{"id":135063,"date":"2026-08-01T08:13:50","date_gmt":"2026-08-01T06:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=135063"},"modified":"2026-08-26T07:28:11","modified_gmt":"2026-08-26T05:28:11","slug":"schlachthofprojekt-micarna-in-st-aubin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/135063\/schlachthofprojekt-micarna-in-st-aubin\/","title":{"rendered":"Schlachthofprojekt Micarna in St-Aubin"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.\u2002 Das Wichtigste auf einen Blick<\/h3>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unter dem Deckmantel der Innovation<\/strong><\/h4>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mega-Schlachthof Micarna, ein Tochterunternehmen der Migros-Gruppe, will auf dem AgriCo-Gel\u00e4nde in der Gemeinde St-Aubin (Kanton Freiburg) einen riesigen Gefl\u00fcgelschlachthof bauen. Um dieses umwelt- und klimasch\u00e4dliche Projekt zu verhindern, engagiert sich Greenpeace Schweiz seit 2022 gemeinsam mit Bewohner:innen der Region und dem Verein EcoTransition-La Broye. Der AgriCo-Standort pr\u00e4sentiert sich als \u00ab<a href=\"https:\/\/www.agrico.swiss\/de\/presentation-du-site\/\"><strong>nachhaltiger Industriestandort<\/strong> mit Vorbildcharakter in Sachen Umweltschutz und erneuerbare Energien.<\/a>\u00bb. Zuvor wurde er beworben als \u00abCampus, auf dem man sich wohlf\u00fchlt und der eine f\u00fchrende Rolle bei den Innovationen im Lebensmittelsektor spielt.\u00bb Allerdings soll dort ein Mega-Schlachthof gebaut werden: J\u00e4hrlich w\u00fcrden mehr als 30 Millionen H\u00fchner get\u00f6tet. Das ist nicht innovativ \u2013 auch wenn die Ausr\u00fcstung dazu brandneu ist. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00fcberm\u00e4ssige Konsum von Tierprodukten tr\u00e4gt zur globalen Erhitzung und Umweltzerst\u00f6rung bei. Ein neuer Schlachthof wird den \u00fcberm\u00e4ssigen Konsum von H\u00fchnerfleisch fortsetzen. Das widerspricht den Interessen der lokalen Bev\u00f6lkerung (mehr Verkehr, L\u00e4rm, Wasserverbrauch) und hat weltweit negative Auswirkungen (Einfuhr von Futtermittel f\u00fcr die H\u00fchner und Umweltverschmutzung). Greenpeace Schweiz fordert, dass das AgriCo-Gel\u00e4nde wirklich innovativen und nachhaltigen Projekten im Agrarund Ern\u00e4hrungssektor (z.B. Permakultur und Agroforstwirtschaft) vorbehalten bleibt. Er soll auf wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten ausgerichtet werden, die im Sinne eines zukunftsf\u00e4higen Ern\u00e4hrungssystems die Region, die Umwelt und das Klima schonen. Ein Beispiel daf\u00fcr w\u00e4re die Verarbeitung von Schweizer H\u00fclsenfr\u00fcchten.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.\u2002 Das Projekt von Micarna und des Kanton Freiburg<\/h3>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alles auf den Schlachthof ausgerichtet: die wichtigsten Daten\u00a0<\/strong><\/h4>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Tochterunternehmen der Migros-Gruppe ist Micarna die gr\u00f6sste Gefl\u00fcgelverarbeiterin der Schweiz. Sie hat zwei Hauptstandorte:\u00a0 Bazenheid im Kanton St. Gallen und Courtepin im Kanton Freiburg.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Micarna hat Ende 2019 ihr Interesse am 95000m2 grossen Grundst\u00fcck auf dem AgriCo-Gel\u00e4nde im Ortsteil Broye der Gemeinde St-Aubin (Kanton Freiburg) bekundet. Sie will dort einen riesigen Schlachthof mit einer Jahreskapazit\u00e4t von 40 Millionen H\u00fchnern bauen. 2023 \u00e4nderte Micarna diese Zahl und k\u00fcndigte an, 31 Millionen H\u00fchner pro Jahr in St-Aubin zu schlachten. Damit wolle sie den Standort Courtepin ersetzen. Micarnas Investition in St-Aubin wird sich auf 250 bis 300 Millionen Schweizer Franken belaufen (Quelle: Pressekonferenz 19. April 2021). Aber was geschieht mit dem Standort Courtepin? Seine Zukunft bleibt ungewiss.\u00a0<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"950\" title=\"Capture d\u2019e\u0301cran 2026-08-26 a\u0300 07.16.39\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/86a5cd37-capture-decran-2026-08-26-a-07.16.39-1024x950.