{"id":13633,"date":"2012-07-05T00:00:00","date_gmt":"2012-07-04T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13633\/der-wald-und-die-menschen-haben-prioritaet\/"},"modified":"2019-05-30T12:10:54","modified_gmt":"2019-05-30T10:10:54","slug":"der-wald-und-die-menschen-haben-prioritaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13633\/der-wald-und-die-menschen-haben-prioritaet\/","title":{"rendered":"Der Wald und die Menschen haben Priorit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><b>Das k\u00f6nnte einer der nerdigsten Greenpeace-Blogeintr\u00e4ge sein, den Du je gelesen hast. Ich befinde mich in einem gro\u00dfen Kongresszentrum in Kolumbien, wo den ganzen Tag nur geredet wird. \u201eSo wollt ihr den Wald retten?\u201c, fragst du dich da vielleicht. Sollte ich nicht auf einem Schnellboot sitzen, um Holztransporte per Schiff zu verhindern? Der Grund, weshalb Greenpeace so eine gro\u00dfe Wirkung erzielt ist, dass wir beides tun. Wir handeln mutig und zwingen so Unternehmen, die den Wald zerst\u00f6ren, ihren Kurs zu \u00e4ndern. Wir stellen vor Ort Nachforschungen an, bringen Skandale ans Licht und schlagen L\u00f6sungen vor. Wir sind aber auch mit dabei, wenn m\u00e4chtige Institutionen und Regierungen wichtige Entscheidungen treffen, was h\u00e4ufig abseits der Aufmerksamkeit der Medien unbemerkt vonstatten geht, aber tiefgreifende Auswirkungen auf die W\u00e4lder und die darin lebenden Menschen weltweit hat.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Das k\u00f6nnte einer der nerdigsten Greenpeace-Blogeintr\u00e4ge sein, den Du je gelesen hast. Ich befinde mich in einem gro\u00dfen Kongresszentrum in Kolumbien, wo den ganzen Tag nur geredet wird. \u201eSo wollt ihr den Wald retten?\u201c, fragst du dich da vielleicht. Sollte ich nicht auf einem Schnellboot sitzen, um Holztransporte per Schiff zu verhindern? Der Grund, weshalb Greenpeace so eine gro\u00dfe Wirkung erzielt ist, dass wir beides tun. Wir handeln mutig und zwingen so <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/publications\/Campaign-reports\/Forests-Reports\/Junking-the-Jungle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Unternehmen, die den Wald zerst\u00f6ren<\/a>, ihren Kurs zu \u00e4ndern. Wir stellen <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Kamhttp:\/\/www.greenpeace.org\/africa\/en\/Press-Centre-Hub\/Press-releases\/Greenpeace-DRCs-moratorium-on-industrial-logging-being-bypassed\/pagnen\/Wald\/Urwald-im-Kongo\/Ausverkauf-der-DR-Kongo\/\">vor Ort Nachforschungen<\/a> an, bringen Skandale ans Licht und schlagen L\u00f6sungen vor. Wir sind aber auch mit dabei, wenn <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Kampagnen\/Wald\/Urwald-im-Kongo\/Ausverkauf-der-DR-Kongo\/\">m\u00e4chtige Institutionen<\/a> und Regierungen wichtige Entscheidungen treffen, was h\u00e4ufig abseits der Aufmerksamkeit der Medien unbemerkt vonstatten geht, aber tiefgreifende Auswirkungen auf die W\u00e4lder und die darin lebenden Menschen weltweit hat.