt uns in die F\u00e4nge Russlands, statt uns von Putin zu befreien. Nur ein \u00dcbergang zu einer Energieversorgung, die vollst\u00e4ndig auf erneuerbaren Energien basiert, erm\u00f6glicht es uns, in der Energieversorgung unabh\u00e4ngig und souver\u00e4n zu werden\u00bb, sagt Florian Kasser.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h3>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/05\/20260528-Uran-fuer-die-Atomkraftwerke-der-Axpo_-Russlands-langer-Schatten-Volltext.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Uran f\u00fcr die Atomkraftwerke der Axpo: Russlands langer Schatten<\/a><\/em>, Greenpeace Schweiz, Mai 2026<\/li>\n<\/ul>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte<\/strong><\/h3>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Florian Kasser, Experte f\u00fcr Nuklearfragen bei Greenpeace Schweiz, +41 76 345 26 55, <a href=\"mailto:florian.kasser@greenpeace.org\">florian.kasser@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch vier Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine ist die Schweizer Atomindustrie bei der Versorgung mit Uran weiterhin von Russland abh\u00e4ngig. 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