{"id":15134,"date":"2011-02-23T00:00:00","date_gmt":"2011-02-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15134\/skandal-um-abholzungslizenzen-in-der-demokratischen-republik-kongo\/"},"modified":"2019-05-30T12:52:52","modified_gmt":"2019-05-30T10:52:52","slug":"skandal-um-abholzungslizenzen-in-der-demokratischen-republik-kongo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15134\/skandal-um-abholzungslizenzen-in-der-demokratischen-republik-kongo\/","title":{"rendered":"Skandal um Abholzungslizenzen in der Demokratischen Republik Kongo"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Greenpeace-B\u00fcro in der Demokratischen Republik Kongo ist alarmiert. Umweltminister Jos\u00e9 Endundo plant, das Moratorium auf neue Einschlagkonzessionen aufzuheben. Zudem will er 15 illegale Lizenzen legalisieren. Allein dadurch w\u00fcrde eine Urwaldfl\u00e4che f\u00fcnfmal so gross wie Belgien zur Zerst\u00f6rung freigegeben.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Das Greenpeace-B\u00fcro in der Demokratischen Republik Kongo ist alarmiert. Umweltminister Jos\u00e9 Endundo plant, das Moratorium auf neue Einschlagkonzessionen aufzuheben. Zudem will er 15 illegale Lizenzen legalisieren. Allein dadurch w\u00fcrde eine Urwaldfl\u00e4che f\u00fcnfmal so gross wie Belgien zur Zerst\u00f6rung freigegeben.<\/strong><\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"embedded-image-gallery promo general-form\">\n<h2>Skandal um Abholzungslizenzen im Kongo<\/h2>\n<div class=\"gallery\">\n<div class=\"img-nav\">\n<div class=\"carousel\">\n<ul class=\"img-list galleria\">\n<li class=\"active\">\n                            <a title=\"Illegaler Einschlag\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Multimedia\/Fotos\/KongoBlog\/Illegaler-Einschlag\/\" rel=\"Dieser Mann schl\u00e4gt illegal ein. Das zers\u00e4gte Holz verkauft er hinterher in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa.~^~^\/switzerland\/ReSizes\/ImageGalleryLarge\/Global\/switzerland\/photos\/Bilder KongoBlog\/2.jpg~^213028\"><br \/>\n                                <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_ctl00_repImages_ctl00_thumbImg\" title=\"Illegaler Einschlag\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2018\/05\/fa269796-action_climate_left_cloud_style_1_a0c7b2.jpg\" alt=\"Illegaler Einschlag\" style=\"border-width:0px;\"><br \/>\n                            <\/a>\n                        <\/li>\n<li>\n                            <a title=\"Holzf\u00e4llerstrasse innerhalb der Logging-Konzession der Firma ITB.\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Multimedia\/Fotos\/KongoBlog\/HolzfallerstraBe-innerhalb-der-Logging-Konzession-der-Firma-ITB\/\" rel=\"Holzf\u00e4llerstrasse innerhalb der Logging-Konzession der Firma ITB. Mehr als 21 Millionen Hektar Regenwald sind im Kongo bereits zur Abholzung durch die Industrie freigegeben.~^~^\/switzerland\/ReSizes\/ImageGalleryLarge\/Global\/switzerland\/photos\/Bilder KongoBlog\/3.jpg~^213029\"><br \/>\n                                <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_ctl00_repImages_ctl01_thumbImg\" title=\"Holzf\u00e4llerstrasse innerhalb der Logging-Konzession der Firma ITB.\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2018\/05\/71884b57-action_forest_left_forest_style_01_b2dde3.jpg\" alt=\"Holzf\u00e4llerstrasse innerhalb der Logging-Konzession der Firma ITB.