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-135131\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/86a5cd37-capture-decran-2026-08-26-a-07.16.39-1024x950.png 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/86a5cd37-capture-decran-2026-08-26-a-07.16.39-300x278.png 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/86a5cd37-capture-decran-2026-08-26-a-07.16.39-768x712.png 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/86a5cd37-capture-decran-2026-08-26-a-07.16.39-367x340.png 367w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/86a5cd37-capture-decran-2026-08-26-a-07.16.39.png 1266w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das AgriCo-Gel\u00e4nde in St-Aubin mit dem geplanten Teil f\u00fcr den Micarna-Schlachthof (Quelle: Gemeinde St-Aubin. Hervorhebungen durch Greenpeace Schweiz).<\/figcaption><\/figure>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2017 kaufte der Kanton Freiburg in St-Aubin ein 280000m2 grosses Grundst\u00fcck, um dort ein nationales Kompetenzzentrum f\u00fcr Innovation im Lebensmittelsektor aufzubauen. 2019 willigte er ein, 95000m2 dieses Landes f\u00fcr den Bau von neuen Geb\u00e4uden f\u00fcr die Gefl\u00fcgelverarbeitung f\u00fcr insgesamt 21,4 Millionen Franken an Micarna weiterzuverkaufen. Das ist ein Preis von 225 Franken pro Quadratmeter (Quelle: RIMU-Website). Der Grosse Rat stimmte diesem Entscheid am 17. Dezember 2020 zu. Den Vertrag unterzeichneten die Vertragsparteien im Oktober 2023, ohne die \u00d6ffentlichkeit zu informieren.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 1. Oktober 2020 wurde die kantonale Anstalt f\u00fcr die aktive Bodenpolitik (KAAB) gegr\u00fcndet. Sie ist eine autonome \u00f6ffentlich-rechtliche Anstalt, die vom Staatsrat mit der Umsetzung einer Strategie zur Entwicklung von Industriezonen auf dem Kantonsgebiet beauftragt ist. Im Mai 2022 stimmten die Stimmberechtigten des Kanton Freiburg in einer Abstimmung zu, dass mehrere Standorte, darunter AgriCo, Eigentum der KAAB werden. Eine H\u00fcrde f\u00fcr den Bau eines riesigen Schlachthofs auf dem AgriCo-Gel\u00e4nde ist f\u00fcr Micarna die erforderliche Infrastruktur was Wasser, Energie, Zufahrtsstrassen usw. angeht. Der Kanton beschloss im April 2021 einen kantonalen Nutzungsplan (KNP) zu pr\u00fcfen, der die notwendigen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Entwicklung des AgriCo-Gel\u00e4ndes festlegt.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Offiziell ist es ein KNP, \u00abum das AgriCo-Gel\u00e4nde zu einem Campus zu machen, auf dem man sich wohl f\u00fchlt und der eine f\u00fchrende Rolle bei den Innovationen im Lebensmittelsektor spielt\u00bb (Quelle: Medienmitteilung des Kantons vom 19. April 2021). Konkret ist es ein KNP, \u00abum die Ankunft von Micarna auf dem Gel\u00e4nde garantieren zu k\u00f6nnen\u00bb (Quelle: Giancarlo Perotto, damaliger Direktor der KAAB, anl\u00e4sslich der Medienkonferenz am 19. April 2021). Der KNP ist seit November 2022 in Kraft. Greenpeace Schweiz und Anwohner:innen haben im Dezember 2022 gegen die Ortsplanung (OP) Beschwerde eingelegt. diese Berufung wurde im Oktober 2025 vom Kantonsgericht Freiburg zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der Einspr\u00fcche haben die Gemeinde und der Kanton diesen Teil des Ortsplanung (OP) schlichtweg aufgegeben, da sie der Ansicht sind, dass die AgriCo-Zone nur durch den kantonalen Nutzungsplan (KNP) geregelt wird. Greenpeace Schweiz und der Anwohner Alaric Kohler nahmen zur Kenntnis, dass der beanstandete Artikel des PAL gestrichen wurde, und verzichteten darauf, die Angelegenheit auf Bundesebene weiterzuverfolgen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Baugesuch hat der Kanton Freiburg im Sommer 2024 \u00f6ffentlich aufgelegt. Greenpeace Schweiz legte und mehr als 1\u2019800 Menschen legten Einspruch dagegen ein. Die Einspr\u00fcche wurden am 1. April 2026 zur\u00fcckgewiesen. Die Baugenehmigung f\u00fcr den Schlachthof wurde erteilt. Greenpeace Schweiz, EcoTransition-La Broye und die Lokalpartei Die Gr\u00fcne La Broye reichten daraufhin im Mai 2026 gemeinsam mit 30 Anwohner:innen Beschwerde gegen die Baugenehmigung ein. Dieses Projekt h\u00e4lt die geltenden Rechtsvorschriften nicht ein, insbesondere in Bezug auf den Gew\u00e4sser-, Klima- und Naturschutz.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.