{"id":15073,"date":"2011-03-29T00:00:00","date_gmt":"2011-03-28T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15073\/das-plutonium-bei-fukushima\/"},"modified":"2019-05-30T12:51:06","modified_gmt":"2019-05-30T10:51:06","slug":"das-plutonium-bei-fukushima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15073\/das-plutonium-bei-fukushima\/","title":{"rendered":"Das Plutonium bei Fukushima"},"content":{"rendered":"<p><b>Im Umkreis der havarierten Atomkraftwerke von Fukushima wurde Plutonium gefunden. Auf dem Gel\u00e4nde der AKW selbst wurde es bereits vergangene Woche nachgewiesen. Das Plutonium stammt aus den besch\u00e4digten Reaktorbl\u00f6cken 1 &#8211; 3 und ist extrem gesundheitsgef\u00e4hrdend. Schon ein Millionstel Gramm kann Lungenkrebs ausl\u00f6sen. Plutonium ist ein sogenannter Alpha-Strahler, das heisst, seine Gef\u00e4hrlichkeit besteht in der Aufnahme \u00fcber die Nahrung oder die Atemwege.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Im Umkreis der havarierten Atomkraftwerke von Fukushima wurde Plutonium gefunden. Auf dem Gel\u00e4nde der AKW selbst wurde es bereits vergangene Woche nachgewiesen. Das Plutonium stammt aus den besch\u00e4digten Reaktorbl\u00f6cken 1 &#8211; 3 und ist extrem gesundheitsgef\u00e4hrdend. Schon ein Millionstel Gramm kann Lungenkrebs ausl\u00f6sen. Plutonium ist ein sogenannter Alpha-Strahler, das heisst, seine Gef\u00e4hrlichkeit besteht in der Aufnahme \u00fcber die Nahrung oder die Atemwege.<\/p>\n<p>Die Freisetzung von Plutonium kann verheerende Folgen haben. Stark kontaminierte Gebiete m\u00fcssen f\u00fcr Jahrtausende gesperrt bleiben. Weil es sich im Gegensatz zum sehr mobilen Jod um ein Schwermetall handelt, wurde bislang vermutet, dass Plutonium nicht \u00fcber weite Strecken transportiert wird. Dass es sich in Fukushima offenbar \u00fcber einen weiteren Radius verbreitet hat, belegt dass in einem oder mehreren Reaktoren eine Kernschmelze stattgefunden hat. Ausserdem weisen die Plutonium-Funde auf eine st\u00e4rkere Freisetzung von radioaktiven Stoffen hin, als dies bisher in Japan kommuniziert wurde. Es ist davon auszugehen, dass der freigesetzte Strahlencocktail weitere Isotope wie etwa das gef\u00e4hrliche Strontium-90 enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Plutonium entsteht bei der Kernspaltung von Urankernen in allen Leichtwasserreaktoren. Dabei handelt es sich um verschiedene Plutonium-Isotope, wobei das h\u00e4ufigste das Plutonium-238 Isotop mit einer Halbwertszeit von rund 24.000 Jahren ist.<\/p>\n<p>Weil Plutonium spaltbar ist, wird es sowohl als Ausgangsmaterial f\u00fcr Atombomben k\u00fcnstlich hergestellt, wie auch als Brennstoffkomponente in Reaktoren verwendet. Plutoniumhaltige Brennelemente, sogenannte Mischoxid-Brennelemente (MOX),\u00a0 wurden in Block 3 von Fukushima verwendet, dort ist deshalb die Plutoniumkonzentration im Reaktor am h\u00f6chsten. Als Spaltprodukt f\u00e4llt Plutonium aber auch in den andern Reaktoren an.<\/p>\n<p>Die japanische B\u00f6rse hat auf die Plutonium-Funde heftig reagiert. Die TEPCO-Aktien sanken so stark, dass der Handel mit ihnen ausgesetzt wurde. Die japanische Wirtschaft f\u00fcrchtet schwere wirtschaftliche Folgen des Reaktordesasters.<\/p>\n<p>In Schweizer AKW werden ebenfalls plutoniumhaltige MOX-Brennelemente eingesetzt. In der Notallschutzverordnung fehlen Hinweise auf eine Freisetzung von Plutonium. In den St\u00f6rfallszenarien kommt dieser Stoff nicht vor, eine vor\u00fcbergehende Evakuierung der Bev\u00f6lkerung beschr\u00e4nkt sich auf die Zone 1 im Umkreis von 5 Kilometer der Atommeiler.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Umkreis der havarierten Atomkraftwerke von Fukushima wurde Plutonium gefunden. Auf dem Gel\u00e4nde der AKW selbst wurde es bereits vergangene Woche nachgewiesen. 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