\" style=\"border-width:0px;\"><br \/>\n                            <\/a>\n                        <\/li>\n<li>\n                            <a title=\"Pygm\u00e4en vor einem Holzf\u00e4llerfahrzeug.\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Multimedia\/Fotos\/KongoBlog\/Pygmaen-vor-einem-Holzfallerfahrzeug\/\" rel=\"Pygm\u00e4en vor einem Holzf\u00e4llerfahrzeug. Mit jedem abtransportierten Baumstamm wird die \u00dcberlebenschance f\u00fcr ihre Kultur etwas schlechter. ~^~^\/switzerland\/ReSizes\/ImageGalleryLarge\/Global\/switzerland\/photos\/Bilder KongoBlog\/4.jpg~^213030\"><br \/>\n                                <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_ctl00_repImages_ctl02_thumbImg\" title=\"Pygm\u00e4en vor einem Holzf\u00e4llerfahrzeug.\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2018\/05\/92c5ed81-action_oceans_left_whales_green_0199a4.jpg\" alt=\"Pygm\u00e4en vor einem Holzf\u00e4llerfahrzeug.\" style=\"border-width:0px;\"><br \/>\n                            <\/a>\n                        <\/li>\n<li>\n                            <a title=\"In der Demokratischen Republik Kongo befinden sich fast zwei Drittel des afrikanischen Regenwaldes.\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Multimedia\/Fotos\/KongoBlog\/In-der-Demokratischen-Republik-Kongo-befinden-sich-fast-zwei-Drittel-des-afrikanischen-Regenwaldes1\/\" rel=\"In der Demokratischen Republik Kongo befinden sich fast zwei Drittel des afrikanischen Regenwaldes. Der Krieg hat die Entwicklung verhindert - auch die zerst\u00f6rerische im Wald durch ausl\u00e4ndische Holzunternehmen. Ihnen war es in der Krisenregion zu gef\u00e4hrlich. Wie es nach dem noch jungen Friedensschluss im Kongo weitergeht, steht dahin.~^~^\/switzerland\/ReSizes\/ImageGalleryLarge\/Global\/switzerland\/photos\/Bilder KongoBlog\/kongoforest.jpg~^213301\"><br \/>\n                                <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_ctl00_repImages_ctl03_thumbImg\" title=\"In der Demokratischen Republik Kongo befinden sich fast zwei Drittel des afrikanischen Regenwaldes.\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/45a32e39-45a32e39-kongoforest.jpg\" alt=\"In der Demokratischen Republik Kongo befinden sich fast zwei Drittel des afrikanischen Regenwaldes.\" style=\"border-width:0px;\"><br \/>\n                            <\/a>\n                        <\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"text\">\n<p class=\"description\">\n<p class=\"copyright\">\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>Die tropischen W\u00e4lder des Kongobeckens sind nach dem Amazonas-Regenwald die gr\u00f6ssten zusammenh\u00e4ngenden Urw\u00e4lder der Welt. Im Kampf gegen den Klimawandel spielen sie eine bedeutende Rolle. 80 Prozent der intakten afrikanischen W\u00e4lder befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Das entspricht acht Prozent des weltweit in W\u00e4ldern gespeicherten Kohlenstoffs.<\/p>\n<p>Nicht nur f\u00fcr das Klima sind diese W\u00e4lder von \u00fcberragender Bedeutung. Sie sind auch \u00d6kosysteme mit einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Artenvielfalt. Und sie sind die Lebensgrundlage f\u00fcr mehr als 40 Millionen Menschen, die in und von den W\u00e4ldern leben.<\/p>\n<h4>Der angeblich schonende Einschlag<\/h4>\n<p>\u201cSelektive Extraktion\u201d nennen internationale Holzkonzerne ihre Einschlagmethode in Afrika, bei der sie &#8211; scheinbar schonend &#8211; nur die ein bis zwei wertvollsten Urwaldriesen pro Hektar abs\u00e4gen. Aus ihnen werden Furnierh\u00f6lzer, Musikinstrumente, Fensterrahmen oder Parkettfussb\u00f6den gemacht.