{"id":15716,"date":"2010-08-09T00:00:00","date_gmt":"2010-08-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15716\/atom-akw-und-kinderleukaemie\/"},"modified":"2019-05-30T13:09:21","modified_gmt":"2019-05-30T11:09:21","slug":"atom-akw-und-kinderleukaemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15716\/atom-akw-und-kinderleukaemie\/","title":{"rendered":"Atom: AKW und Kinderleuk\u00e4mie"},"content":{"rendered":"<p><b>Erkranken Kinder, die in der N\u00e4he eines AKW leben, h\u00e4ufiger an Leuk\u00e4mie? Eine deut- sche Studie belegt dies. Eine Studie in der Schweiz will das nun ebenfalls ergr\u00fcnden \u2013 ein schwieriges Unterfangen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/42a42c49-42a42c49-atom_goesgen_2.jpg\" title=\"AKW G\u00f6sgen\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"AKW G\u00f6sgen\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/42a42c49-42a42c49-atom_goesgen_2.jpg\" alt=\"AKW G\u00f6sgen\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>AKW G\u00f6sgen<\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Greenpeace \/ Fojtu\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<p>Ein Monster geht um, das Kinder jagt, doch keiner bekommt es zu fassen. Konkret geht es um    die auffallend vielen Kinder, die in der N\u00e4he von    Atomkraftwerken leben und an Leuk\u00e4mie erkranken. Vor gut zwei Jahren l\u00f6ste in Deutschland die    Kinderkrebsstudie (KiKK) einen Wirbel aus. Die    Studie belegt:<\/p>\n<p>Kinder, die im Umkreis von bis zu f\u00fcnf Kilometern von einem AKW leben, haben ein doppelt    so hohes Risiko, an Leuk\u00e4mie zu erkranken, wie    Kinder, die weiter weg leben.<\/p>\n<p>Niemand hat die Resultate je bestritten. Umstritten ist nur: Haben die Leuk\u00e4mieerkrankungen etwas mit den Atomkraftwerken zu tun? Bei    so genannten epidemiologischen Studien l\u00e4sst sich    zwar eine H\u00e4ufung von Erkrankungen feststellen,    aber nie ein direkter Zusammenhang zwischen einer Ursache und der Erkrankung herstellen.<\/p>\n<p>In der offiziellen Stellungnahme zur KiKK-Studie heisst es denn auch: \u00abNach dem heutigen    Wissensstand  kommt  Strahlung,  die  von  Kern-   kraftwerken im Normalbetrieb ausgeht, als Ursache f\u00fcr die beobachtete Risikoerh\u00f6hung nicht    in Betracht.\u00bb Dem Bundesamt f\u00fcr Strahlenschutz,    das die Studie in Auftrag gegeben hatte, ist es dabei nicht ganz wohl: \u00abWir sehen uns einfach nicht    in der Lage, aufgrund der Daten eine klare Aussage zu machen\u00bb, sagte Bernd Grosche, Mitarbeiter    des Bundesamtes, in Berlin an einer Tagung zur    KiKK-Studie und f\u00fcgte hinzu: \u00abAber ich bin froh,    dass  es  in  Deutschland  den  Ausstiegsbeschluss    gibt. Wir sollten dabei bleiben!\u00bb<\/p>\n<p>An  dieser  Tagung  wurde  ausf\u00fchrlich  \u00fcber    m\u00f6gliche Ursachen debattiert. Passiert es vielleicht    \u00fcber die V\u00e4ter, die im AKW arbeiten? Oder l\u00f6sen    niedrige Strahlendosen beim Embryo die Krankheit aus? Denn Atomkraftwerke geben auch im    Normalbetrieb  Radionuklide  ab  \u2013  zum  Beispiel    AKW und Kinderleuk\u00e4mie:    Zu behaupten, es sei nichts, ist unwissenschaftlich   Tritium. Tritium ist mobil und gilt als aggressiv.    M\u00f6glich w\u00e4re es, dass Schwangere, die in der N\u00e4he von AKW leben, kurzfristig erh\u00f6hter Strahlung    ausgesetzt sind und dies genau in dem Zeitpunkt    passiert, in dem der Organismus des ungeborenen    Kindes besonders empfindlich reagiert. Erkl\u00e4ren,    was da genau geschieht, kann zurzeit niemand.    Aber  viele  deutsche  StrahlenschutzexpertInnen    sind sich einig: Es ist unwissenschaftlich, zu behaupten, die AKW h\u00e4tten nichts damit zu tun \u2013    solange dies nicht belegt ist.