{"id":15162,"date":"2011-02-23T00:00:00","date_gmt":"2011-02-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15162\/dosenthunfisch-in-schweizer-regalen-nicht-nachhaltig-gefangen\/"},"modified":"2019-05-30T12:53:50","modified_gmt":"2019-05-30T10:53:50","slug":"dosenthunfisch-in-schweizer-regalen-nicht-nachhaltig-gefangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15162\/dosenthunfisch-in-schweizer-regalen-nicht-nachhaltig-gefangen\/","title":{"rendered":"Dosenthunfisch in Schweizer Regalen nicht nachhaltig gefangen"},"content":{"rendered":"<p><b>Im Unterschied zu frischem Thun steigt der Absatz von Dosenthun in der Schweiz nach wie vor an. Meistens handelt es sich heute zwar nicht mehr um die besonders gef\u00e4hrdeten Arten wie den Gelbflossenthunfisch. Aber: Kein Schweizer Grossverteiler hat im Unterschied zu anderen europ\u00e4ischen Superm\u00e4rkten nachhaltig gefangenen Dosenthun aus \u201ePole&#038;Line\u201c-Fischerei im Angebot. Dies zeigt eine heute im Ktipp vorgestellte Greenpeace-Umfrage bei den acht wichtigsten Anbietern (Aldi, Coop, Denner, Globus, Lidl, Manor, Migros, Spar) von Dosenthun, durchgef\u00fchrt von M\u00e4rz bis Dezember 2010. Demnach sind Nachhaltigkeits-Richtlinien zwar vorhanden und die R\u00fcckverfolgbarkeit ist gut. Die Kennzeichnung des Dosenthuns ist allerdings knapp gen\u00fcgend und zerst\u00f6rerische Fangmethoden (FAD\u2019s) sind bei allen verbreitet.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Im Unterschied zu frischem Thun steigt der Absatz von Dosenthun in der Schweiz nach wie vor an. Meistens handelt es sich heute zwar nicht mehr um die besonders gef\u00e4hrdeten Arten wie den Gelbflossenthunfisch. Aber: Kein Schweizer Grossverteiler hat im Unterschied zu anderen europ\u00e4ischen Superm\u00e4rkten nachhaltig gefangenen Dosenthun aus \u201ePole&amp;Line\u201c-Fischerei im Angebot. Dies zeigt eine heute im Ktipp vorgestellte Greenpeace-Umfrage bei den acht wichtigsten Anbietern (Aldi, Coop, Denner, Globus, Lidl, Manor, Migros, Spar) von Dosenthun, durchgef\u00fchrt von M\u00e4rz bis Dezember 2010. Demnach sind Nachhaltigkeits-Richtlinien zwar vorhanden und die R\u00fcckverfolgbarkeit ist gut. Die Kennzeichnung des Dosenthuns ist allerdings knapp gen\u00fcgend und zerst\u00f6rerische Fangmethoden (FAD\u2019s) sind bei allen verbreitet.<\/p>\n<h4>Umfrage-Resultate:<\/h4>\n<ol>\n<li> Eine schriftliche Einkaufspolitik zur Nachhaltigkeit (ISSP) ist bei allen Anbietern vorhanden, sie bezieht sich aber prim\u00e4r auf Frischfisch und wird nur sehr begrenzt nach aussen getragen.<\/li>\n<li>Ausser Spar und Globus f\u00fchren alle Befragten laut Umfrage eine gezielte Politik des \u201edas Schlimmste vermeiden\u201c durch.<\/li>\n<li>Bei der Unterst\u00fctzung der nachhaltigsten Fangmethoden sieht es allerdings bei allen eher kl\u00e4glich aus. Keine Ladenkette setzt auf &#171;Pole&amp;Line&#187;-Fischerei oder verpflichtet sich zu Ringwadennetzen ohne FAD\u2019s (Fish Aggregating Devices).<\/li>\n<li>Migros, Spar, Manor, Lidl und Denner versuchen aktiv illegale, unkontrollierte Fischerei (IUU) durch strikte R\u00fcckverfolgbarkeit und Ausschluss von Umlad auf offenem Meer (Denner) zu verbannen. Bei Aldi, Coop, Globus werden solche Schritte nicht genannt.<\/li>\n<li>Die Kennzeichnung bez. Fischart ist bei allen mehr oder weniger befriedigend oder es sind Verbesserungen versprochen. Gut bei Denner, Globus, Lidl, Migros, auf dem Wege der Besserung bei Aldi, Coop, Spar, mangelhaft bei Manor (nur, was gesetzlich vorgeschrieben ist).<\/li>\n<\/ol>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Stichproben-Resultate\/weitere Abkl\u00e4rungen\/Gentests:<\/h4>\n<p>Unsere Stichproben-Erhebungen haben ergeben, dass bis auf Einzelf\u00e4lle die bedrohtesten Thunfischarten (Roter Thun, Grossaugenthun, Gelbflossenthun) vermieden und die weniger bedrohten Arten Skipjack\/Bonito oder Albacore\/Weisser Thun verkauft werden. Im M\u00e4rz hatten Migros, Coop, Globus, Spar den bedrohten Gelbflossenthun zwar noch im Sortiment, im Dezember gab es ihn nur noch bei Globus und Spar zu kaufen.