{"id":14133,"date":"2012-02-14T00:00:00","date_gmt":"2012-02-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/14133\/der-film-big-miracle-der-ruf-der-wale\/"},"modified":"2019-07-05T14:49:04","modified_gmt":"2019-07-05T12:49:04","slug":"der-film-big-miracle-der-ruf-der-wale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/14133\/der-film-big-miracle-der-ruf-der-wale\/","title":{"rendered":"Der Film \u00abBig Miracle (Der Ruf der Wale)\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p><b>Zur Lancierung des neuen Film Big Miracle mit Drew Barrymore, bei dem es um eine Aktion zur Rettung von im Eis eingeschlossenen Grauwalen 1988 in Alaska geht, ver\u00f6ffentlichen wir die spannenden Erinnerungen von Campbell Plowden, der damals die Wal-Kampagne von Greenpeace koordinierte und in der ganzen Geschichte eine wichtige Rolle spielte. Er beschreibt eine der verr\u00fccktesten Wochen seiner 14-j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit bei Greenpeace und stellt die Walrettung, die der Film Big Miracle erz\u00e4hlt, in den Kontext einer gross angelegten Kampagne zur Beendigung der Waljagd weltweit.<\/b><\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/200fdb86-200fdb86-2012_big_miracle.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption><strong>\u00abBig Miracle \u2013 der Ruf der Wale\u00bb: Ab 16. Februar 2012 \u00fcberall in den Kinos<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Als ich am 14. Oktober 1988 fr\u00fchmorgens erwachte, h\u00f6rte ich am Radio, dass in Eisl\u00f6chern im Meer vor Barrow in Alaska ein paar Grauwale gesichtet worden waren, die durch das sehr rasch zufrierende Eis eingeschlossen worden waren.<\/p>\n\n<p>Diese Nachricht machte mich traurig, weil mir sehr viel an Walen liegt, aber das Ganze war ein Naturereig\u00adnis und ich hatte damals nicht das Gef\u00fchl, wir k\u00f6nnten oder sollten etwas dagegen tun. Ich hatte als Koor\u00addinator der Wal-Kampagne f\u00fcr Greenpeace USA bereits alle H\u00e4nde voll zu tun. Wir f\u00fchrten damals einen gross angelegten Kampf gegen die Walfangindustrie in drei L\u00e4ndern, wobei wir uns insbesondere auf Island konzentrierten, wo gef\u00e4hrdete Finnwale im Rahmen eines sogenannten \u00abForschungsprogramms\u00bb get\u00f6tet wurden. Seit 18 Monaten riefen wir zum Boykott von isl\u00e4ndischen Fischereiprodukten auf und setzen ame\u00adri\u00adkanische und europ\u00e4ische Unternehmen unter Druck, die solche Produkte kauften. Nur eine Woche zuvor konnten wir den bis dahin gr\u00f6ssten Erfolg unserer Kampagne verzeichnen: Die Fischrestaurantkette&nbsp;<em>Long John Silver<\/em>&nbsp;hatte einen 7 Mio. Dollar schweren Vertrag f\u00fcr den Kauf von Fisch mit einem bedeutenden isl\u00e4n\u00addischen Fisch-Exporteur gek\u00fcndigt. Der Premierminister von Island und das Parlament diskutierten \u00f6ffent\u00adlich dar\u00fcber, ob ihr Walfangprogramm eingestellt werden sollte.<\/p>\n\n<p>Als ich das Greenpeace-B\u00fcro in Washington, D.C. betrat, begr\u00fcsste mich unsere Receptionistin etwas er\u00adsch\u00f6pft und dr\u00fcckte mir einen Stapel rosarote Nachrichtenzettel in die Hand: \u00abEs haben einige Leute ange\u00adrufen und gefragt, was Greenpeace zur Rettung der im Eis gefangenen Wale in Alaska unternehmen wird\u00bb. \u00abEinige Leute\u00bb, sagte sie, was wohl die Untertreibung der Woche war.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-rEwuV15tIU\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"-rEwuV15tIU\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><\/figure>\n\n<p>Mir wurde sofort klar, dass wir diesen Vorfall nicht einfach als Naturereignis abtun oder als unbedeutenden Zwi\u00adschen\u00adfall ignorieren konnten. Wir hatten eben den Auftrag erhalten, uns darum zu k\u00fcmmern. Ich muss\u00adte also mein Bestes geben und wollte versuchen, diese Gelegenheit zur Rettung von noch viel mehr Walen rund um Island zu nutzen.