{"id":15700,"date":"2010-08-09T00:00:00","date_gmt":"2010-08-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15700\/drei-schiffe\/"},"modified":"2019-05-30T13:08:53","modified_gmt":"2019-05-30T11:08:53","slug":"drei-schiffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15700\/drei-schiffe\/","title":{"rendered":"Drei Schiffe"},"content":{"rendered":"<p><b>Von der alten Hafenanlage wo die Rainbow II liegt, geht`s nun ins Zentrum von Kopenhagen: Hier hat die \u00abArctic Sunrise\u00bb festgemacht. Ein knapp 50 Meter langer Eisbrecher der Klasse 1A1. Das Schiff wirkt m\u00e4chtig, seine st\u00e4hlerne Bordwand abweisend. Der Rumpf ist so hoch, dass vom Quai aus ein Blick auf das Deck nicht m\u00f6glich ist.<\/b><\/p>\n<div>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/73af67f6-73af67f6-01_arctic_sunrise.jpg\" title=\"Arctic Sunrise\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"Arctic Sunrise\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/73af67f6-73af67f6-01_arctic_sunrise.jpg\" alt=\"Arctic Sunrise\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Arctic Sunrise<\/strong><\/p>\n<p>\n            October 2, 2009 \u2013 Svea Mine, Spitsbergen\/Svalbard<br \/>\nGreenpeace ship the Arctic Sunrise at Svea Mine.<br \/>\nGreenpeace activists block the conveyor belts at Svea Coal Mine, hindering Arctic coal from being exported to European coal fired power plants. Coal burning is the greatest threat to our climate, accounting for over 40% of all fossil fuel CO2 emissions, making it the largest single source. Greenpeace is urging the world leaders to secure a fair, ambitious and binding agreement at the Copenhagen climate meeting in December.\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>Autor: Thomas Jucker<\/p>\n<p><strong>Die \u00abArctic Sunrise\u00bb: Ein b\u00e4renstarkes und sehr n\u00fcchternes Werkzeug<\/strong><\/p>\n<p>Wer die Gangway hinauf steigt, findet sich auf einem erstaunlich leer wirkenden Deck wieder. Der erste Eindruck wird vom Gef\u00fchl dominiert, nicht auf einem Schiff, sondern irgendwo in der Schwerindustrie gelandet zu sein. Verst\u00e4rkt wird es durch das gewaltige Helikopter-Deck, das den gesamten hinteren Teil des Schiffes einnimmt. Und noch etwas f\u00e4llt ins Auge: Weit oben, auf einem langen Stahlfinger, thront ein \u00abKr\u00e4hennest\u00bb, eine Metallkiste mit Fenstern, von der aus die Seeleute Durchfahrten durchs Eis ersp\u00e4hen k\u00f6nnen. \u00a0Vom Dock f\u00fchrt eine Treppe hinunter in eine riesige Werkstatt, den ehemaligen Laderaum. In dieser Halle, die mit ihrer Gr\u00f6sse auch Container aufnehmen kann, steht inmitten vieler technischer Ger\u00e4te, Werkb\u00e4nken und Maschinen sogar das riesige Schlauchboot. Trotz seiner beachtlichen Dimensionen f\u00e4llt es hier kaum auf. Die Ambiance in diesem Schiff ist v\u00f6llig anders als jene auf der \u00abRainbow Warrior II\u00bb: Dies ist kein gem\u00fctliches Heim: Topfpflanzen, wie auf der \u00abRainbow\u00bb, sucht man hier vergebens. Die \u00abArctic Sunrise\u00bb ist kein Schiff, dessen Deck dazu einl\u00e4dt die Wolken zu betrachten oder den Delfinen zuzuschauen. Die \u00abArctic Sunrise\u00bb ist ein grosses, n\u00fcchternes Werkzeug. Sogar der Geruch im Schiffsinnern hat eine industrielle Note: Es riecht nach Werkstatt und ein wenig nach \u00d6l.