{"id":14450,"date":"2011-11-02T00:00:00","date_gmt":"2011-11-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/14450\/fukushima-neue-kernschmelze-vermutet\/"},"modified":"2019-05-30T12:34:03","modified_gmt":"2019-05-30T10:34:03","slug":"fukushima-neue-kernschmelze-vermutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/14450\/fukushima-neue-kernschmelze-vermutet\/","title":{"rendered":"Fukushima: Neue Kernschmelze vermutet"},"content":{"rendered":"<p><b>In Reaktor 2 des japanischen AKW Fukushima Daichii gibt es Anzeichen von erneuter Kernspaltung. Das gab die Betreiberfirma der Atomruine, Tepco heute in Tokio bekannt. Die Firma leitet Bors\u00e4ure in den Reaktor, um eine m\u00f6gliche Kettenreaktion unter Kontrolle zu bringen.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>In Reaktor 2 des japanischen AKW Fukushima Daichii gibt es Anzeichen von erneuter Kernspaltung. Das gab die Betreiberfirma der Atomruine, Tepco heute in Tokio bekannt. Die Firma leitet Bors\u00e4ure in den Reaktor, um eine m\u00f6gliche Kettenreaktion unter Kontrolle zu bringen.<\/strong><\/p>\n<p>Bislang sollen sich weder die Temperatur, noch der Druck oder die radioaktive Konzentration im Reaktor ver\u00e4ndert haben. Doch wieder einmal versucht Tepco die Situation herunterzuspielen. So behauptet ein Firmenvertreter gegen\u00fcber der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, dass es sich um keine besonders kritische Situation handele. Zudem behauptete er, eine m\u00f6gliche Kernspaltung werde die Planung zur Stabilisierung des Reaktors nicht beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Anders sch\u00e4tzt das der Atomphysiker und Atomexperte bei Greenpeace, Heinz Smital, ein: \u201cDas erneute Kritischwerden des Reaktors 2 ist bedrohlich. Offenbar ist die Kernschmelze so verlaufen, dass der Reaktorkern viel anf\u00e4lliger f\u00fcr neue Kettenreaktionen ist als bisher gedacht. Damit ist auch der tats\u00e4chliche Zustand der Reaktoren unberechenbarer und gef\u00e4hrlicher als bislang angenommen.\u201d<\/p>\n<p>Als erste Abhilfe wird boriertes Wasser in den Reaktor gepumpt. Bor ist ein sehr starker Neutronenabsorber und k\u00f6nnte die Kettenreaktion wieder stoppen. Voraussetztung daf\u00fcr ist allerdings, dass das borierte Wasser auch jene Stellen erreicht, wo die atomare Kettenreakton wieder stattgefunden hat.<\/p>\n<p>Neue Kernspaltungen in Zukunft m\u00f6glichEine erneute Kernspaltung wird vermutet, weil die radioaktiven Edelgase Xenon 133 und Xenon 135 gemessen wurden. Sie entstehen durch Kernspaltung und haben eine sehr kurze Halbwertszeit &#8211; Xe-133 von 5,25 Tagen und Xe-135 von 9,1 Stunden. Sie k\u00f6nnen nicht mehr aus dem normalen Betrieb vor dem 11. M\u00e4rz dieses Jahres stammen. Die radioaktiven Edelgase sind nur durch eine erneute Kernspaltung erkl\u00e4rbar. Die Messung von Xenon durch Gamma-Spektroskopie ist ein \u00fcbliches Verfahren und eine Fehldeutung daher unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Jetzt ist in Fukushima nicht nur die hohe Strahlung, die Freisetzung von radioaktiven Substanzen und die Abw\u00e4rme des radioaktiven Zerfalls zu meistern. Sondern zus\u00e4tzlich das Problem, dass die atomare Kernspaltung immer wieder irgendwo aufflackern kann. Unklar ist zudem der Zustand in den Reaktoren 1 und 3, dort sind keine so sensiblen Detektoren in Betrieb wie in Reaktor 2 der Atomanlage Fukushima Daichii.<\/p>\n<p>\u201cDie Atomruine von Fukushima h\u00e4lt auch f\u00fcr die Zukunft noch viele b\u00f6se \u00dcberraschungen bereit\u201d, sagt Smital. \u201cSie sollte daher als Mahnmahl f\u00fcr einen raschen weltweiten Ausstieg aus der Atomkraft gelten.\u201d<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Reaktor 2 des japanischen AKW Fukushima Daichii gibt es Anzeichen von erneuter Kernspaltung. 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