{"id":13538,"date":"2012-08-22T00:00:00","date_gmt":"2012-08-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13538\/die-crux-der-verhaltensaenderung-als-strategie\/"},"modified":"2019-05-30T12:07:25","modified_gmt":"2019-05-30T10:07:25","slug":"die-crux-der-verhaltensaenderung-als-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13538\/die-crux-der-verhaltensaenderung-als-strategie\/","title":{"rendered":"Die Crux der Verhaltens\u00e4nderung als Strategie"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"\/switzerland\/Global\/switzerland\/photos\/magazin\/Kuno\/1263743941403.jpeg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/1263743941403.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Donnerstag, 23. August 2012<\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 wdr\/i. schmitt-menzel\/friedrich streich\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><em>Aus dem Greenpeace Magazin 2012, Nr. 3<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Als Kinder erz\u00e4hlten wir uns Elefant-&amp;-Mauswitze. Einer ging so: Die Maus pinkelt ins Meer, dreht sich zum Elefanten um und sagt: \u00abG\u00e4ng das!\u00bb \u00c4hnlich ist es mit einzelnen Verhaltens\u00e4nderungen \u2013 weniger Autofahren, mehr Strom sparen etc.: Nichts als ein Tropfen im Meer.<\/p>\n<p>Verhaltens\u00e4nderungen werden f\u00fcr die Umwelt dann relevant, wenn sie massenhaft geschehen. Doch massenhaft zum Tragen kommt nur das, was gemeinsam beschlossen, verordnet oder in eine Kampagne eingebettet wird. In fast allen anderen F\u00e4llen scheitert die Strategie \u00fcber freiwillige Verhaltens\u00e4nderungen an der Tr\u00e4gheit der Mehrheit. Gleichwohl meinen viele Umweltorganisationen, mit Moral ein Meer von M\u00e4usen um sich scharen zu k\u00f6nnen. Denn die Versuchung ist gross, weil es so einleuchtend scheint: \u00dcber ein Problem informieren schafft Bewusstsein und dieses l\u00f6st die Verhaltens\u00e4nderung aus. Die Sozialpsychologie zeigt jedoch, dass Normen, Rebound-Effekte und die so genannte Allmende-Klemme, die Tropfen Einzelner im Meer untergehen lassen.<\/p>\n<p>Und was bei Erwachsenen nicht funktioniert, scheitert bei jungen Menschen erst recht. Trotzdem sterben \u00abUmweltbildungs\u00bb-Angebote nicht aus, die auf Verhaltens\u00e4nderungen abzielen. Dabei wird weder die Umwelt sp\u00fcrbar gesch\u00fctzt noch Bildung betrieben. Solche Erziehung ist im Grunde eine Aufputzaktion: Die Badewanne l\u00e4uft \u00fcber, Kinder wischen den Boden auf, der Hahn jedoch wird nicht zugedreht. Symptom- statt Ursachenbek\u00e4mpfung. Deshalb gibt\u2019s F\u00f6rdergelder, deshalb wird\u2019s gemacht.<\/p>\n<p>Solche P\u00e4dagogik des schlechten Gewissens ist weit von der \u00abBildung\u00a0f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u00bb entfernt. Diese bedeutet kurz gesagt<a href=\"#1\">*<\/a>:<\/p>\n<ul>\n<li>Erlebnisf\u00f6rderung, vor allem bei Kindern: \u00abRaus, aber richtig!\u00bb (statt Putzequipen heranziehen)\u00a0<\/li>\n<li>Praktische Arbeiten wie Projektwochen f\u00fcr Jugendliche (statt langweilige Pseudoaufkl\u00e4rung).\u00a0<\/li>\n<li>Lernen geschieht beim gestaltenden Tun und beim Nachdenken \u00fcbers Handeln. Nicht \u00fcber Wissensvermittlung (allein).\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um einem Missverst\u00e4ndnis vorzubeugen: Sich selber umweltschonend zu verhalten, ist gut. Schlecht ist nur die Strategie, mit einem Meer von\u00a0Tipps mehr als einen Tropfen weiterkommen zu wollen. Wirfst du einem Menschen zehn B\u00e4lle aufs Mal zu, wird er keinen einzigen fangen.<\/p>\n<p><a name=\"1\"><\/a>* <em>siehe z.B. <a href=\"http:\/\/www.umweltbildung.ch\/fileadmin\/user_upload\/resources\/positionspapier_1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.umweltbildung.ch\/fileadmin\/user_upload\/resources\/positionspapier_1.pdf<\/a><\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Ausf\u00fchrliche Gedanken und Thesen zum Thema siehe n\u00e4chster Blogeintrag <a href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Magazin\/Kunos-Kolumne\/information-ist-nicht-bildung\/blog\/41849\/\">&#8218;Information ist nicht Bildung&#8216;<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, 23. August 2012 \u00a9 wdr\/i. schmitt-menzel\/friedrich streich Aus dem Greenpeace Magazin 2012, Nr. 3 \u00a0Als Kinder erz\u00e4hlten wir uns Elefant-&amp;-Mauswitze. 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