{"id":14531,"date":"2011-10-06T00:00:00","date_gmt":"2011-10-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/14531\/das-neue-eldorado\/"},"modified":"2019-05-30T12:36:44","modified_gmt":"2019-05-30T10:36:44","slug":"das-neue-eldorado","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/14531\/das-neue-eldorado\/","title":{"rendered":"Das neue Eldorado?"},"content":{"rendered":"<p><b>Zehn Milliarden Franken. So viel wirft der Schweizer Energiemarkt an Gewinnen, Zinsen und Steuern ab. Eine Goldmine, ein Eldorado? Steht uns ein Goldrausch im Bereich erneuerbare Energien bevor?<br \/>\nNur keine Euphorie, mahnt im Interview Matthias Fawer, einer der f\u00fchrenden Investment-Analysten in diesem Bereich. Kurzfristig liegen keine spektakul\u00e4ren B\u00f6rsengewinne drin. Aber die Branche ist reifer geworden und erfreut sich langfristig bester Aussichten. Kein Wunder, denken KMU, Handwerker und Bauern immer gr\u00fcner und nehmen Distanz zu economiesuisse &#038; Co. Die Schweiz muss sich aber ranhalten, wenn sie in jenen Bereichen, wo sie noch gute Chancen hat, in den n\u00e4chsten Jahrzehnten erfolgreich sein will.<\/b><\/p>\n<div>\n<h4><strong>Interview mit Matthias Fawer, Direktor Sarasin Sustainable Investment<\/strong><\/h4>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/26d8b0fc-26d8b0fc-gp02g6z_layout.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/26d8b0fc-26d8b0fc-gp02g6z_layout.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Thermische Empf\u00e4nger in der Schott Fabrik in Sanlucar La Mayor. Schott Solar ist eine der Welten Hauptlieferanten eines Schl\u00fcsselbestandteils f\u00fcr thermische Solartechnologie.<\/p>\n<p>\u00a9 Markel Redondo \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p><strong><em>Greenpeace: <\/em><\/strong><strong>Was hat sich auf dem Markt f\u00fcr nachhaltige Investitionen seit Fukushima ver\u00e4ndert? <\/strong><\/p>\n<p><em>Matthias Fawer: <\/em>Es gab einen kurzfristigen Hype an der B\u00f6rse. Die Titel f\u00fcr erneuerbare Energien wurden unmittelbar nach dem 11. M\u00e4rz enorm hoch gehandelt, um 5, 10, 20 Prozent mehr. Aber schon gegen Ende April musste man ern\u00fcchtert feststellen, dass die meisten unter dem Wert lagen, den sie vor Fukushima hatten.<\/p>\n<p><strong>Erstaunlich. Wie das?<\/strong><\/p>\n<p>Meines Erachtens haben sich zwei Stossrichtungen gegenseitig aufgehoben: einerseits die Euphorie, ausgel\u00f6st durch Fukushima, andererseits die Realit\u00e4t, an der sich wenig ge\u00e4ndert hat. Die Erneuerbaren sind noch von Einspeiseverg\u00fctungen und F\u00f6rderprogrammen, also von der Politik, abh\u00e4ngig. Sie werden aber zunehmend kosteng\u00fcnstig und wettbewerbsf\u00e4hig. Aus der Sicht der Investoren kommen die Gewinnmargen unter Druck. Die B\u00f6rse sieht vor allem diesen negativen Aspekt. Zudem bestehen \u00dcberkapazit\u00e4ten in der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette bei der Photovoltaik, aber auch bei den Windturbinen. Auch das dr\u00fcckt auf den Preis und auf die Marge.<\/p>\n<p><strong>Warum gibt es diese \u00dcberkapazit\u00e4ten? <\/strong><\/p>\n<p>Die Erwartungshaltung war riesig. Der Markt boomt. In der Photovoltaik sind letztes Jahr die Installationen um \u00fcber 150 Prozent gewachsen. Da liegt enormes Wachstumspotenzial. Aber die Industrie ist eben noch stark abh\u00e4ngig vom F\u00f6rdersystem. Deutschland und weitere L\u00e4nder haben die Einspeiseverg\u00fctungen drastisch gesenkt. Gleichzeitig haben die Firmen investiert, speziell die Chinesen, die sehr schnell ins Geschehen eingegriffen haben.<\/p>\n<p><strong>Kurzfristig lassen sich also gar keine grossen Gewinne machen? <\/strong><\/p>\n<p>Das ist so. Eine neue Produktionslinie kostet Millionen. Es dauert 12 bis 18 Monate, bis sie installiert ist. Der Trend ist klar ein langfristiger. Momentan sind da einfach noch zu viele Firmen unterwegs. In ertragreichen Zeiten haben sich viele Akteure in dieses Gesch\u00e4ft bewegt. Heute sprechen wir aus Investorensicht von einer Phase der Konsolidierung.