<\/p>\n<p> Lobend zu erw\u00e4hnen ist, dass Migros und Coop aufgrund unserer ersten Kontaktaufnahme im M\u00e4rz Druck auf den Grossproduzenten Bolton\/Rio Mare gemacht, und ihn dazu gebracht haben, f\u00fcr die Schweiz nur noch Skipjack zu verwenden und auf den gef\u00e4hrdeteren Gelbflossenthun zu verzichten. Anl\u00e4sslich eines Gespr\u00e4ches mit dem Produzenten an seinem Hauptsitz in der N\u00e4he von Milano konnten wir uns vor Ort vergewissern, dass die Rio Mare-Dosen f\u00fcr die Schweiz keinen Gelbflossenthun mehr enthalten. Wir konnten den europaweit gr\u00f6ssten Dosenthun-Hersteller sogar dazu bringen, weltweit Schritt f\u00fcr Schritt aus dem Gelbflossenthun-Gesch\u00e4ft auszusteigen, die Verwendung von schwimmenden Fischmagneten (FAD\u2019s) als Problem wegen hoher Beifangquoten anzuerkennen und anzugehen, sowie sich f\u00fcr die weltweite Schaffung grossr\u00e4umiger Meeresreservate einzusetzen.<\/p>\n<p> Das Problem der \u00dcberfischung ist grunds\u00e4tzlich erkannt, was die Best\u00e4nde angeht. Mit Ausnahme von Globus und Spar ist in der Schweiz kein stark gef\u00e4hrdeter Thun mehr in Dosen zu finden. Es wird aber zu wenig mit Fangmethode\/hohen Beif\u00e4ngen in Zusammenhang gebracht. Man glaubt mit dem Aufkleben eines Dolphin-Safe-Labels und dem Ausstieg aus Langleinenfischerei seine Schuldigkeit getan zu haben. Das Problem der FAD\u2019s, mit Sendern best\u00fcckte Bojen, die Fischschw\u00e4rme und deren J\u00e4ger anlocken, wird (noch) nicht wahrgenommen. Bei dieser Fangmethode werden zusammen mit den gew\u00fcnschten Skipjack-Thunfischen von den riesigen Ringwadennetzen jeweils auch junge Grossaugen- und Gelbflossenthune, aber auch Haie, Rochen, Schwertfische und Meeresschildkr\u00f6ten mitget\u00f6tet. Dies konnte Greenpeace einerseits mit der letztj\u00e4hrigen Kontrolltour im S\u00fcdpazifik feststellen, andererseits auch mit den k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrten weltweiten Gentests von Dosenthun (wo z.B. in \u00d6sterreich, Deutschland, Italien, Spanien, USA und Kanada Grossthunarten in Dosen detektiert wurden, wo eigentlich Skipjack oder Albacore drin sein m\u00fcsste).<br \/> Das Problem der illegalen, unregistrierten Fischerei ist erkannt und wird mit immer weiter verbesserter R\u00fcckverfolgbarkeit angegangen. Eine Kontroll-L\u00fccke stellt aber nach wie vor der Umlad auf hoher See dar. Die Kennzeichnung ist zum Teil noch mangelhaft, ist aber \u00fcberall auf dem Weg der Verbesserung, vor allem was die Fischart betrifft. Klar n\u00f6tig w\u00e4re aber auch eine detaillierte Angabe der Fangmethode und des Fanggebiets.<\/p>\n<p> Greenpeace fordert, dass auch Globus und Spar aus Yellowfin aussteigen m\u00fcssen. Gegen\u00fcber dem Ktipp hat Spar versprochen, mit dem Lieferanten eine neue L\u00f6sung zu suchen. Und Globus hat angek\u00fcndigt, k\u00fcnftig ganz auf Dosen mit Gelbflossenthunfisch zu verzichten. Wir nehmen sie beim Wort. Die Grossverteiler sollen das Problem des Beifangs bei Verwendung von FAD\u2019s bei ihren Zulieferern deponieren und eine FAD free (z.B. &#171;Pole&amp;Line&#187;) Linie in ihrer Produktepalette aufbauen. Auf den Dosen soll grunds\u00e4tzlich der wissenschaftliche Name und der umgangssprachliche stehen (nur Rosa Thun oder Deep Sea Tuna gen\u00fcgt nicht). Die Fangmethode (z.B. Purse Seine\/Ringwadennetz mit\/ohne FAD, Langleine, &#171;Pole&amp;Line&#187;) und das Fanggebiet m\u00fcssen deklariert werden. Eine nachhaltige Einkaufspolitik darf sich nicht auf Frischfisch beschr\u00e4nken. Dosenthun, der mengenm\u00e4ssig weit \u00fcber Frischfisch liegt, muss mit einbezogen sein.<\/p>\n<p> <a href=\"http:\/\/www.ktipp.ch\/themen\/beitrag\/1057527\/Gefaehrdeter_Fisch_im_Regal_\">Link zu Ktipp.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/apps\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/b872d0b9-b872d0b9-110222banner_app.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Unterschied zu frischem Thun steigt der Absatz von Dosenthun in der Schweiz nach wie vor an. Meistens handelt es sich heute zwar nicht mehr um die besonders gef\u00e4hrdeten Arten&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":15164,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[41],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-15162","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-meer","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15162"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15162\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15164"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15162"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15162"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15162"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=15162"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=15162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}