{"id":14946,"date":"2011-05-26T00:00:00","date_gmt":"2011-05-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/14946\/katastrophe-von-fukushima-erreicht-die-nahrungskette\/"},"modified":"2019-05-30T12:47:51","modified_gmt":"2019-05-30T10:47:51","slug":"katastrophe-von-fukushima-erreicht-die-nahrungskette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/14946\/katastrophe-von-fukushima-erreicht-die-nahrungskette\/","title":{"rendered":"Katastrophe von Fukushima erreicht die Nahrungskette"},"content":{"rendered":"<p><b>Auch in Fisch und anderen Meeresfr\u00fcchten von der K\u00fcste Fukushimas scheint sich die Radioaktivit\u00e4t anzureichern. Anfang Mai war Greenpeace mit der Rainbow Warrior vor Ort und hat zwei Wochen lang Proben gesammelt. Schon die ersten Geigerz\u00e4hler-Tests haben aufschrecken lassen. Teilweise war die radioaktive Kontamination von Meeresalgen so hoch, dass eine Messung nicht m\u00f6glich war.Gemeinsam mit weiteren Proben wurden die Algen in den vergangenen Wochen genauen Tests in unabh\u00e4ngigen Labors in Frankreich und Belgien unterzogen. Dabei best\u00e4tigten sich die vorl\u00e4ufigen Ergebnisse. Die Algen lagen z.T. mehr als 50-fach \u00fcber den erlaubten Grenzwerten. Nur wenige Proben zeigten geringe Belastungen.In den Labors wurden nun auch in Fisch und anderen Meeresfr\u00fcchten erh\u00f6hte radioaktive Werte festgestellt. Die meisten Proben sind \u00fcber die in Japan zul\u00e4ssigen Werte hinaus belastet. Neben Sardellen und &#171;morid fish&#187; sind untersuchte Miesmuscheln, Austern, Seegurken und Seesterne betroffen.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Auch in Fisch und anderen Meeresfr\u00fcchten von der K\u00fcste Fukushimas scheint sich die Radioaktivit\u00e4t anzureichern. Anfang Mai war Greenpeace mit der Rainbow Warrior vor Ort und hat zwei Wochen lang Proben gesammelt. Schon die ersten Geigerz\u00e4hler-Tests haben aufschrecken lassen. Teilweise war die radioaktive Kontamination von Meeresalgen so hoch, dass eine Messung nicht m\u00f6glich war.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit weiteren Proben wurden die Algen in den vergangenen Wochen genauen Tests in unabh\u00e4ngigen Labors in Frankreich und Belgien unterzogen. Dabei best\u00e4tigten sich die vorl\u00e4ufigen Ergebnisse. Die Algen lagen z.T. mehr als 50-fach \u00fcber den erlaubten Grenzwerten. Nur wenige Proben zeigten geringe Belastungen.<br \/>In den Labors wurden nun auch in Fisch und anderen Meeresfr\u00fcchten erh\u00f6hte radioaktive Werte festgestellt. Die meisten Proben sind \u00fcber die in Japan zul\u00e4ssigen Werte hinaus belastet. Neben Sardellen und &#171;morid fish&#187; sind untersuchte Miesmuscheln, Austern, Seegurken und Seesterne betroffen.<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/3e661958-3e661958-110526image_oceans.jpg\" title=\"Greenpeacer nehmen Proben in den Gew\u00e4ssern vor Fukushima, um sie auf Radioaktivit\u00e4t zu untersuchen. \"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"Greenpeacer nehmen Proben in den Gew\u00e4ssern vor Fukushima, um sie auf Radioaktivit\u00e4t zu untersuchen. \" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/3e661958-3e661958-110526image_oceans.jpg\" alt=\"Greenpeacer nehmen Proben in den Gew\u00e4ssern vor Fukushima, um sie auf Radioaktivit\u00e4t zu untersuchen. \" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Greenpeacer nehmen Proben in den Gew\u00e4ssern vor Fukushima, um sie auf Radioaktivit\u00e4t zu untersuchen. <\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Greenpeace \/ Jeremy Sutton-Hibbert<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Fehleinsch\u00e4tzung der Verantwortlichen<\/h3>\n<p>Die in Fukushima ins Meer entlassene Radioaktivit\u00e4t w\u00fcrde sich verd\u00fcnnen und verteilen und somit keinerlei Gef\u00e4hrdung f\u00fcr lokale \u00d6kosysteme oder gar aus dem Pazifik gewonnene Lebensmittel darstellen, hie\u00df es aus Japan. Doch es wird immer deutlicher, dass die von japanischen Offiziellen verbreitete Einsch\u00e4tzung falsch ist.<\/p>\n<p>Der vermittelte Optimismus h\u00e4lt den aktuellen Befunden nicht stand. Auch in gro\u00dfer Entfernung zum AKW beweisen die Messwerte, dass auf lange Zeit h\u00f6chste Vorsicht und umfangreiche Untersuchungen mehr als angebracht sind. Umso mehr als Fisch und etliche weitere Meeresfr\u00fcchte wie auch Algen in Japan zu den Grundnahrungsmitteln z\u00e4hlen.<br \/>Um die Problematik zu verdeutlichen: Der Verzehr von nur einem Kilogramm hoch belasteter Algen w\u00fcrde zu einer radioaktiven Dosis von 2,8 MilliSievert (mSv) f\u00fchren. Das entspricht fast dem 3-Fachen des international empfohlenen Standardwertes &#8211; f\u00fcr die j\u00e4hrliche Belastung, wohlgemerkt!