<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d5acdee6-d5acdee6-d025930.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl04_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d5acdee6-d5acdee6-d025930.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Die Firma Win Pro Energy l\u00e4sst Enercon Windkraftanlage E 70 4 errichten mit 2,3 MW Leistung, Blattlaenge 34 Meter. Techniker auf Montage schwindelfrei, abgesichert auf Nabenh\u00f6he 98 Meter bei Arbeit am Maschinenhaus.<br \/>\n\u00a9 Paul Langrock\/Zenit\/Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p><strong>Abgesehen von Ver\u00e4nderungen wegen Fukushima \u2013 wie sehen die Anlagechancen langfristig aus? <\/strong><\/p>\n<p>Wie f\u00fcr den ganzen Bereich Erneuerbare sehr zuversichtlich. Die globalen Treiber, die f\u00fcr erneuerbare Energien sprechen und bei denen die L\u00e4nder sowieso etwas machen m\u00fcssen, wirken immer deutlicher: Klimawandel, schwindende fossile Ressourcen, steigender \u00d6lpreis, alternder konventioneller Kraftwerkspark. Letzteres hat sich durch Fukushima klar manifestiert.<\/p>\n<p><strong>In der Schweiz ist das Durchschnittsalter von AKWs am h\u00f6chsten, nicht wahr? <\/strong><\/p>\n<p>Richtig, es liegt bei \u00fcber 35 Jahren und in den westlichen L\u00e4ndern bei \u00fcber 25 Jahren. Nach Tschernobyl ist nichts mehr gebaut worden. Diese Kernkraftwerke sind richtige Goldesel. Sie sind von den Stromversorgern buchhalterisch schon lange abgeschrieben. Ihr Strom ist g\u00fcnstig. Ob das bei einem neuen Kernkraftwerk so sein wird, ist unklar. Im Gegensatz zu den Erneuerbaren, die zunehmend g\u00fcnstig werden, beobachten wir bei der Kernenergie eine so genannte negative Lernkurve. Wenn eine Technologie reifer wird, wird sie eigentlich auch billiger. Aber bei der Kernenergie \u2013 sogar eine franz\u00f6sische Studie hat das gezeigt \u2013 bewirken neue Erkenntnisse und h\u00f6here Sicherheitsauflagen, dass sie teurer wird.<\/p>\n<p><strong>Gibt es einen Investitionsmarkt f\u00fcr kleinere Unternehmen, Start-ups, KMU, die sich jetzt im Bereich erneuerbare Energien mit neuen Konzepten oder Technologien profilieren und innovative Produkte anbieten? K\u00f6nnen die sich auf dem privaten Markt mit Investitionen versorgen? <\/strong><\/p>\n<p>Das ist der sehr spannende Bereich von Private Equity oder nicht kotierten Unternehmen. Wir kriegen w\u00f6chentlich Gesch\u00e4ftspl\u00e4ne, Anfragen, bei denen uns interessante Unternehmen ihre Ideen und Gesch\u00e4ftsentwicklungen pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><strong>Gibt es den idealistischen Anleger? <\/strong><\/p>\n<p>Ja. Im Bereich Privatkunden sagen sich immer mehr Leute: \u00abDa m\u00f6chte ich etwas Gutes tun. Ich unterst\u00fctze Unternehmen, die tolle, nachhaltige Ideen haben, besonders im Bereich erneuerbare Energien.\u00bb Da spielt es keine Rolle, ob das Investment in f\u00fcnf oder erst in zehn Jahren Erfolg hat.<\/p>\n<p><strong>Und doch l\u00e4sst sich damit Geld verdienen.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>Erneuerbare Energien haben als Thema langfristig Bestand. Wenn das mit dem eigenen zeitlichen Investitionshorizont \u00fcbereinstimmt, kann man entsprechende Investitionen sicherlich gut vertreten.<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box small-box right\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/16dd1530-16dd1530-1110_graph_eldorado.gif\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl06_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/16dd1530-16dd1530-1110_graph_eldorado.gif\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Wachstum der weltweiten Stromproduktionskapazit\u00e4ten in Millionen Tonnen.