{"id":13324,"date":"2012-09-27T00:00:00","date_gmt":"2012-09-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13324\/shark-finning-millionen-mal-nichts-neues\/"},"modified":"2019-05-30T12:01:06","modified_gmt":"2019-05-30T10:01:06","slug":"shark-finning-millionen-mal-nichts-neues","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13324\/shark-finning-millionen-mal-nichts-neues\/","title":{"rendered":"\u00abShark Finning\u00bb &#8211; Millionen Mal nichts Neues"},"content":{"rendered":"<p><b>Gestern sah ich, wie sechs Haien die Flossen abgeschnitten wurden. Und so unglaublich das auch ist, so sicher ist es auch, dass davon in keiner Zeitung und in keiner Nachrichtensendung berichtet werden wird. Und das, obwohl derzeit zwischen 26 Millionen bis zu 73 Millionen Haien pro Jahr die Flossen vom K\u00f6rper getrennt und auf dem freien Markt verkauft werden. Das sind 8&#8217;000 get\u00f6tete Haie pro Stunde. Und der Markt boomt.  Es geschah w\u00e4hrend unserer zweiten Schiffsinspektion an diesem Tag. Ein japanischer Langleinenfischer, spezialisiert auf den Fang von Thunfisch und Thunfisch\u00e4hnlichen Arten. Wir waren ca. 200km von der K\u00fcste entfernt in einem Gebiet, das aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden nicht sehr h\u00e4ufig patroulliert wird. Mit uns an Bord, zwei Fischereiinspektoren aus Mosambik, erm\u00e4chtigt die Schiffe zu inspizieren und den Fang zu kontrollieren. Auch dahingehend, ob er mit den Lizenzen der Fischer \u00fcbereinstimmt.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Gestern sah ich, wie sechs Haien die Flossen abgeschnitten wurden. Und so unglaublich das auch ist, so sicher ist es auch, dass davon in keiner Zeitung und in keiner Nachrichtensendung berichtet werden wird. Und das, obwohl derzeit zwischen 26 Millionen bis zu 73 Millionen Haien pro Jahr die Flossen vom K\u00f6rper getrennt und auf dem freien Markt verkauft werden. Das sind 8&#8217;000 get\u00f6tete Haie pro Stunde. Und der Markt boomt.<\/p>\n<p> Es geschah w\u00e4hrend unserer zweiten Schiffsinspektion an diesem Tag. Ein japanischer Langleinenfischer, spezialisiert auf den Fang von Thunfisch und Thunfisch\u00e4hnlichen Arten. Wir waren ca. 200km von der K\u00fcste entfernt in einem Gebiet, das aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden nicht sehr h\u00e4ufig patroulliert wird. Mit uns an Bord, zwei Fischereiinspektoren aus Mosambik, erm\u00e4chtigt die Schiffe zu inspizieren und den Fang zu kontrollieren. Auch dahingehend, ob er mit den Lizenzen der Fischer \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box middle-box right\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/15068e41-15068e41-sharkcatch.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/15068e41-15068e41-sharkcatch.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Mittwoch, 26. September 2012<\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9Paul Hilton \/ Greenpeace<br \/>\nIn dem Moment an dem wir an Bord kommen, lehnen sich die Fischer gerade \u00fcber die Seite des Schiffes, um einen Blauhai an Bord zu hieven.\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Crew an Bord, etwa 20 Personen, war freundlich und gerade dabei, sich vorzubereiten ihre Leinen \u2013 diese unglaublich langen Leinen &#8211;\u00a0 einzuholen. Wir sprechen hier von einer Art Angelschnur mit einer L\u00e4nge von 120km. Im Abstand von 40-50 Metern sind daran weitere Angelschn\u00fcre befestigt. Diese wiederum sind mit je einem Haken und einem K\u00f6der versehen. Insgesamt wird also mit einer Angelschnur mit 3000 Haken gleichzeitig nach Fischen \u00abgeangelt\u00bb. F\u00fcr die Strecke der Langleine m\u00fcsste man mit einem Auto eine Stunde lang sehr schnell fahren und k\u00e4me alle 2 Sekunden an einem Haken vorbei.<\/p>\n<p>Morgens wird die Langleine am Heck des Schiffes ausgelegt und Abends wieder eingeholt. Jeden Tag.