<\/p>\n\n<p>Ich habe den Film&nbsp;<em>Big Miracle<\/em>&nbsp;zwar noch nicht gesehen, bei dem es um die Rettung von zwei dieser Wale geht, aber soviel ich weiss, konzentriert er sich fast ausschliesslich auf die Ereignisse in Alaska. Er spielt haupts\u00e4chlich in der Gegend rund um die Inuit-Siedlung Barrow, in der die Einheimischen vom Walfang leben, und stellt verschiedene Regierungs- und Industrievertreter und die engagierte Greenpeace-Aktivistin Cindy Lowry (die im Film Rachel heisst) in den Fokus. Ich werde nicht n\u00e4her darauf eingehen, ob und wie in diesem Film Fakten und Fiktion vermischt werden. Vielmehr m\u00f6chte ich erz\u00e4hlen, wie ich diese hektischen Tage meist hinter den Kulissen erlebt habe. Meine Messie-Tendenzen kommen mir hierbei zugute, denn ich konnte tats\u00e4chlich ein Notizbuch aus der damaligen Zeit ausgraben, in dem ich vieles aufgeschrieben habe. Anne Dingwall \u2013 meine damalige Vorgesetzte bei Greenpeace \u2013 half mir zudem, mich noch an anderes zu erin\u00adnern. Wer noch mehr \u00fcber die ganze Geschichte erfahren will, dem empfehle ich das Buch \u00abFreeing the whales: How the media created the world\u2019s greatest non-event\u00bb von Tom Rose.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/spenden.greenpeace.ch\/live\/donate?utm_source=meer&amp;utm_medium=leaderboard&amp;utm_campaign=meer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/1aa9348b-1aa9348b-wal_banner.jpg\" alt=\"Spenden Sie heute!\"\/><\/a><\/figure>\n\n<p>Als die Geschichte in den nationalen Nachrichten kam, waren die Wale offenbar schon eine Woche in den noch wenigen offenen L\u00f6chern im Eismeer gefangen gewesen, und Beobachter f\u00fcrchteten, dass sie nur noch ein wenige Tage \u00fcberleben w\u00fcrden. Das Ziel bestand also darin, einen 8 Kilometer langen Durch\u00adgang durch das Eis zu schaffen, damit die Wale wieder ins offene Meer gelangen k\u00f6nnten. Meine Kollegen kl\u00e4r\u00adten mich in einer Schnellbleiche dar\u00fcber auf, wie die oft schwierigen Beziehungen zwischen Green\u00adpeace, einheimischen Walf\u00e4ngern in Alaska, \u00d6lkonzernen, Biologen und Journalisten am besten gehandhabt wer\u00adden, wobei sich der Umgang mit den offiziellen Vertretern der staatlichen und bundesstaatlichen Regierun\u00adgen und des Milit\u00e4rs als nicht minder schwierig erweisen sollte.<\/p>\n\n<p>Die offensichtlichste L\u00f6sung des Problem bestand darin, einen Eisbrecher aufzutreiben und den Weg zu den Walen freizubahnen. Ich fand allerdings schnell heraus, dass uns die US-Regierung dabei nicht helfen konn\u00adte. Sie hatte nur zwei Schiffe, die \u00fcberhaupt f\u00fcr diese Aufgabe in Frage gekommen w\u00e4ren. Eines davon be\u00adfand sich mehrere Hundert Kilometer entfernt, steuerte gerade von Barrow weg und steckte selbst im Eis fest, und der einzige andere Eisbrecher der K\u00fcstenwache wurde gerade im weit entfernten Seattle repa\u00adriert. Die Hoffung auf einen Eisbrecher eines privaten Unternehmens zerschlug sich ebenfalls. Der \u00d6l\u00adkonzern Amoco hatte zwar einen, aber dieser befand sich bei einem Bohrschiff in rund 240 Kilometer Ent\u00adfernung.<\/p>\n\n<p>Vom ersten Tag an sammelte ich zusammen mit Ed Simmons, dem Manager der ersten&nbsp;<em>Rainbow Warrior<\/em>&nbsp;von Greenpeace, verschiedene Ideen, wie wir das Eis durchbrechen oder die Wale auf eine andere Weise retten k\u00f6nnten. Leute riefen von \u00fcberall her an und machten Vorschl\u00e4ge. Ich sprach mit allen Anrufern, ohne je zu wissen, ob die n\u00e4chste Idee vollkommen verr\u00fcckt oder brillant sein w\u00fcrde. Vorgeschlagen wurde vieles: Sprengstoff, ein Wasserstrahlschneider, wie er zum Schneiden von Beton verwendet wird, ein trag\u00adbarer Laser, eine Wasserstrahlpumpe, ein sogenannter PASER zum Schneiden von Glas und Stahl oder auch eine Tunnelbohrmaschine mit einem rotierenden Schneidrad. Andere schlugen vor, die Wale mit Schlingen in die Luft zu hieven oder sie mit Walges\u00e4ngen in die Freiheit zu locken. Einige Ideen waren verlockend, stellten sich jedoch als nicht realisierbar heraus, weil wir die notwendige Ausr\u00fcstung nicht rechtzeitig vor Ort bringen konnten, oder sie waren zu gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Wale und\/oder sie h\u00e4tten mehr Energie erfordert, als wir auf dem Eis zur Verf\u00fcgung gehabt h\u00e4tten.