{"id":15444,"date":"2010-10-14T00:00:00","date_gmt":"2010-10-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15444\/chega\/"},"modified":"2019-05-30T13:01:35","modified_gmt":"2019-05-30T11:01:35","slug":"chega","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15444\/chega\/","title":{"rendered":"\u00abChega!\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Biobauern von Capanema in S\u00fcdbrasilien haben die Nase voll. Seit zwanzig Jahren produzieren sie Biosoja und jetzt droht ihnen der Ruin: Ihre Ernte ist mit dem Pestizid Endosulfan verunreinigt, obwohl sie dieses nie angewendet haben. Mehrere hundert Kleinbauern wehren sich nun f\u00fcr ihr Recht, pestizidfrei zu produzieren und fordern ein sofortiges Verbot von Endosulfan.<\/b><\/p>\n<div>\n<p><a href=\"http:\/\/chega.org\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/p3-admin.greenpeace.orghttps:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/chega_petition.jpg\" alt=\"Unterschreiben Sie die Petition auf chega.org\"> <\/a> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<h2><strong>Brief von Adrian Wiedmer, gebana.ch<\/strong><\/h2>\n<p>Ich schreibe aus Capanema wo ich die letzten Wochen mit Besprechungen und Krisensitzungen verbracht habe. Die Mitarbeiter von gebana Brasilien ebenso wie die Biobauern freuen sich sehr \u00fcber den Erfolg der Kampagne chega.org. Das Wichtigste dabei ist zu wissen, dass sich Menschen auf der ganzen Welt mit ihrem Kampf gegen das Pestizid Endosulfan solidarisieren. Fast ein bisschen unglaublich ist das f\u00fcr die Menschen hier die sich gewohnt sind als Letzte ber\u00fccksichtigt zu werden.<\/p>\n<p>Aber das Problem der Endosulfanspuren in der Ernte ist noch nicht gel\u00f6st. Es gibt zwar positive Entwicklungen wie zum Beispiel das von den brasilianischen Beh\u00f6rdenausgesprochene Verbot ab 2013 \u2013 zu sp\u00e4t aber immerhin. Auch dass Bayer Cropscience ihr Produkt Thiodan vom Markt zur\u00fcckgezogen hat (im August wurden die Restbest\u00e4nde bei der lokalen Cooperative Coagro abgeholt) ist ein wichtiger Schritt. Leider gibt es aber weiterhin Anbieter von Endosulfan \u2013 aus Israel, Indien und Brasilien selbst. Sehr erfreulich ist, dass die Zulassungsbeh\u00f6rde ANVISA ein offenes Ohr hat f\u00fcr unser Anliegen. So kommen wir mit unserem Anliegen an die richtigen Stellen.<\/p>\n<p>Leider gibt es daneben aber vor allem auch bedr\u00fcckende Nachrichten. Allen voran, dass die Verkaufsstellen schon f\u00fcr die n\u00e4chste Aussaat einkaufen, welche vor der T\u00fcre steht &#8211; offenbar auch Endosulfan in grossen Mengen. Wie bef\u00fcrchtet wird es eher billiger angeboten \u2013 wohl wegen dem Verbot ab 2013. Da die Bauern in Capanema arm sind, wird sie der Preis wohl auch f\u00fcr die n\u00e4chste Ernte verf\u00fchren und ihre Nachbarn, die biologisch anbauen, haben das Nachsehen. Wir werden versuchen, die Endosulfanverk\u00e4ufer etwas zu bremsen, indem wir sie schriftlich \u00fcber die Verluste informieren, welche sie ausl\u00f6sen; ebenfalls werden wir sie an die gesetzlichen Bedingungen erinnern, nach denen sie verpflichtet sind, von den Bauern eine Deklaration einzuholen, dass sie gen\u00fcgend geschult sind und sich der Gef\u00e4hrlichkeit des Giftes bewusst sind. Dies tut \u2013 entgegen der Behauptungen der Hersteller \u2013 niemand und das k\u00f6nnte ein Mittel sein, um die Verk\u00e4ufer und Hersteller unter Druck zu setzen.