<\/p>\n<p><strong>\u00abUnangebrachter\u00bb Zusammenhang<\/strong><\/p>\n<p>Das sehen allerdings nicht alle so: Mitte April    lud  das  Schweizer  Forum  Medizin  und  Energie    (FME) die Medien ein und pr\u00e4sentierte seine Brosch\u00fcre  \u00abKinderleuk\u00e4mie  und  Kernkraftwerke  \u2013    (K)Ein Grund zur Sorge?\u00bb. Das Forum \u2013 das als    atomfreundlich gilt \u2013 vertritt darin die Ansicht,    die H\u00e4ufung der Erkrankungen h\u00e4nge mit \u00abBev\u00f6lkerungsdichte, Sozialstatus und Wanderungsbewegungen\u00bb zusammen. Die Autoren der Brosch\u00fcre gehen davon aus, dass Viruserkrankungen    die Leuk\u00e4mien verursachten. Deshalb halten sie    es auch f\u00fcr \u00abunangebracht\u00bb, im Zusammenhang    mit  den  AKW-Neubauten  \u00fcber  Kinderleuk\u00e4mie    zu reden.<\/p>\n<p>Ganz so einfach d\u00fcrfte es nicht sein: Angeregt    durch die KiKK-Studie hat die Schweizer Krebsliga 2008 die Studie \u00abKinderkrebs im Umfeld von    Schweizer Kernkraftwerken\u00bb (Canupis) initiiert,    denn bis heute fehlen in der Schweiz entsprechende Daten.\u00a0<strong>Das  Problem  ist  nur:  Die  Chance  ist  gross,    dass gar nichts gefunden werden kann \u2013 weil die    Schweiz zu klein ist.<\/strong><\/p>\n<p>Der Basler Onkologe Claudio Kn\u00fcsli, Pr\u00e4si-   dent der \u00c4rzte f\u00fcr soziale Verantwortung (PSR\/IPPNW),  kritisiert,  dass  die  \u00abPower\u00bb,  also  die    \u00abstatistische Nachweiskraft\u00bb der Studie, zu gering  sei,  weil  es  schlicht  zu  wenig  Krankheitsf\u00e4lle gibt: \u00abMan k\u00f6nnte ebenso gut eine M\u00fcnze    aufwerfen und m\u00fcsste keine aufw\u00e4ndige Studie    machen,  die  dazu  missbraucht  werden  kann,    zu  behaupten,  es  gebe  keinen  Zusammenhang    zwischen  Leuk\u00e4mie  und  Atomkraftwerken.  Eine  Behauptung,  die  vor  allem  im  Hinblick  auf    die geplanten AKW-Neubauten politisch ausgeschlachtet werden k\u00f6nnte.\u00bb<\/p>\n<p>Matthias  Egger,  Leiter  des  Berner  Instituts    f\u00fcr Sozial- und Pr\u00e4ventivmedizin, das die Canupis-Studie durchf\u00fchrt, meint zu dieser Kritik: \u00abEs    ist wahrscheinlich die beste Studie, die jemals zu    diesem  Thema  gemacht  wurde.\u00bb  Er  r\u00e4umt  aber    auch ein: \u00abSchon m\u00f6glich, dass unsere Studie zu    klein ist \u2013 aber wir k\u00f6nnen keine Studie machen,    die mehr Power hat, das geht aufgrund der Rahmenbedingungen einfach nicht.\u00bb   Die  ersten  Resultate  der  Studie  werden  im    n\u00e4chsten Jahr erwartet. Schon jetzt darf man behaupten: Wenn sie nichts findet, heisst das nicht,    dass da nichts ist.<\/p>\n<p><em><strong>Susan Boos,\u00a0<\/strong>Redaktorin der WOZ, Die Wochenzeitung<\/em><\/p>\n<p><em><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<div class=\"listings items\">\n<h3 title=\"Mehr zum Thema\">Mehr zum Thema<\/h3>\n<div class=\"\">\n<ul>\n<li class=\"ccsnlink\">\n    <a title=\"Rubrik Atom\" href=\"\/switzerland\/link\/1ced1bf3bbed4c1597e56b88a871cd85.aspx\">Rubrik Atom<\/a><br \/>\n    <span class=\"contenttype\">Link<\/span>\n<\/li>\n<li class=\"ccsnlink\">\n    <a title=\"Brennpunkte\" href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Magazin\/2010-Magazin\/brennpunkte\/\">Brennpunkte<\/a><br \/>\n    <span class=\"contenttype\">Story<\/span>\n<\/li>\n<li class=\"ccsnlink\">\n    <a title=\"Risiken Atom\" href=\"\/switzerland\/de\/Themen\/Stromzukunft-Schweiz\/Atomstrom\/Sicherheit-und-Gesundheit\/Risiken\/\">Risiken Atom<\/a><br \/>\n    <span class=\"contenttype\">\u00dcbersichtsseite<\/span>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><br \/><\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkranken Kinder, die in der N\u00e4he eines AKW leben, h\u00e4ufiger an Leuk\u00e4mie? 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