<\/p>\n<p>Durch das F\u00e4llen, den Abtransport mit Bulldozern und auch den Bau von Zufahrtsstrassen werden jedoch wesentlich gr\u00f6ssere Gebiete gesch\u00e4digt als der Begriff \u201cselektive Abholzung\u201d vorgaukeln m\u00f6chte. Es wird gesch\u00e4tzt, dass die Treibhausgasemissionen durch die \u201cbegleitenden\u201d Infrastrukturmassnahmen 2,5-mal h\u00f6her sind als die, die ohnehin schon durch die Abholzung entstehen. Das Zufahrtsstrassenetz dient nach den Holzf\u00e4llaktivit\u00e4ten nachziehenden Wilderern und Waldrodern als Einfallstor in die W\u00e4lder.<\/p>\n<h4>Die Reform &#8211; Wunsch und Wirklichkeit<\/h4>\n<p>Auf Druck der Weltbank wurde Anfang des neuen Jahrtausends in der DR Kongo eine Reform der Forstwirtschaft eingeleitet. Sie sollte die nachhaltige Waldwirtschaft f\u00f6rdern, die Staatseinnahmen erh\u00f6hen, die traditionellen Rechte lokaler Gemeinden sichern und &#8211; vor allem &#8211; zur Verminderung der Armut beitragen.<\/p>\n<p>Von der Weltbank eingefordert, unterzeichnete die DRK 2002 ein Moratorium auf neue Einschlagkonzessionen. Unmittelbare Folge: Es wurden innerhalb weniger Tage \u00fcber 100 Einschlaglizenzen vergeben, entsprechend einer Fl\u00e4che von 15 Millionen Hektar Wald. Damit war das Moratorium von vornherein untergraben.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Punkt in diesem Prozess war die Legalit\u00e4ts\u00fcberpr\u00fcfung von 156 Holzeinschlagstiteln. Eine Interministeriale Kommission startete in der DR Kongo 2005 eine \u00dcberpr\u00fcfung der alten Titel.<\/p>\n<p>Das Ergebnis gab Umweltminister Jos\u00e9 Endundo im Januar 2009 bekannt: 65 Titel (mehr als 12 Millionen Hektar) wurden in langfristige Konzessionen umgewandelt. Allerdings war dieser Untersuchungsprozess alles andere als transparent. Die meisten der umgewandelten Konzessionen h\u00e4lt die in Liechtenstein ans\u00e4ssige Unternehmensgruppe NST (Nords\u00fcdtimber) mit ihrer Tochterfirma Sodefor und dem Deutsch-Schweizerischen Konzern Danzer. An der NST Gruppe hat zudem die Schweizer Firma Precious Woods eine Minderheitsbeteiligung inne.<\/p>\n<h4>Zur\u00fcck zum Status Quo<\/h4>\n<p>Die Glaubw\u00fcrdigkeit der Waldreform wird weiterhin unterminiert: Im Januar 2011 gab Enundo bekannt, dass er 15 Titel, die zwei Jahre zuvor f\u00fcr illegal erkl\u00e4rt worden waren und annulliert werden sollten, legalisieren werde. Zudem kam heraus, dass von den 156 untersuchten Anspr\u00fcchen nur rund 15 aktiv waren. Alle anderen existierten lediglich auf dem Papier.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Die angebliche \u00dcberpr\u00fcfung von 2008 hat dazu gedient, den alten Status Quo wiederherzustellen. Laut Waldreform sollen 40 Prozent der Steuereinnahmen aus dem Holzexport an die Regionen zur\u00fcckfliessen. Davon ist bisher kein Cent angekommen.<\/p>\n<p>Es zeigt sich wieder einmal, dass eine Weltbankreform nicht die Ergebnisse liefert, die angestrebt sind. Immer noch pr\u00e4gen Intransparenz, Korruption und fehlende Strafverfolgung die Holzindustrie in der DRK, w\u00e4hrend die Beitr\u00e4ge zur Armutsbek\u00e4mpfung vernachl\u00e4ssigbar gering bleiben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Greenpeace-B\u00fcro in der Demokratischen Republik Kongo ist alarmiert. Umweltminister Jos\u00e9 Endundo plant, das Moratorium auf neue Einschlagkonzessionen aufzuheben. Zudem will er 15 illegale Lizenzen legalisieren. 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