{"id":14699,"date":"2011-08-18T00:00:00","date_gmt":"2011-08-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/14699\/oelleck-in-der-nordsee\/"},"modified":"2022-03-31T13:21:54","modified_gmt":"2022-03-31T11:21:54","slug":"oelleck-in-der-nordsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/14699\/oelleck-in-der-nordsee\/","title":{"rendered":"\u00d6lleck in der Nordsee"},"content":{"rendered":"<p><strong style=\"font-size: 1.125rem; color: initial; font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif; text-align: var(--bs-body-text-align);\"><dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> hat den Unfall auf seiner Erd\u00f6lplattform <q>Gannet Alpha<\/q> noch l\u00e4ngst nicht im Griff. Bereits am 10. August stellte <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> die undichte Stelle fest, informierte aber erst drei Tage sp\u00e4ter die \u00d6ffentlichkeit. Zu Anfangs zuversichtlich, das Leck geschlossen zu haben, gab <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> eine Woche sp\u00e4ter eine weitere undichte Stelle bekannt. Was passiert in der Nordsee?<\/strong><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<p><em><dfn lang=\"en\">Update<\/dfn> vom 17.08.2011:<\/em> Der <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>-\u00dcberflug bringt die Gewissheit: Auf der Nordsee liegt ein \u00d6lteppich. <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> sch\u00e4tzt die Gr\u00f6\u00dfe auf etwa 26 Quadratkilometer ein &#8211; eine Fl\u00e4che, die etwa sechsmal so gro\u00df ist wie der Englische Garten in M\u00fcnchen. J\u00f6rg Feddern, \u00d6lexperte bei <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>, war mit an Bord und berichtet: <q>Wir konnten aus der Luft tats\u00e4chlich eine \u00d6lfahne feststellen, die relativ frisch war.<\/q> Er bezweifelt, dass <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> den \u00d6laustritt unter Kontrolle hat. Tats\u00e4chlich musste der Konzern am 16. August eine zweite undichte Stelle bekanntgeben. Das \u00d6l suche sich nun \u00fcber ein kleineres Loch einen Weg, hei\u00dft es omin\u00f6s aus der Zentrale. Im Klartext bedeutet das: <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> hat den Unfall nicht im Griff, das \u00d6l verseucht weiter die Nordsee.<\/p>\n<h3>Jeder Liter \u00d6l zu viel<\/h3>\n<p>Wie bei der <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Kampagnen\/Klima\/Katastrophen\/USA\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00d6lkatastrophe der Deepwater Horizon<\/a> wei\u00df nur die \u00d6lfirma selbst, wie viel \u00d6l tats\u00e4chlich ausflie\u00dft. Bei <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> geht man von etwa 300 Tonnen aus &#8211; eine vergleichsweise geringe Menge. <q>Wenn diese Angaben stimmen, w\u00e4re das Ausma\u00df nicht zu vergleichen mit dem Desaster der Deepwater Horizon. Dort sind 660.000 Tonnen \u00d6l ausgeflossen <\/q>, erkl\u00e4rt Feddern. <q>Trotzdem ist jeder Liter \u00d6l im Meer ein Liter zu viel. \u00d6l ist ein Giftstoff, der die Meeresumwelt erheblich sch\u00e4digen kann.<\/q><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu <abbr title=\"British Petroleum - \u00d6lkonzern\">BP<\/abbr> im Golf von Mexiko verzichtet <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> derzeit darauf, Chemikalien einzusetzen, um den \u00d6lteppich aufzul\u00f6sen. Wartet man einfach ab? <q>Als ich gestern die Unfallstelle \u00fcberflogen habe, lagen dort zwei gro\u00dfe Schiffe in der N\u00e4he der \u00d6lfahne. Diese Schiffe sind daf\u00fcr ausger\u00fcstet, Material herunterzulassen, um auf dem Meeresboden technische Ger\u00e4te zu reparieren<\/q>, erz\u00e4hlt Feddern. \u00d6lsperren oder \u00d6lbek\u00e4mpfungsschiffe habe er allerdings nicht ausmachen k\u00f6nnen. Der Grund: <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> erwartet, dass die mechanischen Wellenbewegungen das \u00d6l auf nat\u00fcrliche Weise zersetzen und der \u00d6lfilm nicht die K\u00fcste erreiche. Das sei zwar richtig, best\u00e4tigt der <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>-Experte, <q>aber es ist genau der falsche Weg. Wenn jemand einen Schaden verursacht, muss er auch daf\u00fcr aufkommen und ihn beseitigen.<\/q><\/p>\n<h3>Mangelnde Informationspolitik<\/h3>\n<p><q>Dieser Vorfall in der Nordsee zeigt deutlich, dass schwere \u00d6lunf\u00e4lle auch bei uns m\u00f6glich sind<\/q>, stellt Feddern klar. Er kritisiert die mangelnde Informationspolitik: <q>Die Betreiber m\u00fcssen endlich verpflichtet werden, ihre Notfallpl\u00e4ne f\u00fcr derartige Unf\u00e4lle \u00f6ffentlich darzulegen<\/q>, fordert Feddern. Nur so sei \u00fcberpr\u00fcfbar, ob wirklich alles Erdenkliche unternommen werde, um Katastrophen gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00dfes zu verhindern. Die betroffene Plattform <q>Gannet Alpha<\/q> bohrt in etwa 100 Meter Tiefe. Sie liegt rund 180 Kilometer vor der schottischen K\u00fcste. Das \u00d6lfeld beutet <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> gemeinsam mit dem \u00d6lkonzern Esso, der zum <abbr lang=\"en\" title=\"United States of America\">US<\/abbr>-Riesen Exxon geh\u00f6rt, aus.<\/p>\n<p>Ein \u00f6ffentlicher Notfallplan fehlt allerdings auch bei den geplanten Testbohrungen in der Arktis. <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn> hat im August erst den Zuschlag bekommen und darf 2012 rund 30 Kilometer vor der K\u00fcste der North Slope von Alaska bohren. Ein gef\u00e4hrliches Unterfangen, denn eine \u00d6lkatastrophe im besonders sensiblen \u00d6kosystem der Arktis w\u00e4re kaum h\u00e4ndelbar.<\/p>\n<h3>Schleichende Verschmutzung ist Alltag<\/h3>\n<p>Der <dfn title=\"\u00d6lkonzern\">Shell<\/dfn>-Unfall ist keine Ausnahme: <q>Immer wieder kommt es auf den rund 400 Erd\u00f6l-F\u00f6rderanlagen in der Nordsee zu Zwischenf\u00e4llen, weil die teils veraltete Technik versagt<\/q>, erkl\u00e4rt Feddern. Im Schnitt ereignen sich in Nordsee und Nordatlantik j\u00e4hrlich etwa 500 Unf\u00e4lle. Genau \u00fcberpr\u00fcfen kann das niemand, denn die Plattformbetreiber m\u00fcssen nicht jeden Unfall melden. Aber auch ohne Zwischenfall sorgt die \u00d6lindustrie f\u00fcr eine schleichende Verschmutzung der Meere. <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span> dokumentiert bei \u00dcberfl\u00fcgen regelm\u00e4\u00dfig kleinere \u00d6lteppiche um die Bohrplattformen. Der Grund: Schon durch den ganz allt\u00e4glichen F\u00f6rderbetrieb gelangen j\u00e4hrlich etwa 10.000 Tonnen \u00d6l in die Nordsee.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Shell hat den Unfall auf seiner Erd\u00f6lplattform Gannet Alpha noch l\u00e4ngst nicht im Griff. Bereits am 10. 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