<\/p>\n\n<p>Zuletzt blieben nur zwei Vorschl\u00e4ge \u00fcbrig. So wollte uns das Unternehmen Veeco, das f\u00fcr die \u00d6lindustrie t\u00e4tig ist, einen Luftkissen-Lastkahn zur Verf\u00fcgung stellen, der m\u00f6glicherweise geeignet war, um einen Weg durch die weniger als 30 Zentimeter dicke Eisschicht ganz in der N\u00e4he der Wale zu bahnen. Die Reali\u00adt\u00e4t war aber, dass wir auch einen \u00fcber 11 Meter dicken Presseisr\u00fccken zwischen den Walen und dem offe\u00adnen Meer durchbrechen mussten. Und wenn kein Eisbrecher von der US-Regierung oder -Industrie zur Ver\u00adf\u00fcgung stand, dann blieb uns wohl nur die M\u00f6glichkeit, die Sowjetunion anfragen, ob sie uns einen zu Hilfe schicken k\u00f6nnte.<\/p>\n\n<p>Unsere ersten Gespr\u00e4che mit der US-Regierung \u00fcber diese letzte Option verliefen nicht gerade ermutigend. Pr\u00e4sident Reagan war bekannterweise kein grosser Freund der Sowjetunion und die Idee, diesen kommu\u00adnis\u00adti\u00adschen Riesen darum zu bitten, eines oder mehrere seiner Schiffe in amerikanische Gew\u00e4sser zu entsen\u00adden, um Wale zu retten, schien absurd. Zudem t\u00f6tete die UdSSR jedes Jahr bis zu 169 Grauwale \u2013 angeblich um die Einwohner auf ihrer Seite des Beaufort-Meeres mit traditioneller Nahrung zu versorgen, wobei Greenpeace nur vier Jahre zuvor bewiesen hatte, dass das Walfleisch in Tat und Wahrheit als Futter in einer Nerzfarm nahe der Walstation verwendet wurde. Wenn die US-Regierung keine L\u00f6sung f\u00fcr die Rettung die\u00adser Wale finden w\u00fcrde, dann k\u00f6nnten die Bewohner Alaskas sie doch vielleicht einfach zus\u00e4tzlich zu den Gr\u00f6nlandwalen fangen, die sie ja ebenfalls jagten.<\/p>\n\n<p>Eine Frau rief an und sagte, sie kenne den Industriellen Armand Hammer, der offenbar gute Verbindungen zu den Russen habe. Sp\u00e4ter meldete sie sich allerdings sehr frustriert nochmals und sagte, Hammers Sekre\u00adt\u00e4\u00adrin habe sie ziemlich r\u00fcde abgekanzelt.<\/p>\n\n<p>Greenpeace verf\u00fcgte jedoch auch \u00fcber eigene Kan\u00e4le ins \u00abB\u00f6se Reiche\u00bb. Der ehemalige Vorsitzende von Greenpeace International, David McTaggart, pflegte verschiedene Kontakte zu Offiziellen in der UdSSR, weil er auf diese Weise den Weg f\u00fcr die Er\u00f6ffnung eines Greenpeace-B\u00fcros in der UdSSR ebnen wollte. Ich schickte David deshalb eine Nachricht und fragte ihn, ob er jemanden kenne, den wir kontaktieren k\u00f6nnten und der uns helfen k\u00f6nnte, die Sowjetunion dazu zu bringen, einen Eisbrecher zur Befreiung der Wale nach Alaska zu entsenden. McTaggart war gerade krank, aber einige Tage sp\u00e4ter nannte mir sein Assistent Brian Fitzgerald einen Namen: Arthur Chilingarov. Er war Mitglied des staatlichen Komitees f\u00fcr Hydrometeo\u00adrolo\u00adgie und Umweltkontrolle der UdSSR und Leiter mehrerer arktischer und antarktischer Expeditionen der UdSSR. Offenbar war er die richtige Ansprechperson. Greenpeace hatte vor der Zeit von Internet und E-Mail bereits ein eigenes System (Greenlink), um elektronische Nachrichten \u00fcber Computer-Netzwerke zu verschicken und zu empfangen, w\u00e4hrend der Rest der Welt noch meist via Telex \u00fcber lange Distanzen mit\u00adeinander kommunizierte. Dabei wurde normalerweise eine Nachricht in eine Maschine getippt, die diese dann in ein Lochmuster auf einem langen Papierstreifen \u00fcbersetzte. Dieser Streifen wurde dann in eine Maschine eingef\u00e4delt, welche die Nachricht \u00fcber das Telefonnetz an die Telex-Maschine des Empf\u00e4ngers sandte. Nach mehreren Anrufen an die sowjetische Botschaft gelang es mir schliesslich, die Telex-Nummer von Chilingarov ausfindig zu machen. Anne Dingwall und ich setzten eine Nachricht auf und schickten sie an ihn, ohne zu wissen, ob wir je eine Antwort erhalten w\u00fcrden.