<br \/>QUELLE: U.S. EIA, International Energy Outlook 2010, Bank Sarasin\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p><strong>Lockt hier nicht ein neues Eldorado mit extremen Wachstumsprognosen? <\/strong><\/p>\n<p>Ich wehre mich gegen Euphorien oder Blasen. Wir haben das bei den Erneuerbaren teilweise 2006\/07 erlebt. Da sind diese Titel explodiert. Das gab damals eine \u00dcberhitzung, in der an der B\u00f6rse enorme Renditen erzielt wurden. Und dann kam ein kleiner Crash, bei dem die Bewertungen auf ein normales Mass korrigiert wurden. Die Branche ist mittlerweile reifer geworden, dadurch sind auch die Gewinnerwartungen realistischer.<\/p>\n<p><strong>Noch mal zur Schweiz: Der Bundesrat hat den Atomausstieg beschlossen. Der Nationalrat hat nachgezogen. Ist die Schweiz f\u00fcr Investitionen in Erneuerbare pl\u00f6tzlich ein Thema? <\/strong><\/p>\n<p>Was die Forschung und Entwicklung betrifft, sind wir schon lange dabei, mit der ETH Lausanne, der EMPA und der Uni Neuch\u00e2tel. Ein bekanntes b\u00f6rsenkotiertes Unternehmen ist Meyer Burger, das Schneidemaschinen f\u00fcr Siliziumbl\u00f6cke herstellt. Was die Solarmoduloder Zellproduktion in der Schweiz betrifft, denke ich, ist der Zug abgefahren.<\/p>\n<p><strong>Was m\u00fcsste die Politik machen, um bessere Voraussetzungen f\u00fcr diese nachhaltige Industrie in der Schweiz zu schaffen? <\/strong><\/p>\n<p>Ich sehe hier vor allem Investitionen am Ende der Wertsch\u00f6pfungskette, d.h., es m\u00fcssten tats\u00e4chlich mehr Solaranlagen auf die D\u00e4cher montiert werden. Durch heimische Solarinstallateure und Solarprojektierer. Sie brauchen stabile politische Rahmenbedingungen. Das hat einen direkten Zusammenhang mit der Kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung, der KEV. Da herrscht ein Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und finanziellen Mitteln aus der KEV. Wenn dieser Deckel gehoben w\u00fcrde, k\u00f6nnte sich ein heimischer Endmarkt f\u00fcr erneuerbare Energien etablieren. Es g\u00e4be Arbeitspl\u00e4tze in einer Branche vor Ort, f\u00fcr Gewerbler, Solarinstallateure und Projektierer, die diese Solaranlagen auf unsere D\u00e4cher bauen \u2013 mit dem zus\u00e4tzlichen Vorteil, dass wir dann auch lokal Strom produzieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Wird die Netzparit\u00e4t zwischen Atomstrom und erneuerbaren Energien irgendwann Tatsache sein? <\/strong><\/p>\n<p>Beim Strom aus Windturbinen an Land ist sie schon nahezu erreicht. Der Vergleich mit Strom aus Gaskraftwerken kann durchaus schon positiv sein. Bei der Photovoltaik z\u00e4hlt zuerst die Netzparit\u00e4t aus Endkundensicht. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Produktion von Strom mit meiner Solaranlage gleich g\u00fcnstig ist wie der Bezug von Strom ab Netz. Wir sind da nah dran: Wenn die Preise bei den Solarmodulen in zwei, drei Jahren weiter sinken, lohnt es sich f\u00fcr einen Endkunden, den Strom selber zu produzieren.<\/p>\n<p><strong>Greenpeace pl\u00e4diert f\u00fcr eine dezentrale Energieversorgung. Haben zum Beispiel Firmen, die Dachfl\u00e4chen mieten und darauf geb\u00fcndelt Solarstrom produzieren, eine Chance auf dem Investitionsmarkt? <\/strong><\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt erneut von den politischen Rahmenbedingungen ab. Der Investor will seine Anlage durchrechnen k\u00f6nnen: Er braucht hierzu noch die Verl\u00e4sslichkeit einer Einspeiseverg\u00fctung. Wenn das Umfeld stabil ist, investiert er. Ich denke, wir kommen in den n\u00e4chsten zwei, drei Jahren um die Einspeiseverg\u00fctungen nicht herum. Damit k\u00f6nnen die Kosten der Erneuerbaren weiter gesenkt werden, und schon bald sind wir so weit, dass wir einen Selbstl\u00e4ufer haben.<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c41e7796-c41e7796-gp02hjy_layout.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl08_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c41e7796-c41e7796-gp02hjy_layout.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Jugendsolar installiert zusammen mit der Firma Solvatec eine rund 700m2 grosse Photovoltaikanlage auf einem Freilaufstall in Seewen SO.