{"id":13370,"date":"2012-09-23T00:00:00","date_gmt":"2012-09-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13370\/schiffsinspektion-vor-der-kueste-mosambiks\/"},"modified":"2019-05-30T12:02:15","modified_gmt":"2019-05-30T10:02:15","slug":"schiffsinspektion-vor-der-kueste-mosambiks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13370\/schiffsinspektion-vor-der-kueste-mosambiks\/","title":{"rendered":"Schiffsinspektion vor der K\u00fcste Mosambiks"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box small-box left\">\n<div class=\"frame reset-padding\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/dce8f6fd-dce8f6fd-freezer.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/dce8f6fd-dce8f6fd-freezer.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"hidden\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Crew war seit sieben Monaten an Bord des japanischen Langleinenfischers. Die meisten M\u00e4nner stammten aus Indonesien und sprachen kaum Englisch, ein paar von Ihnen erkannten jedoch den Namen \u00abGreenpeace\u00bb: Man konnte dem Schiff ansehen, dass es schon einige Male zur See gefahren ist &#8211; trotzdem war es relativ neu. Irgendwo auf dem Schiff wurde ein sp\u00e4tes Mittagessen \u00a0zubereitet. Der Duft stieg mir penetrant in die Nase und verst\u00e4rkte den fischigen Geruch an Bord.<\/p>\n<p>Es war mein erstes Mal an Bord eines fremden Schiffes. Dort zu sein, um den Fang zu kontrollieren, ob sich alles im legalen Bereich abspielt&#8230;ich war nicht sicher was ich zu erwarten hatte oder wie die Besatzung auf uns reagieren w\u00fcrde.<br \/>Wir wurden von zwei Fischereiinspektoren aus Mosambik begleitet, berechtigt Inspektionen dieser Art durchzuf\u00fchren. Herausfinden wer der Kapit\u00e4n des Schiffes ist, \u00a0die Fanglizenz verlangen, \u00a0eine Liste des Fanges obendrein und dann \u00fcberpr\u00fcfen, ob der tats\u00e4chliche Fang mit den Lizenzen \u00fcbereinstimmt &#8211; \u00a0das ist in etwa der Ablauf einer Inspektion. H\u00f6rt sich vielleicht einfach an, ist in Wirklichkeit aber ganz sch\u00f6n knifflig.<br \/>W\u00e4hrend wir mit dem Kapit\u00e4n sprachen, ruhten sich die Besatzungsmitglieder auf dem Deck in der Sonne aus. Es war eindeutig zu erkennen, dass sie nach einer langen Nacht, in der sie Angelschn\u00fcre und Langleinen hin und her schleppten, gerade erst aufgestanden waren.<br \/>Fischerboote wie dieses kommen in der Regel jedes Jahr aus \u00a0Spanien, Taiwan und Japan in diese Gebiete. Sie sind wegen der Thunfische und Thun-verwandten Arten hier, aber auch Haie sind wegen des lukrativen Gesch\u00e4fts mit ihren Flossen ein begehrter Fang. Besonders in dieser Jahreszeit, wenn die gr\u00f6ssten Thunfischbest\u00e4nde weiter in den S\u00fcden abgewandert sind.<\/p>\n<p>Mit der Lizenz des Schiffes war alles in Ordnung, so dass wir uns bald dem Fang an Bord widmen konnten. Eingepackt in dicke Jacken und Overalls, Schneeboots an den F\u00fcssen und einer dicken Wollm\u00fctze \u2013eigentlich ein Wahnsinn angesichts des schw\u00fclen Wetters \u00a0in Mosambik. F\u00fcr den Gang in einen Gefrierschrank bei minus 60 \u00b0 C aber unerl\u00e4sslich.<br \/>Direkt nachdem der \u00a0Thunfisch gefangen wird, wird er verarbeitet und im riesigen Gefrierschrank gelagert. Tonnen an Fisch und Haiflossen k\u00f6nnen so \u00fcber Monate gelagert werden: ein eisiges Grab geh\u00fcllt in dunstiges, gelbes Licht.<br \/>Im Gefrierraum wollen wir die Menge an Haiflossen \u00fcberpr\u00fcfen. \u00a0Doch uns wird gesagt, dass sich diese ganz hinten im Lager befinden und der Zugang leider nicht m\u00f6glich sei. Es ist kein Spiel. Und mir d\u00e4mmert immer mehr, welche Sisyphus-Arbeit das sein kann. Nehmen wir die Haiflossen als Beispiel. Das Gesamtgewicht der Flossen und Finnen an Bord, darf 5% des Gesamtgewichts der Haik\u00f6rper nicht \u00fcberschreiten. Also, m\u00fcssen zuerst die Haiflossen an Bord gez\u00e4hlt werden, und dann, wie viele Kilo Hai. Es ist ein Gewirr von Zahlen, Prozents\u00e4tzen und K\u00f6rper &#8211; in diesem Fall eingefroren und vermeintlich unzug\u00e4nglichen ganz unten im Schiff.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t sieht dann auch so aus: wenn es etwas Illegales an Bord g\u00e4be, so k\u00f6nnte man quasi alles im Gefrierlager so verstecken dass man es garantiert nicht findet. Aus diesem Grund sind Hafeninspektionen auch so essentiell.<\/p>\n<p>Schliesslich wird das Nichtkooperieren des Kapit\u00e4ns notiert und sp\u00e4ter der Thunfisch-Kommission des Indischen Ozeans gemeldet. In der Zwischenzeit hat unser Team auf der Rainbow Warrior ein weiteres Schiff entdeckt, und macht sich auf den Weg zur Inspektion. \u00a0Boot zur Inspektion gefunden und wir machen uns bereit zu gehen. In 2 Stunden wird diese Mannschaft wieder ihrer Angelschn\u00fcre einholen: Im Tiefk\u00fchllager ist noch gen\u00fcgend Platz vorhanden.<br \/>Wir gehen von Schiff zu Schiff und pr\u00fcfen die F\u00e4nge und ob diese den Regulierungen von Mosambik und der Thunfisch Kommission des Indischen Ozeans entsprechen. Entsprechen ihre Langleinen den Bestimmungen? F\u00fchren sie die richtigen Lizenzen mit sich? Bereits bestehende Gesetze durchzusetzen, ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer wirksamen \u00dcberwachung der Fischerei des Indischen Ozeans. Aber nat\u00fcrlich ist es ein gewaltiger Unterschied ob ein Fisch legal gefangen wurde &#8211; \u00a0oder ob er nachhaltig gefangen wurde.<br \/>Weitere Updates der Indian Ocean Tour 2012<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Crew war seit sieben Monaten an Bord des japanischen Langleinenfischers. 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