{"id":133045,"date":"2026-06-01T11:34:04","date_gmt":"2026-06-01T09:34:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=133045"},"modified":"2026-06-01T11:40:54","modified_gmt":"2026-06-01T09:40:54","slug":"umweltverbaende-lehnen-windkraftkritische-initiativen-ab-klima-und-biodiversitaetsschutz-gemeinsam-voranbringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/133045\/umweltverbaende-lehnen-windkraftkritische-initiativen-ab-klima-und-biodiversitaetsschutz-gemeinsam-voranbringen\/","title":{"rendered":"Umweltverb\u00e4nde lehnen windkraftkritische Initiativen ab \u2013 Klima- und Biodiversit\u00e4tsschutz gemeinsam voranbringen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Mitglieder der Umweltallianz (BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz, Pro Natura, Energie-Stiftung, VCS und WWF Schweiz) sprechen sich gegen die sogenannte Waldschutz-Initiative und die Gemeindeschutz-Initiative aus. Beide Volksbegehren schr\u00e4nken den naturvertr\u00e4glichen Ausbau der Windenergie stark ein und gef\u00e4hrden damit die Klima- und Energieziele der Schweiz.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Mitglieder der Umweltallianz (BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz, Pro Natura, Energie-Stiftung, VCS und WWF Schweiz) sprechen sich gegen die sogenannte Waldschutz-Initiative und die Gemeindeschutz-Initiative aus. Beide Volksbegehren schr\u00e4nken den naturvertr\u00e4glichen Ausbau der Windenergie stark ein und gef\u00e4hrden damit die Klima- und Energieziele der Schweiz.<\/p>\n\n<p>F\u00fcr die Mitglieder der Umweltallianz ist klar: Die Klima- und die Biodiversit\u00e4tskrise k\u00f6nnen nur gemeinsam gel\u00f6st werden. Daf\u00fcr braucht es erneuerbare Energien ebenso wie intakte, widerstandsf\u00e4hige \u00d6kosysteme. Um Konflikte m\u00f6glichst gering zu halten, braucht es eine sorgf\u00e4ltige Planung der Energieanlagen. Ein Gegeneinander-Ausspielen dieser Anliegen lehnt die Umweltallianz ab.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Waldschutz-Initiative: Pauschale Verbote l\u00f6sen keinen Zielkonflikt<\/h2>\n\n<p>Die Waldschutz-Initiative (Initiative \u00abGegen die Zerst\u00f6rung unserer W\u00e4lder durch Windturbinen\u00bb) verlangt ein faktisches Bauverbot f\u00fcr Windkraftanlagen im Wald sowie f\u00fcr Anlagen in einem Abstand von 150 Metern zu dichten W\u00e4ldern und Waldweiden. Neuere, bereits bestehende Anlagen in diesen Gebieten m\u00fcssten zudem r\u00fcckgebaut werden. W\u00e4lder sind wertvolle Lebensr\u00e4ume und verdienen besonderen Schutz. Rund 40 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz leben im Wald, darunter auch viele bedrohte Arten. Priorit\u00e4r sollen deshalb Standorte ausserhalb des Waldes gepr\u00fcft werden.<\/p>\n\n<p>Ein genereller Ausschluss von Windenergie im Wald \u2013 wie von der Initiative gefordert \u2013 geht jedoch zu weit. Die Initiative w\u00fcrde den Spielraum der Kantone und den potenziellen Planungsraum f\u00fcr Windkraft zu stark einschr\u00e4nken. Gem\u00e4ss Mitteilung des Bundesrats vom 22. Oktober 2025 w\u00e4ren zahlreiche bereits geplante Projekte betroffen. Rund die H\u00e4lfte der Landesfl\u00e4che w\u00fcrde f\u00fcr Windenergie ausgeschlossen. Berechnungen zeigen, dass \u00fcber 2 TWh j\u00e4hrlich geplanter Windstrom verhindert w\u00fcrde \u2013 zu einem grossen Teil gedacht f\u00fcr Winterstrom. Der Druck auf andere Technologien wie zus\u00e4tzliche Speicherwasserkraft, alpine Photovoltaik, AKW oder Gaskraftwerke w\u00fcrde entsprechend steigen.<\/p>\n\n<p>Die \u00dcbergangsbestimmung, welche den R\u00fcckbau bestehender Anlagen verlangt, ist zudem weder \u00f6kologisch noch energiepolitisch sinnvoll. Statt pauschaler Verbote braucht es sorgf\u00e4ltig festgelegte Eignungsgebiete und Anlagenstandorte, konsequente Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen und wirksame Schutz- und Ersatzmassnahmen (siehe Box).<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gemeindeschutz-Initiative: Keine prim\u00e4re Umweltfrage<\/h2>\n\n<p>Die Gemeindeschutz-Initiative (Initiative \u00abF\u00fcr den Schutz der direkten Demokratie bei Windparks\u00bb) verlangt obligatorische Volksabstimmungen \u00fcber Windkraftprojekte in den betroffenen Gemeinden. Diese Frage der Mitsprache der Gemeinden wurde vor Kurzem im Parlament mit dem sogenannten Beschleunigungserlass behandelt und bewusst nicht eingeschr\u00e4nkt: Im parlamentarischen Prozess wurde ausdr\u00fccklich klargestellt, dass die Mitwirkungsrechte der Gemeinden gewahrt bleiben. Gemeinden verf\u00fcgen also bereits \u00fcber substanzielle Einflussm\u00f6glichkeiten. Verschiedene Windkraftprojekte sind deshalb in den vergangenen Jahren an kommunalen Abstimmungen gescheitert.