<\/p>\n<p>\u00abWe are the mystics \u2013 they are the mechanics\u00bb (wir sind Mystiker, sie die Mechaniker), treffender h\u00e4tte Mike, der Kapit\u00e4n der \u00abRainbow II\u00bb die gegens\u00e4tzliche Ausstrahlungen der zwei Schiffe mit: wohl nicht zusammenfassen k\u00f6nnen. Und ein junger Mann an Bord der \u00abArctic Sunrise\u00bb sagt dazu stolz: \u00abJa, sie ist eine Maschine. Eine Maschine mit einem klarem Sinn und Zweck. In gewissem Sinne f\u00fchle ich mich hier auch so. Und mir gef\u00e4llt das.\u00bb Was die \u00abArctic Sunrise\u00bb aber auch ausstrahlt, ist ein Gef\u00fchl von unb\u00e4ndiger Kraft und Zuverl\u00e4ssigkeit. \u00abIch fahre jederzeit, an jeden Ort auf den Weltmeeren &#8211; bei jedem Wetter\u00bb, \u00a0scheint der Eisbrecher zu knurren. Und er k\u00f6nne sogar, so wird dem Besucher erkl\u00e4rt, ohne nachzutanken einmal rund um den Globus fahren.<\/p>\n<p>Wild ist auch die Vergangenheit des heutigen Greenpeace-Schiffes. In Norwegen 1975 als \u00abPolarbjorn\u00bb (zu Deutsch: Eisb\u00e4r) gebaut, befuhr sie sowohl die Arktis wie die Antarktis als Forschungs- und Versorgungsschiff. Dies jedenfalls besagt ein Prospekt der damaligen Besitzerin, einer norwegischen Reederei. Doch die \u00abPolarbjorn\u00bb verdiente sich ihren Unterhalt auch mit weniger edlen T\u00e4tigkeiten. So wurde sie etwa in den Gebieten vor Neufundland beim Robbenfang eingesetzt, \u00abund Greenpeace hat einst auch Aktionen gegen dieses Schiff durchgef\u00fchrt\u00bb, erz\u00e4hlt Pete Bouquet, der Kapit\u00e4n der \u00abSunrise\u00bb. Der 60-J\u00e4hrige Brite f\u00e4hrt seit 1978 \u2013 mit Unterbr\u00fcchen \u2013 auf Greenpeace-Schiffen und war schon mit der legend\u00e4ren, ersten \u00bbRainbow Warrior\u00bb unterwegs.<\/p>\n<p>Der Eisbrecher hat also die Fronten gewechselt: Er geh\u00f6rt seit 1996 zur Greenpeace-Flotte und wurde damals in nur vier Monaten f\u00fcr seine neue Aufgabe umger\u00fcstet. Die \u00abArctic\u00bb erhielt im Januar 1996 eine moderne Funkausr\u00fcstung und neue, wendige Kr\u00e4ne, mit denen die Schlauchboote schnell ausgesetzt werden k\u00f6nnen. Die Einrichtung ist aber noch immer im \u00abnorwegischen Stil\u00bb von 1975 gehalten. So wirkt etwa die Kapit\u00e4nskabine mit dem winzigen Besprechungstisch ziemlich \u00e4rmlich; nicht zuletzt weil sich die billig wirkende Holzverschalung wohl kaum mehr an ihren letzten Anstrich erinnern kann. Und auch die Messe hat einen etwas seltsamen Charme, der einem amerikanischen Schnellimbiss entliehen scheint; den Raum dominieren lange Metalltische, ums\u00e4umt von Schalensitzen, die drehbar auf Stahls\u00e4ulen montierten sind.<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div id=\"greyleft\">\n<p>\u00abDie 15-k\u00f6pfige Crew der \u201aArctic\u2019 liebt ihr Schiff\u00bb<span class=\"lastword\">.<\/span> <\/p>\n<p>Maite Mompo<\/p>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>\u00abDie 15-k\u00f6pfige Crew der \u201aArctic\u2019 liebt ihr Schiff\u00bb, sagt Maite Mompo, Matrosin auf der \u00abRainbow Warrior II\u00bb. Ein ehemaliges Crewmitglied \u00abihres\u00bb Segelschiffes habe auf den Eisbrecher gewechselt und f\u00fchle sich dort sehr wohl. Dabei ist es oft nicht einfach, sich auf der \u00abArctic Sunrise\u00bb wohl zu f\u00fchlen &#8211; und dies im w\u00f6rtlichen Sinne. Denn das Schiff hat eine sehr unangenehme Eigenhart: \u00abShe rolls like a pig\u00bb, sagen die Seeleute. Dies bedeutet, dass das Schiff im Seegang wild in alle Richtungen schaukelt. Beim \u00abnormal schlechtem Wetter\u00bb, sagt Pete, \u00abrollt sie jeweils 30 Grad aber ich habe sie schon mit 50 Grad Schieflage erlebt.