<\/p>\n\n<p>Am 3. und 4. Tag tat sich einiges. Cindy Lowry reiste von Anchorage nach Barrow, um der Rettungsaktion so nah wie m\u00f6glich zu sein. Die Reise zu den Eisl\u00f6chern war jedoch alles andere als einfach, weil diese rund 15 Kilometer oder 45 Minuten Fahrt mit dem Schneemobil von Barrow entfernt waren. Die Berichte \u00fcber den Gesundheitszustand der Wale, die wir von ihr und anderen erhielten, klangen nicht gut. Cindy vermutete, dass ihr Sehverm\u00f6gen eingeschr\u00e4nkt sei: Immer wieder stiessen sie zudem mit dem Kopf am Eis an. Der kleinste Wal hatte bereits schlimme Schnittwunden. Wahrscheinlich fanden sie auch keine Nahrung, weil das Wasser zu seicht war. Ihre Atmung zeigte klar, wie gestresst sie waren, und eines der gr\u00f6sseren Tiere schien zudem eine Lungenentz\u00fcndung zu haben. Fachleute fanden es aber nicht klug, ihnen Medikamente zu geben, weil sie bef\u00fcrchteten, dies w\u00fcrde sie nur noch mehr stressen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d6057f55-d6057f55-1988-poster_whales_alaska_500.jpg\" alt=\"Poster Alaska\"\/><\/figure>\n\n<p>Der Lastkahn von Veeco war offenbar unterwegs, ebenso wie der Spezialist f\u00fcr Tierkommunikation Jim Nollman, der hoffte, die Wale mit T\u00f6nen in Richtung Freiheit locken zu k\u00f6nnen. Das Laboratorium f\u00fcr Mee\u00adres\u00ads\u00e4ugetiere in Seattle versprach, Tonaufnahmen von Grauwalen zu schicken. Die Inuit, f\u00fcr die schon bald die Jagd nach Gr\u00f6nlandwalen beginnen sollte, setzten sich ebenfalls f\u00fcr die Rettung der eingeschlossenen Grauwale ein. Sie hatten ihnen die Inupiat-Namen Siku (Eis), Putu (Eisloch) und Knik (Schneeflocke) gege\u00adben. Arnold Brower, der Leiter der&nbsp;<em>Alaska Eskimo Whaling Commission<\/em>, und andere Inuit befanden sich vor Ort und schlugen neue L\u00f6cher in die Eisfl\u00e4che, damit die Wale Luft holen konnten.<\/p>\n\n<p>Ich hatte schon viele hektische Tage bei Greenpeace erlebt, aber diese Woche war definitiv eine der ver\u00adr\u00fccktesten. Mein Ohr tat mir weh vom ununterbrochenen Telefonieren. Ich hielt nicht nur st\u00e4ndig Kontakt zu Cindy und anderen Personen, die an der Walrettung und am Fischboykott beteiligt waren, sondern war auch in den Medien so pr\u00e4sent wie nie. Ich nahm als Gast an zwei nationalen Morgen-Talkshows teil und sprach mit Dutzenden von Reportern der grossen Nachrichtenagenturen, Zeitungen, Fernseh- und Radio\u00adstationen. Am 5. Tag der Rettung stand ich um 4 Uhr morgens auf, um f\u00fcr&nbsp;<em>Good Morning Ulster<\/em>&nbsp;in Nord\u00adirland ein Interview zu geben. Das war zweifellos ein Highlight, aber es war auch frustrierend, weil die meisten Reporter nur \u00fcber das Drama sprechen wollte, das sich in Alaska abspielte. Wann immer m\u00f6glich versuchte ich darauf hinzuweisen, dass sich die Welt auch f\u00fcr die Rettung der unz\u00e4hligen Wale stark ma\u00adchen sollte, die von den Harpunen der Walf\u00e4nger in Island, Japan und Norwegen bedroht waren.<\/p>\n\n<p>Die Nachricht, dass&nbsp;<em>Long John Silver<\/em>&nbsp;einen 7-Millionen-$-Vertrag mit einem grossen isl\u00e4ndischen Fisch\u00adexporteur aufgel\u00f6st hatte, brachte in Island aber doch einiges in Gang. Das Fischereiunternehmen Samband verkaufte seine Anteile am Walfang-Unternehmen und der isl\u00e4ndische Premierminister spekulierte \u00f6ffent\u00adlich dar\u00fcber, dass sein Land die Walforschung f\u00fcr ein Jahr aussetzen k\u00f6nnte. Die Vertragsaufl\u00f6sung gab auch unserem Boykott in Deutschland Auftrieb, wo wichtige Fischabnehmer nun ebenfalls in Erw\u00e4gung zogen, ihre Vertr\u00e4ge aufzul\u00f6sen. Das isl\u00e4ndische Kabinett und das Parlament waren aufgeschreckt und planten eine Debatte dar\u00fcber, was angesichts der Angriffe der \u00ab\u00d6ko-Terroristen\u00bb auf ihre Fischindustrie mit dem Walforschungsprogramm zu tun sei.