{"id":14013,"date":"2012-02-28T00:00:00","date_gmt":"2012-02-27T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/14013\/eu-subventioniert-die-pluenderung-der-meere\/"},"modified":"2019-05-30T12:21:51","modified_gmt":"2019-05-30T10:21:51","slug":"eu-subventioniert-die-pluenderung-der-meere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/14013\/eu-subventioniert-die-pluenderung-der-meere\/","title":{"rendered":"EU subventioniert die Pl\u00fcnderung der Meere"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/7cd711e1-7cd711e1-120228_western_africa_tour.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/7cd711e1-7cd711e1-120228_western_africa_tour.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Senegalesische Fischer begr\u00fcssen die Arctic Sunrise,<br \/>\n\u00a9 Pierre Gleizes \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Greenpeace hat eine <a title=\"Pl\u00fcnderung vor Westafrika\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/greenpeace-gegen-ueberfischung-unterwegs-in-s\/blog\/39132\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schiffstour vor der westafrikanischen K\u00fcste<\/a> gestartet. Die Crew der Arctic Sunrise macht dort unter anderem auf die Pl\u00fcnderung der afrikanischen K\u00fcsten durch die europ\u00e4ischen Fischereiflotten aufmerksam. Der neue Greenpeace-Bericht <a title=\"Greenpeace-Report\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/austria\/de\/multimedia\/Publikationen\/dokumente\/Plundern-um-jeden-Preis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abPl\u00fcndern um jeden Preis &#8211; EU-Fischfang vor Westafrika\u00bb<\/a> zeigt, wie einige wenige  Fischerei-Unternehmen von EU-Subventionen profitieren. Die europ\u00e4ischen Steuerzahler finanzieren die Pl\u00fcnderung der Meere vor Westafrika mit.<\/p>\n<p>Der Report deckt auf, wie private und \u00f6ffentliche Akteure die  \u00dcberfischung weiter f\u00f6rdern, statt auf nachhaltige L\u00f6sungen zu dr\u00e4ngen. Es ist ein simples Zahlenspiel: Die europ\u00e4ische Fischereiflotte ist  in vielen Bereichen zwei- bis dreimal gr\u00f6sser als f\u00fcr eine nachhaltige  Fischerei gut w\u00e4re. Laut <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Kommission  sind bereits bis zu 88 Prozent der kommerziell genutzten Best\u00e4nde  \u00fcberfischt. Eine zu grosse Flotte macht also Jagd auf stark \u00fcberfischte  Best\u00e4nde. Diese hochexplosive Mischung k\u00f6nnte durch einen Abbau der  Flotte und eine \u00f6kologisch nachhaltige Fischerei entsch\u00e4rft werden. Die Realit\u00e4t sieht leider anders aus. Private und \u00f6ffentliche Akteure f\u00f6rdern die \u00dcberfischung weiter, statt auf nachhaltige L\u00f6sungen zu dr\u00e4ngen. Mit den <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-F\u00f6rdergeldern  werden \u00dcberkapazit\u00e4ten finanziert und aufrechterhalten. Dar\u00fcber hinaus  wird das europ\u00e4ische Problem in andere Regionen der Welt verschifft. Um  rentabel zu bleiben, gehen viele Fangschiffe unter europ\u00e4ischer Flagge  mittlerweile in Fangr\u00fcnden ausserhalb Europas auf Jagd, insbesondere in  den Gew\u00e4ssern Westafrikas.<\/p>\n<p>Ein Beispiel ist die Pelagic Freezer Trawler Association (PFA). Sie repr\u00e4sentiert eine  Gruppe von neun europ\u00e4ischen Unternehmen, unter anderem aus den  Niederlanden, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland. Zusammen  unterh\u00e4lt sie 34 Fabrikschiffe, deren durchschnittliche j\u00e4hrliche  Gesamteinnahmen zwischen 2007 und 2009 etwa 490 Millionen Euro betrugen.  Alle diese neun Unternehmen lassen sich dabei auf nur drei  niederl\u00e4ndische Konzerne zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die PFA repr\u00e4sentiert dabei alle erdenklichen Superlativen der  europ\u00e4ischen Fischerei: Sie unterh\u00e4lt das gr\u00f6sste und st\u00e4rkste Schiff der  <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Flotte, ihre Fabrikschiffe fischen als Einzige sowohl in Gew\u00e4ssern der <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr> als auch ausserhalb und haben das am h\u00f6chsten direkt subventionierte Schiff Europas, die Helen Mary<em>\u00a0<\/em>, in Betrieb.<\/p>\n<p>Die Arten der F\u00f6rdermittel an die PFA sind sehr unterschiedlich und  nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. So werden direkte  Subventionen von <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr> und  Mitgliedsstaat gezahlt, um etwa Motoren, Fangger\u00e4te und sonstige  Ausstattung an Bord der Schiffe zu modernisieren. Die direkten  F\u00f6rdergelder an die PFA beliefen sich zwischen 1994 und 2006 auf  insgesamt 21,2 Millionen Euro. Um ganz andere Summen geht es, wenn man den Weg der indirekten  Subventionen, beispielsweise steuerbefreiter Kraftstoff und  Zugangsrechte zur Fischerei vor Westafrika, an die PFA zur\u00fcck verfolgt.  Der <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr> war es gesch\u00e4tzte 142,7  Millionen Euro wert, der PFA zwischen 2006 und 2012 Zugang zu  Fischereigr\u00fcnden vor Marokko und Mauretanien zu erm\u00f6glichen. Die  privaten Fischereibetriebe m\u00fcssen dabei nur einen marginalen Anteil  selber finanzieren \u2013 zwischen 4,6 und 11,1 Prozent. Legal kommt man  billiger nicht an Fisch in anderen Regionen heran.<\/p>\n<p>Weiterhin erhebt die <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr> auf beinahe jeden Energieverbrauch Steuern \u2013 jedoch nicht in der  Schifffahrt beziehungsweise der Fischerei. Verglichen mit einer  realistischen Versteuerung des Treibstoffverbrauchs in der Schifffahrt  entgehen dem Fiskus j\u00e4hrlich bis zu 78,2 Millionen Euro pro Jahr \u2013 nur  durch die Fischereiaktivit\u00e4ten der PFA. Unter dem Strich ergeben die  unabh\u00e4ngigen Analysen, dass ohne finanzielle Zuwendungen aus  \u00f6ffentlicher Hand den Unternehmen der PFA ein durchschnittlicher  finanzieller Schaden von j\u00e4hrlich bis zu 50,3 Millionen Euro entstehen  w\u00fcrde.<span lang=\"en\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"en\">Greenpeace<\/span> fordert einen radikalen Umbau  der europ\u00e4ischen Fischerei. Die dazu notwendigen Gesetze m\u00fcssen w\u00e4hrend  der <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/meere\/kampagnen\/die_reform_der_eu_fischereipolitik\/\">Fischerei-Reform <\/a>bis 2013 auf den Weg gebracht werden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"image_float_right\"><a href=\"http:\/\/blog.greenpeace.de\/blog\/2012\/02\/25\/trawler-auf-illegaler-jagd\/\">Blog: Trawler auf illegaler Jagd<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Senegalesische Fischer begr\u00fcssen die Arctic Sunrise, \u00a9 Pierre Gleizes \/ Greenpeace \u00a0 Greenpeace hat eine Schiffstour vor der westafrikanischen K\u00fcste gestartet. 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