{"id":13807,"date":"2012-04-30T00:00:00","date_gmt":"2012-04-29T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/13807\/oekologische-steuer-okay-aber-welche\/"},"modified":"2019-05-30T12:15:47","modified_gmt":"2019-05-30T10:15:47","slug":"oekologische-steuer-okay-aber-welche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/13807\/oekologische-steuer-okay-aber-welche\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische Steuer? Okay. Aber welche?"},"content":{"rendered":"<p><b>Seit Fukushima ist die \u00f6kologische Steuerreform wieder in der Debatte. Die Gr\u00fcnliberalen und die Gr\u00fcnen haben je eine Initiative am Start und der Bundesrat pr\u00fcft Optionen. Ein \u00dcberblick.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"p1\"><strong>Von Thomas Niederberger<\/strong><\/p>\n<p class=\"XLT2spFragen\" style=\"margin-top: 30px;\">\n<div class=\"listings items\">\n<h3 title=\"Diesen Artikel als PDF downloaden\">Diesen Artikel als PDF downloaden<\/h3>\n<div class=\"\">\n<ul>\n<li class=\"ccsnlink\">\n    <a title=\"\u00ab\u00d6kologische Steuer\u00bb (PDF, Magazin Nr. 1 2012)\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/GP_2_12_OekologischeSteuerreform.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00ab\u00d6kologische Steuer\u00bb (PDF, Magazin Nr. 1 2012)<\/a><br \/>\n    <span class=\"contenttype\">Dokument<\/span>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"p1\">\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/457e7f1f-457e7f1f-nationalratssaal-wind.jpg\" title=\"Switzerland, Bern, 09.03.2011 Fr\u00fchlingssession.  \u00a9 2011 B\u00e9atrice Dev\u00e8nes\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl04_Image1\" title=\"Switzerland, Bern, 09.03.2011 Fr\u00fchlingssession.  \u00a9 2011 B\u00e9atrice Dev\u00e8nes\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/457e7f1f-457e7f1f-nationalratssaal-wind.jpg\" alt=\"Switzerland, Bern, 09.03.2011 Fr\u00fchlingssession.  \u00a9 2011 B\u00e9atrice Dev\u00e8nes\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Switzerland, Bern, 09.03.2011 Fr\u00fchlingssession.  \u00a9 2011 B\u00e9atrice Dev\u00e8nes<\/strong><\/p>\n<p>\n            Photomontage Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"p1\">Unser Energie- und Ressourcenverbrauch ist zu hoch, weil wir damit zu billig wegkommen. Dadurch verursachte Umweltsch\u00e4den haben keinen <span class=\"s1\">Preis, obwohl f\u00fcr die Gesellschaft hohe Kosten <\/span><span class=\"s2\">entstehen. Nun soll ein Teil dieser Kosten mit <\/span>Steuern auf den Verbrauch (auch Lenkungsabga- ben genannt) gedeckt und an die Gesellschaft <span class=\"s2\">zur\u00fcckverteilt werden \u2013 und zwar so, dass Spar<\/span>same belohnt und Verschwender bestraft werden. Im \u00d6konomendeutsch heisst das: Die bisher externalisierten (auf die Gesellschaft abgew\u00e4lzten) Kosten werden internalisiert beziehungswei<span class=\"s2\">se in die Preiskalkulation von G\u00fctern einbe<\/span>zogen. Privater Profit ist weiterhin m\u00f6glich, <span class=\"s2\">doch wer daf\u00fcr viel Energie braucht, hat einen Wettbewerbsnachteil gegen\u00fcber Sparsamen. <\/span>Alle diskutierten Vorschl\u00e4ge sind mehr oder weniger staats- und fiskalquotenneutral, was <span class=\"s2\">bedeutet, dass Steuerertr\u00e4ge und -belastungen <\/span>anders verteilt, aber insgesamt gleich hoch sind.