{"id":13703,"date":"2012-06-06T00:00:00","date_gmt":"2012-06-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13703\/die-risiken-der-atomkraft-lassen-sich-nicht-leugnen\/"},"modified":"2019-05-30T12:13:01","modified_gmt":"2019-05-30T10:13:01","slug":"die-risiken-der-atomkraft-lassen-sich-nicht-leugnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13703\/die-risiken-der-atomkraft-lassen-sich-nicht-leugnen\/","title":{"rendered":"Die Risiken der Atomkraft lassen sich nicht leugnen"},"content":{"rendered":"<p><b>Letzte Woche hat die Weltgesundheitsorganisation ihre erste vorl\u00e4ufige Analyse ver\u00f6ffentlicht zur \u00a0Strahlenbelastung der japanischen Bev\u00f6lkerung nach der Atomkatastrophe von Fukushima. Gleichzeitig hat das renommierte Max-Planck-Institut einen eigenen Bericht herausgegeben, in dem es vor den globalen Risiken eines zuk\u00fcnftigen Nuklearunfalls warnt. Beide Berichte halten fest, dass nicht nur in Japan, sondern weltweit dringend verst\u00e4rkte Massnahmen ergriffen werden m\u00fcssen, um die \u00d6ffentlichkeit vor den Gefahren der Atomkraft zu sch\u00fctzen. Das Max-Planck-Institut weist darauf hin, dass sich bei der jetzigen Anzahl Kernreaktoren auf der Welt alle zehn bis zwanzig Jahre eine nukleare Kernschmelze ereignen k\u00f6nnte. Dies ist rund 200 Mal h\u00e4ufiger als man in der Vergangenheit gesch\u00e4tzt hat.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Letzte Woche hat die Weltgesundheitsorganisation ihre erste vorl\u00e4ufige <a href=\"http:\/\/www.who.int\/ionizing_radiation\/pub_meet\/fukushima_dose_assessment\/en\/index.html\">Analyse<\/a> ver\u00f6ffentlicht zur \u00a0Strahlenbelastung der japanischen Bev\u00f6lkerung nach der Atomkatastrophe von Fukushima. Gleichzeitig hat das renommierte Max-Planck-Institut einen eigenen <a href=\"http:\/\/www.atmos-chem-phys.net\/12\/4245\/2012\/acp-12-4245-2012.html\">Bericht<\/a> herausgegeben, in dem es vor den globalen Risiken eines zuk\u00fcnftigen Nuklearunfalls warnt<strong>. Beide Berichte halten fest, dass nicht nur in Japan, sondern weltweit dringend verst\u00e4rkte Massnahmen ergriffen werden m\u00fcssen, um die \u00d6ffentlichkeit vor den Gefahren der Atomkraft zu sch\u00fctzen.<\/strong> Das Max-Planck-Institut weist darauf hin, dass sich bei der jetzigen Anzahl Kernreaktoren auf der Welt <a href=\"http:\/\/scienceblog.com\/54586\/nuclear-meltdowns-200x-more-likely-than-previosuly-estimated\/\">alle zehn bis zwanzig Jahre eine nukleare Kernschmelze ereignen k\u00f6nnte<\/a>. Dies ist rund 200 Mal h\u00e4ufiger als man in der Vergangenheit gesch\u00e4tzt hat.<\/p>\n<p>Der WHO-Bericht kommt aufgrund einer vorl\u00e4ufigen Beurteilung zum Schluss, dass zwar im gr\u00f6ssten Teil von Japan der <a href=\"http:\/\/www.who.int\/ionizing_radiation\/pub_meet\/fukushima_dose_assessment\/en\/index.html\">Einfluss der Verstrahlung \u00a0sehr gering<\/a> sei. In einigen Gebieten sei die Kontamination allerdings \u00abrelativ hoch\u00bb. Hinzu kamen vergangene Woche Aussagen der Betreiber des zerst\u00f6rten Atomkraftwerks von Fukushima, wonach <a href=\"http:\/\/www.reuters.com\/article\/2012\/05\/24\/us-nuclear-japan-idUSBRE84N0W220120524\">durch den Unfall mehr Radioaktivit\u00e4t freigesetzt wurde als bisher gesch\u00e4tzt.