\u2002 Warum Greenpeace Schweiz gegen diesen Schlachthof ist<\/h3>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Auf globaler Ebene: Auswirkungen auf das Klima und die Biodiversit\u00e4t\u00a0<\/strong><\/strong><\/h4>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" title=\"Micarna Slaughterhouse Protest Photoshoot in SwitzerlandFotoshooting zum Protest vor dem geplanten \u00abMicrarna\u00bb Schlachthaus\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/832f5087-gp0su9kyg_medium-res-with-credit-line-1200px-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-135128\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/832f5087-gp0su9kyg_medium-res-with-credit-line-1200px-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/832f5087-gp0su9kyg_medium-res-with-credit-line-1200px-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/832f5087-gp0su9kyg_medium-res-with-credit-line-1200px-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/832f5087-gp0su9kyg_medium-res-with-credit-line-1200px-453x340.jpg 453w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/832f5087-gp0su9kyg_medium-res-with-credit-line-1200px.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><div class=\"credit icon-left\"> \u00a9 Anne-Laure Lechat \/ Greenpeace<\/div><\/figcaption><\/figure>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bau eines der gr\u00f6ssten Gefl\u00fcgelschlachth\u00f6fe der Schweiz ist nicht nachhaltig; im Gegenteil, er steht im Widerspruch zu allen Empfehlungen zur Bek\u00e4mpfung der Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise. \u00dcberm\u00e4ssiger Fleischkonsum schadet der Umwelt und beschleunigt die globale Erhitzung.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022 Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Konsum von Tierprodukten einer der wichtigsten Treiber der Klimakrise ist (Quelle: IPCC). Der Bau eines solchen Schlachthofs steht einer Reduktion des Pro-KopfFleischkonsums entgegen. Eine solche ist f\u00fcr die Senkung der Treibhausgasemissionen aber unerl\u00e4sslich.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022 Die Produktion von H\u00fchnerfleisch ist nicht an die Produktionsbedingungen in der Schweiz angepasst. So muss das Futter f\u00fcr die Tiere gr\u00f6sstenteils importiert werden. Ein kleiner Teil des Futters f\u00fcr Schweizer H\u00fchner wird in der Schweiz angebaut, auf Ackerland, das f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung genutzt werden k\u00f6nnte. Der \u00fcberwiegende Teil wird importiert. In Zeiten der Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise verschlimmert die Produktion von Tierfutter die globale Ern\u00e4hrungsungerechtigkeit.\u00a0<\/p>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Auf lokaler Ebene: mehrere Risiken und fehlende Folgenabsch\u00e4tzung f\u00fcr den Schlachthof\u00a0<\/strong><\/strong><\/h4>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bau dieses Schlachthofs bringt mehrere Probleme f\u00fcr die Region und ihre Umgebung mit sich, wie z.B. einen massiven Anstieg des Wasserverbrauchs, St\u00f6rungen des Strassenverkehrs, eine Verschlechterung der Lebensqualit\u00e4t der Anwohner:innen und eine Sch\u00e4digung der Umwelt. Es ist zu erwarten, dass der Schlachthof die Entwicklung neuer H\u00fchner-Massentierhaltungsbetriebe in der Region f\u00f6rdert.\u00a0<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" title=\"Miss Chicken_image_19\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/2b52a916-miss-chicken_image_19-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-135092\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/2b52a916-miss-chicken_image_19-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/2b52a916-miss-chicken_image_19-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/2b52a916-miss-chicken_image_19-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/2b52a916-miss-chicken_image_19-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/2b52a916-miss-chicken_image_19-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/2b52a916-miss-chicken_image_19-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022 Trinkwasser: Die Region steht bereits