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Inspektion fanden wir eine Ablage auf der Haiflossen zum trocknen auslagen. Ich z\u00e4hlte etwa 30 St\u00fcck. Viele von Ihnen noch ganz frisch. Die Lizenz, die das Schiff bei sich f\u00fchrt, erlaubt \u00a0es den Fischern die Flossen von Haien abzutrennen &#8211;\u00a0 allerdings darf die Menge der Haiflossen an Bord 5% vom gesamten Haifang nicht \u00fcbersteigen. Haie gelten nach wie vor als Beifang &#8211;\u00a0 auch in den Papieren die das Schiff mit sich f\u00fchrt, sind Haie &#8211;\u00a0 anders als Thunfisch &#8211;\u00a0 nicht die angegebene Zielspezies. Da jedoch die Nachfrage nach Haiflossen immer weiter steigt, wird auch der Preis weiter in die H\u00f6he getrieben, was Haiflossen zu einer begehrenswerten Ware macht.<\/p>\n<p> Auf Deck werden derweilen die verschiedenen Werkzeuge und Ger\u00e4te bereitgelegt und die grossen R\u00e4der fangen an, die Langleinen einzuholen. Ich stand auf einer erh\u00f6hten Plattform, von der ich einen guten \u00dcberblick \u00fcber das gesamte Fangdeck hatte, ein Art Vogel-Perspektive auf die Besatzung und ihre automatisierten Abl\u00e4ufe. Gespr\u00e4che oder Befehle schienen unn\u00f6tig zu sein. Die Crew hatte diesen Tanz sicherlich schon tausendmal getanzt, und sie w\u00fcrde ihn auch weiterhin tanzen &#8211;\u00a0 zumindest f\u00fcr die n\u00e4chsten 12 Stunden: Solange dauert es n\u00e4mlich eine Langleine von 120km L\u00e4nge einzuholen.<\/p>\n<p>Der erste Fang der an Bord gehievt wird ist ein Blauhai und auch f\u00fcr dieses Ereignis hat die Crew einen einstudierten Bewegungsablauf.\u00a0 Eine Gruppe der M\u00e4nner sammelt sich um den Hai, der gerade an Bord gezogen wurde. Ich fange an \u00fcber diese M\u00e4nner nachzudenken: Wie viel bezahlt man ihnen wohl, damit sie diesen Job machen? Wie lange sind sie schon von Ihren Familien getrennt? Einer der M\u00e4nner ist bestimmt schon \u00a060 Jahre alt doch er macht genau denselben Job wie alle anderen auch: Leinen einholen, Fisch vom Haken trennen und weiter reichen, einpacken, auspacken, zupacken &#8211;\u00a0 12 Stunden am St\u00fcck. Er hat ein Tuch zu einem Stirnband gerollt und b\u00fcckt sich ein wenig, wenn er geht. Vielleicht zeigt er den j\u00fcngeren Crewmitgliedern wie es geht und liebt seinen Job. Vielleicht aber hasst er ihn auch.<\/p>\n<p>Der Hai der an Bord gezogen wird, ist noch am Leben. Es ist ein guter Fang. Sp\u00e4ter, wenn alles vorbei ist, wird mich der Fotograf darauf hinweisen, dass der Hai die Augen die ganze Zeit \u00fcber geschlossen hielt. Sicherlich ein Instinkt, zumindest hoffe ich das. Der Hai ist eine Sie. Zuerst schneiden die Fischer ihr den Kopf ab. Danach kommen die Flossen dran. Ein 200kg schweres Tier geschlachtet f\u00fcr ein, vielleicht zwei Kilo Flossen, die in einer Suppe landen. Und das 8&#8217;000 Mal am Tag. Doch wie ich schon sagte: Das ist nichts Neues \u2013 es geschieht die ganze Zeit. \u00dcberall. Und ist dazu ausserdem v\u00f6llig legal.<\/p>\n<p>Ein weiblicher Hai wird wegen seiner Flossen get\u00f6tet und ausgeweidet w\u00e4hrend ihre\u00a0 ungeborenen Babies hilflos auf Deck zappeln.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern sah ich, wie sechs Haien die Flossen abgeschnitten wurden. Und so unglaublich das auch ist, so sicher ist es auch, dass davon in keiner Zeitung und in keiner Nachrichtensendung&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":13326,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[41],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-13324","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-meer","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13324"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13324\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13324"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=13324"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=13324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}