<\/p>\n<p class=\"p2\"><strong>Die Initiativen<\/strong><\/p>\n<p class=\"p2\">Zurzeit laufen die Unterschriftensamm<span class=\"s1\">lungen f\u00fcr zwei Ans\u00e4tze einer \u00f6kologischen Steuerreform. <\/span>Die Initiative \u00abEnergie- statt Mehr<span class=\"s2\">wertsteuer\u00bb der Gr\u00fcnliberalen Partei will eine <\/span>Steuer auf nicht erneuerbare Energie einf\u00fchren <span class=\"s1\">und daf\u00fcr die Mehrwertsteuer abschaffen. Der <\/span><span class=\"s2\">Vorschlag ist einfach: Die Einfuhr von Energie<\/span>tr\u00e4gern wie \u00d6l, Gas, Uran und Kohle wird ber<span class=\"s2\">eits besteuert. Der Steuersatz soll nun so erh\u00f6ht <\/span>werden, dass die Einnahmen 3,9 Prozent des <span class=\"s3\">Bruttoinlandprodukts entsprechen und somit <\/span><span class=\"s2\">gleich viel abwerfen wie die Mehrwertsteuer. <\/span><span class=\"s1\">Die Steuereinnahmen und die Steuerbelastungen <\/span>von Unternehmen und Privaten bleiben ins- gesamt gleich, daf\u00fcr f\u00e4llt der b\u00fcrokratische Aufwand weg, den die Abrechnung der Mehrwertsteuer den \u00fcber 300 000 kleinen und mittleren Unternehmen verursacht.<\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s2\">\u00abMit unserer Initiative w\u00fcrden Investitio<\/span>nen in erneuerbare Energien und in Energieeffi- <span class=\"s2\">zienz automatisch marktwirtschaftlich interes<\/span>sant, und dies w\u00fcrde automatisch Klimaschutz und den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie erm\u00f6glichen\u00bb, sagt der gr\u00fcnliberale Nationalrat Martin B\u00e4umle. Die Abh\u00e4ngigkeit <span class=\"s3\">von importiertem Erd\u00f6l und Gas w\u00fcrde ab<\/span>nehmen, der Abfluss von Geld an Regimes, die <span class=\"s1\">mit den Rohstoffeinnahmen ihre eigene Bev\u00f6l- <\/span>kerung unterdr\u00fccken, k\u00f6nnte gebremst werden. Die Initiative w\u00fcrde den Bund erm\u00e4chtigen, Massnahmen zu erlassen, um Wettbewerbsver<span class=\"s2\">zerrungen mit abgestuften Steuers\u00e4tzen f\u00fcr verschiedene Energietr\u00e4ger auszugleichen. <\/span>Gem\u00e4ss B\u00e4umle k\u00f6nnte Importstrom aus AKWs und Kohlekraftwerken \u00fcber Herkunftszertifikate an der Grenze besteuert werden.<\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s2\">Die zweite Volksinitiative heisst \u00abF\u00fcr eine <\/span><span class=\"s3\">Gr\u00fcne Wirtschaft\u00bb. Die Gr\u00fcne Partei verfolgt <\/span>damit einen Ansatz, bei dem die \u00f6kologische Steuerreform nur ein Element ist, um das Ziel <span class=\"s3\">einer umweltfreundlichen und gerechten <\/span>Kreislaufwirtschaft zu erreichen. \u00abWir m\u00fcssen schleunigst weg von der Wegwerfwirtschaft und hin zu einer gr\u00fcnen Wirtschaft, die wie die Natur in Kreisl\u00e4ufen funktioniert. Nur so k\u00f6n<span class=\"s2\">nen wir unseren Planeten retten\u00bb, meint Bastien <\/span>Girod, Nationalrat und Mitinitiant. Bis ins Jahr <span class=\"s3\">2050 soll der \u00f6kologische Fussabdruck der <\/span>Schweiz von hochgerechnet drei Welten auf eine Welt reduziert werden. Dieser Indikator umfasst <span class=\"s2\">die gesamte Umweltbelastung, also auch <\/span>importierte graue Energie. Der offen gehaltene Initiativtext erm\u00f6glicht es dem Bund, nach Bedarf verschiedene Massnahmen zu ergreifen, wie die F\u00f6rderung von Forschung und Inno<span class=\"s2\">vation, den Erlass von Vorschriften f\u00fcr bestimm<\/span>te Produkte und f\u00fcr Auftr\u00e4ge der \u00f6ffentlichen <span class=\"s2\">Hand oder die Einf\u00fchrung von Lenkungsab<\/span>gaben auf nicht erneuerbare Ressourcen (also <span class=\"s2\">eine \u00f6kologische Steuerreform).