<\/p>\n<\/p>\n<div><object classid=\"clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000\" style=\"width:420px;height:300px\" id=\"10fda656-a2db-59a7-115d-a1b8de4334b4\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/static.issuu.com\/webembed\/viewers\/style1\/v2\/IssuuReader.swf?mode=mini&amp;documentId=120620132504-1559f140309c43df9ce3bb90f4bae659\"><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\"><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><param name=\"menu\" value=\"false\"><param name=\"wmode\" value=\"transparent\"><embed src=\"http:\/\/static.issuu.com\/webembed\/viewers\/style1\/v2\/IssuuReader.swf\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowfullscreen=\"true\" allowscriptaccess=\"always\" menu=\"false\" wmode=\"transparent\" style=\"width:420px;height:300px\" flashvars=\"mode=mini&amp;documentId=120620132504-1559f140309c43df9ce3bb90f4bae659\"><\/embed><\/object><\/p>\n<div style=\"width:420px;text-align:left;\"><a href=\"http:\/\/issuu.com\/greenpeaceinternational\/docs\/forests-and-people-first\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Open publication<\/a> &#8211; Free <a href=\"http:\/\/issuu.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">publishing<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcber 50 Regierungen sind beim Treffen der <em>Forest Carbon Partnership <\/em>(Partnerschaft f\u00fcr Kohlenstoff in W\u00e4ldern) der Weltbank hier in Kolumbien vertreten, um dar\u00fcber zu diskutieren, wie <em>REDD<\/em> funktionieren k\u00f6nnte. <em>REDD<\/em> steht f\u00fcr <em>Reduced Emissions from Deforestation and Forest Degradation<\/em>, also f\u00fcr die Reduktion von Emissionen welche durch die Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder entstehen. <em>REDD <\/em>ist das neue Schlagwort in der Welt der W\u00e4lder. Damit wird anerkannt, dass wir, um das Klima zu retten, auch unsere W\u00e4lder retten m\u00fcssen, da ein bedeutender Anteil der weltweiten Emissionen durch die Entwaldung verursacht wird. W\u00e4lder sind nicht nur Heimat zahlloser Pflanzen- und Tierarten und die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen, sondern sie binden auch gro\u00dfe Mengen an CO<sub>2<\/sub>. Durch <em>REDD<\/em> sollen Wege gefunden werden, finanzielle Anreize f\u00fcr die Regierungen zu schaffen, ihre W\u00e4lder zu sch\u00fctzen, anstatt sie zugunsten kurzfristiger Profite abzuholzen. Das klingt nach einer sehr guten Idee.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnschte, es w\u00e4re tats\u00e4chlich so einfach. Damit das funktionieren kann, m\u00fcssen bestimmte Bedingungen erf\u00fcllt sein \u2013 nennen wir sie einmal \u201eSchutzmassnahmen\u201c.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen sicherstellen, dass die nat\u00fcrlichen W\u00e4lder tats\u00e4chlich gesch\u00fctzt werden.\u00a0 Das klingt zun\u00e4chst v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich, aber es gibt tats\u00e4chlich Leute, die einen intakten Naturwald mit einer Monokulturplantage gleichsetzen, weil letztere ja auch CO<sub>2<\/sub> bindet. Manche w\u00fcrden die Holzfirmen auch gerne daf\u00fcr belohnen, wenn sie beim F\u00e4llen von uralten B\u00e4umen in Prim\u00e4rw\u00e4ldern nur etwas vorsichtiger w\u00e4ren. Deshalb sind \u201eSchutzmassnahmen f\u00fcr nat\u00fcrlichen W\u00e4lder\u201c notwendig.