<\/p>\n\n<p>Bis Tag 6 hatte der Lastkahn von Veeco grosse Probleme, so dass Alternativen gefragt waren. Ich erhielt viele Anrufe von Personen, die wohl erst vor Kurzem Action-Filme mit schlagkr\u00e4ftigen Spezialeinheiten ge\u00adsehen hatten. Ihre Vorschl\u00e4ge umfassten den Einsatz von Phosphor-Ladungen und Thermit-Bomben. Ein Anruf kam jedoch von einem echten Experten: einem Offizier eines Bombenentsch\u00e4rfungsteams in Adak in Alaska. Er sagte, er verf\u00fcge \u00fcber die notwendige Erfahrung und Ausr\u00fcstung und wolle helfen. Sein Team k\u00f6nne Profilladungen in einem Kreis anbringen und so eine Reihe gr\u00f6sser L\u00f6cher ins Eis sprengen. Sie m\u00fcssten allerdings noch das&nbsp;<em>Naval Weapons Center<\/em>&nbsp;und das spezielle Handbuch konsultieren und die Sicherheitsabst\u00e4nde f\u00fcr solche Sprengladungen abkl\u00e4ren. Zudem k\u00f6nne das Team nicht selbst aktiv wer\u00adden, weshalb er uns bat, den Chef der Marineoperationen zu kontaktieren und ihn zu bitten, sein Team nach Barrow zu entsenden.<\/p>\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag blies der Wind Schnee in die L\u00f6cher, die die Wale zum Atmen brauchten. Unbeeindruckt durch b\u00fcrokratische Schranken waren ein paar Leute auf eigene Kosten mit einer Generator-betriebenen Enteisungsmaschine von Minnesota nach Barrow geflogen. Eigentlich war es eine Art tragbarer Jacuzzi, dessen Luftblasen die Eisschicht auf dem Wasser aufl\u00f6sen sollten, die die Wale beim Atmen behinderte.<\/p>\n\n<p>Schliesslich wurde klar, dass der Lastkahn nicht rechtzeitig eintreffen w\u00fcrde, und so versuchte das US-Milit\u00e4r sein Bestes, um der Aktion zum Erfolg zu verhelfen. Es schickte einen riesigen Chinook-Helikopter, der einen massiven Betonblock auf das Eis warf, an einem Stahlseil wieder hinaufzog und dann wieder hinunterwarf. Diese Technik funktionierte zwar gut, um das Eis zu brechen, aber sie hatte einen entschei\u00addenden Haken. Das Eis wurde zwar in St\u00fccke geschlagen, aber die entstandenen L\u00f6cher waren nicht klar genug, damit die Wale hier auch tats\u00e4chlich Luft holen konnten, und ein Jacuzzi aus Minnesota n\u00fctzte da leider auch nicht viel.<\/p>\n\n<p>Als dem isl\u00e4ndischen Finanzminister in Reykjavik klar wurde, dass ein einj\u00e4hriger Stopp des Walfangpro\u00adgramms den Fischboykott nicht aus der Welt schaffen konnte, wurde vorgeschlagen, den Walfang f\u00fcr vier Jahre einzustellen. Der Fischerei-Minister von Island setzte sich hingegen vehement f\u00fcr eine Weiterf\u00fchrung des Walfangs ein und drohte mit seinem R\u00fccktritt, sollten Schritten zur Einschr\u00e4nkung des Walfangs unternommen werden. Das isl\u00e4ndische Aussenministerium erkl\u00e4rte gegen\u00fcber US-Aussenminister George Schultz, dass seine Regierung den Walfang nicht stoppen w\u00fcrde und dass der Premierminister ohne vor\u00adherige R\u00fccksprache mit seinem Kabinett nicht \u00fcber einen solchen Schritt h\u00e4tte spekulieren d\u00fcrfen. Darauf krebste der Premierminister zur\u00fcck und erkl\u00e4rte, seine fr\u00fcheren \u00c4usserungen seien missverstanden wor\u00adden. Unsere einzige Hoffnung blieb damit ein Kongressabgeordneter, der im isl\u00e4ndischen Parlament eine Resolution einbringen und die Regierung zum Stopp des Walfangprogramms auffordern wollte. Der betref\u00adfende Abgeordnete rief Greenpeace privat dringend dazu auf, den Druck aufrecht zu erhalten, damit seine Chancen stiegen. So verbrachte ich also einen Vormittag damit, die isl\u00e4ndische Botschaft auszukundschaf\u00adten und alle isl\u00e4ndischen Konsulate in den USA ausfindig zu machen. Die Medienberichte \u00fcber die bedroh\u00adten Wale in Alaska m\u00fcssten den Protesten gegen die T\u00f6tung von Hunderten Walen f\u00fcr die \u00abForschung\u00bb in Island doch sicher Auftrieb geben!