<\/p>\n\n<p>Die Initiative stellt zwar in erster Linie eine staats- und demokratiepolitische und keine Umweltfrage. Gleichzeitig w\u00fcrde sie massive zus\u00e4tzliche formelle H\u00fcrden schaffen, die Planungs- und Investitionssicherheit schw\u00e4chen und den dringend notwendigen Ausbau der Windkraft weiter erschweren bzw. verunm\u00f6glichen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sorgf\u00e4ltige Abw\u00e4gung statt starrer Verbote<\/h2>\n\n<p>Die Umweltallianz setzt sich konsequent f\u00fcr den Schutz und die \u00f6kologische Verbesserung von Lebensr\u00e4umen \u2013 insbesondere auch des Waldes \u2013 ein. Gleichzeitig steht sie hinter einer sicheren, erneuerbaren und naturvertr\u00e4glichen Energieversorgung. Die Initiativen haben vor allem eine pauschale Blockade des Windkraftausbaus zum Ziel. Das w\u00e4re f\u00fcr den Klimaschutz fatal und w\u00fcrde auch dem Naturschutz einen B\u00e4rendienst erweisen. Stattdessen braucht es eine naturvertr\u00e4gliche Planung der Eignungsgebiete und eine Abw\u00e4gung zwischen Schutz- und Nutzungsinteressen im Einzelfall.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading is-style-accent-1\">Positivplanung verbessern statt blockieren<\/h2>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\">Die Mitglieder der Umweltallianz stehen hinter der gesetzlich vorgeschriebenen Positivplanung, bei der raumplanerisch klar definierte Eignungsgebieten f\u00fcr die Windenergie bestimmt werden. Sie verlangen gleichzeitig, dass bei der Bestimmung der Eignungsgebiete gen\u00fcgend sorgf\u00e4ltige Abkl\u00e4rungen punkto Naturschutz getroffen werden. Es ist essenziell, Windenergieanlagen bereits in der Richtplanung der Kantone vorzusehen. Gute Abkl\u00e4rungen in den Gebieten vor Ort sind hierf\u00fcr zwingend. Dazu geh\u00f6rt, vorkommende Arten zu erheben und deren Schutz zu ber\u00fccksichtigen. Diese Abkl\u00e4rungen werden aktuell ungen\u00fcgend durchgef\u00fchrt. In der Parlamentsdebatte zum Energiegesetz (Art. 10) wurde festgehalten, dass \u00abbei der Interessenabw\u00e4gung und bei der Ausscheidung der Eignungsgebiete im Richtplan auch der Naturschutz in Betracht gezogen werden\u00bb soll \u2013 und zwar auf der \u00abGrundlage von hinreichenden Erhebungen\u00bb. Die Kantone sind also gefordert, die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen und qualitativ einwandfreie Richtplanungen durchzuf\u00fchren. Sp\u00e4testens f\u00fcr das Baugesuch ist eine ausf\u00fchrliche Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung n\u00f6tig, bei der national priorit\u00e4re sowie gef\u00e4hrdete Arten (Rote Liste) inventarisiert werden. Schliesslich m\u00fcssen Ersatzmassnahmen biologisch sinnvoll, im Baugesuch gesichert und rechtzeitig vor Ort umgesetzt werden. Betroffene Tier- und Pflanzenpopulationen k\u00f6nnen nur unterst\u00fctzt werden, wenn bereits vor Baubeginn einer Windkraftanlage ganz in der N\u00e4he neue Lebensr\u00e4ume bereitgestellt werden. Weil die Planung heute noch nicht \u00fcberall konsequent genug erfolgt, braucht es eine qualitative Verbesserung der bestehenden Verfahren.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Greenpeace Schweiz, Medienstelle,\u00a0<a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>, 044\u00a0447\u00a041\u00a011<\/li>\n\n\n\n<li>Energiestiftung: Fabio Gassmann, Leiter Politik, 076\u00a0319\u00a009\u00a050,\u00a0<a href=\"mailto:fabio.gassmann@energiestiftung.ch\">fabio.gassmann@energiestiftung.ch<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>BirdLife Schweiz: Damaris Hohler, Projektleiterin Biodiversit\u00e4tspolitik, 044&nbsp;457&nbsp;70&nbsp;42,&nbsp;<a href=\"mailto:damaris.hohler@birdlife.ch\">damaris.hohler@birdlife.ch<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher, 079&nbsp;241&nbsp;60&nbsp;57,&nbsp;<a href=\"mailto:jonas.schmid@wwf.ch\">jonas.schmid@wwf.ch<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Pro Natura: Stefan Kunz, Leiter Politik &amp; Internationales, 079\u00a0631\u00a034\u00a067,\u00a0<a href=\"mailto:stefan.kunz@pronatura.ch\">stefan.kunz@pronatura.ch<\/a>\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>VCS:\u00a0Luc Leumann, Koordinator Bundespolitik,\u00a0079\u00a0705\u00a006\u00a058,\u00a0<a href=\"mailto:luc.leumann@verkehrsclub.ch\">luc.leumann@verkehrsclub.ch<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mitglieder der Umweltallianz (BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz, Pro Natura, Energie-Stiftung, VCS und WWF Schweiz) sprechen sich gegen die sogenannte Waldschutz-Initiative und die Gemeindeschutz-Initiative aus. 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