{"id":13728,"date":"2012-05-30T00:00:00","date_gmt":"2012-05-29T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13728\/sushi-ein-lifestyle-bedroht-die-thunfischbestaende\/"},"modified":"2019-08-12T13:10:16","modified_gmt":"2019-08-12T11:10:16","slug":"sushi-ein-lifestyle-bedroht-die-thunfischbestaende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13728\/sushi-ein-lifestyle-bedroht-die-thunfischbestaende\/","title":{"rendered":"Sushi: Ein Lifestyle bedroht die Thunfischbest\u00e4nde"},"content":{"rendered":"\n<p>Sushi ist schon seit Jahren extrem beliebt. Nicht viele Trends halten sich auf Dauer, dieser schon. Doch er hat eine Kehrseite. Die beliebteste F\u00fcllung f\u00fcr die Reish\u00e4ppchen ist vom Aussterben bedroht: der Blauflossenthun. In seinem neuen Film \u00abSushi \u2013 The Global Catch\u00bb zeigt Regisseur Mark Hall, dass die weltweite Begeisterung f\u00fcr Sushi enorme \u00f6kologische Gefahren birgt.<\/p>\n\n<p>Urspr\u00fcnglich von Strassenh\u00e4ndlern in Japan verkauft, hat Sushi in den letzten Jahren einen weltweiten Siegeszug angetreten. Fr\u00fcher war es eine Delikatesse, die mit viel Kunstfertigkeit und Zeitaufwand hergestellt wurde. Inzwischen ist Sushi als Massenware und Fast-Food-Produkt von Tokio bis New York rund um den Globus erh\u00e4ltlich. Sushi \u2013 das sind H\u00e4ppchen aus mit Essig gew\u00fcrztem Reis, die mit rohem Fisch belegt oder gef\u00fcllt werden. Einst diente diese Zubereitungsweise dazu, den Fisch haltbar zu machen, doch inzwischen ist das Rezept zu einem Lifestyle geworden, der leider auch eine Schattenseite hat, denn die beliebteste Zutat Thunfisch ist zunehmend bedroht.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">700.000 Dollar f\u00fcr einen Blauflossenthun<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6bb27002-6bb27002-120530-meer-nb-f09550033e.jpg\"><br><\/a><\/h2>\n\n<p>55.500 Tonnen Blauflossenthunfisch werden Sch\u00e4tzungen zufolge jedes Jahr aus dem Meer geholt. Die Nachfrage nach dem wertvollsten aller Fische steigt rasant und damit auch der illegale Fang. Besonders die Zahl der gro\u00dfen Thunfischarten, zu denen der bis zu vier Meter gro\u00dfe Blauflossenthun geh\u00f6rt, schrumpft. Seit Beginn des industriellen Fischfangs in den 1950er Jahren sank sie um rund 90 Prozent des damaligen Bestandes. Anfang 2012 wurde auf dem gro\u00dfen Tsukiji-Markt in Tokio ein einzelner Blauflossen-Thunfisch f\u00fcr 700.000 US-Dollar verkauft, was die enorme Attraktivit\u00e4t dieser Art f\u00fcr den Fischereisektor erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6bb27002-6bb27002-120530-meer-nb-f09550033e.jpg\" alt=\"\" width=\"367\" height=\"275\"\/><figcaption>Fischer des japanischen Langleinen-Fischereischiffes Hoshin Maru ziehen einen Thunfisch an Bord.\u00a0<br><strong>\u00a9 Greenpeace\/ Grace<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leere Ozeane<\/h2>\n\n<p>Doch nicht nur f\u00fcr die Fischerei, auch f\u00fcr die Ozeane sind die Thunfischarten von zentraler Bedeutung. Fehlen diese R\u00e4uber in der obersten Ebene des Nahrungsnetzes, k\u00f6nnte das fatale Folgen f\u00fcr das \u00f6kologische Gleichgewicht der Ozeane insgesamt haben. Denn wenn der Thunfisch verschwindet, vermehren sich die Raubfische der n\u00e4chsten Nahrungsnetzebene stark. Dies f\u00fchrt wiederum zu einem Schwund bei den Beutefischen, sodass schliesslich die kleineren R\u00e4uber keine Nahrung mehr finden und ebenfalls sterben. Hinzu kommt der st\u00e4ndig zunehmende Druck der Fischerei, die ebenfalls auf immer niedrigere Ebenen des Nahrungsnetzes zur\u00fcckgreift. Schliesslich bleiben nur Quallen, Seeigel und andere Kleintiere \u00fcbrig. Trotz dieses bedrohlichen Szenarios greift kaum eine Regierung ein, um die letzten Thunfischbest\u00e4nde zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Film f\u00fcr die Rettung des Thunfischs und der Meere<\/h2>\n\n<p>Mark Hall hat sich in seinem Film auf eine Reise rund um den Globus gemacht. Er besuchte die Meister der Sushi-Herstellung in Japan, den USA und Polen und traf Fischer, Aktivisten und Wissenschaftler. \u00abSushi \u2013 The Global Catch\u00bb macht auf erschreckende Weise deutlich, welches \u00f6kologische Desaster der faszinierenden Sushi-Kultur gegen\u00fcbersteht, wenn nicht rechtzeitig etwas gegen die \u00dcberfischung der Meere unternommen wird.<\/p>\n\n<p>Um als Verbraucher zum Schutz der Thunfischspezies und anderer bedrohter Arten beizutragen, sollte man beim Fischkauf darauf achten, aus welchen Best\u00e4nden sie kommen und mit welcher Methode sie gefangen wurden.<\/p>\n\n<p>Der Film \u00ab<a href=\"http:\/\/www.sushitheglobalcatch.com\/\">Sushi \u2013 The Global Catch<\/a>\u00bb startet am 07. Juni 2012.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Its1f7dRmVY\n<\/div><\/figure>\n\n<p>Wir empfehlen einen&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/thunfisch-wegen-sushi-konsum-vom-aussterben-bedroht-a-829992.html\">spannenden Artikel zu diesem Thema<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch, 30. Mai 2012 \u00a9 Greenpeace\/ Gavin Newmann Der Einsatz von Ringwaden mit Fischsammlern (FADs) beim Thunfischfang verst\u00e4rkt die \u00dcberfischung der sowieso schon \u00fcberfischten Best\u00e4nde. 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