<\/p>\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag zeigten einige lokale Medien Interesse an unseren geplanten Protesten gegen den isl\u00e4n\u00addischen Walfang in Washington, D.C. Eine weitere Strategie in unserem Kampf gegen den Walfang in Island bestand darin, eine Klage gegen die US-Regierung einzureichen, weil sie ihre eigenen Gesetze nicht durch\u00adsetzte. Gem\u00e4ss dem sogenannten \u00abPelly Amendment\u00bb kann die USA eine Importsperre gegen Fischerei\u00adprodukte aus L\u00e4ndern verh\u00e4ngen, die gem\u00e4ss dem US-Handelsministerium die Wirksamkeit von internatio\u00adna\u00adlen Fischereischutzabkommen untergraben. Es schien klar zu sein, dass Island mit dem Walfang genau dies tat, denn der wissenschaftliche Ausschuss der Internationalen Walfangkommission (IWC) hatte erkl\u00e4rt, das Walforschungsprogramm von Island lasse sich wissenschaftlich nicht begr\u00fcnden. Die IWC hatte deshalb mit Unterst\u00fctzung der USA eine Resolution verabschiedet, die Island zu einer Einstellung dieses unr\u00fchm\u00adlichen \u00abForschungsprogramms\u00bb aufforderte. Ich nahm an diesem Nachmittag an einem Treffen der renom\u00admierten Anwaltskanzlei Arnold and Porter in Washington teil, um die Fortschritte in dieser Angelegenheit zu diskutieren.<\/p>\n\n<p>Nachdem das Drama in Alaska bereits eine Woche gedauert hatte und die Situation wirklich schlecht aus\u00adsah, erhielten wir schliesslich die ersehnte positive Nachricht von Arthur Chilingarov. Die Sowjets hatten zwei Eisbrecher, die m\u00f6glicherweise zur Rettung der Wale entsendet werden k\u00f6nnten. Die&nbsp;<em>Admiral Makarov<\/em>&nbsp;k\u00f6nnte in zwei Tagen da sein. Chilingarov bat uns jedoch um unsere Hilfe, um die notwendigen Genehmigungen der US-Regierung zu erhalten. Schon schwirrten in den Medien in Alaska Ger\u00fcchte umher, die Sowjets w\u00fcrden einen Eisbrecher schicken, aber wir wollten dies nicht best\u00e4tigen, weil wir die Sache nicht gef\u00e4hrden wollten und bef\u00fcrchteten, die Wale w\u00e4ren l\u00e4ngst tot, bevor die Schiffe eintreffen w\u00fcrden. Die USA wollten die Sowjetunion offenbar nicht offen um Hilfe bitten, und die Sowjetunion konnte ihre Hilfe nicht anbieten und dabei riskieren, von den USA abgelehnt zu werden und so ihr Gesicht zu verlieren.<\/p>\n\n<p>Der&nbsp;<em>National Marine Fisheries Service<\/em>&nbsp;(NMFS) hatte Erfahrung mit dem Einholen von Genehmigungen f\u00fcr sowjetische Fischerboote in US-Gew\u00e4sser, aber das war etwas anderes. Der NMFS hatte zwar unterdessen die Genehmigung des Verteidigungsministeriums erhalten, die Sowjets zu fragen, ob ein Schiff verf\u00fcgbar w\u00e4re. Weil der Fall jedoch so sehr im Fokus der \u00d6ffentlichkeit stand, war der letztliche Entscheid an das Aussenministerium delegiert worden. Erst waren wir ermutigt, als wir h\u00f6rten, dass Vize-Aussenminister John Negroponte (der sp\u00e4ter ein bekannter Diplomat der Regierung Bush wurde) unser Anliegen bef\u00fcr\u00adwortete. Es war dann aber meine Aufgabe, unser Ansinnen auch einem seiner Mitarbeiter, Tucker Skully, schmackhaft zu machen.<\/p>\n\n<p>Ich rief Skully von Anne Dingwalls B\u00fcro aus an, die das Gespr\u00e4ch mith\u00f6rte. Ich erkl\u00e4rte ihm, was wir unter\u00adnommen hatten, um erst einen amerikanischen Eisbrecher zu finden, berichtete \u00fcber unsere nachfolgen\u00adden Kontakte mit den Sowjets und erz\u00e4hlte ihm schliesslich, dass Chilingarov uns um Unterst\u00fctzung ge\u00adbeten habe. Skully erkl\u00e4rte, dass das Aussenministerium sehr wohl \u00fcber die Option eines sowjetischen Eis\u00adbrechers informiert sei und dass man die Angelegenheit pr\u00fcfe. Da sich die Wale in einer \u00e4usserst prek\u00e4ren Lage befanden, fragte ich ihn, wann wir mit einem Entscheid rechnen k\u00f6nnten. Skully reagierte ziemlich ungehalten auf meine Frage, die er als Andeutung daf\u00fcr auffasste, sein Departement brauche unsere Hilfe bei der Entscheidungsfindung und das Aussenministerium z\u00f6gere aus politischen und nicht praktischen Gr\u00fcnden, gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den sowjetischen Eisbrecher zu geben (was faktisch wahr war). Er beendete das Gespr\u00e4ch w\u00fctend und legte auf.