{"id":15688,"date":"2010-08-11T00:00:00","date_gmt":"2010-08-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15688\/braende-in-verseuchten-regionen-bestaetigt-entwicklung-ungewiss\/"},"modified":"2019-05-30T13:08:34","modified_gmt":"2019-05-30T11:08:34","slug":"braende-in-verseuchten-regionen-bestaetigt-entwicklung-ungewiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15688\/braende-in-verseuchten-regionen-bestaetigt-entwicklung-ungewiss\/","title":{"rendered":"Br\u00e4nde in verseuchten Regionen best\u00e4tigt \u2013 Entwicklung ungewiss"},"content":{"rendered":"<p><b>Heute Mittwoch hat die russische Waldschutzbeh\u00f6rde es erstmals zugegeben: die w\u00fctenden Wald- und Torfbr\u00e4nde haben schon vor mehreren Tagen radioaktiv verseuchte Gebiete erreicht. Das Eingest\u00e4ndnis kommt sp\u00e4t: Greenpeace hat bereits vor Tagen auf Satellitenfotos 20 von den Beh\u00f6rden nicht gemeldete Br\u00e4nde in verstrahlten Regionen entdeckt.\u00a0<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Heute Mittwoch hat die russische Waldschutzbeh\u00f6rde es erstmals zugegeben: die w\u00fctenden Wald- und Torfbr\u00e4nde haben schon vor mehreren Tagen radioaktiv verseuchte Gebiete erreicht. Das Eingest\u00e4ndnis kommt sp\u00e4t: Greenpeace hat bereits vor Tagen auf Satellitenfotos 20 von den Beh\u00f6rden nicht gemeldete Br\u00e4nde in verstrahlten Regionen entdeckt.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"border: 0; float: left; margin: 10px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/13daee2f-13daee2f-10572_17438.jpg\" alt=\"\u00a9 keystone\" width=\"250\"><\/p>\n<p>Allein in der Gegend um die Stadt Brjansk seien vor wenigen Tagen 28 Br\u00e4nde auf einer Fl\u00e4che von 269 Hektaren gez\u00e4hlt worden, gesteht die Beh\u00f6rde nun ein. Die Region nahe der Grenze zu Weissrussland und der Ukraine war durch die Atomkatastrophe im nahen ukrainischen Tschernobyl 1986 schwer verstrahlt worden. Auch in der Gegend von Tscheljabinsk im s\u00fcdlichen Ural habe es bereits gebrannt. Dort befinden sich mehrere Atomanlagen, darunter Majak \u2013 das Wiederaufbereitungslager, in dem sich 1957 die schlimmste Atomkatastrophe vor Tschernobyl ereignete.<\/p>\n<p>Ein weiteres Gefahrenfeld stellen die AKW dar, welche die russische Stromversorgung garantieren. So mussten einzelne Kraftwerke bereits herunter gefahren werden, da die K\u00fchlung nicht mehr garantiert werden konnte.<\/p>\n<p>Wie sich die Lage in den kommenden Tagen entwickeln wird, ist sehr ungewiss, eine seri\u00f6se Risikoabsch\u00e4tzung nicht m\u00f6glich. Insbesondere ist nicht absch\u00e4tzbar, welches Gefahrenausmass von den verseuchten Partikeln ausgeht, die durch die Br\u00e4nde in die Luft gewirbelt werden. &#171;Keine Panik&#187;, spielt die russische Waldschutzbeh\u00f6rde die prek\u00e4re Situation herunter, die Menschen und Umwelt bedroht: &#171;Wir haben es im Moment zum Gl\u00fcck nicht mit einem zweiten Tschernobyl zu tun. Doch jede Radioaktivit\u00e4t kann die Gesundheit gef\u00e4hrden.&#187;,\u00a0sagt unser Atomexperte Urs Wittwer.<\/p>\n<p>Nach wie vor wirft Greenpeace den russischen Beh\u00f6rden vor, die durch die Waldbr\u00e4nde drohenden radioaktiven Gefahren zu verharmlosen und die Bev\u00f6lkerung dar\u00fcber im Ungewissen zu lassen.<\/p>\n<p>Asti Roesle, Waldexpertin bei Greenpeace Schweiz, ist zurzeit zu Besuch bei ihren russischen Arbeitskollegen in Moskau. Sie schildert ihre Eindr\u00fccke aus der Smog-geplagten Metropole und dem dortigen Greenpeace-B\u00fcro so:<\/p>\n<p>&#171;Schon einige Stunden vor der Ankunft mischte sich in die unertr\u00e4gliche Hitze im Zug ein beissender, \u00a0unangenehm in Augen, Nase und Lunge kratztender Rauch. Hier in Moskau wird man sich des Ausmasses der sich abspielenden Katastrophe f\u00fcr Mensch und Umwelt voll bewusst: das Atmen schmerzt mich- kein Wunder: \u00a0Durch die Rekordhitze und die Torfbr\u00e4nde \u00a0hat sich die Konzentration der giftigen Kohlenmonoxide in der Luft zeitweise versechsfacht! Meine \u00a0Kollegen im Moskauer B\u00fcro stehen seit Tagen im Dauerstress: Morgen f\u00e4hrt zum Beispiel ein Feuerl\u00f6sch-Team in einen der Nationalp\u00e4rke um Moskau, wo es brennt und keine L\u00f6schtrupps vorhanden sind.<\/p>\n<p>Frustrierend ist, dass \u00a0Greenpeace bereits seit der Lockerung des russischen Forstgesetzes im 2007 warnt, dass durch die seitdem fehlende staatliche Forstdienst\u00fcberwachung Wald- und Torfbr\u00e4nde ausser Kontrolle geraten k\u00f6nnen &#8211; was jetzt mit verheerenden Folgen der Fall ist. &#171;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Mittwoch hat die russische Waldschutzbeh\u00f6rde es erstmals zugegeben: die w\u00fctenden Wald- und Torfbr\u00e4nde haben schon vor mehreren Tagen radioaktiv verseuchte Gebiete erreicht. 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