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen auch garantieren, dass die Rechte der indigenen V\u00f6lker und Dorfgemeinschaften vor Ort vollst\u00e4ndig respektiert werden und dass sie von den Waldschutzprogrammen profitieren. Sonst w\u00e4re <em>REDD<\/em> nur\u00a0 ein weiteres \u201eLand Grabbing\u201c, bei dem am Ende die Bev\u00f6lkerung vor Ort aus den eigenen W\u00e4ldern vertrieben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>An der Wurzel des Problems der Waldzerst\u00f6rung liegen h\u00e4ufig eine schwache Regierung, Korruption und die mangelnde Durchsetzung bestehender Gesetze. Wenn diese Probleme nicht angegangen werden, werden wir das Schicksal der W\u00e4lder dieser Erde und der Menschen, die von ihnen abh\u00e4ngig sind, nicht wenden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich treffe Soikan Meitiaki aus dem Volk der Massai in Kenia. Soikan arbeitet f\u00fcr die Integrierte Entwicklungshilfeorganisation Mainyoito und ist ein Experte f\u00fcr Gemeinschaftsw\u00e4lder. \u201eDer Klimawandel zerst\u00f6rt schon jetzt die Lebensgrundlagen der Menschen\u201c, erz\u00e4hlt er mir.<\/p>\n<p>Ich frage mich, was unsere Kampagne f\u00fcr starke Schutzmassnahmen f\u00fcr Soikan und sein Volk bedeutet. Er erkl\u00e4rt: \u201eUnsere Rechte werden nicht respektiert. Menschen verlieren ihr Land und werden gewaltsam vertrieben. Schutzmassnahmen bedeuten Nachhaltigkeit. Die indigenen V\u00f6lker wachen schon seit Jahrhunderten \u00fcber das Wohlergehen der nat\u00fcrlichen W\u00e4lder. Starke Schutzmassnehmen st\u00e4rken unsere Rechte und stellen sicher, dass die indigenen V\u00f6lker vom Waldschutz profitieren. Wir brauchen Landrechte und sichere Besitztitel und wir m\u00fcssen im Vorfeld informiert werden, damit wir selber entscheiden k\u00f6nnen was mit unserem Land geschieht.<\/p>\n<p>Soikan ist zusammen mit Kollegen aus Asien und Lateinamerika als Vertreter der indigenen V\u00f6lker hier. Er lobt die Weltbank daf\u00fcr, dass sie in diese Beratungen einbezogen wurden, denn es ist wichtig, eine Gelegenheit zu haben, Bedenken zu \u00e4u\u00dfern. \u201eWir m\u00fcssen aber auch greifbare Fortschritte f\u00fcr uns sehen \u2013 und das ging eher langsam voran\u201c, f\u00fcgt er hinzu.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Regierungen debattieren tagen die indigenen V\u00f6lker Kolumbiens in einem eigenen Raum gegen\u00fcber, wo sie \u00fcber Wege diskutieren, ihre Rechte zu verteidigen und zu sichern und die Unversehrtheit ihrer W\u00e4lder angesichts neuer <em>REDD<\/em>-Programme zu erhalten. Das Thema des \u201eMangels an Schutzmassnahmen\u201c kommt h\u00e4ufig auf.<\/p>\n<p>Und hier in Kolumbien haben wir von Greenpeace gerade eine Konsultation zu <em>REDD<\/em>-Schutzmassnahmen angek\u00fcndigt (<em>Forests &amp; People First<\/em> \u2013 Zuerst der Wald und die Menschen), zu der wir alle Interessengruppen eingeladen haben. Wir hoffen, dass \u201eZuerst der Wald und die Menschen\u201c die Aufmerksamkeit wieder auf die wirklich wichtigen Themen lenken wird und dass die Regierungen am Ende den Wald wieder sehen \u2013 und nicht nur CO<sub>2<\/sub> oder Geld.<\/p>\n<p>\u201eJe st\u00e4rker die Schutzmassnahmen sind, umso besser sind die Programme und umso weniger Konflikte gibt es\u201c, schlussfolgert Soikan. Da bin ich ganz seiner Meinung. Mir gef\u00e4llt der Name seiner Organisation: \u201eMainyoito\u201c bedeutet \u201eSteh auf\u201c.<\/p>\n<p>Den Report \u201eZuerst der Wald und die Menschen\u201c kannst Du <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/reddsafeguards\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> lesen!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das k\u00f6nnte einer der nerdigsten Greenpeace-Blogeintr\u00e4ge sein, den Du je gelesen hast. 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