heute unter Druck, was die Wasserversorgung angeht. Sie muss die Wassergewinnung aus einem naheliegenden See massiv erh\u00f6hen. Ein Gefl\u00fcgelschlachthof wird dieses Problem unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig versch\u00e4rfen. Die Industrie kommuniziert nicht transparent \u00fcber ihren Trinkwasserbedarf. F\u00fcr den Standort AgriCo wird die Gesamtzahl von 500000 bis 700000 m3 Wasser pro Jahr genannt. (Quelle: La Libert\u00e9, 13.11.2023)\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022 Transport: W\u00e4hrend heute gegen 900 Fahrzeuge pro Tag auf der Strasse verkehren, sind mit dem Schlachthof t\u00e4glich 2500 bis 3300 Bewegungen zu erwarten (darunter 660 LKW). Dieser zus\u00e4tzliche Verkehr wird wahrscheinlich zu L\u00e4rmproblemen, Umweltsch\u00e4den durch Luftverschmutzung und St\u00f6rungen der Tierwelt f\u00fchren.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022 Arbeitsbedingungen: AgriCo behauptet, der Campus eigne sich bestens, \u00abum Effizienz und Wohlbefinden am Arbeitsplatz miteinander zu verbinden\u00bb (Quelle: AgriCoWebsite, abgerufen im M\u00e4rz 2023). Da der Standort StAubin den Standort Courtepin ersetzen soll, d\u00fcrfte das Projekt kaum positive Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigung haben. Und um welche Art von Arbeit handelt es sich? In den letzten Jahren haben sich mehrere Micarna-Angestellte beschwert (Quelle: SRF). Ein Bericht der Albert-Schweitzer-Stiftung zeigt, dass die Arbeit in einem Schlachthof gravierende Folgen f\u00fcr den Gesundheitszustand und die Psyche der Mitarbeitenden haben kann. Das Ergebnis ist eine sehr hohe Personalfluktuation \u2013 fast niemand bleibt l\u00e4nger als ein Jahr.\u00a0<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.\u2002 Die rechtliche Situation<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da der Bau des Schlachthofs den Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz beeintr\u00e4chtigen, die Klimakrise anheizen und zur Sch\u00e4digung von \u00d6kosystemen beitragen wird, erhebt Greenpeace Schweiz Einsprache. Greenpeace Schweiz k\u00e4mpft nicht allein f\u00fcr den Klimaund Umweltschutz. Die Organisation unterst\u00fctzt den Verein Eco-Transition La Broye, welche die Petition \u00abAgriCo Ja \u2013 Schlachthof Nein!\u00bb lanciert hat und aus mehreren Bewohner:innen der Region besteht.\u00a0<\/p>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die verschiedenen Verfahren\u00a0<\/strong><\/h4>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022<strong> ABGESCHLOSSEN<\/strong> \u2013 Der kantonale Nutzungsplan (KNP AgriCo): Er wurde im April 2021 vorgelegt. Alle Einsprachen wurden vom Kanton Freiburg abgewiesen. Drei Gegner:innen zogen vor das Kantonsgericht und die Beschwerden, die den Verkehr und die Parkpl\u00e4tze betrafen, wurden im August 2022 nach einer Einigung mit dem Kanton zur\u00fcckgezogen. Der KNP trat im September 2022 in Kraft.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022<strong> ABGESCHLOSSEN<\/strong> \u2013 Die Ortsplanung (OP): Greenpeace Schweiz und Bewohner:innen der Region, darunter Alaric Kohler von Eco-Transition La Broye, haben am 19. Dezember 2022 Einsprache gegen die Generalrevision der OP eingereicht. In der detaillierten Anpassung f\u00fcr den lokalen Ortsplan wurden die Anpassungen zu Gunsten der Errichtung des Schlachthofes offensichtlich. Daraufhin ergriff Greenpeace Schweiz auf dieser Ebene erste juristische Schritte. Bevor die Beh\u00f6rde \u00fcber die Bauplanung entscheidet, muss sie so schnell wie m\u00f6glich ihre Vereinbarkeit mit den Umweltbestimmungen pr\u00fcfen. Der Bau von Schlachth\u00f6fen muss bereits in der Planungsphase einer Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung unterzogen werden, insbesondere wenn es zu Gesetzesanpassungen auf lokaler und kantonaler Ebene f\u00fchrt! Greenpeace Schweiz weist darauf hin, dass eine entsprechende Studie zum Bau des Schlachthofs nicht durchgef\u00fchrt oder nicht ver\u00f6ffentlicht wurde, obwohl die Planung des Projekts bereits weit fortgeschritten ist. Das stellt einen Verstoss gegen das Umweltschutzgesetz dar.