{"id":15091,"date":"2011-03-21T00:00:00","date_gmt":"2011-03-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15091\/was-passiert-mit-den-weltweiten-atomprogrammen\/"},"modified":"2019-05-30T12:51:39","modified_gmt":"2019-05-30T10:51:39","slug":"was-passiert-mit-den-weltweiten-atomprogrammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15091\/was-passiert-mit-den-weltweiten-atomprogrammen\/","title":{"rendered":"Was passiert mit den weltweiten Atomprogrammen?"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Katastrophe in Japan hat die Welt ersch\u00fcttert. Regierungen rund um den Globus m\u00fcssen ihre Atomprogramme in Frage stellen. Manche tun das, andere machen weiter wie gehabt.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<h3><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin-left: 5px; margin-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/78195cb7-78195cb7-20434_38517.jpg\" alt=\"\">Die Katastrophe in Japan hat die Welt ersch\u00fcttert. Regierungen rund um den Globus m\u00fcssen ihre Atomprogramme in Frage stellen. Manche tun das, andere machen weiter wie gehabt.<\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Deutschland<\/strong><br \/>Deutschland hat unter dem Eindruck der Katastrophe in Fukushima die sieben \u00e4ltesten Atommeiler und den Pannenreaktor Kr\u00fcmmel f\u00fcr drei Monate vom Netz genommen. Sie sollen jetzt einer versch\u00e4rften Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung unterzogen werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Atomenergie als \u00dcbergangstechnologie, die nur noch genutzt werden soll, bis die Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien sichergestellt werden kann. Diese Rhetorik und das Moratorium sind jedoch vor allem vor dem Hintergrund wichtiger Landtagswahlen zu sehen. \u00a0<\/p>\n<p><strong>Frankreich<\/strong><br \/>Die franz\u00f6sische Regierung h\u00e4lt unbeirrt an ihrem Atomkurs fest. Mit einem Atomstromanteil von 75% und 58 Atomkraftwerken ist Frankreich neben den USA die gr\u00f6sste Atomnation der Welt. Mit dem staatlichen Areva-Konzern spielt die Atomkraft auch als Exporttechnologie eine bedeutende Rolle. Nicolas Sarkozy will die franz\u00f6sischen AKW lediglich sicherheitstechnisch \u00fcberpr\u00fcfen lassen. \u00a0<\/p>\n<p><strong>USA<\/strong><br \/>In den USA wird wieder neu \u00fcber Atomkraftwerke debattiert. Erst seit kurzem hat die Regierung von Barack Obama die R\u00fcckkehr zur Kernenergie mit Kreditgarantien f\u00fcr den Bau neuer Anlagen wieder vorangetrieben. Inzwischen fordern einige Politiker ein Moratorium f\u00fcr neue Kernkraftwerke. In den USA sind insgesamt 104 Kernreaktoren in Betrieb. Auch im erdbebengef\u00e4hrdeten Kalifornien stehen zwei AKW, die rund 30 Jahre alt sind. <\/p>\n<p><strong>China<\/strong><br \/>Kurz nachdem der Volkskongress den Bau von 40 neuen Atomreaktoren beschlossen hatte, hat China alle Genehmigungsverfahren f\u00fcr neue AKW vorl\u00e4ufig gestoppt. Die 13 laufenden Reaktoren werden nicht abgeschaltet, sollen jedoch auf ihre Sicherheit \u00fcberpr\u00fcft werden. Auch f\u00fcr die 25 aktuellen Reaktorbaustellen sollen die Sicherheitsbestimmungen \u00fcberarbeitet werden. China hat weltweit die ehrgeizigsten Ausbaupl\u00e4ne in Sachen Atomenergie. <\/p>\n<p><strong>Italien<\/strong><br \/>Nach der Katastrophe von Fukushima hat die italienische Regierung ihre Pl\u00e4ne zum Bau von vier Atomkraftwerken f\u00fcr ein Jahr auf Eis gelegt. Ein f\u00fcr Juni geplantes Referendum wird ebenfalls verschoben. Nach dem GAU in Tschernobyl waren die Italiener 1987 mit einem Volksentscheid aus der Atomenergie ausgestiegen. Silvio Berlusconi hat 2009 jedoch den Wiedereinstieg in die atomare Stromerzeugung beschlossen. Die Technologie sollen die Franzosen liefern.<\/p>\n<p><strong>T\u00fcrkei <\/strong><br \/>Obwohl die T\u00fcrkei immer wieder von Erdbeben ersch\u00fcttert wird, h\u00e4lt die Regierung an ihrem Plan fest, Atomkraftwerke zu bauen. Die Technologie soll sicherer sein als die japanische und vom russischen\u00a0 Staatskonzern Atomstrojexport geliefert werden. Sein Land werde \u201edie neueste Technologie\u201c einsetzen, w\u00e4hrend die Anlagen in Japan aus den fr\u00fchen siebziger Jahren stammten, sagte der t\u00fcrkische Energieminister Taner Yildiz. <\/p>\n<p><strong>Polen<\/strong><br \/>Die polnische Regierung h\u00e4lt an ihren Pl\u00e4nen fest, bis im Jahr 2020 das erste AKW des Landes zu bauen. Ein weiteres soll folgen. Polen liege nicht in einer erdbebengef\u00e4hrdeten Zone, erkl\u00e4rte Ministerpr\u00e4sident Donald Tusk. <\/p>\n<p><strong>Israel <\/strong><br \/>Der israelische Regierungschef Banjamin Netanyahu hat angek\u00fcndigt, Pl\u00e4ne f\u00fcr den Bau eines AKWs \u00fcber Bord zu werfen. Allerdings gab es in Israel bislang keine offiziellen Pl\u00e4ne f\u00fcr den Bau neuer AKW. In Israel gibt es lediglich einen streng geheimgehaltenen Reaktor in der Negev-W\u00fcste, der allerdings keinen Strom erzeugt.<\/p>\n<p><strong>Japan<\/strong><\/p>\n<p>Der japanische Energiekonzern Chubu Electric Power h\u00e4lt offenbar an seinen Pl\u00e4nen zum Bau neuer AKW fest. Allerdings will das Unternehmen vor einem Kraftwerk an der K\u00fcste s\u00fcdlich von Tokio einen zw\u00f6lf Meter hohen Tsunami-Schutzwall errichten. Der Bau eines sechsten Reaktors in der Anlage Hamaoka werde zudem um ein  Jahr verschoben um die Sicherheitspl\u00e4ne zu \u00fcberpr\u00fcfen. Der neue Reaktor solle aber wie  geplant im M\u00e4rz 2024 in Betrieb genommen werden. Am seinem Vorhaben, bis zum Jahr 2030 ein zweites Atomkraftwerk zu bauen, h\u00e4lt Chubu Electric Power ebenfalls fest. <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Katastrophe in Japan hat die Welt ersch\u00fcttert. 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