<\/p>\n<h3><strong><strong>Video: Die Biobauern von Capanema sagen \u00abChega!\u00bb Es reicht.<\/strong><\/strong><\/h3>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/player.vimeo.com\/video\/14322817?byline=0&amp;portrait=0&amp;color=F05A2A\" width=\"550\" height=\"309\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Was ist mit der Ware aus der Ernte 2010 geschehen? Das Chaos bez\u00fcglich dem rechtlichen Zustand (ist die Ware bio oder nicht?), welches ein halbes Jahr bei Beh\u00f6rden und Kontrollstellenhaben geherrscht hat, ist weitgehend gekl\u00e4rt: wenn die Werte \u00fcber 0.01 ppm liegen muss abgekl\u00e4rt werden, ob ein Bauer angewendet hat und ob alles getan wurde um Verwehungen vom Nachbarn zu verhindern. Nach diesen aufw\u00e4ndigen Abkl\u00e4rungen (bei \u00fcber 300 Bauern!) wird die Ware je nachdem zum Verkauf als Bio freigegeben. Freilich wollen die Kunden von Nahrungsmittelsoja die Soja weiterhin nicht und so wird sie wohl als Futtersoja verkauft werden. Die daraus resultierenden Verluste sind enorm. Es ist deshalb auch meine Aufgabe mit den Geldgebern zu reden, die Banken zu vertr\u00f6sten und Pl\u00e4ne zur Sanierung zu schmieden.<\/p>\n<p>Beim Nachdenken \u00fcber die Situation ist ein Gef\u00fchl der Ohnmacht und der Wut unvermeidlich und dies gleich mehrfach. Einerseits \u00fcber die r\u00fccksichtslosen Pestizidhersteller, welche Gifte verkaufen in die \u00e4rmsten Ecken der Welt obwohl seit 20 (!!) Jahren bekannt ist, wie sch\u00e4dlich Endosulfan ist. Andererseits aber auch \u00fcber das b\u00fcrokratische System der Biokontrolle und der Beh\u00f6rden, welche es f\u00fcr Kleinbauern fast verunm\u00f6glichen biologisch anzubauen. Wegen der unvermeidlichen \u00e4usseren Einfl\u00fcssen\u00a0 werden sie richtiggehend kriminalisiert und m\u00fcssen dann Unsummen f\u00fcr den Nachweis eines korrekten Anbaus ausgeben (obwohl sie bereits kontrolliert wurden!). Bei einem Bauern mit 1ha Soja machen die Kosten f\u00fcr Kontrollstellen und Analysen 30% des Ertragswertes aus! Wenn die Bauern das Problem melden, werden sie sogar noch h\u00e4rter angefasst, denn im Biokontrollsystem gilt immer noch: was ich nicht weiss macht mich nicht heiss. Dann wird verlangt, dass sie Bauern von ihrem kleinen Land grosse Fl\u00e4chen abtreten um den Abstand zu den Nachbarn zu vergr\u00f6ssern \u2013 und das obwohl im Falle von Endosulfan klar erwiesen ist, dass das gar nichts bringt.<\/p>\n<p>Und die Konsumenten f\u00fcr die letztlich der ganze Aufwand betrieben wird? Ich bin sicher, dass 95% wie wir der Meinung sind, dass es wichtiger ist, dass Dank der Biobauern in Capanema Jahr f\u00fcr Jahr weniger hochgiftiges Endosulfan in die Umwelt gelangt (rund 500kg Aktivsubstanz\/Jahr), als dass die Biosoja auch keine Spuren 20fach unter dem Grenzwert aufweisen darf. Sie w\u00fcrden die Biolandwirtschaft in Capanema und den Kampf der Biobauern gegen Endosulfan und dessen Hersteller und Vertreiber auf <a href=\"http:\/\/www.chega.org\/\">www.chega.org<\/a> unterst\u00fctzen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Biobauern von Capanema in S\u00fcdbrasilien haben die Nase voll. 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