{"id":15645,"date":"2010-08-20T00:00:00","date_gmt":"2010-08-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15645\/das-maerchen-vom-verschwundenen-oel\/"},"modified":"2019-05-30T13:06:49","modified_gmt":"2019-05-30T11:06:49","slug":"das-maerchen-vom-verschwundenen-oel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15645\/das-maerchen-vom-verschwundenen-oel\/","title":{"rendered":"Das M\u00e4rchen vom verschwundenen \u00d6l"},"content":{"rendered":"<p><b>Verdunstet, biologisch zersetzt, abgefackelt und eingesammelt: Rund drei Viertel des im Golf von Mexiko ausgelaufenen \u00d6ls seien bereits verschwunden, meldete die US-Beh\u00f6rde f\u00fcr Ozeane und Atmosph\u00e4re (NOAA) anfang August.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Verdunstet, biologisch zersetzt, abgefackelt und eingesammelt: Rund drei Viertel des im Golf von Mexiko ausgelaufenen \u00d6ls seien bereits verschwunden, meldete die US-Beh\u00f6rde f\u00fcr Ozeane und Atmosph\u00e4re (NOAA) anfang August.<\/p>\n<p>Weltweit haben Medien die offiziellen NOAA-Zahlen aufgegriffen und f\u00e4lschlich interpretiert, der Gro\u00dfteil des \u00d6ls sei verschwunden und der Rest kaum mehr gef\u00e4hrlich. R\u00fcckenwind kam von US-Pr\u00e4sident Obama, der mit einem medienwirksamen Badegang im Golf von Mexiko den Bedenken entgegenwirkte.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Von wegen: &#171;das bisschen Rest\u00f6l&#187;<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-weight: normal;\">Sch\u00f6n w\u00e4rs, lautete schon damals die Einsch\u00e4tzung unseres deutschen Greenpeace-\u00d6lexperten, J\u00f6rg Feddern. Um den Abbau des \u00d6ls zu beschleunigen, hat BP Chemikalien eingesetzt, die das \u00d6l in kleinste Teilchen zersetzen. &#171;Das \u00d6l verteilt sich weitl\u00e4ufig in der Wassers\u00e4ule oder sinkt ab und gef\u00e4hrdet die Meeresorganismen&#187;, beschrieb Feddern die Folgen. Jetzt hat eine Gruppe von f\u00fcnf unabh\u00e4ngigen Wissenschaftern des Bundesstaates Georgia die damalige Erfolgsnachricht und die ihr zugrunde liegenden Zahlen einer kritischen Pr\u00fcfung unterzogen. Dabei haben sich Fedderns Bef\u00fcrchtungen best\u00e4tigt. Nicht Ein Viertel, sondern drei Viertel des ausgelaufenen \u00d6ls belasten demnach weiter das empfindliche \u00d6kosysystem. Das gesamte Bild:<\/span><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Etwa 70 bis 79 Prozent des \u00d6ls verbleiben unter der Wasseroberfl\u00e4che<\/li>\n<li>Etwa acht bis zw\u00f6lf Prozent des \u00d6ls ist verdunstet<\/li>\n<li>Etwa vier bis acht Prozent des \u00d6ls wurde durch Meeresorganismen abgebaut<\/li>\n<li>Etwa zehn Prozent des \u00d6ls wurde abgefangen, abgesch\u00f6pft oder verbrannt<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201cEs ist eine falsche Annahme, dass das in Wasser gel\u00f6ste \u00d6l verschwunden und deshalb harmlos ist\u201d, betont Professor Hopkins, Initiator der aktuellen Studie. Das dispergierte und gel\u00f6ste \u00d6l &#8211; umgerechnet auf die ausgelaufene Menge etwa 90 Prozent &#8211; k\u00f6nne immer noch hochgradig giftig sein. Es brauche wahrscheinlich Jahre, bis es abgebaut sei. Hopkins warnt weiter: \u201e Wir sind noch weit davon entfernt, die Auswirkungen vollst\u00e4ndig zu verstehen.\u201c<\/p>\n<p>Von Anfang an hat BP eine unabh\u00e4ngige Berichterstattung \u00fcber die selbst verursachte \u00d6lpest behindert und den Informationsfluss gezielt gesteuert. Auch die US-Wissenschaftler weisen explizit darauf hin, dass die offiziellen Sch\u00e4tzungen auf BP-Informationen beruhen, die weder Wissenschaftlern noch der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich sind.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Greenpeace will es \u00a0wissen<\/strong><\/p>\n<p>Um sich selbst ein Bild von den Auswirkungen der \u00d6lkatastrophe zu machen, ist Greenpeace mit einem Schiff im Golf vor Ort. Mit an Bord sind Medienvertreter und Wissenschaftler, die eigenst\u00e4ndige Untersuchungen vornehmen. Das Team auf der Arctic Sunrise dokumentiert derzeit die Biodiversit\u00e4t in den scheinbar noch nicht betroffenen Gebieten. Die dreimonatige Expeditionstour f\u00fchrt sie anschlie\u00dfend in die kontaminierten Gew\u00e4sser.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verdunstet, biologisch zersetzt, abgefackelt und eingesammelt: Rund drei Viertel des im Golf von Mexiko ausgelaufenen \u00d6ls seien bereits verschwunden, meldete die US-Beh\u00f6rde f\u00fcr Ozeane und Atmosph\u00e4re (NOAA) anfang August. 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