{"id":15704,"date":"2010-08-09T00:00:00","date_gmt":"2010-08-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15704\/tiefsee\/"},"modified":"2019-05-30T13:09:03","modified_gmt":"2019-05-30T11:09:03","slug":"tiefsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15704\/tiefsee\/","title":{"rendered":"Tiefsee"},"content":{"rendered":"<p><b>Neue  Studien  zeigen:  Die  Erderw\u00e4rmung<br \/>\nwird  sich  bis  in  die  tiefsten  Regionen  der Ozeane bemerkbar machen. Und der Klimawandel  k\u00f6nnte  das  Funktionieren  der  Tiefsee-\u00d6kosysteme und den Kohlenstoffkreislauf im Ozean v\u00f6llig ver\u00e4ndern.<\/b><\/p>\n<div>\n\t<!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box small-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4eb2c679-4eb2c679-mag_tiefsee_1.jpg\" title=\"NOAA\/MBARI\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"NOAA\/MBARI\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4eb2c679-4eb2c679-mag_tiefsee_1.jpg\" alt=\"NOAA\/MBARI\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content hidden-paragraph\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>NOAA\/MBARI<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>Auch weil die Tiefsee \u00fcber Millionen von Jahren einen relativ stabilen Lebensraum geboten hat, dr\u00e4ngt Robison, bei der Erforschung ihrer Bewohner keine Zeit zu verlieren. Viele Arten k\u00f6nnten sehr empfindlich auf ungewohnte, kurzfristige Schwankungen reagieren. Schon bevor Ergebnisse vorliegen, m\u00fcsse mit der Einrichtung von Schutzgebieten begonnen werden, um wenigstens einige Gebiete zus\u00e4tzlichen negativen Einfl\u00fcssen wie Fischerei und Abbau von Rohstoffen zu entziehen. \u00abDer gesunde Menschenverstand sagt uns doch, dass wir die Ozeane, aus denen ein grosser Teil unserer Nahrung stammt, sch\u00fctzen m\u00fcssen \u2013 und dazu geh\u00f6rt auch der Schutz der Artenvielfalt in der Tiefsee.\u00bb<\/p>\n<p>Smiths Forscherkollege Bruce Robison warnt angesichts dieser Gefahren vor einem Massensterben in der Tiefsee, das unbemerkt von der Wissen- schaft vor sich gehen w\u00fcrde \u2013 und vielleicht schon begonnen hat. \u00abIn der Tiefsee gibt es vermutlich mehr Tiere als in allen anderen Lebensr\u00e4umen der Erde zusammen \u2013 aber wir wissen nicht einmal, wie viele von ihnen wo vorkommen. Deshalb k\u00f6nnen wir auch nicht feststellen, was sich \u00e4ndert und ob \u00c4nderungen nat\u00fcrliche Gr\u00fcnde haben oder durch menschliche Aktivit\u00e4ten ausgel\u00f6st werden.\u00bb Verschiebungen der Artenzusammensetzung k\u00f6nnten aber einen starken Einfluss auf andere Arten, auf die Ertr\u00e4ge der Fischerei und sogar das Klima haben \u2013 wenn etwa die Tiefsee ihre Funktion als Kohlendioxidsenke verlieren w\u00fcrde.\u00a0<\/p>\n<p>Eine weitere Gefahr droht durch den Kohlendioxidgehalt der Atmosph\u00e4re. Das Klimagas l\u00f6st sich hervorragend im Wasser und bildet dort Kohlens\u00e4ure. Steigt sein Gehalt in der Luft an, wird also auch das Wasser saurer. Karbonat-Ionen, aus denen viele Meeresorganismen ihre Kalkskelette bilden, sind dann schlechter verf\u00fcgbar. \u00dcber die bef\u00fcrchteten Auswirkungen dieser \u00dcbers\u00e4uerung auf Korallen ist berichtet worden, betroffen sind aber auch zahlreiche andere Arten aller Wasserschichten wie bestimmte Algen, Krebse, Muscheln, Schnecken und Seeigel. Im sauren Wasser k\u00f6nnen sie die Kalkstrukturen, die ihre K\u00f6rper st\u00fctzen, nicht voll ausbilden. Zus\u00e4tzlich wirkt die \u00dcbers\u00e4uerung in den Geweben und K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten der Tiere, etwa auf die F\u00e4higkeit des Blutes, Sauerstoff zu transportieren.