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der Einspr\u00fcche haben die Gemeinde und der Kanton diesen Teil der Ortsplanung schlichtweg aufgegeben, da sie der Ansicht sind, dass die AgriCo-Zone ausschlie\u00dflich durch den kantonalen Nutzungsplan (KNP) geregelt wird. Greenpeace Schweiz und der Anwohner Alaric Kohler nahmen zur Kenntnis, dass der beanstandete Artikel der Ortsplanung gestrichen wurde, und verzichteten darauf, die Angelegenheit auf Bundesebene weiterzuverfolgen. Sie bedauern jedoch, dass sich das Gericht nicht zur Sache selbst ge\u00e4ussert hat.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022 <strong>ABGESCHLOSSEN<\/strong> \u2013 Der Detailausstattungsplan (DAP) von St-Aubin: Einsprache des B\u00fcrgers Alaric Kohler im November 2021. Die Anpassungen h\u00e4tten nach der Annahme des KNP eingereicht werden m\u00fcssen. Sie umfassen Massnahmen, die in direktem Zusammenhang mit dem Schlachthof stehen. Der DAP wurde rund 10 Monate vor der Annahme des KNP eingereicht. Die Einsprache von Alaric Kohler wurde am 28. August 2023 als unzul\u00e4ssig erkl\u00e4rt. Ein Rekurs gegen diese Entscheidung wurde beim Kantonsgericht eingereicht. Das Kantonsgericht wies diesen im Mai 2024 ab, ohne inhaltlich darauf einzugehen. Die eingelegte Berufung\u00a0 beim Bundesgericht blieberfolglos, da der Antrag zu fr\u00fch gestellt worden sei.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022 <strong>ABGESCHLOSSEN <\/strong>\u2013 Greenpeace Schweiz beruft sich auf das \u00d6ffentlichkeitsprinzip und verlangt, dass der Kaufvertrag ver\u00f6ffentlicht wird, den der Kanton Freiburg und Micarna im Oktober 2023 \u00fcber den Verkauf des 95000 m2 grossen Grundst\u00fccks in St-Aubin abgeschlossen haben. Obwohl die kantonale \u00d6ffentlichkeitsbeauftragte im M\u00e4rz 2024 empfohlen hat, dass der Vertrag ver\u00f6ffentlicht wird, verweigert der Kanton Freiburg eine Ver\u00f6ffentlichung. Greenpeace Schweiz legte im Mai 2024 beim Kantonsgericht Rekurs dagegen ein.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im November 2025 musste der Kanton Freiburg den Kaufvertrag f\u00fcr das Grundst\u00fcck, das f\u00fcr den Bau des Micarna-Schlachthofs in St-Aubin vorgesehen ist, ver\u00f6ffentlichen. Dies hat das Freiburger Kantonsgericht am 6. November 2025 entschieden und damit dem Rekurs von Greenpeace Schweiz stattgegeben.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2022<strong> LAUFEND <\/strong>\u2013 \u00d6ffentliche Auflage des Baugesuchs f\u00fcr den Schlachthof von Micarna.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juli 2024, als bereits mehrere hundert Einsprachen von Privatpersonen bei der Gemeinde St-Aubin eingegangen waren, reichte Greenpeace Schweiz ebenfalls Einsprache ein gegen die Baugenehmigung. Die Einsprache von Greenpeace konzentrierte sich auf die Umweltaspekte sowie auf die Vorgehensweise der Beh\u00f6rden.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz des starken zivilgesellschaftlichen Engagements wurden die zahlreichen Einsprachen gegen das Projekt eines Mega-Gefl\u00fcgelschlachthofs in St-Aubin abgewiesen, und der Kanton Freiburg erteilte am 1. April 2026 die Baubewilligung.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Greenpeace Schweiz, EcoTransition-La Broye sowie 30 Einwohner:innen von Saint-Aubin und Umgebung reichten im Mai 2026 beim Kantonsgericht Freiburg Beschwerde ein gegen die Erteilung der Baubewilligung f\u00fcr den Micarna-Schlachthof. Das Projekt verst\u00f6sst gegen die geltenden Gesetze, insbesondere in Bezug auf den Gew\u00e4sser-, Klima- und Naturschutz.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Die L\u00f6sungen<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kanton Freiburg hat AgriCo in den Mittelpunkt seiner Agrar- und Ern\u00e4hrungsstrategie gestellt. Der Bau eines Mega-Schlachthofs zementiert jedoch die \u00dcberproduktion von Fleisch und die Abh\u00e4ngigkeit von der Futtermittelproduktion im In- und Ausland. Ist das wirklich die Agrar- und Ern\u00e4hrungsstrategie, die der Kanton Freiburg anstrebt, auf Kosten der Umwelt und des Klimas und damit seiner Einwohner:innen?