\u00bb &#8211; Man muss sich das so vorstellen: Das Schiff f\u00e4hrt durch eine st\u00fcrmische See und legt sich dabei 45 Grad auf die eine Seite, kommt hoch und legt sich 45 Grad auf die andere Seite. Und dies wieder und wieder; hin und her, permanent, tagelang. \u00abEs gibt Leute, die fahren nur einmal mit und kommen nie wieder\u00bb, sagt Pete. \u00abDas Unterwasserschiff ist im Querschnitt praktisch halbkreisf\u00f6rmig\u00bb, erkl\u00e4rt er, \u00abwegen der Eistauglichkeit\u00bb. Er erz\u00e4hlt von Crewmitgliedern, die vor Seekrankheit fast umkamen, wobei dem sonst wortkarg wirkenden Mann das Mitgef\u00fchl f\u00fcr die Opfer der Seekrankheit anzumerken ist.<\/p>\n<p><strong>Womit sich die Fragen aufdr\u00e4ngen: Was ist das H\u00e4rteste, was das Sch\u00f6nste an Bord der \u00abArctic Sunrise\u00bb?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abHart\u00bb, sagt Pete, \u00abist es in schlechtem Wetter nicht voran zu kommen.\u00bb Und der zur\u00fcckhaltende Kapit\u00e4n, erz\u00e4hlt nach mehrfachem Nachfragen von einer Reise im November von Alaska zur russischen Sakhalin-Insel, n\u00f6rdlich von Japan. \u00abF\u00fcr die Fahrt, die neun Tage h\u00e4tte dauern sollen, brauchten wie 16 Tage. \u00abWir sind Tag f\u00fcr Tag gegen diese Wellen gekracht und kamen nur unendlich langsam voran.\u00bb Zudem sei ein Mitglied der Crew extrem seekrank gewesen und sein Gesundheitszustand habe sich stetig verschlechtert. Doch man habe nichts machen k\u00f6nnen und das Wetter sei einfach nicht besser geworden. \u00abUnd dann, als es endlich f\u00fcr kurze Zeit etwas besser wurde, haben wir noch das hintern Ende eines tropischen Zyklons abgekriegt.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Und was ist die beste Zeit auf dem Schiff, Pete?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abThe good thing is success in a campaign.\u00bb Und er pr\u00e4zisiert: \u00abWenn wir innerhalb einer Greenpeace-Aktion perfekt agieren; wenn wir zum richtigen Zeitpunkt am Ort sind, an dem uns Greenpeace haben will; wenn wir Material p\u00fcnktlich abliefern. Das ist gut \u2013 und was gut ist f\u00fcr Greenpeace, ist auch gut f\u00fcr den Planeten.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abAch\u00bb, sagt der Zuh\u00f6rer, \u00abich dachte der sch\u00f6nste Moment w\u00e4re vielleicht ein sonniger Tag auf dem Ozean, wenn die fliegenden Fische \u00fcber eine spiegelglatte See schwirren\u00bb. \u2013 Pete l\u00e4chelt kurz sein sparsames L\u00e4cheln: \u00abJa, das ist auch sch\u00f6n. Doch wenn ich dies suchen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich wohl eher segeln gehen. Hier geht es um etwas anderes. Wir \u00a0wollen ins Bild der Aktionen von Greenpeace passen \u2013 und damit in das gr\u00f6ssere Bild.\u00bb<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"listings items\">\n<h3 title=\"Drei Schiffe - Drei Welten\">Drei Schiffe &#8211; Drei Welten<\/h3>\n<div class=\"\">\n<ul>\n<li class=\"ccsnlink\">\n    <a title=\"Teil 1\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Magazin\/2010-Magazin\/drei-Schiffe-drei-Welten\/\">Teil 1<\/a><br \/>\n    <span class=\"contenttype\">Story<\/span>\n<\/li>\n<li class=\"ccsnlink\">\n    <a title=\"Teil 3\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Magazin\/2011-Magazin\/drei-Schiffe-drei-Welten-Teil-3\/\">Teil 3<\/a><br \/>\n    <span class=\"contenttype\">Story<\/span>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT -->\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der alten Hafenanlage wo die Rainbow II liegt, geht`s nun ins Zentrum von Kopenhagen: Hier hat die \u00abArctic Sunrise\u00bb festgemacht. 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