{"id":15537,"date":"2010-09-27T00:00:00","date_gmt":"2010-09-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15537\/al-kaida-terroristen-blockieren-uranmine-im-niger\/"},"modified":"2019-05-30T13:04:07","modified_gmt":"2019-05-30T11:04:07","slug":"al-kaida-terroristen-blockieren-uranmine-im-niger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15537\/al-kaida-terroristen-blockieren-uranmine-im-niger\/","title":{"rendered":"Al Kaida-Terroristen blockieren Uranmine im Niger"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Geiselnahme von Areva-Mitarbeitern in der Uranmine von Arlit h\u00e4lt die franz\u00f6sische Regierung in Atem. Der Verteidigungsminister musste aus Kanada einfliegen, franz\u00f6sische Milit\u00e4raufkl\u00e4rer suchen nach den Entf\u00fchrern und Eliteeinheiten r\u00fcsten sich f\u00fcr eine Befreiungsaktion. Dass die Entf\u00fchrung von f\u00fcnf Franzosen und zwei Afrikanern eine solche Hektik ausl\u00f6st, kommt nicht von ungef\u00e4hr: die Uranminen im Niger sind f\u00fcr die Energieversorgung Frankreichs von strategischer Bedeutung. Rund ein Drittel der franz\u00f6sischen Atomkraftwerke produzieren mit Uran aus dem Niger, rund drei Viertel des franz\u00f6sischen Stroms stammen aus Atomkraftwerken. Von der Versorgung mit Uran abgeschnitten zu werden, kann sich Frankreich nicht leisten. Im Moment scheint die Uranf\u00f6rderung in Arlit zumindest ohne franz\u00f6sische Techniker auskommen zu m\u00fcssen: s\u00e4mtliche franz\u00f6sischen Mitarbeiter\u00a0 wurden aus den zwei Uran-Minen im Norden des Landes in die Hauptstadt Niamey evakuiert oder gleich nach Frankreich geflogen. Der Anf\u00fchrer des Al-Kaida-Ablegers AQM (Al Quaida im Maghreb) hat offenbar erkannt, dass die Abh\u00e4ngigkeit Frankreichs von der Uranzufuhr aus dem Niger die Grossmacht extrem verletzlich macht. Die Abh\u00e4ngigkeit vom Uran kann genauso unangenehm werden wie die Abh\u00e4ngigkeit vom \u00d6l. So wie die USA im Irak \u201eunsere\u201c \u00d6lversorgung sichern, wird auch Frankreich \u201eseine\u201c Uranminen zunehmend milit\u00e4risch sch\u00fctzen m\u00fcssen. Das nigrische Milit\u00e4r und die eingesetzten S\u00f6ldnertruppen waren in Arlit dazu offenbar nicht in der Lage. Die Schweiz schickt zwar keine Soldaten in den Irak oder in den Niger, aber auch unser Benzin und unser Strom kommen letztich aus dem Ausland: der franz\u00f6sische Areva-Konzern geh\u00f6rt zu den wichtigsten Uran-Lieferanten der Schweizerischen Atomkraftwerke. Es ist Zeit, dass wir uns unabh\u00e4ngig machen von ausl\u00e4ndischen Energieimporten und uns eine Energieversorgung schaffen, die mit lokalen Ressourcen auskommt.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin-left: 10px; margin-right: 10px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ae022972-ae022972-11344_19919.jpg\" alt=\"\" width=\"200\">Die Geiselnahme von Areva-Mitarbeitern in der Uranmine von Arlit h\u00e4lt die franz\u00f6sische Regierung in Atem. Der Verteidigungsminister musste aus Kanada einfliegen, franz\u00f6sische Milit\u00e4raufkl\u00e4rer suchen nach den Entf\u00fchrern und Eliteeinheiten r\u00fcsten sich f\u00fcr eine Befreiungsaktion. <br \/>Dass die Entf\u00fchrung von f\u00fcnf Franzosen und zwei Afrikanern eine solche Hektik ausl\u00f6st, kommt nicht von ungef\u00e4hr: die Uranminen im Niger sind f\u00fcr die Energieversorgung Frankreichs von strategischer Bedeutung. Rund ein Drittel der franz\u00f6sischen Atomkraftwerke produzieren mit Uran aus dem Niger, rund drei Viertel des franz\u00f6sischen Stroms stammen aus Atomkraftwerken. <br \/>Von der Versorgung mit Uran abgeschnitten zu werden, kann sich Frankreich nicht leisten. Im Moment scheint die Uranf\u00f6rderung in Arlit zumindest ohne franz\u00f6sische Techniker auskommen zu m\u00fcssen: s\u00e4mtliche franz\u00f6sischen Mitarbeiter\u00a0 wurden aus den zwei Uran-Minen im Norden des Landes in die Hauptstadt Niamey evakuiert oder gleich nach Frankreich geflogen. <br \/>Der Anf\u00fchrer des Al-Kaida-Ablegers AQM (Al Quaida im Maghreb) hat offenbar erkannt, dass die Abh\u00e4ngigkeit Frankreichs von der Uranzufuhr aus dem Niger die Grossmacht extrem verletzlich macht. Die Abh\u00e4ngigkeit vom Uran kann genauso unangenehm werden wie die Abh\u00e4ngigkeit vom \u00d6l. So wie die USA im Irak \u201eunsere\u201c \u00d6lversorgung sichern, wird auch Frankreich \u201eseine\u201c Uranminen zunehmend milit\u00e4risch sch\u00fctzen m\u00fcssen. 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