<br \/>\n\u00a9 Greenpeace \/ Nicolas Fojtu\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p><strong>Wie sehen die Szenarien aus, wenn man auf 20, 30 Jahre hinaus rechnet? <\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, da kommen interessante Investitionsm\u00f6glichkeiten an den Tag in den Bereichen intelligentes Netz, intelligente Strommessung und Strom\u00fcbertragung.<\/p>\n<p><strong>Keine Blase, kein Goldrausch, eher eine Ern\u00fcchterung: Kann es sein, dass Fukushima den Investitionsmarkt f\u00fcr erneuerbare Energien aus dem Spekulativen in die Realit\u00e4t geholt hat? <\/strong><\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t bedeutet: Die Erneuerbaren sind Wirklichkeit. Sie produzieren f\u00fcr uns einen wachsenden Teil an Energie. Auch die Firmen selbst stellen reale Produkte her. Daneben haben wir auch noch die B\u00f6rsensicht, und die ist von den realistischer gewordenen Gewinnen gepr\u00e4gt. Die Wachstumsraten von Wind- und Solarenergie \u00fcber die letzten zehn Jahre waren fantastisch. Wenn alles aber gleichzeitig g\u00fcnstiger wird, ist die B\u00f6rsensicht nicht dieselbe. Um jedes Jahr den gleichen Umsatz zu generieren, muss ein Unternehmen j\u00e4hrlich fast doppelt so viele Module verkaufen.<\/p>\n<p><strong>Ist auch die Konkurrenz sch\u00e4rfer geworden? Viele neue Akteure mit neuen Ideen? <\/strong><\/p>\n<p>Das ist so. Der Konkurrenzkampf an der Preisfront ist riesig. Es gibt Firmen, die sich mit Premium-Produkten abzuheben versuchen. Wie das Megaslate-Modul von 3S, ein Solarmodul, das gleichzeitig Dachhaut ist. An der Schweizer Photovoltaik-Tagung in Fribourg im Fr\u00fchling sprach jemand vom Dachdeckerverband. Ein toller, innovativer Typ. Er sagte: \u00abMein Grossvater ist von der Holzschindel zum Ziegel gekommen. Und ich will jetzt, dass nicht mehr Ziegel, sondern Solarmodule direkt vom Dachdecker montiert werden.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Kein Wunder, stecken die Gewerbeverb\u00e4nde in einem Dilemma. Einerseits stehen sie politisch sehr rechts; andererseits sp\u00fcren sie pl\u00f6tzlich diese neuen Perspektiven. Auch die Bauern mit ihren enormen Dachfl\u00e4chen erhoffen sich zus\u00e4tzliche Einnahmequellen. Was geschieht an dieser Front in den n\u00e4chsten Jahren? <\/strong><\/p>\n<p>Die wird aufbrechen. Mit energetischen Geb\u00e4udeerneuerungen, aber auch mit dem intelligenten Netz werden die kleinen Unternehmen enorm profitieren k\u00f6nnen. Wer von ihnen kann schon von einem AKW profitieren?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Das Interview wurde am 23.6.2011 gef\u00fchrt.<br \/>Aufgezeichnet von Matthias Wyssmann<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<h4>Matthias Fawer\u2026<\/h4>\n<p>\u20261963, ist seit Sommer 2000 Sustainability Analyst bei der Bank Sarasin. Seit seinem Eintritt ist er f\u00fcr den Energiebereich (Energieversorger und erneuerbare Energien) zust\u00e4ndig. Im Bereich erneuerbare Energien ist er neben Unternehmensbewertungen auch f\u00fcr die Markt- und Technologiebeobachtung und -bewertung zust\u00e4ndig, die unter anderem in die j\u00e4hrlich erscheinende Solarstudie der Bank Sarasin einfliessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Aus: Greenpeace Magazin 03\/2011<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zehn Milliarden Franken. So viel wirft der Schweizer Energiemarkt an Gewinnen, Zinsen und Steuern ab. Eine Goldmine, ein Eldorado? Steht uns ein Goldrausch im Bereich erneuerbare Energien bevor? Nur keine&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":14534,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-14531","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14531"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14531\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14534"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14531"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=14531"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=14531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}