<\/a><\/p>\n<p>Diese Nachrichten wurden von den Medien ganz unterschiedlich pr\u00e4sentiert. Einige w\u00e4hlten Schlagzeilen \u00a0wie \u00abStrahlung in Fukushima unter den erlaubten Grenzwerten\u00bb (<a href=\"http:\/\/www.telegraaf.nl\/buitenland\/12190915\/__Straling_Fukushima_gedaald__.html\">Straling Fukushima onder toegestane norm<\/a>), als ob durch die Kernschmelze in den Reaktoren von Fukushima nichts Aussergew\u00f6hnliches geschehen w\u00e4re. Andere entschieden sich f\u00fcr eine etwas neutralere Schlagzeile wie \u00abWHO ver\u00f6ffentlicht durchzogenen Fukushima-Strahlungsbericht\u00bb (<a href=\"http:\/\/uk.reuters.com\/article\/2012\/05\/23\/uk-fukushima-idUKBRE84M15I20120523\">WHO releases mixed Fukushima radiation report<\/a>), aber auch sie hatten M\u00fche, die vorliegenden Zahlen zu interpretieren: Wie schlimm ist die radioaktive Verstrahlung wirklich?<\/p>\n<p>Der WHO-Bericht best\u00e4tigt, dass ein grosser Teil der Bev\u00f6lkerung in der Pr\u00e4fektur Fukushima im vergangenen Jahr einer Strahlendosis zwischen 1 und 50 <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sievert_(Einheit)\">Millisievert<\/a>\u00a0ausgesetzt war (1 mSv ist die international anerkannte maximal erlaubte Jahresdosis f\u00fcr die normale Bev\u00f6lkerung). Dies wirkt harmlos, da viele Menschen unterdessen glauben, dass das Krebsrisiko erst ab einer Strahlendosis von mehr als 100 mSv steigt (vgl. zum Beispiel \u00ab<a href=\"http:\/\/www.businessweek.com\/news\/2012-03-05\/children-of-fukushima-wait-for-un-radiation-study\">The Children of Fukushima wait for UN study<\/a>\u00bb). Tatsache ist jedoch, dass es eine \u201esichere\u201c Strahlendosis nicht gibt: Jede zus\u00e4tzliche Strahlenbelastung erh\u00f6ht auch das Krebsrisiko, wie die <a href=\"http:\/\/www.icrp.org\/publication.asp?id=ICRP%20Publication%2099\">International Commission on Radiological Protection<\/a>\u00a0erkl\u00e4rt. Wenn also (wie etwa in Fukushima) grosse Teile der Bev\u00f6lkerung einer Strahlendosis von 1 bis 50 mSv ausgesetzt waren, dann ist ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Krebs und andere gesundheitliche Sch\u00e4den zu erwarten. Diese Gesundheitsrisiken lassen sich in wissenschaftlichen Studien jedoch nur schwer klar benennen, weil eine Abgrenzung gegen\u00fcber gesundheitlichen Gefahren, die auf andere Ursachen zur\u00fcck zu f\u00fchren sind, oft sehr schwierig ist.<\/p>\n<p>Der WHO-Bericht gibt lediglich erste Hinweise darauf, in welchem Ausmass die Bev\u00f6lkerung radioaktiver Strahlung ausgesetzt war. Er enth\u00e4lt aber mitnichten eine Evaluation der damit verbundenen gesundheitlichen Folgen. Die vollen Auswirkungen der AKW-Katastrophe von Fukushima werden sich erst in Zukunft zeigen. Tatsache bleibt: In Japan sind nach wie vor zahlreiche Menschen einer erh\u00f6hten radioaktiven Strahlung ausgesetzt.\u00a0 Dieser Befund l\u00e4sst sich von keiner noch so ausgekl\u00fcgelten Image-Kampagne der Atomlobby vertuschen. Es braucht daher noch viel gr\u00f6ssere Anstrengungen, um vor allem die Menschen in den am st\u00e4rksten verseuchten Gebieten zu sch\u00fctzen. \u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>Aus dem Englischen \u00fcbersetzter Blog-Eintrag von Rianne Teule\/Greenpeace International<\/em><em><\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche hat die Weltgesundheitsorganisation ihre erste vorl\u00e4ufige Analyse ver\u00f6ffentlicht zur \u00a0Strahlenbelastung der japanischen Bev\u00f6lkerung nach der Atomkatastrophe von Fukushima. 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