\u00a0<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box small-box right\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f2e90266-f2e90266-mag_tiefsee_2.jpg\" title=\"NOAA\/MBARI\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl04_Image1\" title=\"NOAA\/MBARI\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f2e90266-f2e90266-mag_tiefsee_2.jpg\" alt=\"NOAA\/MBARI\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content hidden-paragraph\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>NOAA\/MBARI<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>Denn N\u00e4hrstoffe sinken im Ozean nicht nur in Form von Nahrungsflocken in die Tiefe. Sie gelangen, gel\u00f6st im aufsteigenden Tiefenwasser, zur\u00fcck an die Oberfl\u00e4che und liefern den D\u00fcnger f\u00fcr die n\u00e4chste Planktonbl\u00fcte. Erw\u00e4rmen sich die Oberfl\u00e4chen der Ozeane durch den Klimawandel st\u00e4rker als bisher, verfestigt sich die Temperaturschichtung des Wassers. Der Austausch zwischen kaltem, n\u00e4hrstoffreichem Tiefenwasser und dem warmen Oberfl\u00e4chenwasser wird dadurch erschwert. Bleiben aber die N\u00e4hrstoffe in der Tiefe, fallen die Planktonbl\u00fcten \u2013 Basis der Nahrungsketten im gesamten Ozean \u2013 aus.\u00a0<\/p>\n<p>Smith und sein Team konnten mit ihren Langzeitmessungen feststellen, dass klimatisch bedingte Schwankungen des Planktons sich auf das Nahrungsangebot der Tiefseebewohner auswirken. Weniger Plankton bedeutet Nahrungs- mangel, bei ver\u00e4nderter Zusammensetzung der Flocken wurden einige Arten seltener, w\u00e4hrend andere sich vermehrten. \u00abDie Lebensgemeinschaften der Tiefsee h\u00e4ngen direkt von der Produktivit\u00e4t in den oberen Wasserschichten ab\u00bb, fasst Smith die Ergebnisse zusammen, \u00abund der Klimawandel k\u00f6nnte das Funktionieren dieser \u00d6kosysteme und den Kohlenstoffkreislauf im Ozean v\u00f6llig ver\u00e4ndern.\u00bb\u00a0<br \/>Smiths Forschungsprojekt ist einzigartig \u2013 dabei liegen 60 Prozent der Erdoberfl\u00e4che in der Tiefsee, also unter Wasserschichten, die mehr als 2000 Meter messen. Lange Zeit glaubte niemand, dass in diesen Regionen \u00fcberhaupt Lebewesen \u00fcberdauern k\u00f6nnten. Was sollten sie fressen, da K\u00e4lte und Dunkelheit das Wachstum von Algen unm\u00f6glich machen? Erst in den 1950er-Jahren gelangen einem japanischen Forschungstauchboot Aufnahmen von zusammengeklumpten Planktonorganismen, die wie Schneeflocken aus den licht- durchfluteten oberen Meeresschichten rieselten. Nun wurde klar: Die winzigen Einzeller, deren Algenbl\u00fcten die Nahrungsgrundlage der oberen Meeresschichten liefern, ern\u00e4hren auch die Tief- see. Durch ihr Verklumpen zu \u00abmarinem Schnee\u00bb erhalten sie das n\u00f6tige Gewicht, um innerhalb weniger Tage tausende Meter abzusinken \u2013 schnell genug, um nicht schon vor ihrem Eintreffen in der Tiefe von Bakterien abgebaut zu werden.<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box small-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/67403ee3-67403ee3-mag_tiefsee_3.jpg\" title=\"Greenpeace\/Warshaw\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl06_Image1\" title=\"Greenpeace\/Warshaw\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/67403ee3-67403ee3-mag_tiefsee_3.jpg\" alt=\"Greenpeace\/Warshaw\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content hidden-paragraph\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Greenpeace\/Warshaw<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>Der lehmige, graumatschige Meeresboden bei 34,5 Grad Nord und 123 Grad West ist das bestunter- suchte St\u00fcck Tiefsee der Welt. 1989 richtete Ken Smith vom Monterey Bay Aquarium Research Institute hier, 220 Kilometer westlich der kalifonischen K\u00fcste und in 4100 Metern Tiefe, die Messstation M ein. \u00abWir brauchen keine Momentaufnahmen, sondern Langzeitmessungen, um Ver\u00e4nderungen analysieren zu k\u00f6nnen\u00bb, begr\u00fcndet Smith sein \u00fcber 20-j\u00e4hriges Engagement. Regelm\u00e4ssig reisen er und sein Team f\u00fcr eine Woche mit dem Forschungs- schiff an, im Gep\u00e4ck Tauchroboter, ferngesteuerte Kameras, Sedimentfallen und Analyseger\u00e4te, mit denen sich die Stofffl\u00fcsse an Station M und die hier lebenden Arten untersuchen lassen.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Studien zeigen: Die Erderw\u00e4rmung wird sich bis in die tiefsten Regionen der Ozeane bemerkbar machen. 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