{"id":13374,"date":"2012-09-20T00:00:00","date_gmt":"2012-09-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13374\/solarenergie-in-afrika-nicht-bloss-ein-nice-to-have\/"},"modified":"2019-05-30T12:02:21","modified_gmt":"2019-05-30T10:02:21","slug":"solarenergie-in-afrika-nicht-bloss-ein-nice-to-have","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13374\/solarenergie-in-afrika-nicht-bloss-ein-nice-to-have\/","title":{"rendered":"Solarenergie in Afrika &#8211; nicht bloss ein Nice to Have"},"content":{"rendered":"<p><b>Aufgrund der wachsenden Weltbev\u00f6lkerung und des zunehmenden Wohlstandes werden die negativen Folgen des Klimawandels zuk\u00fcnftig stark zunehmen. Um das Schlimmste zu verhindern, m\u00fcssen die erneuerbaren Energien in den Entwicklungsl\u00e4ndern massiv mehr gef\u00f6rdert werden.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Aufgrund der wachsenden Weltbev\u00f6lkerung und des zunehmenden Wohlstandes werden die negativen Folgen des Klimawandels zuk\u00fcnftig stark zunehmen. Um das Schlimmste zu verhindern, m\u00fcssen die erneuerbaren Energien in den Entwicklungsl\u00e4ndern massiv mehr gef\u00f6rdert werden.<\/strong><\/p>\n<p>Die Welt hat ein Wachstumsproblem. Die Zahl der Menschen auf der Erde hat sich in den letzten 44 Jahren verdoppelt. Ihr Energieverbrauch wurde sich im gleichen Zeitraum verdreifacht und der Aussto\u00df\u00a0 an Treibhausgasen nahm im gleichen Masse zu. Halten diese Trends an, so haben sie das Potenzial das \u00f6kologische Gleichgewicht der Erde soweit zu st\u00f6ren, dass die Lebensgrundlagen eines grossen Teils der Menschheit ernsthaft bedroht sind.<\/p>\n<p>Klaus T\u00f6pfer und Reiner Klingholz* haben zusammen ein Diskussionspapier zu diesem Thema geschrieben mit dem Titel \u201eDas Trilemma des Wachstums\u201c. Neben den bekannten Fakten zum Thema Energie und Klima enth\u00e4lt ihr Artikel sehr interessante Informationen zur Weltbev\u00f6lkerung und zu den Entwicklungen, die eine Gesellschaft typischerweise durchl\u00e4uft. Die Grundidee dieses Artikels soll hier kurz beleuchtet werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in den sogenannt entwickelten L\u00e4ndern die Geburtenraten sinken, w\u00e4chst die Bev\u00f6lkerung in vielen armen Staaten geradezu explosionsartig. Nach den g\u00e4ngigen Szenarien der UNO rechnet man bis 2050 mit ca. 9 Milliarden Menschen. Nimmt man die politisch ausgehandelte 2 Grad Celsius Erw\u00e4rmung als obere Limite (die Wissenschaft geht davon aus, dass eine Erw\u00e4rmung von \u00fcber 2 Grad unvorhersehbare schwerwiegende Folgen haben kann), so kann die Menge an CO<sub>2<\/sub> errechnet werden, die maximal noch ausgestossen werden darf. Bei genauerer Betrachtung der Zahlen wird schnell klar: bei 9 Milliarden Menschen, die weiterhin auf fossile Energien setzen, ist diese Menge CO<sub>2<\/sub> schon viel zu bald in der Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerungsentwicklung mit politischen Massnahmen einzud\u00e4mmen, ist weder ethisch vertretbar noch durchf\u00fchrbar. China ist bislang der einzige Staat, der eine wachsende Bev\u00f6lkerungsentwicklung mit Zwangsmassnahmen verhindert hat. Dies kann und darf die Weltgemeinschaft jedoch von einem souver\u00e4nen Staat nicht einfordern. In allen anderen Staaten hat sich aber gezeigt, dass Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und die Besserstellung der Frauen in der Gesellschaft sehr schnell zu sinkenden Geburtenraten f\u00fchren. So wurde beispielsweise ein starker statistischer Zusammenhang zwischen dem Prozentsatz von Frauen mit einem Sekundarschulabschluss und einer sinkenden Geburtenrate festgestellt.