<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\">Die beiden Initiativen erg\u00e4nzen sich bestens: W\u00e4hrend die Gr\u00fcnen ein klares Ziel in der Verfassung verankern wollen, die Umsetzung aber offenlassen, setzen die Gr\u00fcnliberalen beim Mittel der Steuerreform an, ohne eine genaue Zielvorgabe zu machen. Wer noch nicht unter<span class=\"s2\">schrieben hat, sollte das jetzt tun (siehe Tabelle). Wann die Abstimmungen vors Volk kommen, ist offen und h\u00e4ngt davon ab, ob das Parlament <\/span>Gegenvorschl\u00e4ge ausarbeiten wird.<\/p>\n<p class=\"p2\"><strong>Der Bund pr\u00fcft<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Nach der Katastrophe in Fukushima hat das Parlament beschlossen, keine neuen AKWs mehr zu bauen und schrittweise aus der Atomenergie auszusteigen. Damit ist die Notwendigkeit zum Energiesparen konkreter denn je. Der Bundesrat hat die \u00abEnergiestrategie 2050\u00bb aufgegleist, um den Atomausstieg umzusetzen, ohne die Versorgungssicherheit zu gef\u00e4hrden. Ein Mittel dazu k\u00f6nne laut Bund auch eine \u00f6kologische Steuerreform sein, weshalb er das Finanzdepartement, zusammen mit dem Umwelt- und Energiedepartement, beauftragte, bis Mitte 2012 Optionen f\u00fcr eine solche Reform zu pr\u00fcfen. An einer Pressekonferenz Anfang vergangenen Dezember machten die verantwortlichen Bundesr\u00e4tinnen Eveline Widmer-Schlumpf und Doris Leuthard aber einen z\u00f6gerlichen Eindruck. Leuthard m\u00f6chte warten bis 2020 und erst dann \u00fcber Lenkungsabgaben entscheiden, wenn sich zeige, dass F\u00f6rdermassnahmen wie die kostendeckende Einspeiseverg\u00fctung auf erneuerbare Energien nicht ausreichen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"p2\">Martin B\u00e4umle freut es, dass sich der <span class=\"s2\">Bundesrat ernsthaft mit der Frage einer \u00f6kologischen Steuerreform auseinandersetzt. F\u00fcr ihn <\/span><span class=\"s1\">ist jedoch klar, dass nur mit einer \u00f6kologischen <\/span><span class=\"s3\">Steuerreform mit deutlichem Marktsignal der <\/span>Energieumbau schnell und ohne zu viel Vor<span class=\"s3\">schriften umgesetzt werden kann. Auch dank <\/span><span class=\"s1\">solchen Argumenten scheint die \u00abgr\u00fcne Wirt<\/span>s<span class=\"s1\">chaft\u00bb politisch zunehmend an Boden zu gewinnen. <\/span>Sogar der Wirtschaftsverband Economie- suisse hat Sympathien f\u00fcr die Volksinitiative f\u00fcr eine gr\u00fcne Wirtschaft ge\u00e4ussert \u2013 ein Zeichen, <span class=\"s1\">dass mehrheitsf\u00e4hige Allianzen f\u00fcr eine \u00f6kologische <\/span>Reform denkbar werden.<\/p>\n<p class=\"p2\"><strong>Greenpeace unterst\u00fctzt beide Initiativen!<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"XLT2spFragen\"><strong><em><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame reset-padding\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ea1e16ce-ea1e16ce-steuerreform_graph.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl06_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ea1e16ce-ea1e16ce-steuerreform_graph.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"hidden\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<div class=\"listings items\">\n<h3 title=\"Diesen Artikel als PDF downloaden\">Diesen Artikel als PDF downloaden<\/h3>\n<div class=\"\">\n<ul>\n<li class=\"ccsnlink\">\n    <a title=\"\u00ab\u00d6kologische Steuer\u00bb (PDF, Magazin Nr. 1 2012)\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/GP_2_12_OekologischeSteuerreform.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00ab\u00d6kologische Steuer\u00bb (PDF, Magazin Nr. 1 2012)<\/a><br \/>\n    <span class=\"contenttype\">Dokument<\/span>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Fukushima ist die \u00f6kologische Steuerreform wieder in der Debatte. 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