{"id":15064,"date":"2011-04-04T00:00:00","date_gmt":"2011-04-03T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15064\/eu-kommission-erlaesst-undurchsichtige-eilverordnung-fuer-strahlengrenzwerte\/"},"modified":"2019-05-30T12:50:43","modified_gmt":"2019-05-30T10:50:43","slug":"eu-kommission-erlaesst-undurchsichtige-eilverordnung-fuer-strahlengrenzwerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15064\/eu-kommission-erlaesst-undurchsichtige-eilverordnung-fuer-strahlengrenzwerte\/","title":{"rendered":"EU Kommission erl\u00e4sst undurchsichtige Eilverordnung f\u00fcr Strahlengrenzwerte"},"content":{"rendered":"<p><b>Am 25. M\u00e4rz 2011 hat die EU mit einer Fukushima-Eilverordnung die C\u00e4sium 134-Grenzwerte f\u00fcr Lebens- und Futtermittel aus Japan erh\u00f6ht. So wurde der Grenzwert f\u00fcr Milcherzeugnisse von 370 Becquerel pro Kilogramm (Bq\/kg) auf 1000 Becquerel herauf gesetzt.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Am 25. M\u00e4rz 2011 hat die EU mit einer Fukushima-Eilverordnung die C\u00e4sium 134-Grenzwerte f\u00fcr Lebens- und Futtermittel aus Japan erh\u00f6ht. So wurde der Grenzwert f\u00fcr Milcherzeugnisse von 370 Becquerel pro Kilogramm (Bq\/kg) auf 1000 Becquerel herauf gesetzt.<\/p>\n<p><span>Dem europ\u00e4ischen Verbraucher wird nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima ein Mehrfaches an radioaktivem C\u00e4sium zugemutet. Das entspricht nicht dem vorbeugenden Gesundheitsschutz, es ist sogar rechtswidrig, sagt der Chemiker und Greenpeace-Experte Manfred Santen. Greenpeace hat die neuen Grenzwerte juristisch pr\u00fcfen lassen, das Ergebnis ist eindeutig.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Massiv betroffen ist neben Milcherzeugnissen aus Japan importierter Fisch. Bisher galt f\u00fcr Fisch der allgemeine Lebensmittelgrenzwert von 600 <em>Becquerel <\/em>(Bq). Die Eilverordnung l\u00e4sst jetzt einen doppelt so hohen C\u00e4sium-Grenzwert zu: 1250 Bq pro Kilogramm. Nur bei S\u00e4uglingsnahrung fiel die Erh\u00f6hung geringer aus. Hier wurde der Grenzwert von 370 auf 400 Bq hoch gesetzt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Die Verordnung sieht nur Lebensmittelkontrollen f\u00fcr C\u00e4sium-134, C\u00e4sium-137 und <em>Jod-131<\/em> in japanischen Produkten vor. Die Kontrollen m\u00fcssen aber auf Strontium sowie <em>Plutonium<\/em> und andere Alphastrahler ausgeweitet werden.<\/span><\/p>\n<p><span>Aus den havarierten Reaktoren in Fukushima treten neben radioaktivem C\u00e4sium und Jod auch Radionuklide wie Strontium, <em>Plutonium<\/em> und Transplutonium-Elemente aus.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Radioaktivit\u00e4t macht zudem nicht an den japanischen Grenzen halt. Greenpeace fordert daher, alle Fische und Meeresfr\u00fcchte aus den Hauptfanggebieten des pazifischen Raumes zu ber\u00fccksichtigen. Die Radionuklide werden ins Meer und \u00fcber dem Meer freigesetzt. Von der K\u00fcste vor Fukushima k\u00f6nnen sie mit den Meeresstr\u00f6mungen auch in die Beringsee verfrachtet werden. Von dort stammt ein Gro\u00dfteil der in Deutschland verkauften Fische.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Der vorsorgende Verbraucherschutz muss oberstes Gebot sein, sagt Santen. Die Anhebung der Grenzwerte muss r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Greenpeace fordert, die Grenzwerte auf ein Minimum zu senken.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Einsehen lassen sich die Strahlengrenzwerte der Fukushima-Eil-Verordnung <a title=\"PDF \u00f6ffnet in neuem Fenster\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/fileadmin\/gpd\/user_upload\/themen\/atomkraft\/Greenpeace_Tabelle_Richtwerte_Grenzwerte_Radioaktivitaet_Lebensmittel.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>\u00a0(PDF).\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Bis zum Zeitpunkt der EU-Eilverordnung galten f\u00fcr ALLE Lebensmittel die Werte, die in den so genannten <em>Nach Tschernobyl-Verordnungen<\/em> (EG) 733\/2008 und (EG) 1048\/2009 ver\u00f6ffentlicht waren: 370 Bq\/kg f\u00fcr Milchprodukte und 600 Bq\/kg f\u00fcr alle anderen Lebensmittel. Diese Grenzwerte gelten auch jetzt noch f\u00fcr alle Lebensmittel, die nicht aus Japan stammen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Theoretisch k\u00f6nnte also japanischer Fisch, dessen Strahlenbelastung mit C\u00e4sium-134 und C\u00e4sium-137 oberhalb des Grenzwertes von 600 Bq\/kg, aber unterhalb von 1250 Bq\/kg liegt, nach der jetzt geltenden Regelung in die EU eingef\u00fchrt werden. In Japan darf dieser Fisch nicht verkauft werden, weil die H\u00f6chstgrenze dort bei 500 Bq\/kg Fisch liegt. Russische Pilze mit derselben Belastung hingegen d\u00fcrften nicht in die EU eingef\u00fchrt werden.\u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25. M\u00e4rz 2011 hat die EU mit einer Fukushima-Eilverordnung die C\u00e4sium 134-Grenzwerte f\u00fcr Lebens- und Futtermittel aus Japan erh\u00f6ht. 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