\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Greenpeace Schweiz bef\u00fcrwortet einen innovativen Campus, der nachhaltige wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten und lokale Unternehmen und Projekte f\u00f6rdert und die nat\u00fcrliche Umwelt und die Wasserressourcen der Region sch\u00fctzt. Wir brauchen dringend ein nachhaltiges, widerstandsf\u00e4higes Ern\u00e4hrungssystem, das nicht (wie die Schweizer H\u00fchnerzucht) von Importen abh\u00e4ngig ist, um der Klimakrise und dem Verlust der Biodiversit\u00e4t zu begegnen.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wirtschaftlichen Interessen eines einzelnen Konzerns wie der Migros d\u00fcrfen nicht dazu f\u00fchren, dass die notwendige Umgestaltung unserer Ern\u00e4hrung und unserer Produktionsweisen in den Hintergrund r\u00fcckt. Denn die Landwirtschaft ist einer der Sektoren, die von der Klimakrise stark betroffen sind.\u00a0<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr ein zukunftsf\u00e4higes Ern\u00e4hrungssystem m\u00fcssen die Produktion und der Verzehr pflanzlicher Proteine gef\u00f6rdert und die Abh\u00e4ngigkeit von grossen Marktakteuren verkleinert werden. Das bedeutet auch weniger Grossprojekte wie den Mega-Schlachthof der Migros zugunsten einer st\u00e4rkeren Dezentralisierung, die Landwirt:innen wieder mehr Handlungsspielraum und Autonomie gibt.\u00a0<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" title=\"Micarna Slaughterhouse Protest Photoshoot in SwitzerlandFotoshooting zum Protest vor dem geplanten \u00abMicrarna\u00bb Schlachthaus\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/f8ba43ac-gp0su9l43_medium-res-with-credit-line-1200px-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-135125\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/f8ba43ac-gp0su9l43_medium-res-with-credit-line-1200px-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/f8ba43ac-gp0su9l43_medium-res-with-credit-line-1200px-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/f8ba43ac-gp0su9l43_medium-res-with-credit-line-1200px-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/f8ba43ac-gp0su9l43_medium-res-with-credit-line-1200px-453x340.jpg 453w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2026\/08\/f8ba43ac-gp0su9l43_medium-res-with-credit-line-1200px.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><div class=\"credit icon-left\"> \u00a9 Anne-Laure Lechat \/ Greenpeace<\/div><\/figcaption><\/figure>\n\n<p class=\"is-style-accent-1 wp-block-paragraph\"><strong><strong>Abk\u00fcrzungsverzeichnis<\/strong><\/strong>:<br><br>KNP Kantonaler Nutzungsplan\u00a0<br>OP Ortsplanung\u00a0<br>DBP Detailbebauungsplan\u00a0<br>DAP Detailausstattungsplan\u00a0<br>RIMU Direktion f\u00fcr Raumentwicklung, Infrastruktur, Mobilit\u00e4t und Umwelt\u00a0<br>KAAB Kantonale Anstalt f\u00fcr die aktive Bodenpolitik<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><br><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mega-Schlachthof Micarna, ein Tochterunternehmen der Migros-Gruppe, will auf dem AgriCo-Gel\u00e4nde in der Gemeinde St-Aubin (Kanton Freiburg) einen riesigen Gefl\u00fcgelschlachthof bauen. <\/p>\n","protected":false},"author":38,"featured_media":135137,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"gpch_hide_header_image":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[255,1],"tags":[217],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-135063","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-consommationpublications-2","category-unkategorisiert","tag-konsum","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135063","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/38"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=135063"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135063\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":135136,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135063\/revisions\/135136"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/135137"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=135063"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=135063"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=135063"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=135063"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=135063"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}