<\/p>\n\n<p>Schnell erz\u00e4hlte ich Anne, was Skully gesagt hatte. Es war bereits 4 Uhr nachmittags an einem Freitag und es schien unwahrscheinlich, dass das Aussenministerium noch vor dem Wochenende einen Entscheid be\u00adkannt\u00adgeben w\u00fcrde. Dabei ging es den Walen zusehends schlechter. Knik (\u00abSchneeflocke\u00bb), der kleinste von ihnen, kam nicht mehr an die Oberfl\u00e4che und war wahrscheinlich unter dem Eis ertrunken. Es war Zeit, ein kalkuliertes Risiko einzugehen und die US-Regierung so dazu zu bringen, in der Mission zur Rettung der bei\u00adden noch lebenden Wale ebenfalls eine kleine Heldenrolle zu \u00fcbernehmen. Ich griff zum Telefon und rief die Nachrichtenagentur&nbsp;<em>Associated Press<\/em>&nbsp;an: \u00abHier spricht Campbell Plowden, der Koordinator der Walkam\u00adpagne von Greenpeace. Ich m\u00f6chte Ihnen mitteilen, dass die Sowjetunion zwei Eisbrecher schicken wird, um mitzuhelfen, einen Weg zu den in Alaska eingeschlossenen Wale zu bahnen.\u00bb Schon bald liefen die Dr\u00e4h\u00adte heiss und \u00fcberall hiess es: \u00abDie Russen kommen \u2013 um die Wale zu retten!\u00bb<\/p>\n\n<p>Am Montagmorgen meldete ein NMFS-Sprecher vom Handelsministerium, dass ein Naturschutzabkommen von 1976 zwischen der USA und der UdSSR als diplomatisches Mittel herangezogen werde, um der&nbsp;<em>Admiral Makarov<\/em>&nbsp;und der&nbsp;<em>Vladmir Arsenev<\/em>&nbsp;die Erlaubnis zu erteilen, in die Hoheitsgew\u00e4sser der USA vorzustossen.<\/p>\n\n<p>Letztlich war die Rettung ein gemeinsamer Effort der Inuit, der Regierungen der USA und der UdSSR, von Greenpeace und der Medien, die f\u00fcr die n\u00f6tige Publicity sorgten. Als wirksamste Massnahme des US-Milit\u00e4rs entpuppte sich schliesslich, dass die Armee ein C-130-Transportflugzeug voller Motors\u00e4gen einflog. Wo ausgekl\u00fcgelte Pl\u00e4ne und Maschinen versagten, setzten die Inuit Motors\u00e4gen ein, um auf einer L\u00e4nge von 1,5 Kilometern in Abst\u00e4nden von 35 Metern L\u00f6cher ins Eis zu schneiden. Jedes Mal, wenn die zwei mittelgrossen Wale zu einem Loch n\u00e4her am offenen Meer schwammen, deckten sie die n\u00e4her am Land liegenden L\u00f6cher mit Plastik zu, damit sie nicht zur\u00fcckkehrten. Viel weiter hinaus konnten die Inuit nicht gehen, weil das Eis zu dick wurde. Sie hatten aber eine Gegend erreicht, in der das Wasser tief genug war f\u00fcr die sowjetischen Eisbrecher, die den Presseisr\u00fccken unterdessen durchstossen und einen tempor\u00e4ren, rund 5 Kilometer langen Weg ins offene Meer gebahnt hatten. Als ich h\u00f6rte, dass die Wale dies endlich gemerkt hatten und in die Freiheit geschwommen waren, f\u00fchlte ich eher Erleichterung als Triumph.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/08faa046-08faa046-operation_breakthrough_patch-_big_miracle_400.jpg\" alt=\"Operation Breakthrough\"\/><\/figure>\n\n<p>Der Grossteil meiner Arbeit drehte sich um die Rettung von Walen, die weder ich noch irgend jemand sonst je zu Gesicht bekommen wird, aber ich betete im Stillen f\u00fcr diese beiden \u00dcberlebenden. Es w\u00e4re zu grau\u00adsam sich vorzustellen, dass zwei sowjetische Schiffe eine entscheidende Rolle in der Befreiung von Siku und Putu gespielt hatten, nur um ein Jahr sp\u00e4ter wie andere Grauwale auch von einem anderen sowjetischen Schiff im Beaufort-Meer abgeschossen zu werden und als Futter f\u00fcr die Nerze zu enden. Ich freute mich, als Erinnerung an die gemeinsame Rettungsaktion von einem Freund im NMFS einen Aufn\u00e4her mit dem Bild von Grauwalen zu erhalten, auf dem die Worte \u00abOperation Breakthrough\u00bb in Englisch und Russisch aufge\u00adstickt waren.<\/p>\n\n<p>Wir f\u00fchrten unseren geplanten Protest gegen den Walfang vor der isl\u00e4ndischen Botschaft in Washington, D.C. durch, aber es nahmen nicht sehr viele Menschen daran teil und die Medien berichteten kaum dar\u00fcber. Der Boykott ging aber weiter. Mehrere Fast-Food-Ketten schlossen sich&nbsp;<em>Long John Silver<\/em>&nbsp;an und suspendierten ihre Vertr\u00e4ge f\u00fcr den Kauf von isl\u00e4ndischem Fisch, bis Island den Walfang einstellen w\u00fcrde. Ein Greenpeace-Aktivist in Boston sprach mit \u00fcber 50 Schulbezirken in New England und versuchte, sie zu einem \u00e4hnlichen Protest zu bewegen.