<\/p>\n<p>Hinzu kommt noch alle sonstige \u00fcber Lebensmittel aufgenommene Radioaktivit\u00e4t, sowie &#8211; vor allem in den Pr\u00e4fekturen um Fukushima herum &#8211; die erh\u00f6hte Strahlung aus der kontaminierten Umwelt. Zudem bezieht sich der indiskutable erlaubte Jahresdosis-H\u00f6chstwert von 20 mSv in Japan &#8211; sogar f\u00fcr Kinder &#8211; nur auf externe Strahlungsquellen, nicht auf Nahrungsmittel, Wasser oder z.B. inhalierten radioaktiven Staub.<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/995e6f8c-995e6f8c-110526image2_oceans.jpg\" title=\"Greenpeacer nehmen Proben in den Gew\u00e4ssern vor Fukushima, um sie auf Radioaktivit\u00e4t zu untersuchen. \"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl04_Image1\" title=\"Greenpeacer nehmen Proben in den Gew\u00e4ssern vor Fukushima, um sie auf Radioaktivit\u00e4t zu untersuchen. \" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/995e6f8c-995e6f8c-110526image2_oceans.jpg\" alt=\"Greenpeacer nehmen Proben in den Gew\u00e4ssern vor Fukushima, um sie auf Radioaktivit\u00e4t zu untersuchen. \" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Greenpeacer nehmen Proben in den Gew\u00e4ssern vor Fukushima, um sie auf Radioaktivit\u00e4t zu untersuchen. <\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Greenpeace \/ Jeremy Sutton-Hibbert\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<h3>Unabh\u00e4ngige Untersuchungen sind unerl\u00e4sslich<\/h3>\n<p>Die Greenpeace-Ergebnisse passen ins Bild der zuletzt vermehrt auff\u00e4llig gewordenen Lebensmittel. Tests japanischer Beh\u00f6rden weisen mehr und mehr belastete Meeresprodukte nach. Diese betrafen bisher Fische, Muscheln und Algen &#8211; neben den \u00fcber Grenzwert belasteten Produkten wiesen auch viele weitere stark erh\u00f6hte Radioaktivit\u00e4tswerte auf.<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei nur um Lebensmittelkontrollen und noch immer fehlt ein umfassendes Monitoring. Dieses umfasst bisher nur Wasser und Luft. Die Regierung verl\u00e4sst sich \u00fcberwiegend auf die von TEPCO durchgef\u00fchrten Messungen. Dabei hat sich die Betreibergesellschaft von Fukushima in den vergangenen Monaten nicht durch Verl\u00e4sslichkeit ausgezeichnet.<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/34f5fd4a-34f5fd4a-110526image3_oceans.jpg\" title=\"Probenahme aus dem Meer und Strahlenmessung s\u00fcdlich von Fukushima\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl06_Image1\" title=\"Probenahme aus dem Meer und Strahlenmessung s\u00fcdlich von Fukushima\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/34f5fd4a-34f5fd4a-110526image3_oceans.jpg\" alt=\"Probenahme aus dem Meer und Strahlenmessung s\u00fcdlich von Fukushima\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Probenahme aus dem Meer und Strahlenmessung s\u00fcdlich von Fukushima<\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Greenpeace \/ Jeremy Sutton-Hibbert\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngige Messungen sind daher zwingend erforderlich. Auch Greenpeace wird weiter in dieser Richtung t\u00e4tig sein. Letztlich werden wir erst in Monaten bzw. Jahren einen Eindruck von den Konsequenzen der nuklearen Katastrophe f\u00fcr den Pazifik bekommen.<\/p>\n<p>Doch bei allem Pessimismus: ein gewisser Verd\u00fcnnungseffekt liegt durchaus vor &#8211; f\u00fchrt im Umkehrschluss aber auch zu einer sehr weitr\u00e4umigen Belastung. Ein \u00e4hnliches Ungl\u00fcck in einem deutschen AKW h\u00e4tte regional weitaus gravierendere Folgen &#8211; z.B. f\u00fcr Isar, Neckar oder auch die deutsche Bucht. Ein Grund mehr f\u00fcr den schnellstm\u00f6glichen Ausstieg aus der lebensfeindlichen Atomkraft.<\/p>\n<p>(Autor: Dirk Zimmermann)<\/p>\n<p><strong>Orte der Probenahmen der <span lang=\"en\">Greenpeace<\/span>-Experten finden Sie auf der Karte<\/strong><\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><iframe loading=\"lazy\" width=\"425\" height=\"350\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"http:\/\/maps.google.com\/maps\/ms?ie=UTF8&amp;hl=en&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=216097317933419817421.00049f79dd8efb50bf317&amp;source=embed&amp;ll=37.62946,140.581055&amp;spn=0.761327,1.647949&amp;output=embed\"><\/iframe><br \/><small>View <a href=\"http:\/\/maps.google.com\/maps\/ms?ie=UTF8&amp;hl=en&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=216097317933419817421.00049f79dd8efb50bf317&amp;source=embed&amp;ll=37.62946,140.581055&amp;spn=0.761327,1.647949\" style=\"color:#0000FF;text-align:left\">Map of Radiation Measurements by Greenpeace team<\/a> in a larger map<\/small> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch in Fisch und anderen Meeresfr\u00fcchten von der K\u00fcste Fukushimas scheint sich die Radioaktivit\u00e4t anzureichern. 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