{"id":14440,"date":"2011-11-10T00:00:00","date_gmt":"2011-11-09T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/14440\/stromkonzern-edf-wegen-spionage-verurteilt\/"},"modified":"2019-05-30T12:33:47","modified_gmt":"2019-05-30T10:33:47","slug":"stromkonzern-edf-wegen-spionage-verurteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/14440\/stromkonzern-edf-wegen-spionage-verurteilt\/","title":{"rendered":"Stromkonzern EDF wegen Spionage verurteilt"},"content":{"rendered":"<p><b>Im Verfahren gegen den franz\u00f6sischen Stromkonzern EDF (Electricit\u00e9 de France) ist heute das Urteil verk\u00fcndet worden. Das Gericht sprach EDF schuldig, Greenpeace ausspioniert zu haben. Das Unternehmen muss 1,5 Millionen Euro Strafe zahlen und 500.000 Euro Schadenersatz an Greenpeace leisten.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Im Verfahren gegen den franz\u00f6sischen Stromkonzern <abbr title=\"Electricit\u00e9 de France\" lang=\"fr\">EDF<\/abbr> (Electricit\u00e9 de France) ist heute das Urteil verk\u00fcndet worden. Das Gericht sprach <abbr title=\"Electricit\u00e9 de France\" lang=\"fr\">EDF<\/abbr> schuldig, <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span> ausspioniert zu haben. Das Unternehmen muss 1,5 Millionen Euro Strafe zahlen und 500.000 Euro Schadenersatz an <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span> leisten.<\/strong><\/p>\n<p><abbr title=\"Electricit\u00e9 de France\" lang=\"fr\">EDF<\/abbr> geh\u00f6rt dem  franz\u00f6sischen Staat und ist der gr\u00f6\u00dfte Stromkonzern Europas. Der Strom  stammt fast aussschlie\u00dflich aus Atomkraftwerken. <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span> arbeitet seit vielen Jahren weltweit gegen die Kernkraft und ist somit ein scharfer Gegner des Unternehmens.<\/p>\n<p>Offenbar auch ein gef\u00fcrchteter: 2006 warb <abbr title=\"Electricit\u00e9 de France\" lang=\"fr\">EDF<\/abbr> einen Hacker und eine Privatdetektei an. In einer Nacht-und Nebel-Aktion drangen die Auftragsspione ins franz\u00f6sische <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>-B\u00fcro ein. Sie hackten <dfn lang=\"en\">Computer<\/dfn>, sahen die E-Mailkorrespondenz ein und stahlen mehr als 1.400 Dokumente vom Rechner des damaligen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers.<\/p>\n<p>Der Skandal kam Anfang 2009 ans Licht. Im Zuge der Untersuchungen fanden die Ermittler CDs in einem Safe des <abbr title=\"Electricit\u00e9 de France\" lang=\"fr\">EDF<\/abbr>-Hauptquartiers, die unter anderem Informationen \u00fcber <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>-Jahresplanungen 2006 und 2007 enthielten.<\/p>\n<p>Der Fall erregte international Aufsehen, vor allem in Gro\u00dfbritannien. <abbr title=\"Electricit\u00e9 de France\" lang=\"fr\">EDF<\/abbr> ist seit 2008 Eigent\u00fcmer von <dfn lang=\"en\">British Energy<\/dfn> (<abbr title=\"British Energy\" lang=\"en\">BE<\/abbr>) und damit der gr\u00f6\u00dfte Stromerzeuger der Insel. Der Konzern profitiert massiv von den <abbr title=\"Atomkraftwerk\">AKW<\/abbr>-Neubaupl\u00e4nen der britischen Regierung.<\/p>\n<p>Die Sunday Times berichtete Ende April 2009, der franz\u00f6sische  Energiekonzern habe sogar den britischen Geheimdienst MI5 kontaktiert,  um an Informationen \u00fcber <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span> Gro\u00dfbritannien heranzukommen. Auch die <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>-B\u00fcros in Belgien und Spanien wurden ausspioniert.<\/p>\n<p>Nicht nur der Konzern als Ganzes muss jetzt f\u00fcr das skandal\u00f6se  Vorgehen geradestehen. Pierre-Paul Fran\u00e7ois, damals die Nummer 2 in der <abbr title=\"Electricit\u00e9 de France\" lang=\"fr\">EDF<\/abbr>-Abteilung  f\u00fcr nukleare Sicherheit, und sein Vorgesetzter Pascal Durieux wurden zu  jeweils drei Jahren Haft verurteilt, von denen der gr\u00f6\u00dfere Teil  ausgesetzt wurde. Durieux muss zus\u00e4tzlich eine Geldstrafe von 10.000  Euro zahlen. Zwei Angestellte der Firma Kargus, die den illegalen <abbr title=\"Electricit\u00e9 de France\" lang=\"fr\">EDF<\/abbr>-Auftrag ausf\u00fchrte, wurden zu Geldstrafen von jeweils 4.000 Euro und Gef\u00e4ngnisstrafen verurteilt.<\/p>\n<p><q>Die Strafe ist ein drakonisches Signal an die Atomindustrie: Niemand steht \u00fcber dem Gesetz<\/q>, sagte die franz\u00f6sische <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>-Kommunikationschefin  Ad\u00e9laide Colin nach dem Urteil. Sie appellierte an ihre Landsleute, den  Skandal auch mit Blick auf die kommenden Pr\u00e4sidentschaftswahlen im  Ged\u00e4chtnis zu behalten. <q>Die Atomindustrie ist nicht mit der franz\u00f6sischen Demokratie vereinbar.<\/q> Frankreichs Energiewirtschaft d\u00fcrfe nicht zur Geisel der Nuklearindustrie und Politiker werden.<\/p>\n<p>Colin appellierte auch an die Staaten, die <abbr title=\"Atomkraftwerk\">AKW<\/abbr>-Neubauten planen. <q>Die  Atomindustrie ist nicht vertrauensw\u00fcrdig. Wer kann einer Industrie  trauen, die spioniert und &#8211; wie im Fall Fukushima &#8211; die \u00d6ffentlichkeit  \u00fcber ihre Katastrophen bel\u00fcgt? Die L\u00e4nder sollten stattdessen in die  sauberen und sicheren Erneuerbaren Energien investieren.<\/q><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Verfahren gegen den franz\u00f6sischen Stromkonzern EDF (Electricit\u00e9 de France) ist heute das Urteil verk\u00fcndet worden. Das Gericht sprach EDF schuldig, Greenpeace ausspioniert zu haben. 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