&nbsp;<em>Burger King<\/em>&nbsp;konnten wir nicht \u00fcberzeugen, aber immerhin gab das Unternehmen seinem Fisch-Sandwich, das bis dahin&nbsp;<em>The Whaler<\/em>&nbsp;hiess, einen neuen Namen. Die Boykott-Aktionen gegen den Kauf von isl\u00e4ndischem Fisch in den USA, Deutschland und Grossbritannien kosteten Island insgesamt mehr als 50 Mio. Dollar. Die isl\u00e4ndische Regierung stoppte das Walforschungsprogramm zwar nicht sofort, aber nach Ablauf des dreij\u00e4hrigen Programms wurde es nicht mehr erneuert.<\/p>\n\n<p>Die Reagan-Regierung unternahm keine konkreten Schritte gegen den isl\u00e4ndischen Walfang: Unterlagen, die im Rahmen der Beweiserhebung f\u00fcr das Gerichtsverfahren enth\u00fcllt wurden, zeigten, dass die USA kein Land gegen sich auf\u00adbringen wollte, als das wichtiger NATO-Verb\u00fcndeter galt. Das uneinsichtige Island trat 1992 aus der Inter\u00adnationalen Walfangkommission IWC aus und wollte den Walfang fortsetzen, ohne sich von der IWC ein\u00adschr\u00e4n\u00adken zu lassen. Da dies jedoch nicht gelang, trat das Land 2006 wieder in die Kom\u00admission ein. Island betreibt aber weiterhin ganz offen einen kommerziellen Walfang, um das Fleisch nach Japan zu verkaufen \u2013 bislang allerdings ohne Erfolg. Der amerikanische Handelsminister warf Island 2010 vor, mit der T\u00f6tung von mehreren Hundert Walen gegen das Moratorium f\u00fcr den kommerziellen Walfang von 1982 zu verstossen und die Wirksamkeit der IWC zu schw\u00e4chen, und verwies dabei auf das Pelly Amendment, das Sanktionen f\u00fcr solche F\u00e4lle vorsieht. Dieses Schreiben zeigt, dass die US-Regierung Island zwar zum Stopp des Walfangs bewegen wollte. Gefordert wurden jedoch nur verschiedene diplomatische Massnahmen statt harte Sanktionen wie etwa ein Importverbot f\u00fcr isl\u00e4ndischen Fisch. Japan und Norwegen betreiben ebenfalls nach wie vor aktiven Walfang, wenn auch deutlich weniger als fr\u00fcher.<\/p>\n\n<p>Ich setzte mich w\u00e4hrend rund 14 Jahren bei Greenpeace und der amerikanischen Tierschutzorganisation&nbsp;<em>Humane Society<\/em>&nbsp;f\u00fcr ein Verbot des kommerziellen Walfangs ein. Jetzt widme ich mich vor allem dem Schutz des Regenwaldes und unterst\u00fctze nachhaltige urspr\u00fcngliche Lebensformen im Amazonas. Dazu habe ich eine eigene Organisation, das&nbsp;Center for Amazon Community Ecology, gegr\u00fcndet. Ich hoffe, dass der Film&nbsp;<em>Big Miracle<\/em>&nbsp;die heutige Generation dazu bewegen kann, ihre Differenzen zu \u00fcberwinden und sich gemein\u00adsam f\u00fcr eine dauerhafte Rettung der Wale und f\u00fcr wirksame Strategien zum Schutz der Meere und aller Naturr\u00e4ume unserer Erde einzusetzen.<\/p>\n\n<p><em>Campbell Plowden war als Koordinator der Walkampagne f\u00fcr Greenpeace USA und Greenpeace International t\u00e4tig. Gegenw\u00e4rtig ist er gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des Center for Amazon Community Ecology.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Lancierung des neuen Film Big Miracle mit Drew Barrymore, bei dem es um eine Aktion zur Rettung von im Eis eingeschlossenen Grauwalen 1988 in Alaska geht, ver\u00f6ffentlichen wir die&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":14067,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[41],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-14133","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-meer","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14133"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14133\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14067"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14133"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=14133"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=14133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}