<\/p>\n<p>Dieser Weg \u00fcber Bildung, Gleichstellung und Wohlstand ist aber zwangsl\u00e4ufig mit einem steigenden Energieverbrauch verbunden. Die einzige M\u00f6glichkeit eine massive \u00dcberschreitung der 2 Grad Limite zu verhindern ist, dass arme L\u00e4nder in ihrer Entwicklung die CO<sub>2<\/sub> intensive Phase \u00fcberspringen und ihre wirtschaftliche Entwicklung direkt \u00fcber erneuerbare Energien vorantreiben. Einen \u00e4hnlichen Entwicklungssprung haben viele der wenig entwickelten Staaten beim Telefon gemacht. W\u00e4hrend in Europa sich zuerst das Festnetztelefon etabliert hat und danach langsam vom Mobiltelefon abgel\u00f6st wurde, hat die Bev\u00f6lkerung vieler Staaten Subsahara-Afrikas das Festnetztelefon \u00fcbersprungen und sich direkt von einer weitgehend telefonlosen Gesellschaft zu einer Mobiltelefongesellschaft gewandelt.<\/p>\n<p>Die schnelle Verbreitung von erneuerbaren Energien in den armen, bev\u00f6lkerungsreichen L\u00e4ndern des S\u00fcdens ist also keineswegs ein <em>Nice To Have<\/em> sondern ein absolutes <em>Muss<\/em> f\u00fcr unseren Planeten. Die Unterst\u00fctzung dieser Entwicklungen ist nicht eine grossz\u00fcgige Geste von wohlhabenden Staaten, sondern passiert in unserem ureigenen Interesse und sollte eine viel gr\u00f6ssere Priorit\u00e4t geniessen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 8px; border: 1px solid black;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/25c1e75a-25c1e75a-54409_102504.jpg\" alt=\"\" width=\"250\">Noch wichtiger als die Installation von Anlagen ist die Verbreitung von Know-how im Bereich erneuerbare Energien und die Sensibilisierung f\u00fcr Umweltprobleme. Nur damit wird erm\u00f6glicht, die wachsende Energienachfrage zu einem grossen Teil CO<sub>2<\/sub>-neutral zu decken. Die Klima-Karawane hat neben dem Schutz des Regenwaldes das Ziel, die Nutzung von erneuerbaren Energien im l\u00e4ndlichen Afrika zu verbreiten. Im Zuge der Klima-Karawane wurden viele Leute in Solartechnik ausgebildet und breite Bev\u00f6lkerungsschichten f\u00fcr Umweltthemen sensibilisiert. Wenn die Klimaerw\u00e4rmung die 2 Grad Grenze nicht massiv \u00fcberschreiten soll, f\u00fchrt kein Weg um Projekte wie dieses herum.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/spenden.greenpeace.ch\/live\/donate\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" title=\"Spenden Sie heute f\u00fcr die Energiewende\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/spenden_energiewende.gif\" alt=\"Spenden Sie heute f\u00fcr die Energiewende\" width=\"396\" height=\"69\"><\/a><\/p>\n<p>* <em>Klaus T\u00f6pfer ist ehemaliger UNEP Exekutivdirektor und deutscher CDU-Umweltpolitiker; Reiner Klingholz ist Direktor des Berlin Instituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Entwicklung<\/em><\/p>\n<p><em>Reiner Klingholz, Klaus T\u00f6pfer; \u201eDas Trilemma des Wachstums; Bev\u00f6lkerungswachstum, Energieverbrauch und Klimawandel \u2013 drei Probleme keine L\u00f6sung?\u201c; Diskussionspapier Nr. 8, M\u00e4rz 2012; Berlin Institut f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Entwicklung, Berlin<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.berlin-institut.org\/publikationen\/discussion-paper\/das-trilemma-des-wachtums.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>http:\/\/www.berlin-institut.org\/publikationen\/discussion-paper\/das-trilemma-des-wachtums.html<\/em><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund der wachsenden Weltbev\u00f6lkerung und des zunehmenden Wohlstandes werden die negativen Folgen des Klimawandels zuk\u00fcnftig stark zunehmen. 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